Broker-Gebühren 2026: Was eine Order wirklich kostet
Aus welchen Bausteinen sich die Kosten einer Wertpapierorder zusammensetzen, wie Pauschal- und Prozentmodelle bei verschiedenen Ordergrößen abschneiden und wie du die gesetzliche Kosteninformation liest.
Übersicht
- Eine Order kann aus Provision, Fremdkostenpauschale, Börsenentgelt, Courtage, Spread und Währungsaufschlag bestehen.
- Pauschalen sind bei großen Orders günstig, Mindestentgelte machen kleine Orders teuer.
- Vor jeder Order und mindestens jährlich müssen dich Anbieter über alle Kosten informieren (§ 63 Abs. 7 WpHG).
- Bei langer Haltedauer zählen vor allem die laufenden Kosten, bei häufigem Handeln die Orderkosten.
Anbieter und Produkte im Vergleich
Trade Republic
- Depot: 0 €
- Order: 1 € („Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen, Trade Republic als Gegenpartei) oder 2 € („Direktpreis“ mit freier Wahl aus 30 Börsen, u. a. Xetra, Euronext, Nasdaq)
- Zins auf Guthaben: 2,50 % p. a.
- Besonderheiten: eigene MTF-Lizenz, Web Terminal ohne Zusatzkosten
Trade Republic bietet ein Depot für 0 € mit Orders für 1 € beim „Bestpreis“ oder 2 € mit freier Börsenwahl und 2,50 % Zins auf Guthaben.
Seit 02.07.2026 werden Orders beim „Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt (1 € je Trade); mit „Direktpreis“ wählt man für 2 € je Trade selbst eine von 30 Börsen, darunter Xetra, Euronext und Nasdaq. Die Preisseite des Anbieters ist nur per App/JavaScript abrufbar; die Ordergebühren stammen aus der Pressemitteilung der Trade Republic Bank GmbH vom 02.07.2026.
Scalable Capital
- Depot: 0 €; PRIME+ 4,99 € im Monat
- Order FREE: EIX 0,99 €, Kauf von PRIME-ETFs ab 250 € 0 €; gettex und Xetra 1,99 €
- Order PRIME+: EIX ab 250 € 0 €, darunter 0,99 €; gettex und Xetra 1,99 €
- Sparpläne: 0 €, ab 1 €
- Zinsen: Verrechnungskonto 0 %, separates Tagesgeld 2,60 % p. a. variabel (seit 01.09.2026)
- Krypto: nur über ETPs, Aufschlag 0,99 % (PRIME+ 0,69 %)
Scalable Capital bietet den Broker im Modell FREE ohne Grundgebühr und als PRIME+ für 4,99 € im Monat an; Sparpläne sind in beiden Modellen kostenlos, Zinsen gibt es nur über das separate Tagesgeld.
Gehandelt wird an der European Investor Exchange (EIX), gettex und Xetra. Im Angebot sind über 8.000 Aktien (4.500 als Sparplan), mehr als 2.700 ETFs und über 3.800 Fonds; ein Kinderdepot ist möglich. Die Kapitalertragsteuer wird automatisch abgeführt.
finvesto
- Orderkosten: 1,99 € je Fondstransaktion, bei ETFs zzgl. 0,20 % (Kauf bis 31.03.2027 ohne ETF-Entgelt)
- Depot: finvesto Depot 11,50 € pro Quartal (bis 99 Positionen), finvesto Depot basis 6 € pro Quartal (1 Position), unter 18 Jahren kostenlos; VL-Vertrag 12 € pro Jahr
- Fonds/ETF-Transaktion: 1,99 € online (8 € schriftlich), Fonds zzgl. Ausgabeaufschlag (derzeit 50 % Rabatt), ETFs zzgl. 0,20 % ETF-Transaktionsentgelt
- Sparplan: ab 1 Cent; Fondssparpläne ohne Transaktionsentgelt; ETF-Käufe bis 31.03.2027 ohne ETF-Transaktionsentgelt
- Wertpapierdepot (Aktien, Anleihen, Zertifikate): 3 € pro Quartal (entfällt mit finvesto Depot mit Bestand), Inland 5,95 € bis 2.000 €, 8,95 € bis 5.000 €, 15,95 € bis 10.000 €, darüber 21,95 €; USA 25 €, sonstiges Ausland 35 €; zzgl. Börsenentgelte; Aktiensparplan ab 25 €, 1,75 %
- Handelsplätze: über 60 Börsenplätze im Wertpapierdepot
- Depotübertrag: kostenlos
Das finvesto Depot der FNZ Bank ist ein Fondsdepot für über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs und kostet 11,50 € pro Quartal (finvesto Depot basis mit einer Position 6 € pro Quartal).
Je Kauf, Verkauf oder Umschichtung fallen online 1,99 € an, bei ETFs zusätzlich 0,20 % des Volumens; vom 01.10.2026 bis 31.03.2027 entfällt dieses ETF-Entgelt bei Käufen. Fonds gibt es derzeit mit 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (änderbar). Fondssparpläne sind ab 1 Cent möglich und vom Transaktionsentgelt befreit. Für Aktien und Anleihen gibt es das separate finvesto Wertpapierdepot (1 € im Monat, entfällt mit finvesto Depot mit Bestand; Order im Inland ab 5,95 €). Die FNZ Bank führt die Abgeltungsteuer ab.
Traders Place
- Depot: 0 € (Verwahrung Baader Bank)
- Order: gettex und Baader Trading ab 500 € 0 €, darunter 0,95 €; Tradegate 5 €; L&S Exchange 6 €; Xetra 2 € + 0,01 % (mind. 3 €)
- ETF-Sparplan: 0 € bei Premium-Partnern (Amundi, DWS, DJE, Xtrackers, iShares, Vanguard), sonst 0,50 €; ab 1 €
- Zins auf Guthaben: 2,00 % auf dem Zinskonto (5.000 € bis 1 Mio. €, Konditionen bis 31.12.2027), Verrechnungskonto 0 %
- Handelsplätze: mehr als 40
Traders Place bietet über 40 Handelsplätze, gettex-Orders ab 500 € für 0 € und 2,00 % Zins auf dem Zinskonto.
Das Depot wird bei der Baader Bank geführt und ist kostenlos. Sparpläne gibt es ab 1 €, bei Premium-Partnern ohne Gebühr. Neukunden erhalten 60 € in ETF-Anteilen, wenn sie innerhalb von 45 Tagen mindestens drei Trades über je 100 € ausführen. Die Kapitalertragsteuer behält die depotführende Bank ein.
DKB
- Depot: 0 € (Verwahrentgelt nur für Xetra Gold und ADRs)
- Order: 10 € bis 5.000 €, 15 € bis 20.000 €, darüber 30 €; Xetra/Parkett zzgl. 2,50 €; Tradegate, gettex, Quotrix und außerbörslich ohne Ausführungsentgelt
- ETF-Sparplan: 1,50 € pro Ausführung; über 500 Aktions-ETFs ohne Ausführungsentgelt
- ETF-Aktion: über 200 ETFs außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt
- Handelsplätze: 9 inländische Börsen, viele Auslandsbörsen, außerbörslicher Handel
Bei der DKB kosten Orders bis 5.000 € 10 €, an Tradegate, gettex und Quotrix fällt kein Ausführungsentgelt an.
Sparpläne auf ETFs, Aktien und Fonds kosten 1,50 € pro Ausführung, für über 500 Aktions-ETFs übernehmen Partner das Entgelt. Über 200 ETFs lassen sich außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt kaufen. Voraussetzung für das Depot ist ein DKB-Girokonto.
TARGOBANK Klassik-Depot
- Depot: 2,50 € im Monat, kostenlos mit Online-Postfach oder ab 50.000 € Geldeinlage
- Order online: Börse 0,25 %, mind. 8,90 €, max. 34,90 € zzgl. Börsenplatzentgelt (Xetra 2,00 €, Parkettbörsen 3,50 €) und fremder Kosten; Filiale 0,50 %, mind. 34,90 €
- ETF-/Aktiensparplan: ab 50 € bis 500 €, 2,5 %, mind. 1,50 €, max. 3,00 € je Ausführung über Xetra
- Fondssparplan: ab 25 € (ausgewählte Fonds), sonst 100 €, mit Ausgabeaufschlag
- Investmentfonds: bei vielen Fonds 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag im Online-Brokerage
- Handelsplätze: mehr als 20 Handelsplätze
- Wechselprämie: 0,75 % des Kurswerts (Klassik-Depot: nur Investmentfonds), max. 5.000 €, ab 7.000 € Übertrag, 1 Jahr Haltedauer
Das Klassik-Depot der TARGOBANK verbindet Online-Handel mit persönlicher Beratung in der Filiale und bietet beim Depotwechsel eine Prämie oder einen Tagesgeld-Aktionszins.
Persönliche Anlageberatung in der Filiale gibt es ab 50.000 € Gesamtguthaben. Die TARGOBANK führt die Abgeltungsteuer ab.
Postbank
- Orderkosten: ab 9,95 € (Inland bis 1.200 € Kurswert) zzgl. fremder Kosten
- Zins: 0,00 % auf dem Anlagekonto
- Depot: 0 € pro Quartal, Anlagekonto 0 €
- Order online Inland: 9,95 € bis 1.200 €, 17,95 € bis 2.600 €, 29,95 € bis 5.200 €, 39,95 € bis 12.500 €, 54,95 € bis 25.000 €, darüber 69,95 €; zzgl. fremder Kosten
- Order online Ausland: 32,95 € bis 79,95 €; Filiale/Telefon jeweils 13,00 € mehr
- ETF-Sparplan: über 550 ETFs, 0,00 € Transaktionsgebühr, 25 bis 1.000 € monatlich, zweimonatlich oder dreimonatlich
- Fonds (Festpreisgeschäft online): Ausgabeaufschlag Aktien-/Misch-/Immobilienfonds 1,50 %, Rentenfonds 1,00 %, geldmarktnahe Fonds 0 %
- Handelsplätze: deutsche Börsen, Auslandsbörsen und Direct Trade (werktags 7:30 bis 23:00 Uhr, auch am Wochenende)
- Zins Anlagekonto: 0,00 %, geduldete Überziehung 10,90 %
Das Postbank Wertpapierdepot kostet 0 €, eine Online-Order an inländischen Börsen kostet ab 9,95 € bis 1.200 € Kurswert.
Über 550 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard lassen sich bis auf Weiteres ohne Transaktionsgebühr ab 25 € besparen. Bis 31.12.2026 kosten Online-Käufe ab 1.200 € für über 1.800 ETFs dieser Anbieter 4,90 €. Das Anlagekonto als Verrechnungskonto ist kostenlos, aber derzeit unverzinst. Depotüberträge sind kostenfrei. Online-Eröffnung ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland und Referenz-Girokonto. Die Postbank führt die Abgeltungsteuer ab.
Jede Wertpapierorder setzt sich aus mehreren Kostenbausteinen zusammen. Manche stehen als eigene Zeile auf der Abrechnung, andere stecken unsichtbar im Ausführungskurs. Wer die Broker-Gebühren im Detail kennt, kann Preismodelle sinnvoll vergleichen und erkennt, welcher Anteil der Rendite durch Kosten verloren geht. Hier findest du alle Kostenarten einer Order, Rechenbeispiele für unterschiedliche Ordergrößen und eine Anleitung, wie du die gesetzlichen Kosteninformationen liest. Die aktuellen Preise einzelner Anbieter findest du in der Übersicht oben.
Die Bausteine einer Wertpapierorder
| Baustein | Wer ihn erhält | Wie er berechnet wird |
|---|---|---|
| Orderprovision | deine Bank oder dein Broker | Pauschale je Order oder Prozentsatz vom Ordervolumen, oft mit Mindest- und Höchstbetrag |
| Fremdkostenpauschale | Bank oder Broker, zur Deckung von Drittkosten | fester Aufschlag je Order, unabhängig von den tatsächlichen Drittkosten |
| Börsenplatzentgelt | Börse bzw. Handelsplatzbetreiber | je nach Börse fester Betrag, Prozentsatz oder Kombination |
| Maklercourtage | Skontroführer an der Präsenzbörse | meist ein kleiner Prozentsatz des Kurswerts, oft mit Mindestbetrag |
| Spread | Market Maker oder Handelspartner | Differenz zwischen Geld- und Briefkurs, im Kurs enthalten |
| Auslandsentgelt | Bank sowie ausländische Börse und Lagerstelle | zusätzliche Pauschale oder Prozentsatz für Orders an ausländischen Börsen |
| Währungsumrechnung | Bank oder Broker | Aufschlag auf den Devisenkurs oder eigenes Entgelt |
| Orderzusätze | Bank oder Broker | Entgelt für Änderung oder Streichung eines Limits, für bestimmte Ordertypen oder Teilausführungen |
Orderprovision: pauschal oder prozentual
Feste Pauschale je Auftrag
Beim Pauschalmodell zahlst du für jede Order denselben Betrag – egal ob du für 300 oder für 30.000 Euro kaufst. Für große Orders ist das sehr günstig, bei kleinen Beträgen fällt die Pauschale dagegen prozentual stark ins Gewicht.
Prozentsatz mit Mindest- und Höchstbetrag
Bei klassischen Preismodellen wird ein Prozentsatz vom Ordervolumen berechnet, häufig ergänzt um einen Grundbetrag. Ein Mindestentgelt sorgt dafür, dass auch kleine Orders einen festen Betrag kosten; ein Höchstbetrag deckelt die Kosten bei großen Orders. Für dich bedeutet das: Bis zum Erreichen des Mindestbetrags ist jede Order gleich teuer, danach steigen die Kosten mit dem Volumen.
Fremdkostenpauschale
Manche Anbieter berechnen zusätzlich zur Provision einen festen Betrag für Kosten Dritter. Diese Pauschale wird unabhängig davon fällig, welche Entgelte der Handelsplatz tatsächlich verlangt. Prüfe, ob sie bei allen Handelsplätzen anfällt oder nur bei bestimmten.
Handelsplatz: Börsenentgelt, Courtage und Direkthandel
Entgelte der Börse
Handelst du an einer Börse, verlangt diese ein Transaktionsentgelt, das deine Bank meist eins zu eins weitergibt. Die Höhe unterscheidet sich zwischen elektronischen Handelssystemen wie Xetra und den Regionalbörsen. Bei kleinen Orders kann dieses Entgelt einen spürbaren Anteil der Gesamtkosten ausmachen.
Courtage an Präsenzbörsen
An Regionalbörsen mit Skontroführern wird für die Vermittlung zusätzlich eine Maklercourtage fällig. Sie wird als Prozentsatz vom Kurswert berechnet und erscheint meist als eigene Zeile auf der Abrechnung.
Außerbörslicher Direkthandel
Im außerbörslichen Handel mit einem Market Maker fallen Börsenentgelt und Courtage in der Regel weg. Dafür trägst du den Spread, und je nach Anbieter kommt eine eigene Handelsplatzgebühr hinzu. Wie Geld- und Briefkurs zustande kommen und wann der Spread größer wird, erklärt unsere Seite zum Trading.
Sparplan, Auslandsbörse und Währung
Kosten der Sparplan-Ausführung
Sparpläne werden oft zu Sonderkonditionen ausgeführt: kostenfrei, als fester kleiner Betrag oder als Prozentsatz der Rate. Bei einer Rate von 50 Euro wäre ein Ausführungsentgelt von beispielsweise 1 Euro bereits 2 Prozent der Anlage – das muss erst einmal verdient werden. Achte außerdem darauf, ob bei der Ausführung ein Spread anfällt und zu welchem Kurs ausgeführt wird.
Orders an ausländischen Börsen
Kaufst du direkt an einer Börse im Ausland, kommen zur Provision häufig eine Auslandspauschale sowie Entgelte der ausländischen Börse und Lagerstelle hinzu. Viele internationale Aktien sind auch an deutschen Handelsplätzen in Euro handelbar; die Liquidität kann dort aber geringer sein.
Umrechnung in Fremdwährung
Wird in Fremdwährung abgerechnet, tauscht die Bank deine Euro zum eigenen Devisenkurs. Der Aufschlag auf den Referenzkurs ist eine Gebühr, auch wenn er nicht so heißt. Auch Dividenden in Fremdwährung werden umgerechnet. Aktuelle Wechselkurse kannst du mit dem Währungsrechner vergleichen.
Limit ändern, streichen, teilausführen
Nicht nur ausgeführte Orders kosten Geld. Manche Preisverzeichnisse sehen Entgelte für Orderzusätze vor:
- Limitänderung: Passt du das Limit einer offenen Order an, kann das als eigener Auftrag zählen.
- Streichung: Für das Löschen einer nicht ausgeführten Order berechnen einige Anbieter ein Entgelt.
- Verfall: Läuft eine limitierte Order ohne Ausführung ab, ist das meist kostenlos – prüfe es dennoch.
- Teilausführungen: Wird eine Order in mehreren Teilen ausgeführt, kann je nach Preisverzeichnis für jeden Teil ein Entgelt anfallen; manche Anbieter fassen Teilausführungen eines Tages zusammen.
- Spezielle Ordertypen: Stop- oder Trailing-Orders sind nicht überall gleich bepreist.
Rechenbeispiel: drei Ordergrößen im Vergleich
Das Beispiel vergleicht zwei frei gewählte Preismodelle mit runden Beispielwerten, die sich auf keinen bestimmten Anbieter beziehen: Modell 1 berechnet pauschal 5 Euro je Order, Modell 2 0,25 Prozent vom Ordervolumen, mindestens aber 8 Euro. Zusätzlich ist ein Spread von 0,1 Prozent je Transaktion angenommen, der bei beiden Modellen gleich ist.
| Ordervolumen | Modell 1: 5 € pauschal | Modell 2: 0,25 %, mind. 8 € | Spread 0,1 % (beide Modelle) |
|---|---|---|---|
| 500 € | 5,00 € = 1,0 % | 8,00 € = 1,6 % | 0,50 € |
| 2.000 € | 5,00 € = 0,25 % | 8,00 € = 0,4 % | 2,00 € |
| 10.000 € | 5,00 € = 0,05 % | 25,00 € = 0,25 % | 10,00 € |
Bei 500 Euro greift im Modell 2 das Mindestentgelt – die Order ist dort am teuersten im Verhältnis zum Betrag. Bei 10.000 Euro wirkt der Prozentsatz voll, das Pauschalmodell ist deutlich billiger. Gleichzeitig zeigt die letzte Spalte: Ab mittleren Ordergrößen kann der Spread ähnlich viel ausmachen wie die Provision. Kommen Börsenentgelte oder eine Fremdkostenpauschale hinzu, verschiebt sich das Bild weiter. Rechne deshalb immer mit allen Bausteinen für die Ordergröße, die du tatsächlich nutzt.
Kosteninformation vor und nach der Order
Nach § 63 Abs. 7 Wertpapierhandelsgesetz, das die europäische Finanzmarktrichtlinie MiFID II umsetzt, müssen Wertpapierdienstleister ihre Kunden rechtzeitig über alle Kosten und Nebenkosten informieren. Die Kosten sind zusammengefasst so darzustellen, dass du die Gesamtkosten und ihre kumulative Wirkung auf die Rendite verstehst. Auf Verlangen bekommst du eine Aufstellung nach Einzelposten.
Vor dem Auftrag: die Ex-ante-Information
Vor jeder Order zeigt dir dein Anbieter eine Kostenvorschau. Sie nennt typischerweise die Dienstleistungskosten (Provision, Fremdkosten), die Produktkosten (bei Fonds etwa die laufenden Kosten) und eventuelle Zuwendungen, die der Anbieter von Dritten erhält. Häufig ist auch eine Renditeminderung über eine angenommene Haltedauer angegeben. Diese Zahl hilft beim Vergleich: Sie zeigt, um wie viel die Kosten deine Rendite pro Jahr schmälern.
Im Nachhinein: der jährliche Ex-post-Ausweis
Mindestens einmal im Jahr erhältst du eine Übersicht über die tatsächlich angefallenen Kosten. Vergleiche sie mit deinen Erwartungen: Sind die Dienstleistungskosten höher als gedacht, handelst du womöglich öfter als nötig oder nutzt teure Handelsplätze. Sind die Produktkosten hoch, lohnt ein Blick auf die laufenden Kosten deiner Fonds. Spreads werden darin nicht immer vollständig sichtbar.
Gesamtkostenquote über die Haltedauer
Einmalige Orderkosten verlieren an Gewicht, je länger du eine Anlage hältst. Laufende Kosten wirken dagegen jedes Jahr aufs Neue. Ein vereinfachtes Beispiel mit runden Werten und ohne Wertentwicklung: Du kaufst für 10.000 Euro einen ETF mit laufenden Kosten von 0,2 Prozent pro Jahr und verkaufst ihn nach zehn Jahren wieder.
- Provision für Kauf und Verkauf nach Modell 1: 10 Euro
- Spread von je 0,1 Prozent beim Kauf und Verkauf: 20 Euro
- laufende Fondskosten über zehn Jahre: rund 200 Euro
Zusammen sind das etwa 230 Euro oder rund 0,23 Prozent pro Jahr – davon entfällt der weitaus größte Teil auf die laufenden Kosten. Ganz anders sieht es aus, wenn du dieselben 10.000 Euro einmal im Monat komplett umschichtest: Dann fallen pro Jahr 12 Käufe und 12 Verkäufe an, also allein 120 Euro Provision und 240 Euro Spread. Das entspricht 3,6 Prozent pro Jahr, die erst durch Kursgewinne wieder hereingeholt werden müssen. Wie sich Kosten über lange Zeiträume aufsummieren, kannst du mit dem Zinseszinsrechner nachvollziehen, indem du die Rendite um die Kostenquote verringerst.
Welche Gebühren ein Depot ohne Grundgebühr trotzdem verursachen kann, liest du auf der Seite zum kostenlosen Depot.
Häufige Fragen zu Broker-Gebühren
Welche Gebühren stehen nicht auf der Abrechnung?
Der Spread und der Aufschlag beim Währungstausch sind im Kurs enthalten und erscheinen meist nicht als eigene Zeile. Auch die laufenden Fondskosten werden direkt aus dem Fondsvermögen bezahlt. In der Kosteninformation sollten sie dennoch auftauchen.
Ist eine niedrige Pauschale immer günstiger als ein Prozentmodell?
Nicht zwingend. Bei kleinen Orders oder Sparplänen können Pauschalen prozentual teuer sein, und ein günstiger Preis nützt wenig, wenn der Spread am Handelsplatz groß ist. Vergleiche die Gesamtkosten für deine typische Ordergröße.
Kann ich Ordergebühren steuerlich geltend machen?
Anschaffungs- und Veräußerungskosten mindern den steuerpflichtigen Gewinn bei einem Verkauf, deine Bank berücksichtigt sie bei der Berechnung der Abgeltungsteuer. Darüber hinaus sind Werbungskosten bei Kapitalerträgen durch den Sparer-Pauschbetrag abgegolten. Mehr dazu auf der Seite zur Abgeltungsteuer.
Wo finde ich alle Gebühren meines Anbieters?
Verbindlich ist das Preis- und Leistungsverzeichnis. Dort sind Provisionen, Fremdkosten, Handelsplatzentgelte und Sonderentgelte aufgeführt. Die Kostenvorschau vor einer Order zeigt dir zusätzlich die konkreten Kosten für genau diesen Auftrag.
Was bedeutet die Renditeminderung in der Kosteninformation?
Sie rechnet alle erwarteten Kosten auf eine jährliche Größe um und zeigt, um wie viele Prozentpunkte deine Rendite dadurch geringer ausfällt. Je kürzer die angenommene Haltedauer, desto stärker wiegen einmalige Kosten.
Keine Anlageberatung.
