Altersvorsorgedepot-Vergleich 2026: Kosten, Produkte & Abschluss
Die Zulagen sind bei allen Anbietern gleich, Kosten, Fondsauswahl und Garantie nicht. Hier erfährst du, worauf du beim Vergleich achtest und wie der Abschluss abläuft.
Übersicht
- Die Förderung ist gesetzlich festgelegt und bei allen Anbietern gleich – verglichen werden Kosten, Fonds und Service.
- Das Standarddepot darf höchstens 1,0 % Effektivkosten im Jahr kosten und muss bei jedem Anbieter verfügbar sein.
- Im Beispiel machen 0,2 % statt 1,0 % Kosten nach 30 Jahren rund 16.200 Euro aus.
- Ein Depot hat keine Garantie, Garantieprodukte sichern 80 % oder 100 % der Beiträge inklusive Zulagen.
Anbieter und Produkte im Vergleich
#1 EmpfehlungTrade Republic
- Depotgebühr: 0 € (Standarddepot und Depot für Selbstentscheider)
- Sparplan-Ausführung: 0 €
- Produktkosten: 0 € bei Dutzenden ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard
- Förderung: bis zu 540 € Grundzulage im Jahr, bis zu 300 € je Kind
- Auszahlung: bis zu 30 % einmalig zum Rentenbeginn, der Rest monatlich mindestens bis zum 85. Lebensjahr
Bei Trade Republic sind das Standarddepot und das Depot für Selbstentscheider laut eigener Angabe komplett kostenfrei: ohne Depotgebühr, ohne Kosten für Sparplanausführungen und bei Dutzenden der beliebtesten ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard ohne Produktkosten.
Die neuen Produkte werden ab 1. Januar 2027 zertifiziert; maßgeblich sind die Konditionen beim Abschluss.
Ab dem 1. Januar 2027 kannst du ein gefördertes Altersvorsorgedepot abschließen. Die Zulagen sind bei jedem Anbieter gleich hoch, denn sie stehen im Gesetz. Unterschiede gibt es bei den Kosten, der Fondsauswahl, der Absicherung gegen Verluste, der Bedienung und beim Service rund um Zulagen und Auszahlung. Genau diese Punkte entscheiden über Jahrzehnte mit, wie viel Kapital zu Rentenbeginn in deinem Vertrag steckt. Hier erfährst du, welche Kriterien zählen und wie du Angebote systematisch nebeneinanderlegst.
Zum Zeitplan: Die neuen Produkte werden frühestens zum 1. Januar 2027 zertifiziert. Was Anbieter vorher ankündigen, sind Pläne – verbindlich sind erst die Vertragsunterlagen des zertifizierten Produkts. Wie die Zulagen berechnet werden und wie viel Förderung du bekommst, zeigt der Rechner auf der Seite zum Altersvorsorgedepot. Aktuelle Angebote findest du in der Übersicht oben.
Worauf es beim Vergleich ankommt
Da der Staat bei allen Anbietern dieselben Zulagen zahlt, vergleichst du in erster Linie das Produkt selbst. Die folgenden Kriterien helfen dir, Angebote einzuordnen.
Effektivkosten als Gesamtgröße
Die Effektivkosten fassen alle Kosten eines Vertrags in einer einzigen Kennzahl zusammen: Sie zeigen, um wie viele Prozentpunkte pro Jahr die Rendite durch Gebühren sinkt. Damit lassen sich Angebote mit ganz unterschiedlichen Preismodellen vergleichen, etwa eine feste Jahresgebühr in Euro gegen eine prozentuale Verwaltungsgebühr. Achte darauf, für welche Sparrate und Laufzeit die Angabe berechnet wurde. Feste Euro-Beträge belasten kleine Sparraten deutlich stärker als große.
Depot-, Sparplan- und Fondskosten
Hinter den Effektivkosten stecken mehrere Posten: Gebühren für die Depotführung, Kosten je Sparplan-Ausführung oder Transaktion, gegebenenfalls Abschluss- und Vertriebskosten sowie die laufenden Kosten der Fonds. Bei ETFs und Indexfonds findest du diese als Gesamtkostenquote (TER) im Basisinformationsblatt. Ein Depot ohne eigene Gebühr kann trotzdem teuer werden, wenn nur Fonds mit hohen laufenden Kosten zur Wahl stehen – und umgekehrt. Wie ETFs funktionieren, erklärt die Seite zu ETFs.
Fondsauswahl und Risikoklassen
Im geförderten Depot zulässig sind Investmentfonds – OGAW, offene Publikums-AIF und ELTIF – bis zur Risikoklasse 5 laut Basisinformationsblatt sowie Staatsanleihen in Euro. Innerhalb dieses Rahmens legt jeder Anbieter fest, welche Fonds er aufnimmt. Prüfe, ob breit gestreute Indexfonds dabei sind, ob du die Aufteilung selbst bestimmen darfst und ob ein Fondstausch innerhalb des Vertrags Gebühren auslöst.
Standarddepot, freie Auswahl oder Garantie
Wer ein Depot- oder Garantieprodukt anbietet, muss zusätzlich ein Standarddepot im Programm haben – selbst oder über einen Partner. Es wird online abgeschlossen, besteht aus zwei Fonds und darf höchstens 1,0 % Effektivkosten im Jahr verursachen. Wer selbst entscheiden möchte, wählt ein Depot mit freier Fondsauswahl. Wer Verluste begrenzen will, greift zu einem Garantieprodukt, das 80 % oder 100 % der Beiträge einschließlich Zulagen absichert. Ob zusätzlich ein Standarddepot eines öffentlichen Trägers kommt, kann per Verordnung geregelt werden – festgelegt ist das noch nicht.
Ablaufmanagement vor Rentenbeginn
Im Standarddepot schichtet der Anbieter automatisch um: Fünf Jahre vor Rentenbeginn dürfen höchstens 50 % im risikoreicheren Fonds liegen, ab zwei Jahren davor höchstens 30 %. Das verringert die Gefahr, dass ein Kurseinbruch kurz vor der Auszahlung voll durchschlägt. Ganz ausschließen lässt sich ein Verlust damit nicht. Bei freier Fondsauswahl solltest du klären, ob der Anbieter ein vergleichbares Umschichten anbietet oder ob du dich selbst darum kümmern musst.
Anbieterwechsel und seine Kosten
Ein Altersvorsorgedepot bindet dich nicht dauerhaft an einen Anbieter. Du kannst mit drei Monaten Frist zum Quartalsende kündigen und das geförderte Kapital mitnehmen. In den ersten fünf Jahren nach Abschluss darf der bisherige Anbieter dafür höchstens 150 Euro verlangen, danach muss er kostenfrei übertragen. Der neue Anbieter darf auf das übertragene geförderte Kapital keine Abschlusskosten erheben, sondern nur einmalig eine Verwaltungspauschale von höchstens 150 Euro. Diese Regeln nehmen Druck aus der ersten Entscheidung, ersetzen aber keinen sorgfältigen Vergleich.
Übertrag eines Riester-Guthabens
Wer bereits riestert, kann sein Guthaben in ein Altersvorsorgedepot mitnehmen. Frag beim Vergleich, ob der Anbieter solche Überträge annimmt und was er dafür berechnet. Welche Folgen der Schritt für Garantie und Förderung hat, liest du auf der Seite Riester ins Altersvorsorgedepot wechseln.
Bedienung, App und Mindestsparrate
Du begleitest den Vertrag über Jahrzehnte. Prüfe deshalb, ob du Sparrate, Fondsaufteilung und gutgeschriebene Zulagen online einsehen und ändern kannst, ob Pausen und Sonderzahlungen möglich sind und wie der Kundenservice erreichbar ist. Achte außerdem auf die Mindestsparrate: Für die Förderung genügen gesetzlich 120 Euro Eigenbeitrag im Jahr. Verlangt ein Anbieter deutlich höhere Raten, passt das Angebot womöglich nicht zu einem kleinen Budget.
Drei Produktarten im Vergleich
| Merkmal | Standarddepot | Depot mit freier Fondsauswahl | Garantieprodukt |
|---|---|---|---|
| Absicherung | keine Garantie, kein Mindestkapital | keine Garantie, kein Mindestkapital | Garantie auf 80 % oder 100 % der Beiträge inkl. Zulagen |
| Anlage | zwei Fonds: einer mit Risikoklasse 1–2, einer mit 3–5 | Fonds bis Risikoklasse 5 und Euro-Staatsanleihen aus dem Angebot des Anbieters | vom Anbieter festgelegt |
| Kostengrenze | Effektivkosten höchstens 1,0 % pro Jahr | vom Anbieter festgelegt, Effektivkosten vergleichen | vom Anbieter festgelegt, Effektivkosten vergleichen |
| Umschichten vor der Rente | gesetzlich vorgegeben: max. 50 % bzw. 30 % im risikoreicheren Fonds | je nach Vertrag, sonst in Eigenregie | Absicherung über die Garantiezusage |
| Abschluss | online | je nach Anbieter | je nach Anbieter |
| Passt eher zu | Sparern, die eine einfache Lösung mit wenig Aufwand suchen | Sparern, die ihre Fonds selbst auswählen wollen | sicherheitsorientierten Sparern und kurzen Restlaufzeiten |
Eine Garantie begrenzt Verluste, schränkt aber in der Regel auch die Renditechancen ein, weil ein Teil des Geldes sicherheitsorientiert angelegt werden muss. Beim Depot ohne Garantie trägst du das Kursrisiko selbst: Der Wert kann über längere Zeit sinken, und zum Rentenbeginn kann weniger vorhanden sein, als du eingezahlt hast.
Kostenbeispiel: 0,2 % oder 1,0 % über 30 Jahre
Wie stark Kosten das Ergebnis verändern, zeigt eine Modellrechnung mit runden Beispielwerten: 150 Euro Eigenbeitrag im Monat, 30 Jahre Laufzeit, 5 % Rendite pro Jahr vor Kosten. Verzinst wird monatlich (Jahreszins geteilt durch zwölf), die Rate fließt jeweils am Monatsende ein. Zulagen und Steuern bleiben außen vor. Die Kosten ziehen wir von der Rendite ab: Bei 0,2 % Kosten bleiben 4,8 %, bei 1,0 % bleiben 4,0 % pro Jahr.
| Kosten pro Jahr (Beispiel) | Rendite nach Kosten | Eigenbeiträge in 30 Jahren | Depotwert nach 30 Jahren |
|---|---|---|---|
| keine (zum Vergleich) | 5,0 % | 54.000 € | rund 124.800 € |
| 0,2 % | 4,8 % | 54.000 € | rund 120.300 € |
| 1,0 % | 4,0 % | 54.000 € | rund 104.100 € |
Zwischen 0,2 % und 1,0 % Kosten liegen in diesem Beispiel rund 16.200 Euro – das entspricht fast einem Drittel der eingezahlten 54.000 Euro. Gegenüber der Rechnung ohne Kosten fehlen bei 0,2 % rund 4.500 Euro, bei 1,0 % rund 20.700 Euro. Mit Zulagen wäre das Kapital höher und der Kosteneffekt in Euro entsprechend größer. Die 5 % sind eine Annahme, keine Prognose: Tatsächliche Renditen schwanken, auch Verluste sind möglich. Eigene Szenarien kannst du mit dem Zinseszinsrechner durchspielen.
Checkliste für die Anbieterwahl
- Effektivkosten für deine geplante Sparrate und Laufzeit aus den vorvertraglichen Informationen ablesen und nebeneinanderlegen.
- Fondskosten (TER) der angebotenen Fonds prüfen, nicht nur die Depotgebühr.
- Fondsangebot: Sind breit gestreute Fonds dabei, und kostet ein Tausch etwas?
- Standarddepot des Anbieters als Kostenmaßstab heranziehen.
- Garantieprodukte: Garantiehöhe (80 % oder 100 %) und Kosten gegeneinander abwägen.
- Umschichten vor der Rente: automatisch oder in Eigenregie?
- Auszahlung: Welche Varianten gibt es – Auszahlplan, lebenslange Rente (wahlweise mit 10 oder 20 Jahren Rentengarantiezeit) oder 80 % Leibrente plus 20 % weiter angelegtes Kapital?
- Riester-Übertrag: Nimmt der Anbieter bestehendes Guthaben auf, und zu welchen Kosten?
- Flexibilität: Mindestrate, Sonderzahlungen, Beitragspausen.
- Bedienung: App, Online-Zugang, Übersicht über Zulagen, erreichbarer Service.
- Vertragszahl: Gefördert werden höchstens zwei neue Verträge ab 2027, ab dem dritten gibt es keine Förderung.
Abschluss Schritt für Schritt
- Förderberechtigung klären: Neben Pflichtversicherten der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamten (mit Einwilligung) gehören ab 2027 auch Selbstständige unter 67 mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder freiberuflicher Tätigkeit dazu, sofern sie für das Beitragsjahr eine Steuererklärung abgeben. Angestellte Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke brauchen eine Einwilligung.
- Sparrate festlegen: Mindestens 120 Euro Eigenbeitrag im Jahr sind nötig. Insgesamt darfst du bis zu 6.840 Euro im Jahr einzahlen, Zulagen und Erträge zählen dabei nicht mit.
- Produktart wählen und Angebote vergleichen: Standarddepot, Depot mit freier Fondsauswahl oder Garantieprodukt – nutze die Checkliste oben.
- Vertrag abschließen: Lies vor der Unterschrift die vorvertraglichen Informationen und das Basisinformationsblatt der Fonds.
- Dauerzulagenantrag stellen: Erteilst du dem Anbieter beim Abschluss einen Dauerzulagenantrag, beantragt er die Zulagen jedes Jahr für dich bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA). Dafür braucht er deine Steuer-Identifikationsnummer.
- Kinder angeben: Für jedes Kind, für das du Kindergeld bekommst, gibt es eine Kinderzulage. Trag die Kinder im Antrag ein und melde Änderungen, etwa bei einer Geburt oder wenn das Kindergeld endet.
- Ehepartner einbeziehen: Ist dein Ehepartner nicht selbst förderberechtigt, kann er mit einem eigenen Vertrag und mindestens 120 Euro Beitrag im Jahr mittelbar gefördert werden.
- Steuererklärung nutzen: Gib die Beiträge als Sonderausgaben an. Das Finanzamt prüft, ob der Abzug günstiger ist als die Zulage. Hinweise zur Abgabe findest du auf der Seite zur Steuererklärung.
Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot-Vergleich
Bekomme ich bei jedem Anbieter die gleiche Förderung?
Ja. Grundzulage, Kinderzulage, Bonus für junge Sparer und Sonderausgabenabzug sind gesetzlich festgelegt und hängen nicht vom Anbieter ab. Was am Ende übrig bleibt, entscheiden vor allem Kosten und Wertentwicklung.
Ist das Standarddepot automatisch die richtige Wahl?
Nicht zwingend. Es ist einfach, gesetzlich in den Kosten gedeckelt und schichtet vor der Rente selbst um. Ein Depot mit freier Fondsauswahl kann günstiger oder passender sein, verlangt aber mehr eigene Entscheidungen.
Was kostet es, später zu einem anderen Anbieter zu gehen?
In den ersten fünf Jahren nach Abschluss darf der alte Anbieter höchstens 150 Euro verlangen, danach nichts mehr. Der neue Anbieter darf auf das übertragene Kapital keine Abschlusskosten berechnen, nur einmalig bis zu 150 Euro Verwaltungspauschale.
Wie viele geförderte Verträge darf ich haben?
Gefördert werden höchstens zwei Verträge, die ab 2027 abgeschlossen werden. Ab dem dritten neuen Vertrag gibt es keine Förderung mehr – plane deshalb, welche Verträge du wirklich brauchst.
Worauf müssen Selbstständige achten?
Selbstständige mit Gewerbe- oder freiberuflichen Einkünften sind bis 67 förderberechtigt, allerdings nur für Jahre, für die sie eine Steuererklärung abgeben. Wer sie vergisst, riskiert die Förderung für dieses Jahr.
Keine Anlageberatung.
