Kostenloses Depot 2026: Welche Kosten trotzdem anfallen

Ein kostenloses Depot spart meist nur die Depotführungsgebühr. Hier erfährst du, welche Kosten trotzdem anfallen können und an welche Bedingungen die Gebührenfreiheit geknüpft ist.

Übersicht

  • „Kostenlos“ bezieht sich beim Depot meist nur auf die Depotführungsgebühr.
  • Orderentgelte, Handelsplatzentgelte, Spreads und Währungsaufschläge können trotzdem anfallen.
  • Die Gebührenfreiheit ist oft an Bedingungen wie Aktivität, Alter oder Online-Postfach geknüpft.
  • Seit Juli 2026 ist Payment for Order Flow verboten – Anbieter finanzieren sich stärker über Gebühren, Spreads, Zinsmargen und Abos.

Anbieter und Produkte im Vergleich

Trade Republic

Trade Republic
1 € (Bestpreis), 2 € mit freier Börsenwahl
pro Order
Sparpläne ab 1 € kostenlos, mehr als 2.000 ETFs
2,50 % Zinsen auf Guthaben
steuereinfach
Bonus
1 % Saveback: Von Zahlungen mit der Trade-Republic-Karte fließen 1 % (bis 15 € im Monat) in deinen Sparplan – Voraussetzung sind mindestens 50 € Sparplan im Monat.
  • Depot: 0 €
  • Order: 1 € („Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen, Trade Republic als Gegenpartei) oder 2 € („Direktpreis“ mit freier Wahl aus 30 Börsen, u. a. Xetra, Euronext, Nasdaq)
  • Zins auf Guthaben: 2,50 % p. a.
  • Besonderheiten: eigene MTF-Lizenz, Web Terminal ohne Zusatzkosten
Depot und Konto bei der Trade Republic Bank GmbH (deutsche Bank); Guthaben teils in Geldmarktfonds

Trade Republic bietet ein Depot für 0 € mit Orders für 1 € beim „Bestpreis“ oder 2 € mit freier Börsenwahl und 2,50 % Zins auf Guthaben.

Seit 02.07.2026 werden Orders beim „Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt (1 € je Trade); mit „Direktpreis“ wählt man für 2 € je Trade selbst eine von 30 Börsen, darunter Xetra, Euronext und Nasdaq. Die Preisseite des Anbieters ist nur per App/JavaScript abrufbar; die Ordergebühren stammen aus der Pressemitteilung der Trade Republic Bank GmbH vom 02.07.2026.

Scalable Capital

Scalable Capital
0,99 € (EIX), 1,99 € (gettex, Xetra)
pro Order
Sparpläne ab 1 € kostenlos, 2,60 % Zinsen im separaten Tagesgeld, mehr als 2.700 ETFs
steuereinfach
Bonus
PRIME-ETFs ab 250 € ohne Ordergebühr (Kauf an der European Investor Exchange, auch im kostenlosen FREE Broker).
  • Depot: 0 €; PRIME+ 4,99 € im Monat
  • Order FREE: EIX 0,99 €, Kauf von PRIME-ETFs ab 250 € 0 €; gettex und Xetra 1,99 €
  • Order PRIME+: EIX ab 250 € 0 €, darunter 0,99 €; gettex und Xetra 1,99 €
  • Sparpläne: 0 €, ab 1 €
  • Zinsen: Verrechnungskonto 0 %, separates Tagesgeld 2,60 % p. a. variabel (seit 01.09.2026)
  • Krypto: nur über ETPs, Aufschlag 0,99 % (PRIME+ 0,69 %)
Scalable Capital Bank GmbH, München (Kreditinstitut mit BaFin-Erlaubnis); Guthaben verteilt auf Scalable, Partnerbanken (gesetzliche Einlagensicherung je 100.000 €) und – ohne PRIME+ – qualifizierte Geldmarktfonds; PRIME+ bis 5 x 100.000 € Einlagensicherung

Scalable Capital bietet den Broker im Modell FREE ohne Grundgebühr und als PRIME+ für 4,99 € im Monat an; Sparpläne sind in beiden Modellen kostenlos, Zinsen gibt es nur über das separate Tagesgeld.

Gehandelt wird an der European Investor Exchange (EIX), gettex und Xetra. Im Angebot sind über 8.000 Aktien (4.500 als Sparplan), mehr als 2.700 ETFs und über 3.800 Fonds; ein Kinderdepot ist möglich. Die Kapitalertragsteuer wird automatisch abgeführt.

DKB

DKB
ab 10 €
pro Order
an Tradegate, gettex und Quotrix kein Ausführungsentgelt, über 500 ETF-Sparpläne in der Aktion ohne Ausführungsentgelt
steuereinfach
  • Depot: 0 € (Verwahrentgelt nur für Xetra Gold und ADRs)
  • Order: 10 € bis 5.000 €, 15 € bis 20.000 €, darüber 30 €; Xetra/Parkett zzgl. 2,50 €; Tradegate, gettex, Quotrix und außerbörslich ohne Ausführungsentgelt
  • ETF-Sparplan: 1,50 € pro Ausführung; über 500 Aktions-ETFs ohne Ausführungsentgelt
  • ETF-Aktion: über 200 ETFs außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt
  • Handelsplätze: 9 inländische Börsen, viele Auslandsbörsen, außerbörslicher Handel
Deutsche Kreditbank AG: gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €; zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (ESF)

Bei der DKB kosten Orders bis 5.000 € 10 €, an Tradegate, gettex und Quotrix fällt kein Ausführungsentgelt an.

Sparpläne auf ETFs, Aktien und Fonds kosten 1,50 € pro Ausführung, für über 500 Aktions-ETFs übernehmen Partner das Entgelt. Über 200 ETFs lassen sich außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt kaufen. Voraussetzung für das Depot ist ein DKB-Girokonto.

Traders Place

Traders Place
0 € ab 500 € (gettex), darunter 0,95 €
pro Order
über 40 Handelsplätze, rund 10.800 Sparpläne ab 1 €
2,00 % (Zinskonto bis 1 Mio. €, ab 5.000 €), Verrechnungskonto 0 % Zinsen auf Guthaben
steuereinfach
Aktion
Neukunden: 60 € in ETF-Anteilen (Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap) bei mindestens 3 Trades über je 100 € innerhalb von 45 Tagen nach Depoteröffnung
  • Depot: 0 € (Verwahrung Baader Bank)
  • Order: gettex und Baader Trading ab 500 € 0 €, darunter 0,95 €; Tradegate 5 €; L&S Exchange 6 €; Xetra 2 € + 0,01 % (mind. 3 €)
  • ETF-Sparplan: 0 € bei Premium-Partnern (Amundi, DWS, DJE, Xtrackers, iShares, Vanguard), sonst 0,50 €; ab 1 €
  • Zins auf Guthaben: 2,00 % auf dem Zinskonto (5.000 € bis 1 Mio. €, Konditionen bis 31.12.2027), Verrechnungskonto 0 %
  • Handelsplätze: mehr als 40
Depot und Verrechnungskonto bei der Baader Bank AG; Zinskonto mit gesetzlicher Einlagensicherung

Traders Place bietet über 40 Handelsplätze, gettex-Orders ab 500 € für 0 € und 2,00 % Zins auf dem Zinskonto.

Das Depot wird bei der Baader Bank geführt und ist kostenlos. Sparpläne gibt es ab 1 €, bei Premium-Partnern ohne Gebühr. Neukunden erhalten 60 € in ETF-Anteilen, wenn sie innerhalb von 45 Tagen mindestens drei Trades über je 100 € ausführen. Die Kapitalertragsteuer behält die depotführende Bank ein.

finvesto

finvesto
1,99 €
pro Order
Über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs, Sparpläne ab 1 Cent, 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, Depot für Minderjährige ohne Depotentgelt
steuereinfach
Aktion
ETF-Aktion für Neu- und Bestandskunden: 01.10.2026 bis 31.03.2027 alle ETF-Käufe (Einmalanlage und Sparplan) ohne ETF-Transaktionsentgelt von regulär 0,20 %
  • Orderkosten: 1,99 € je Fondstransaktion, bei ETFs zzgl. 0,20 % (Kauf bis 31.03.2027 ohne ETF-Entgelt)
  • Depot: finvesto Depot 11,50 € pro Quartal (bis 99 Positionen), finvesto Depot basis 6 € pro Quartal (1 Position), unter 18 Jahren kostenlos; VL-Vertrag 12 € pro Jahr
  • Fonds/ETF-Transaktion: 1,99 € online (8 € schriftlich), Fonds zzgl. Ausgabeaufschlag (derzeit 50 % Rabatt), ETFs zzgl. 0,20 % ETF-Transaktionsentgelt
  • Sparplan: ab 1 Cent; Fondssparpläne ohne Transaktionsentgelt; ETF-Käufe bis 31.03.2027 ohne ETF-Transaktionsentgelt
  • Wertpapierdepot (Aktien, Anleihen, Zertifikate): 3 € pro Quartal (entfällt mit finvesto Depot mit Bestand), Inland 5,95 € bis 2.000 €, 8,95 € bis 5.000 €, 15,95 € bis 10.000 €, darüber 21,95 €; USA 25 €, sonstiges Ausland 35 €; zzgl. Börsenentgelte; Aktiensparplan ab 25 €, 1,75 %
  • Handelsplätze: über 60 Börsenplätze im Wertpapierdepot
  • Depotübertrag: kostenlos
FNZ Bank SE (Marke finvesto): Pflichtmitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (Einlagen bis 100.000 €, Wertpapiergeschäfte 90 %, max. 20.000 €) und Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Das finvesto Depot der FNZ Bank ist ein Fondsdepot für über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs und kostet 11,50 € pro Quartal (finvesto Depot basis mit einer Position 6 € pro Quartal).

Je Kauf, Verkauf oder Umschichtung fallen online 1,99 € an, bei ETFs zusätzlich 0,20 % des Volumens; vom 01.10.2026 bis 31.03.2027 entfällt dieses ETF-Entgelt bei Käufen. Fonds gibt es derzeit mit 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (änderbar). Fondssparpläne sind ab 1 Cent möglich und vom Transaktionsentgelt befreit. Für Aktien und Anleihen gibt es das separate finvesto Wertpapierdepot (1 € im Monat, entfällt mit finvesto Depot mit Bestand; Order im Inland ab 5,95 €). Die FNZ Bank führt die Abgeltungsteuer ab.

TARGOBANK Klassik-Depot

TARGOBANK Klassik-Depot
ab 8,90 €
pro Order
Depotwechselprämie bis 5.000 € oder 2,80 % Tagesgeld für 12 Monate, persönliche Beratung in der Filiale möglich
steuereinfach
Aktion
Depotwechsel ab 7.000 €: Prämie 0,75 % des Kurswerts (beim Klassik-Depot nur auf Investmentfonds), max. 5.000 €, alternativ 2,80 % Tagesgeld für 12 Monate (nicht kombinierbar)
  • Depot: 2,50 € im Monat, kostenlos mit Online-Postfach oder ab 50.000 € Geldeinlage
  • Order online: Börse 0,25 %, mind. 8,90 €, max. 34,90 € zzgl. Börsenplatzentgelt (Xetra 2,00 €, Parkettbörsen 3,50 €) und fremder Kosten; Filiale 0,50 %, mind. 34,90 €
  • ETF-/Aktiensparplan: ab 50 € bis 500 €, 2,5 %, mind. 1,50 €, max. 3,00 € je Ausführung über Xetra
  • Fondssparplan: ab 25 € (ausgewählte Fonds), sonst 100 €, mit Ausgabeaufschlag
  • Investmentfonds: bei vielen Fonds 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag im Online-Brokerage
  • Handelsplätze: mehr als 20 Handelsplätze
  • Wechselprämie: 0,75 % des Kurswerts (Klassik-Depot: nur Investmentfonds), max. 5.000 €, ab 7.000 € Übertrag, 1 Jahr Haltedauer
Depot bei der TARGOBANK AG (Crédit Mutuel Bankengruppe); Guthaben: gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde, zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Das Klassik-Depot der TARGOBANK verbindet Online-Handel mit persönlicher Beratung in der Filiale und bietet beim Depotwechsel eine Prämie oder einen Tagesgeld-Aktionszins.

Persönliche Anlageberatung in der Filiale gibt es ab 50.000 € Gesamtguthaben. Die TARGOBANK führt die Abgeltungsteuer ab.

Postbank

Postbank
ab 9,95 €
pro Order
Depot und Anlagekonto 0 €, über 550 ETF-Sparpläne ohne Transaktionsgebühr ab 25 €, Filialberatung möglich
steuereinfach
Aktion
ETF-Aktion bis 31.12.2026: 4,90 € je Online-Kauforder ab 1.200 € für über 1.800 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard (ohne gehebelte/Short-ETFs), zzgl. Börsenentgelte
  • Orderkosten: ab 9,95 € (Inland bis 1.200 € Kurswert) zzgl. fremder Kosten
  • Zins: 0,00 % auf dem Anlagekonto
  • Depot: 0 € pro Quartal, Anlagekonto 0 €
  • Order online Inland: 9,95 € bis 1.200 €, 17,95 € bis 2.600 €, 29,95 € bis 5.200 €, 39,95 € bis 12.500 €, 54,95 € bis 25.000 €, darüber 69,95 €; zzgl. fremder Kosten
  • Order online Ausland: 32,95 € bis 79,95 €; Filiale/Telefon jeweils 13,00 € mehr
  • ETF-Sparplan: über 550 ETFs, 0,00 € Transaktionsgebühr, 25 bis 1.000 € monatlich, zweimonatlich oder dreimonatlich
  • Fonds (Festpreisgeschäft online): Ausgabeaufschlag Aktien-/Misch-/Immobilienfonds 1,50 %, Rentenfonds 1,00 %, geldmarktnahe Fonds 0 %
  • Handelsplätze: deutsche Börsen, Auslandsbörsen und Direct Trade (werktags 7:30 bis 23:00 Uhr, auch am Wochenende)
  • Zins Anlagekonto: 0,00 %, geduldete Überziehung 10,90 %
Deutsche Bank AG (Marke Postbank): gesetzliche Einlagensicherung Deutschland (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken) bis 100.000 € pro Einleger; darüber hinaus Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken; Depot bei der Postbank – eine Niederlassung der Deutsche Bank AG

Das Postbank Wertpapierdepot kostet 0 €, eine Online-Order an inländischen Börsen kostet ab 9,95 € bis 1.200 € Kurswert.

Über 550 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard lassen sich bis auf Weiteres ohne Transaktionsgebühr ab 25 € besparen. Bis 31.12.2026 kosten Online-Käufe ab 1.200 € für über 1.800 ETFs dieser Anbieter 4,90 €. Das Anlagekonto als Verrechnungskonto ist kostenlos, aber derzeit unverzinst. Depotüberträge sind kostenfrei. Online-Eröffnung ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland und Referenz-Girokonto. Die Postbank führt die Abgeltungsteuer ab.

Auswahl und Reihenfolge der Anbieter legt die Redaktion fest; dabei fließen auch Kooperationen und Werbepartnerschaften ein. Die Übersicht ist kein vollständiger Marktvergleich. Konditionen laut Anbieter, Stand: 06.10.2026, ohne Gewähr. Für Abschlüsse über „zum Angebot“ erhalten wir gegebenenfalls eine Provision – am Preis ändert sich für dich nichts.

Ein kostenloses Depot verspricht, dass du für die Verwahrung deiner Wertpapiere nichts bezahlst. Gemeint ist damit fast immer nur ein einziger Posten: die Depotführungsgebühr. Kaufst oder verkaufst du Aktien, Fonds oder ETFs, können trotzdem Kosten entstehen – manche offen ausgewiesen, andere im Kurs versteckt. Hier erfährst du, was hinter dem Etikett „kostenlos“ steckt, an welche Bedingungen die Gebührenfreiheit geknüpft sein kann und wie Anbieter ohne Depotgebühr Geld verdienen. Aktuelle Angebote findest du in der Übersicht oben.

Was „kostenlos“ beim Depot genau heißt

Für die reine Verwahrung deiner Wertpapiere berechnen viele Banken und Broker heute keinen festen Jahresbetrag mehr. Das Wort „kostenlos“ bezieht sich deshalb in aller Regel nur auf diese laufende Gebühr für das Depotkonto. Es sagt nichts darüber aus, was eine einzelne Order kostet, ob ein Sparplan Geld kostet oder wie viel du beim Tausch in eine Fremdwährung zahlst.

Ein Depot ohne Grundgebühr kann für dich trotzdem teuer werden, wenn du häufig handelst, an ausländischen Börsen kaufst oder Produkte mit hohen laufenden Kosten im Bestand hast. Umgekehrt kann ein Depot mit kleiner Jahresgebühr unterm Strich günstiger sein, wenn dafür die Orders deutlich weniger kosten. Entscheidend ist daher nicht das Etikett, sondern die Summe aller Kosten, die bei deinem persönlichen Anlageverhalten anfallen.

Diese Kosten können trotz Gratis-Depot entstehen

Die folgende Übersicht zeigt, welche Posten du im Preis- und Leistungsverzeichnis prüfen solltest. Die genaue Berechnung der einzelnen Ordergebühren erklärt unsere Seite zu den Broker-Gebühren.

KostenpostenWann er anfälltDarauf solltest du achten
Orderentgeltbei jedem Kauf und Verkauffester Betrag oder Prozentsatz, oft mit Mindestbetrag
Handelsplatzentgeltbeim Handel an einer Börsewird häufig zusätzlich zum Orderentgelt berechnet
Spreadbei jedem Handel, im Kurs enthaltentaucht in keiner Gebührenzeile auf, wirkt aber wie eine Gebühr
Fremdwährungbei Käufen und Verkäufen in Dollar, Franken und Co.Aufschlag auf den Devisenkurs oder eigenes Entgelt
Sparplan-Ausführungbei jeder Rategilt die Kostenfreiheit für alle Fonds oder nur für ausgewählte?
Übertrag ins Auslandwenn du Wertpapiere zu einer ausländischen Lagerstelle verlegstfremde Kosten der Lagerstellen können weitergegeben werden
Papier-Postwenn du Abrechnungen per Brief willstPorto- oder Versandpauschalen statt Online-Postfach
Laufende Produktkostendauerhaft, solange du Fonds oder ETFs hältstwerden vom Fondsvermögen abgezogen, nicht vom Depot

Die laufenden Produktkosten sind kein Entgelt der Depotbank, sondern stecken im Fonds selbst. Sie mindern deine Rendite aber genauso wie eine Gebühr und sind bei langfristiger Anlage oft der größte Einzelposten. Was beim Kauf von Fonds sonst noch wichtig ist, liest du auf unserer Seite zu Fonds.

Bedingungen für die Gebührenfreiheit

Nicht jedes Depot ohne Grundgebühr ist bedingungslos kostenfrei. Häufig ist die Gebührenfreiheit an Voraussetzungen geknüpft, die im Kleingedruckten stehen. Typische Bedingungen sind:

  • Mindestaktivität: Die Depotführung bleibt nur frei, wenn du eine bestimmte Zahl von Orders pro Quartal oder Jahr ausführst oder einen Sparplan bespart wird.
  • Altersgrenze: Für junge Kundinnen und Kunden gelten manchmal Sonderkonditionen, die mit Erreichen eines bestimmten Alters enden.
  • Online-Postfach: Die Kostenfreiheit setzt voraus, dass du Abrechnungen und Mitteilungen elektronisch empfängst.
  • Geldeingang oder Girokonto: Manche Banken verlangen ein Girokonto im eigenen Haus oder regelmäßige Zahlungseingänge.
  • Depotvolumen: Unter- oder oberhalb eines bestimmten Depotwerts kann eine Gebühr fällig werden.
  • Befristung: „Kostenlos“ gilt nur für einen Aktionszeitraum, danach greift das reguläre Preismodell.

Lies deshalb nicht nur die Werbeaussage, sondern das Preis- und Leistungsverzeichnis. Dort steht, welche Gebühr anfällt, wenn eine Bedingung wegfällt – etwa wenn du ein Quartal lang nichts handelst.

Wie Neobroker ohne Depotgebühr Geld verdienen

Ein Anbieter, der weder Depotgebühr noch hohe Orderentgelte verlangt, muss seine Kosten auf anderen Wegen decken. Zu wissen, wie das Geschäftsmodell funktioniert, hilft dir einzuschätzen, wo du indirekt bezahlst.

Rückvergütungen für Orders sind seit Juli 2026 verboten

Lange Zeit erhielten viele Neobroker von Handelsplätzen oder Market Makern Zahlungen dafür, dass sie Kundenorders dorthin weiterleiteten (Payment for Order Flow). Nach der europäischen Finanzmarktverordnung MiFIR ist das untersagt, Deutschland hatte eine Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2026 genutzt. Seit dem 1. Juli 2026 dürfen Banken und Broker hierzulande für die Weiterleitung von Kundenaufträgen keine Zahlungen oder sonstigen Vorteile von Dritten mehr annehmen. Die BaFin weist darauf hin, dass Anbieter deshalb Ordergebühren anheben, auf monatliche Grundgebühren umstellen oder bisher kostenlose Sparpläne kostenpflichtig machen könnten.

Spreads und eigene Handelsmodelle

Einige Anbieter treten nun selbst als Handelspartner auf oder lassen Orders außerbörslich ausführen. Verdient wird dann über die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Das ist nicht verboten, aber für dich schwerer zu erkennen als eine ausgewiesene Gebühr. Vergleiche bei größeren Orders den angezeigten Kurs mit dem Kurs an einer Referenzbörse wie Xetra.

Zinsmarge auf dem Verrechnungskonto

Liegt Geld auf dem Verrechnungskonto, legt der Anbieter es selbst an. Gibt er nur einen Teil der Zinsen an dich weiter oder zahlt er ab einem bestimmten Betrag gar nichts mehr, bleibt die Differenz bei ihm. Für dich lohnt es sich, größere Summen nicht dauerhaft unverzinst im Depot liegen zu lassen.

Abo-Modelle und Zusatzleistungen

Weit verbreitet sind Premium-Tarife: Gegen eine monatliche Gebühr gibt es niedrigere Orderkosten, mehr Handelsplätze oder zusätzliche Funktionen. Ein Abo lohnt sich nur, wenn du die Vorteile tatsächlich nutzt. Rechne nach, ab wie vielen Orders im Monat sich der Aufpreis amortisiert. Weitere Einnahmen entstehen etwa beim Währungstausch oder durch Kreditprodukte.

Zuwendungen von Produktanbietern

Erhält ein Wertpapierdienstleister Zahlungen von Fondsgesellschaften oder Emittenten, muss er dir Existenz, Art und Umfang dieser Zuwendungen nach § 70 Wertpapierhandelsgesetz vorab offenlegen und dich mindestens jährlich über die tatsächliche Höhe informieren. Diese Angaben findest du in der Kosteninformation.

Wenn sich die Konditionen ändern

Ein Depot, das heute keine Gebühr kostet, muss das nicht für immer bleiben. Anbieter können ihre Preise ändern. Nach Hinweisen der BaFin brauchen Gebührenerhöhungen eine vorherige Information und deine Zustimmung; stimmst du nicht zu, kann der Anbieter den Vertrag unter Umständen kündigen. Prüfe Mitteilungen in deinem Postfach deshalb aufmerksam und vergleiche, bevor du einer Änderung zustimmst. Ein Umzug zu einem anderen Anbieter ist ohne Verkauf deiner Wertpapiere möglich – wie das funktioniert, erklärt unsere Seite zum Depotwechsel.

So deckst du versteckte Kosten auf

Banken und Broker müssen dich vor jeder Wertpapierdienstleistung über die zu erwartenden Kosten informieren und dir mindestens einmal jährlich eine Übersicht der tatsächlich angefallenen Kosten geben (§ 63 Abs. 7 Wertpapierhandelsgesetz). Nutze diese Informationen gezielt:

  • Sieh dir die Kostenvorschau vor dem Absenden einer Order genau an, statt sie wegzuklicken.
  • Vergleiche die jährliche Kostenaufstellung mit deinen eigenen Erwartungen – große Abweichungen deuten auf Posten hin, die du übersehen hast.
  • Prüfe, ob neben dem Orderentgelt Börsen- oder Fremdkosten auftauchen.
  • Achte bei Fremdwährungsgeschäften auf den verwendeten Umrechnungskurs.

Checkliste: Ist das Depot für dich wirklich kostenlos?

  • Fällt keine Depotführungsgebühr an – auch dann nicht, wenn du längere Zeit nicht handelst?
  • Welche Bedingungen gelten für die Gebührenfreiheit, und erfüllst du sie dauerhaft?
  • Was kosten eine Order und eine Sparplanrate bei deinen typischen Beträgen?
  • Welche Handelsplätze stehen zur Wahl, und welche Entgelte kommen dort hinzu?
  • Wie hoch sind Aufschläge beim Handel in Fremdwährung?
  • Wird Guthaben auf dem Verrechnungskonto verzinst, und gibt es eine Obergrenze?
  • Welche Gebühren gibt es für Papierpost, Überträge ins Ausland oder Sonderleistungen?
  • Wie hoch sind die laufenden Kosten der Fonds und ETFs, die du kaufen willst?

Wer überwiegend per Sparplan in breit gestreute ETFs investiert, achtet vor allem auf die Sparplankosten und die laufenden Fondskosten. Wie sich regelmäßige Raten über die Jahre entwickeln können, zeigt dir der ETF-Sparplan-Rechner. Einen Überblick über die Unterschiede zwischen Neobrokern, Direktbanken und Filialbanken findest du im Depot-Vergleich.

Häufige Fragen zum kostenlosen Depot

Ist ein kostenloses Depot weniger sicher?

Nein, die Sicherheit hängt nicht von der Gebühr ab. Wertpapiere sind auch im Depot ohne Grundgebühr Eigentum der Kunden. Für Guthaben auf dem Verrechnungskonto gilt die Einlagensicherung des Landes, in dem die verwahrende Bank sitzt. Kursverluste sind in keinem Depot abgesichert.

Kann ein kostenloses Depot plötzlich etwas kosten?

Ja. Läuft eine Aktion aus, erfüllst du eine Bedingung nicht mehr oder ändert der Anbieter sein Preismodell, können Gebühren entstehen. Preiserhöhungen muss dir der Anbieter vorher mitteilen.

Lohnt sich ein Depot mit Gebühr überhaupt noch?

Das kann sein, etwa wenn du persönliche Beratung möchtest, an vielen Börsen handelst oder große Orders aufgibst, bei denen ein günstiges Prozent- oder Pauschalmodell die Grundgebühr ausgleicht. Entscheidend sind die Gesamtkosten für dein Anlageverhalten.

Was kostet es, ein kostenloses Depot zu kündigen?

Für die Kündigung selbst fallen üblicherweise keine Gebühren an. Deine Wertpapiere kannst du verkaufen oder auf ein anderes Depot übertragen lassen. Für Überträge innerhalb Deutschlands verlangen Banken in der Regel kein Entgelt, bei im Ausland verwahrten Papieren können fremde Kosten entstehen.

Muss ich bei einem kostenlosen Depot Steuern selbst abführen?

Das hängt nicht vom Preismodell ab, sondern davon, ob der Anbieter in Deutschland die Abgeltungsteuer einbehält. Details findest du auf unserer Seite zur Abgeltungsteuer.

Keine Anlageberatung.

Stand: 07.10.2026, um 20:08 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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