Steuerklasse 1

Die Lohnsteuerklasse 1 (I) gilt für alleinstehende Steuerpflichtige ohne Kinder mit einem Monatseinkommen über 520 Euro. Sie gilt für ledige, getrennt lebende, geschiedene oder verwitwete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Zur Berechnung der Steuern in Klasse 1 werden die Sozialversicherungsbeiträge, Abzüge und Freibeträge, sowie die Einkommensteuertabelle herangezogen.

Die Lohnsteuerklasse 1 (I) gilt in Deutschland für alle alleinstehenden Steuerpflichtigen. Darunter fallen alle kinderlosen und nicht in einer Partnerschaft lebenden, ledigen, verwitweten oder geschiedenen Personen. Auch verheiratete Paare mit getrennten Haushalten befinden sich in Steuerklasse 1. Verheiratete sind dann ebenfalls in Klasse 1 gemeldet, wenn der Ehepartner nicht in der EU ansäßig ist. Sofern das monatliche Einkommen die Grenze von 520 Euro übersteigt, sind sie steuerpflichtig und sozialversicherungsbeitragspflichtig.

Im Falle einer Trennung bzw. Scheidung, muss eine selbstständige Meldung in Steuerklasse 1 ab dem Zeitpunkt erfolgen, ab dem getrennte Wohnungen bzw. Haushalte vorhanden sind. Witwen und Witwer werden automatisch ab dem zweiten Jahr nach dem Tod des Ehepartners in dieser Lohnsteuerklasse gemeldet.

Informationen über alle Lohnsteuerklassen in Deutschland findet man hier auf Finanz.de.

Hinweis
Mit dem Brutto-Netto-Rechner können die Höhe der Sozialversicherungsbeiträge, sowie die Einkommensteuer und das Nettoeinkommen berechnet werden.

Die geltende Steuerklasse findet man als Arbeitnehmer u.a. in der Lohnsteuerbescheinigung.

Steuern und Sozialversicherung

Die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge sind für alle Lohnsteuerklassen gleich, varrieren jedoch je Klasse in ihrer Höhe. Die Sozialversicherungsbeiträge unterliegen einer monatlichen Beitragsbemessungsgrenze.

Folgende Steuern und Beiträge fallen für Steuerpflichtige in Klasse I an:

  • Gesetzliche Krankenversicherung: 7,3 Prozent bis zu einem maximalen Betrag von 5.812,50 Euro (2026). Zusatzbeiträge sind je Krankenkasse möglich. Gesamt beträgt sie 14,6 Prozent, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen jeweils die Hälfte. Der Zusatzbeitragssatz wird auf durchschnittlich 2,7 Prozent ab 2026 erhöht.
  • Pflegeversicherung: 3,6 Prozent (2026), davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils 1,8 Prozent – bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro im Monat (2026). Kinderlose ab 23 Jahren zahlen zusätzlich einen Zuschlag von 0,6 Prozent allein. Ab dem zweiten Kind unter 25 Jahren sinkt der Arbeitnehmeranteil um 0,25 Prozentpunkte je Kind (höchstens um 1 Prozentpunkt). In Sachsen ist der Arbeitnehmeranteil höher.
  • Rentenversicherung: 9,3 Prozent bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze von 8.450 Euro (2026). Gesamt beträgt sie 18,6 Prozent, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen jeweils die Hälfte.
  • Arbeitslosenversicherung: 1,3 Prozent bis zu einem maximalen Betrag von 8.450 Euro (2026). Gesamt beträgt sie 2,6 Prozent, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen jeweils die Hälfte.
  • Solidaritätszuschlag: 5,5 Prozent Soli für die Einkünfte über einer Einkommensteuer von 20.350 Euro (2026) Euro pro Jahr inklusive Minderungszone (11,9 Prozent der Einkommensteuer über der Freigrenze).
  • Kirchensteuer: 8 Prozent (in Baden-Württemberg und Bayern) bzw. 9 Prozent der Einkommensteuer in anderen Bundesländern, sofern eine Kirchenmitgliedschaft vorliegt.

Für PraktikantInnen, Minijobber und StudentInnen gelten anderen Regelungen der Sozialversicherungsbeiträge in Deutschland.

Lohnsteuer

Für zu versteuernde Jahreseinkommen unter der Grenze des Grundfreibetrages von 12.348 Euro (2026) fallen keine Lohn- und Einkommensteuer an. Das zu versteuernde Einkommen wird anhand des Bruttoeinkommens abzüglich der Sozialversicherungsbeiträge errechnet. Der Grundfreibetrag wurde ab Januar 2026 auf 12.348 Euro für das gesamte Kalenderjahr erhöht.

Liegt das zu versteuernde Einkommen zwischen 12.348 und 17.799 Euro (2026), so gilt ein progressiver Steuersatz von 14 bis 24 Prozent für den Betrag über des Grundfreibetrages. Bei Einkommen zwischen 17.799 und 69.878 Euro (2026) gilt ein progressiver Satz von 24 bis 42 Prozent für den Betrag über dieser Grenze.

Liegt das zu versteuernde Jahreseinkommen zwischen 69.878 und 277.825 Euro (2026), fällt auf den Betrag über 69.878 Euro eine Steuer von 42 Prozent an. Auf zu versteuernde Einkommen über 277.826 Euro gilt der Spitzensteuersatz von 45 Prozent.

Einkommensteuertabelle 2026

Einkommen (2026) * Steuersatz (2026) Einkommen (2027) ** Steuersatz (2027) **
bis 12.348 Euro 0% bis 12.564 Euro 0%
bis 17.799 Euro 14 - 24% bis 17.799 Euro 14 - 24%
bis 69.878 Euro 24 - 42% bis 70.600 Euro 24 - 42%
bis 277.825 Euro 42% bis 249.999 Euro 42%
ab 277.826 Euro 45% bis 279.999 Euro 45%
– – ab 280.000 Euro 47%
* Das Einkommen betrifft das zu versteuernde Jahreseinkommen (Brutto abzgl. Sozialversicherung).
** Die Werte für 2027 beruhen auf dem Regierungsentwurf vom 2. September 2026 und sind noch nicht beschlossen. Grund- und Kinderfreibetrag gelten dabei als vorläufig (abhängig vom Existenzminimumbericht im Herbst 2026). Neu ab 2027 ist eine zweite Reichensteuerstufe von 47%.

Alle Details und Informationen zur Einkommensteuertabelle findet man hier auf Finanz.de.

Freibeträge und Abzüge

Steuerpflichtige in Lohnsteuerklasse 1 können Freibeträge und Abzüge geltend machen. Dabei kommen folgende Freibeträge automatisch zum Abzug:

  • Grundfreibetrag: 12.348 Euro (2026)
  • Sonderausgabenpauschbetrag: 36 Euro
  • Werbungskostenpauschale: 1.230 Euro
  • Befreiung vom Solidaritätszuschlag: bis 20.350 Euro (2026)

Weitere Ausgaben und Abzüge können im Rahmen der Steuererklärung ebenfalls berücksichtigt werden. Übersteigen die Werbungskosten die Grenze der Pauschale, so sind diese mit Belegen nachzuweisen. Bis zur Grenze der Werbungskostenpauschale können Steuerpflichtige diese ohne Belege abschreiben. Die Höhe der Vorsorgepauschale ist abhängig vom Bruttoverdienst. Die Freibeträge und Pauschalen werden in Deutschland jährlich erhöht.

Folgende Sozialversicherungsbeiträge fallen unter die Abzüge vom Bruttoeinkommen in Steuerklasse 1:

Sozialversicherungsbeiträge 2026 und 2027

Beitrag 2026 2027 **
Krankenversicherung 14,60% (je 7,30%*) 14,60% (je 7,30%*)
Zuschlag
zur Krankenversicherung
2,90% 2,90%
Pflegeversicherung 3,60% (je 1,80%*) 3,60% (je 1,80%*)
Beitragszuschlag
zur Pflegeversicherung
0,60% 0,60%
Rentenversicherung 18,60% (je 9,30%*) 18,60% (je 9,30%*)
Arbeitslosenversicherung 2,60% (je 1,30%*) 2,60% (je 1,30%*)
* Die Beträge werden je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern eingezahlt.

Beitragsbemessungsgrenze 2026 und 2027

Beitragsbemessungsgrenze 2026 2027 **
Renten- und Arbeitslosenversicherung
bundeseinheitlich
8.450,00 Euro 8.850,00 Euro
Kranken- und Pflegeversicherung 5.812,50 Euro 6.375,00 Euro
** Die Werte für 2027 beruhen auf dem Referentenentwurf zur Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2027 und sind noch nicht endgültig beschlossen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung wird für 2027 erst im Herbst 2026 festgelegt.

Abschreibungen und Werbungskosten

Folgende Werbungskosten können im Rahmen der Steuererklärung rückwirkend für das vorhergehende Jahr in der Steuerklasse 1 abgeschrieben werden:

  • Arbeitskleidung
  • Arbeitszimmer bzw. Büro
  • Home-Office-Pauschale
  • Arbeitsmittel
  • Werkzeuge
  • Reisekosten
  • Fortbildungs- und Seminarkosten
  • Pendlerpauschale
  • Dienstwege
  • KFZ-Steuer
  • Gewerkschaftsbeiträge
  • Private Altersvorsorge
  • Berufsunfähigkeitsvorsorge

Unterschiede zu anderen Steuerklassen

Der Unterschied zwischen der Steuerklasse 1 (I) und anderen Klassen ist, dass diese auf Alleinstehende bzw. kinderlose Steuerpflichtige zugeschnitten wurde. Es gibt daher keine Freibeträge oder Entlastungsbeträge für Familien oder Kinder. Liegt ein anderer Familienstand vor (Partnerschaft, verheiratet, Kinder), so kann eine andere Steuerklasse von Vorteil sein, sofern man nicht ohnehin automatisch dieser zugeordnet wird.

Ein Wechsel der Steuerklasse ist via Elster oder Formular beim Finanzamt möglich. Alle Details findet man hier auf Finanz.de.

Häufige Fragen und Antworten

Hier findet man die häufigseten Fragen und Antworten zu diesem Thema:

Welche Freibeträge können geltend gemacht werden?

In der Lohnsteuerklasse 1 können unter anderem die Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen und Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Für wen ist die Steuerklasse 1 geeignet?

Die Lohnsteuerklasse 1 ist für alleinstehende Steuerpflichtige ohne Kinder gedacht, die mehr als die Minijob-Grenze (2026: 603 Euro im Monat) verdienen.

Welche Abzüge gibt es in Steuerklasse 1?

In Steuerklasse 1 (I) werden vom Bruttoeinkommen, wie bei allen Steuerklassen, der Solidaritätszuschlag, die Kirchensteuer, die Sozialversicherungsbeiträge und die Einkommensteuer abgezogen.

Stand: 02.10.2026, um 23:19 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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