Investmentfonds 2026: So funktionieren Fonds
Wie funktionieren Investmentfonds, welche Fondsarten gibt es und welche Kosten fallen an? Hier erfährst du, wo du Fondsanteile kaufst und wie du das Basisinformationsblatt liest.
Übersicht
- Ein Fonds bündelt das Geld vieler Anleger, verwaltet von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft und verwahrt bei einer unabhängigen Verwahrstelle.
- Fonds sind Sondervermögen und bei einer Pleite der Fondsgesellschaft geschützt, Kursverluste aber nicht.
- Ausgabeaufschlag und laufende Kosten schmälern die Rendite – online oder über die Börse lässt sich der Ausgabeaufschlag oft sparen.
- Das Basisinformationsblatt zeigt Kosten, Szenarien und die Risikoklasse von 1 bis 7.
Anbieter und Produkte im Vergleich
Trade Republic
- Depot: 0 €
- Order: 1 € („Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen, Trade Republic als Gegenpartei) oder 2 € („Direktpreis“ mit freier Wahl aus 30 Börsen, u. a. Xetra, Euronext, Nasdaq)
- Zins auf Guthaben: 2,50 % p. a.
- Besonderheiten: eigene MTF-Lizenz, Web Terminal ohne Zusatzkosten
Trade Republic bietet ein Depot für 0 € mit Orders für 1 € beim „Bestpreis“ oder 2 € mit freier Börsenwahl und 2,50 % Zins auf Guthaben.
Seit 02.07.2026 werden Orders beim „Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt (1 € je Trade); mit „Direktpreis“ wählt man für 2 € je Trade selbst eine von 30 Börsen, darunter Xetra, Euronext und Nasdaq. Die Preisseite des Anbieters ist nur per App/JavaScript abrufbar; die Ordergebühren stammen aus der Pressemitteilung der Trade Republic Bank GmbH vom 02.07.2026.
Scalable Capital
- Depot: 0 €; PRIME+ 4,99 € im Monat
- Order FREE: EIX 0,99 €, Kauf von PRIME-ETFs ab 250 € 0 €; gettex und Xetra 1,99 €
- Order PRIME+: EIX ab 250 € 0 €, darunter 0,99 €; gettex und Xetra 1,99 €
- Sparpläne: 0 €, ab 1 €
- Zinsen: Verrechnungskonto 0 %, separates Tagesgeld 2,60 % p. a. variabel (seit 01.09.2026)
- Krypto: nur über ETPs, Aufschlag 0,99 % (PRIME+ 0,69 %)
Scalable Capital bietet den Broker im Modell FREE ohne Grundgebühr und als PRIME+ für 4,99 € im Monat an; Sparpläne sind in beiden Modellen kostenlos, Zinsen gibt es nur über das separate Tagesgeld.
Gehandelt wird an der European Investor Exchange (EIX), gettex und Xetra. Im Angebot sind über 8.000 Aktien (4.500 als Sparplan), mehr als 2.700 ETFs und über 3.800 Fonds; ein Kinderdepot ist möglich. Die Kapitalertragsteuer wird automatisch abgeführt.
Traders Place
- Depot: 0 € (Verwahrung Baader Bank)
- Order: gettex und Baader Trading ab 500 € 0 €, darunter 0,95 €; Tradegate 5 €; L&S Exchange 6 €; Xetra 2 € + 0,01 % (mind. 3 €)
- ETF-Sparplan: 0 € bei Premium-Partnern (Amundi, DWS, DJE, Xtrackers, iShares, Vanguard), sonst 0,50 €; ab 1 €
- Zins auf Guthaben: 2,00 % auf dem Zinskonto (5.000 € bis 1 Mio. €, Konditionen bis 31.12.2027), Verrechnungskonto 0 %
- Handelsplätze: mehr als 40
Traders Place bietet über 40 Handelsplätze, gettex-Orders ab 500 € für 0 € und 2,00 % Zins auf dem Zinskonto.
Das Depot wird bei der Baader Bank geführt und ist kostenlos. Sparpläne gibt es ab 1 €, bei Premium-Partnern ohne Gebühr. Neukunden erhalten 60 € in ETF-Anteilen, wenn sie innerhalb von 45 Tagen mindestens drei Trades über je 100 € ausführen. Die Kapitalertragsteuer behält die depotführende Bank ein.
Postbank
- Orderkosten: ab 9,95 € (Inland bis 1.200 € Kurswert) zzgl. fremder Kosten
- Zins: 0,00 % auf dem Anlagekonto
- Depot: 0 € pro Quartal, Anlagekonto 0 €
- Order online Inland: 9,95 € bis 1.200 €, 17,95 € bis 2.600 €, 29,95 € bis 5.200 €, 39,95 € bis 12.500 €, 54,95 € bis 25.000 €, darüber 69,95 €; zzgl. fremder Kosten
- Order online Ausland: 32,95 € bis 79,95 €; Filiale/Telefon jeweils 13,00 € mehr
- ETF-Sparplan: über 550 ETFs, 0,00 € Transaktionsgebühr, 25 bis 1.000 € monatlich, zweimonatlich oder dreimonatlich
- Fonds (Festpreisgeschäft online): Ausgabeaufschlag Aktien-/Misch-/Immobilienfonds 1,50 %, Rentenfonds 1,00 %, geldmarktnahe Fonds 0 %
- Handelsplätze: deutsche Börsen, Auslandsbörsen und Direct Trade (werktags 7:30 bis 23:00 Uhr, auch am Wochenende)
- Zins Anlagekonto: 0,00 %, geduldete Überziehung 10,90 %
Das Postbank Wertpapierdepot kostet 0 €, eine Online-Order an inländischen Börsen kostet ab 9,95 € bis 1.200 € Kurswert.
Über 550 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard lassen sich bis auf Weiteres ohne Transaktionsgebühr ab 25 € besparen. Bis 31.12.2026 kosten Online-Käufe ab 1.200 € für über 1.800 ETFs dieser Anbieter 4,90 €. Das Anlagekonto als Verrechnungskonto ist kostenlos, aber derzeit unverzinst. Depotüberträge sind kostenfrei. Online-Eröffnung ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland und Referenz-Girokonto. Die Postbank führt die Abgeltungsteuer ab.
DKB
- Depot: 0 € (Verwahrentgelt nur für Xetra Gold und ADRs)
- Order: 10 € bis 5.000 €, 15 € bis 20.000 €, darüber 30 €; Xetra/Parkett zzgl. 2,50 €; Tradegate, gettex, Quotrix und außerbörslich ohne Ausführungsentgelt
- ETF-Sparplan: 1,50 € pro Ausführung; über 500 Aktions-ETFs ohne Ausführungsentgelt
- ETF-Aktion: über 200 ETFs außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt
- Handelsplätze: 9 inländische Börsen, viele Auslandsbörsen, außerbörslicher Handel
Bei der DKB kosten Orders bis 5.000 € 10 €, an Tradegate, gettex und Quotrix fällt kein Ausführungsentgelt an.
Sparpläne auf ETFs, Aktien und Fonds kosten 1,50 € pro Ausführung, für über 500 Aktions-ETFs übernehmen Partner das Entgelt. Über 200 ETFs lassen sich außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt kaufen. Voraussetzung für das Depot ist ein DKB-Girokonto.
TARGOBANK Klassik-Depot
- Depot: 2,50 € im Monat, kostenlos mit Online-Postfach oder ab 50.000 € Geldeinlage
- Order online: Börse 0,25 %, mind. 8,90 €, max. 34,90 € zzgl. Börsenplatzentgelt (Xetra 2,00 €, Parkettbörsen 3,50 €) und fremder Kosten; Filiale 0,50 %, mind. 34,90 €
- ETF-/Aktiensparplan: ab 50 € bis 500 €, 2,5 %, mind. 1,50 €, max. 3,00 € je Ausführung über Xetra
- Fondssparplan: ab 25 € (ausgewählte Fonds), sonst 100 €, mit Ausgabeaufschlag
- Investmentfonds: bei vielen Fonds 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag im Online-Brokerage
- Handelsplätze: mehr als 20 Handelsplätze
- Wechselprämie: 0,75 % des Kurswerts (Klassik-Depot: nur Investmentfonds), max. 5.000 €, ab 7.000 € Übertrag, 1 Jahr Haltedauer
Das Klassik-Depot der TARGOBANK verbindet Online-Handel mit persönlicher Beratung in der Filiale und bietet beim Depotwechsel eine Prämie oder einen Tagesgeld-Aktionszins.
Persönliche Anlageberatung in der Filiale gibt es ab 50.000 € Gesamtguthaben. Die TARGOBANK führt die Abgeltungsteuer ab.
finvesto
- Orderkosten: 1,99 € je Fondstransaktion, bei ETFs zzgl. 0,20 % (Kauf bis 31.03.2027 ohne ETF-Entgelt)
- Depot: finvesto Depot 11,50 € pro Quartal (bis 99 Positionen), finvesto Depot basis 6 € pro Quartal (1 Position), unter 18 Jahren kostenlos; VL-Vertrag 12 € pro Jahr
- Fonds/ETF-Transaktion: 1,99 € online (8 € schriftlich), Fonds zzgl. Ausgabeaufschlag (derzeit 50 % Rabatt), ETFs zzgl. 0,20 % ETF-Transaktionsentgelt
- Sparplan: ab 1 Cent; Fondssparpläne ohne Transaktionsentgelt; ETF-Käufe bis 31.03.2027 ohne ETF-Transaktionsentgelt
- Wertpapierdepot (Aktien, Anleihen, Zertifikate): 3 € pro Quartal (entfällt mit finvesto Depot mit Bestand), Inland 5,95 € bis 2.000 €, 8,95 € bis 5.000 €, 15,95 € bis 10.000 €, darüber 21,95 €; USA 25 €, sonstiges Ausland 35 €; zzgl. Börsenentgelte; Aktiensparplan ab 25 €, 1,75 %
- Handelsplätze: über 60 Börsenplätze im Wertpapierdepot
- Depotübertrag: kostenlos
Das finvesto Depot der FNZ Bank ist ein Fondsdepot für über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs und kostet 11,50 € pro Quartal (finvesto Depot basis mit einer Position 6 € pro Quartal).
Je Kauf, Verkauf oder Umschichtung fallen online 1,99 € an, bei ETFs zusätzlich 0,20 % des Volumens; vom 01.10.2026 bis 31.03.2027 entfällt dieses ETF-Entgelt bei Käufen. Fonds gibt es derzeit mit 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (änderbar). Fondssparpläne sind ab 1 Cent möglich und vom Transaktionsentgelt befreit. Für Aktien und Anleihen gibt es das separate finvesto Wertpapierdepot (1 € im Monat, entfällt mit finvesto Depot mit Bestand; Order im Inland ab 5,95 €). Die FNZ Bank führt die Abgeltungsteuer ab.
Ein Investmentfonds sammelt das Geld vieler Anlegerinnen und Anleger in einem gemeinsamen Topf. Ein Fondsmanagement investiert dieses Geld nach festgelegten Regeln in Aktien, Anleihen, Immobilien oder andere Vermögenswerte. Du kaufst Anteile an diesem Topf und bist damit an Gewinnen und Verlusten aller enthaltenen Werte beteiligt – schon mit kleinen Beträgen und breit gestreut.
Welche Anbieter Fonds und Depots anbieten, zeigt dir die Anbieterübersicht oben auf dieser Seite. Hier erfährst du, wer an einem Fonds beteiligt ist, welche Fondsarten es gibt, welche Kosten anfallen, auf welchen Wegen du Fondsanteile kaufen kannst und wie du das Basisinformationsblatt liest. Börsengehandelte Indexfonds erklären wir auf unserer Seite zu ETFs.
So funktioniert ein Investmentfonds
An jedem Fonds sind mehrere Parteien beteiligt, deren Aufgaben gesetzlich klar getrennt sind:
- Kapitalverwaltungsgesellschaft: Sie legt den Fonds auf, bestimmt im Rahmen der Anlagebedingungen, welche Wertpapiere gekauft und verkauft werden, und berechnet den Anteilswert. In Deutschland wird sie von der BaFin beaufsichtigt.
- Verwahrstelle: Eine unabhängige Bank verwahrt das Fondsvermögen, wickelt Käufe und Verkäufe ab und kontrolliert, ob die Gesellschaft die Anlageregeln einhält.
- Anlegerinnen und Anleger: Sie halten Fondsanteile in ihrem Depot und sind anteilig am gesamten Fondsvermögen beteiligt.
Der Wert eines Fondsanteils ergibt sich aus dem Wert aller Vermögensgegenstände abzüglich der Verbindlichkeiten, geteilt durch die Zahl der ausgegebenen Anteile. Dieser Nettoinventarwert wird in der Regel an jedem Börsentag neu berechnet. Kaufst du Anteile, gibt die Gesellschaft neue Anteile aus; gibst du sie zurück, werden sie zum Rücknahmepreis wieder eingezogen.
Fonds sind Sondervermögen
Das Geld im Fonds ist Sondervermögen. Es wird getrennt vom Vermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft bei der Verwahrstelle aufbewahrt. Geht die Fondsgesellschaft pleite, gehört das Fondsvermögen weiterhin den Anlegern und fällt nicht in die Insolvenzmasse. Der Fonds wird dann auf eine andere Gesellschaft übertragen oder abgewickelt. Dieser Schutz gilt aber nur für die Pleite des Anbieters: Fallen die Kurse der Wertpapiere im Fonds, sinkt auch der Wert deiner Anteile.
Welche Fondsarten gibt es?
Fonds unterscheiden sich vor allem darin, worin sie investieren. Davon hängen Chancen und Schwankungen ab.
| Fondsart | Worin der Fonds investiert | Chancen und Risiken |
|---|---|---|
| Aktienfonds | überwiegend in Aktien, etwa weltweit, nach Regionen oder Branchen | hohe Renditechancen, aber auch starke Kursschwankungen |
| Rentenfonds | Anleihen von Staaten und Unternehmen | meist geringere Schwankungen als Aktien; Verluste bei steigenden Zinsen oder Zahlungsausfällen möglich |
| Mischfonds | Kombination aus Aktien, Anleihen und weiteren Anlagen | Risiko hängt vom Aktienanteil ab, der fest oder flexibel sein kann |
| Offene Immobilienfonds | Gewerbe- und Wohnimmobilien | Erträge aus Mieten; Bewertungsverluste möglich, eingeschränkte Rückgabe |
| Geldmarktfonds | kurzlaufende Anleihen und Geldmarktpapiere | geringe Schwankungen, Ertrag folgt dem Zinsniveau; keine Einlagensicherung |
| Dachfonds | Anteile an anderen Fonds | sehr breite Streuung; Kosten fallen auf zwei Ebenen an |
| Themenfonds | Unternehmen eines Trends, etwa Gesundheit, Technologie oder Nachhaltigkeit | Chance auf überdurchschnittliches Wachstum, aber geringe Streuung und hohe Schwankungen |
Für einige Fondsarten gelten Besonderheiten. Bei offenen Immobilienfonds musst du Anteile, die du nach dem 21. Juli 2013 gekauft hast, mindestens 24 Monate halten, und eine Rückgabe ist mit einer Frist von 12 Monaten anzukündigen. In Krisen kann die Rücknahme von Anteilen außerdem vorübergehend ausgesetzt werden. Geldmarktfonds wirken ähnlich wie eine Zinsanlage, sind aber keine Einlage und deshalb nicht über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.
Aktives Fondsmanagement
Die meisten klassischen Fonds werden aktiv gemanagt. Ein Fondsmanager oder ein Team analysiert Unternehmen, Branchen und Märkte und entscheidet, welche Wertpapiere in welcher Gewichtung ins Portfolio kommen. Als Maßstab dient ein Vergleichsindex, die sogenannte Benchmark. Ziel ist es, nach Kosten besser abzuschneiden als dieser Index oder Verluste in schwachen Marktphasen zu begrenzen.
Fondsmanager verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze: Manche suchen gezielt unterbewertete Unternehmen, andere setzen auf stark wachsende Firmen oder auf Unternehmen mit hohen Dividenden. Bei Mischfonds verschiebt das Management zudem die Gewichtung zwischen Aktien und Anleihen je nach Markteinschätzung. Wie gut das gelingt, hängt stark von den handelnden Personen ab – ein Wechsel im Management kann die Ausrichtung eines Fonds verändern. Viele aktive Fonds schaffen es über lange Zeiträume nicht, ihren Vergleichsindex nach Kosten zu übertreffen.
Die Alternative sind passive Fonds, die einen Index lediglich nachbilden. Wie sie funktionieren, liest du auf unserer ETF-Seite.
Welche Kosten fallen bei Fonds an?
- Ausgabeaufschlag: Eine einmalige Gebühr beim Kauf über die Fondsgesellschaft oder eine Bank, berechnet als Prozentsatz des Anteilswerts. Der Ausgabepreis ist damit höher als der Rücknahmepreis, zu dem du Anteile zurückgibst.
- Laufende Kosten: Die jährliche Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) umfasst unter anderem die Verwaltungsvergütung und die Kosten der Verwahrstelle. Sie wird direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und schmälert die Wertentwicklung.
- Erfolgsabhängige Vergütung: Manche Fonds verlangen zusätzlich einen Anteil an der Wertentwicklung, wenn sie eine festgelegte Hürde übertreffen. Prüfe, ob der Fonds dabei eine sogenannte High-Water-Mark nutzt: Dann wird die Gebühr erst fällig, wenn frühere Verluste wieder aufgeholt sind.
- Transaktionskosten: Kosten für Käufe und Verkäufe innerhalb des Fonds sind in der TER nicht enthalten, werden aber im Basisinformationsblatt ausgewiesen.
Rechenbeispiel: Wie stark Kosten wirken
Das folgende Beispiel mit runden Werten zeigt, wie sich Ausgabeaufschlag und laufende Kosten bei einer Einmalanlage von 10.000 Euro im ersten Jahr auswirken – ohne Wertentwicklung, Ordergebühren und Steuern:
| Kostenpunkt | Fonds A: 5 % Ausgabeaufschlag, 1,5 % laufende Kosten | Fonds B: ohne Ausgabeaufschlag, 0,5 % laufende Kosten |
|---|---|---|
| Ausgabeaufschlag beim Kauf | rund 476 € | 0 € |
| tatsächlich angelegt | rund 9.524 € | 10.000 € |
| laufende Kosten im ersten Jahr | rund 143 € | 50 € |
Der Ausgabeaufschlag fällt nur einmal an, die laufenden Kosten dagegen jedes Jahr auf das gesamte Fondsvermögen. Bei einer langen Anlagedauer ist der Unterschied bei den laufenden Kosten deshalb oft wichtiger.
Wo kannst du Fondsanteile kaufen?
Über die Hausbank
Bei einer Filialbank bekommst du auf Wunsch Beratung, zahlst aber in der Regel den vollen Ausgabeaufschlag. Das Angebot beschränkt sich häufig auf Fonds bestimmter Gesellschaften, mit denen die Bank zusammenarbeitet.
Über ein Online-Depot
Viele Direktbanken, Neobroker und Fondsvermittler gewähren beim Kauf über das Internet einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, teilweise entfällt er ganz. Dafür gibt es keine persönliche Beratung. Je nach Anbieter können Ordergebühren anfallen. Die Konditionen vergleichst du im Depot-Vergleich.
Über die Börse
Viele Fonds werden auch an Börsen gehandelt. Dort zahlst du keinen Ausgabeaufschlag, aber die Ordergebühr deines Depots, gegebenenfalls Börsenentgelte und den Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei wenig gehandelten Fonds kann der Spread spürbar sein.
Direkt bei der Fondsgesellschaft
Manche Fondsgesellschaften führen eigene Depots, in denen du nur ihre Fonds kaufen kannst. Prüfe dort die Depotgebühren und ob ein Ausgabeaufschlag fällig wird.
Statt einer Einmalanlage kannst du bei vielen Anbietern auch einen Fondssparplan mit regelmäßigen Raten einrichten. Wie du mit Sparplänen langfristig Vermögen aufbaust und dein Geld aufteilst, liest du auf unserer Seite zu Sparplänen.
Basisinformationsblatt und Risikoklassen
Vor dem Kauf muss dir für jeden Fonds ein Basisinformationsblatt zur Verfügung gestellt werden. Auf wenigen Seiten beschreibt es nach einheitlichem Muster die Anlageziele, die Risiken, mögliche Wertentwicklungen in verschiedenen Marktszenarien, alle Kosten und die empfohlene Haltedauer. Weil alle Basisinformationsblätter gleich aufgebaut sind, kannst du Fonds damit gut vergleichen. Ausführlichere Angaben stehen im Verkaufsprospekt und im Jahresbericht.
Zentral ist der Gesamtrisikoindikator (SRI) auf einer Skala von 1 bis 7. Er fasst zusammen, wie stark der Fonds in der Vergangenheit geschwankt hat und wie hoch das Risiko von Zahlungsausfällen ist. Grob lässt sich die Skala so lesen:
| Risikoklasse | Bedeutung | typische Beispiele |
|---|---|---|
| 1 bis 2 | niedriges Risiko, geringe Schwankungen | Geldmarktfonds, Fonds mit kurzlaufenden Anleihen |
| 3 bis 4 | mittleres Risiko | viele Renten- und Mischfonds |
| 5 bis 7 | hohes Risiko, starke Schwankungen | Aktienfonds, Branchen-, Themen- und Schwellenländerfonds |
Eine niedrige Risikoklasse bedeutet nicht, dass keine Verluste möglich sind. Achte im Basisinformationsblatt außerdem auf die Angabe, wie stark die Kosten die Rendite bei der empfohlenen Haltedauer pro Jahr verringern.
Wie werden Fonds besteuert?
Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Verkaufsgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer. Je nach Fondsart ist über die Teilfreistellung ein Teil der Erträge steuerfrei – bei Aktienfonds 30 Prozent, bei Mischfonds 15 Prozent und bei Immobilienfonds 60 Prozent beziehungsweise 80 Prozent bei Schwerpunkt auf ausländischen Immobilien. Für thesaurierende Fonds wird jährlich eine Vorabpauschale angesetzt, die du mit dem Vorabpauschale-Rechner ermitteln kannst.
Worauf du bei der Fondsauswahl achten solltest
- Anlageziel und Anlagehorizont: Aktienfonds eignen sich eher für Geld, das du viele Jahre nicht brauchst. Für kürzere Zeiträume kommen schwankungsärmere Anlagen wie Tagesgeld oder Festgeld infrage.
- Risikoklasse: Der Gesamtrisikoindikator sollte zu deiner Risikobereitschaft passen.
- Streuung: Ein Fonds, der weltweit in viele Unternehmen investiert, schwankt in der Regel weniger als ein Fonds, der auf ein Land, eine Branche oder ein Thema setzt.
- Kosten: Vergleiche Ausgabeaufschlag, laufende Kosten und eine mögliche erfolgsabhängige Vergütung – und prüfe, ob du den Ausgabeaufschlag über ein Online-Depot oder die Börse sparen kannst.
- Wertentwicklung im Vergleich: Vergleiche einen aktiven Fonds über mehrere Jahre und verschiedene Marktphasen mit seinem Vergleichsindex. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für die Zukunft.
- Fondsmanagement: Prüfe, wie lange das aktuelle Management den Fonds bereits betreut.
- Fondsvolumen und Alter: Sehr kleine oder junge Fonds werden häufiger geschlossen oder mit anderen Fonds zusammengelegt.
Wer sich nicht selbst um die Auswahl kümmern möchte, kann einen Robo-Advisor nutzen, der ein fertiges Portfolio zusammenstellt – gegen eine zusätzliche Servicegebühr.
Vor- und Nachteile von Investmentfonds
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| breite Streuung schon mit kleinen Beträgen | Kursverluste möglich, bei Aktienfonds auch hohe |
| Schutz als Sondervermögen bei Pleite der Fondsgesellschaft | keine Einlagensicherung |
| professionelle Verwaltung, kein eigener Aufwand für Einzelwerte | Ausgabeaufschlag und laufende Kosten schmälern die Rendite |
| in der Regel börsentäglich handelbar | bei offenen Immobilienfonds Mindesthaltedauer und Kündigungsfrist |
| einheitliche Informationen im Basisinformationsblatt | aktive Fonds schlagen ihren Vergleichsindex nach Kosten oft nicht |
Häufige Fragen zu Fonds
Kann ich mit Fonds Geld verlieren?
Ja. Der Wert deiner Anteile hängt von den Kursen der Wertpapiere im Fonds ab und kann deutlich sinken. Der Schutz als Sondervermögen greift nur, wenn die Fondsgesellschaft pleitegeht, nicht bei Kursverlusten.
Was ist der Unterschied zwischen Ausgabepreis und Rücknahmepreis?
Der Rücknahmepreis entspricht dem Anteilswert, zu dem die Fondsgesellschaft Anteile zurücknimmt. Der Ausgabepreis ist der Rücknahmepreis zuzüglich Ausgabeaufschlag. Ohne Ausgabeaufschlag sind beide Preise gleich.
Was passiert, wenn ein Fonds geschlossen wird?
Die Fondsgesellschaft kann einen Fonds auflösen oder mit einem anderen Fonds zusammenlegen. Bei einer Auflösung erhältst du den Wert deiner Anteile ausgezahlt, bei einer Verschmelzung bekommst du Anteile am aufnehmenden Fonds. Über beides wirst du vorab informiert.
Was ist ein Dachfonds?
Ein Dachfonds investiert nicht direkt in Wertpapiere, sondern in andere Fonds. Das sorgt für eine sehr breite Streuung, allerdings fallen Kosten sowohl beim Dachfonds als auch bei den enthaltenen Zielfonds an.
Wie lange sollte ich Fondsanteile halten?
Das hängt von der Fondsart ab. Die empfohlene Haltedauer steht im Basisinformationsblatt. Bei Aktienfonds solltest du mit vielen Jahren planen, damit sich zwischenzeitliche Kursverluste wieder ausgleichen können – eine Garantie dafür gibt es nicht.
Keine Anlageberatung.
