Depot-Vergleich 2026: Neobroker und Banken

Welches Depot passt zu dir? Hier erfährst du, welche Kosten beim Depot anfallen, worin sich Neobroker, Direktbanken und Filialbanken unterscheiden und was sich 2026 durch das Verbot von Payment for Order Flow geändert hat.

Übersicht

  • Bei fast allen Online-Anbietern ist die Depotführung kostenlos.
  • Neobroker berechnen meist niedrige Pauschalen pro Order, Banken oft eine Grundgebühr plus einen Prozentsatz vom Orderwert.
  • Viele Anbieter führen ETF-Sparpläne kostenlos aus – teils nur für ausgewählte ETFs oder befristet.
  • Wertpapiere im Depot sind bei einer Pleite des Anbieters geschützt, Kursverluste aber nicht.

Anbieter und Produkte im Vergleich

Trade Republic

Trade Republic
1 € (Bestpreis), 2 € mit freier Börsenwahl
pro Order
Sparpläne ab 1 € kostenlos, mehr als 2.000 ETFs
2,50 % Zinsen auf Guthaben
steuereinfach
Bonus
1 % Saveback: Von Zahlungen mit der Trade-Republic-Karte fließen 1 % (bis 15 € im Monat) in deinen Sparplan – Voraussetzung sind mindestens 50 € Sparplan im Monat.
  • Depot: 0 €
  • Order: 1 € („Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen, Trade Republic als Gegenpartei) oder 2 € („Direktpreis“ mit freier Wahl aus 30 Börsen, u. a. Xetra, Euronext, Nasdaq)
  • Zins auf Guthaben: 2,50 % p. a.
  • Besonderheiten: eigene MTF-Lizenz, Web Terminal ohne Zusatzkosten
Depot und Konto bei der Trade Republic Bank GmbH (deutsche Bank); Guthaben teils in Geldmarktfonds

Trade Republic bietet ein Depot für 0 € mit Orders für 1 € beim „Bestpreis“ oder 2 € mit freier Börsenwahl und 2,50 % Zins auf Guthaben.

Seit 02.07.2026 werden Orders beim „Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt (1 € je Trade); mit „Direktpreis“ wählt man für 2 € je Trade selbst eine von 30 Börsen, darunter Xetra, Euronext und Nasdaq. Die Preisseite des Anbieters ist nur per App/JavaScript abrufbar; die Ordergebühren stammen aus der Pressemitteilung der Trade Republic Bank GmbH vom 02.07.2026.

Scalable Capital

Scalable Capital
0,99 € (EIX), 1,99 € (gettex, Xetra)
pro Order
Sparpläne ab 1 € kostenlos, 2,60 % Zinsen im separaten Tagesgeld, mehr als 2.700 ETFs
steuereinfach
Bonus
PRIME-ETFs ab 250 € ohne Ordergebühr (Kauf an der European Investor Exchange, auch im kostenlosen FREE Broker).
  • Depot: 0 €; PRIME+ 4,99 € im Monat
  • Order FREE: EIX 0,99 €, Kauf von PRIME-ETFs ab 250 € 0 €; gettex und Xetra 1,99 €
  • Order PRIME+: EIX ab 250 € 0 €, darunter 0,99 €; gettex und Xetra 1,99 €
  • Sparpläne: 0 €, ab 1 €
  • Zinsen: Verrechnungskonto 0 %, separates Tagesgeld 2,60 % p. a. variabel (seit 01.09.2026)
  • Krypto: nur über ETPs, Aufschlag 0,99 % (PRIME+ 0,69 %)
Scalable Capital Bank GmbH, München (Kreditinstitut mit BaFin-Erlaubnis); Guthaben verteilt auf Scalable, Partnerbanken (gesetzliche Einlagensicherung je 100.000 €) und – ohne PRIME+ – qualifizierte Geldmarktfonds; PRIME+ bis 5 x 100.000 € Einlagensicherung

Scalable Capital bietet den Broker im Modell FREE ohne Grundgebühr und als PRIME+ für 4,99 € im Monat an; Sparpläne sind in beiden Modellen kostenlos, Zinsen gibt es nur über das separate Tagesgeld.

Gehandelt wird an der European Investor Exchange (EIX), gettex und Xetra. Im Angebot sind über 8.000 Aktien (4.500 als Sparplan), mehr als 2.700 ETFs und über 3.800 Fonds; ein Kinderdepot ist möglich. Die Kapitalertragsteuer wird automatisch abgeführt.

Traders Place

Traders Place
0 € ab 500 € (gettex), darunter 0,95 €
pro Order
über 40 Handelsplätze, rund 10.800 Sparpläne ab 1 €
2,00 % (Zinskonto bis 1 Mio. €, ab 5.000 €), Verrechnungskonto 0 % Zinsen auf Guthaben
steuereinfach
Aktion
Neukunden: 60 € in ETF-Anteilen (Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap) bei mindestens 3 Trades über je 100 € innerhalb von 45 Tagen nach Depoteröffnung
  • Depot: 0 € (Verwahrung Baader Bank)
  • Order: gettex und Baader Trading ab 500 € 0 €, darunter 0,95 €; Tradegate 5 €; L&S Exchange 6 €; Xetra 2 € + 0,01 % (mind. 3 €)
  • ETF-Sparplan: 0 € bei Premium-Partnern (Amundi, DWS, DJE, Xtrackers, iShares, Vanguard), sonst 0,50 €; ab 1 €
  • Zins auf Guthaben: 2,00 % auf dem Zinskonto (5.000 € bis 1 Mio. €, Konditionen bis 31.12.2027), Verrechnungskonto 0 %
  • Handelsplätze: mehr als 40
Depot und Verrechnungskonto bei der Baader Bank AG; Zinskonto mit gesetzlicher Einlagensicherung

Traders Place bietet über 40 Handelsplätze, gettex-Orders ab 500 € für 0 € und 2,00 % Zins auf dem Zinskonto.

Das Depot wird bei der Baader Bank geführt und ist kostenlos. Sparpläne gibt es ab 1 €, bei Premium-Partnern ohne Gebühr. Neukunden erhalten 60 € in ETF-Anteilen, wenn sie innerhalb von 45 Tagen mindestens drei Trades über je 100 € ausführen. Die Kapitalertragsteuer behält die depotführende Bank ein.

TARGOBANK Klassik-Depot

TARGOBANK Klassik-Depot
ab 8,90 €
pro Order
Depotwechselprämie bis 5.000 € oder 2,80 % Tagesgeld für 12 Monate, persönliche Beratung in der Filiale möglich
steuereinfach
Aktion
Depotwechsel ab 7.000 €: Prämie 0,75 % des Kurswerts (beim Klassik-Depot nur auf Investmentfonds), max. 5.000 €, alternativ 2,80 % Tagesgeld für 12 Monate (nicht kombinierbar)
  • Depot: 2,50 € im Monat, kostenlos mit Online-Postfach oder ab 50.000 € Geldeinlage
  • Order online: Börse 0,25 %, mind. 8,90 €, max. 34,90 € zzgl. Börsenplatzentgelt (Xetra 2,00 €, Parkettbörsen 3,50 €) und fremder Kosten; Filiale 0,50 %, mind. 34,90 €
  • ETF-/Aktiensparplan: ab 50 € bis 500 €, 2,5 %, mind. 1,50 €, max. 3,00 € je Ausführung über Xetra
  • Fondssparplan: ab 25 € (ausgewählte Fonds), sonst 100 €, mit Ausgabeaufschlag
  • Investmentfonds: bei vielen Fonds 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag im Online-Brokerage
  • Handelsplätze: mehr als 20 Handelsplätze
  • Wechselprämie: 0,75 % des Kurswerts (Klassik-Depot: nur Investmentfonds), max. 5.000 €, ab 7.000 € Übertrag, 1 Jahr Haltedauer
Depot bei der TARGOBANK AG (Crédit Mutuel Bankengruppe); Guthaben: gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde, zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Das Klassik-Depot der TARGOBANK verbindet Online-Handel mit persönlicher Beratung in der Filiale und bietet beim Depotwechsel eine Prämie oder einen Tagesgeld-Aktionszins.

Persönliche Anlageberatung in der Filiale gibt es ab 50.000 € Gesamtguthaben. Die TARGOBANK führt die Abgeltungsteuer ab.

DKB

DKB
ab 10 €
pro Order
an Tradegate, gettex und Quotrix kein Ausführungsentgelt, über 500 ETF-Sparpläne in der Aktion ohne Ausführungsentgelt
steuereinfach
  • Depot: 0 € (Verwahrentgelt nur für Xetra Gold und ADRs)
  • Order: 10 € bis 5.000 €, 15 € bis 20.000 €, darüber 30 €; Xetra/Parkett zzgl. 2,50 €; Tradegate, gettex, Quotrix und außerbörslich ohne Ausführungsentgelt
  • ETF-Sparplan: 1,50 € pro Ausführung; über 500 Aktions-ETFs ohne Ausführungsentgelt
  • ETF-Aktion: über 200 ETFs außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt
  • Handelsplätze: 9 inländische Börsen, viele Auslandsbörsen, außerbörslicher Handel
Deutsche Kreditbank AG: gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €; zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (ESF)

Bei der DKB kosten Orders bis 5.000 € 10 €, an Tradegate, gettex und Quotrix fällt kein Ausführungsentgelt an.

Sparpläne auf ETFs, Aktien und Fonds kosten 1,50 € pro Ausführung, für über 500 Aktions-ETFs übernehmen Partner das Entgelt. Über 200 ETFs lassen sich außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt kaufen. Voraussetzung für das Depot ist ein DKB-Girokonto.

finvesto

finvesto
1,99 €
pro Order
Über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs, Sparpläne ab 1 Cent, 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, Depot für Minderjährige ohne Depotentgelt
steuereinfach
Aktion
ETF-Aktion für Neu- und Bestandskunden: 01.10.2026 bis 31.03.2027 alle ETF-Käufe (Einmalanlage und Sparplan) ohne ETF-Transaktionsentgelt von regulär 0,20 %
  • Orderkosten: 1,99 € je Fondstransaktion, bei ETFs zzgl. 0,20 % (Kauf bis 31.03.2027 ohne ETF-Entgelt)
  • Depot: finvesto Depot 11,50 € pro Quartal (bis 99 Positionen), finvesto Depot basis 6 € pro Quartal (1 Position), unter 18 Jahren kostenlos; VL-Vertrag 12 € pro Jahr
  • Fonds/ETF-Transaktion: 1,99 € online (8 € schriftlich), Fonds zzgl. Ausgabeaufschlag (derzeit 50 % Rabatt), ETFs zzgl. 0,20 % ETF-Transaktionsentgelt
  • Sparplan: ab 1 Cent; Fondssparpläne ohne Transaktionsentgelt; ETF-Käufe bis 31.03.2027 ohne ETF-Transaktionsentgelt
  • Wertpapierdepot (Aktien, Anleihen, Zertifikate): 3 € pro Quartal (entfällt mit finvesto Depot mit Bestand), Inland 5,95 € bis 2.000 €, 8,95 € bis 5.000 €, 15,95 € bis 10.000 €, darüber 21,95 €; USA 25 €, sonstiges Ausland 35 €; zzgl. Börsenentgelte; Aktiensparplan ab 25 €, 1,75 %
  • Handelsplätze: über 60 Börsenplätze im Wertpapierdepot
  • Depotübertrag: kostenlos
FNZ Bank SE (Marke finvesto): Pflichtmitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (Einlagen bis 100.000 €, Wertpapiergeschäfte 90 %, max. 20.000 €) und Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Das finvesto Depot der FNZ Bank ist ein Fondsdepot für über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs und kostet 11,50 € pro Quartal (finvesto Depot basis mit einer Position 6 € pro Quartal).

Je Kauf, Verkauf oder Umschichtung fallen online 1,99 € an, bei ETFs zusätzlich 0,20 % des Volumens; vom 01.10.2026 bis 31.03.2027 entfällt dieses ETF-Entgelt bei Käufen. Fonds gibt es derzeit mit 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (änderbar). Fondssparpläne sind ab 1 Cent möglich und vom Transaktionsentgelt befreit. Für Aktien und Anleihen gibt es das separate finvesto Wertpapierdepot (1 € im Monat, entfällt mit finvesto Depot mit Bestand; Order im Inland ab 5,95 €). Die FNZ Bank führt die Abgeltungsteuer ab.

Postbank

Postbank
ab 9,95 €
pro Order
Depot und Anlagekonto 0 €, über 550 ETF-Sparpläne ohne Transaktionsgebühr ab 25 €, Filialberatung möglich
steuereinfach
Aktion
ETF-Aktion bis 31.12.2026: 4,90 € je Online-Kauforder ab 1.200 € für über 1.800 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard (ohne gehebelte/Short-ETFs), zzgl. Börsenentgelte
  • Orderkosten: ab 9,95 € (Inland bis 1.200 € Kurswert) zzgl. fremder Kosten
  • Zins: 0,00 % auf dem Anlagekonto
  • Depot: 0 € pro Quartal, Anlagekonto 0 €
  • Order online Inland: 9,95 € bis 1.200 €, 17,95 € bis 2.600 €, 29,95 € bis 5.200 €, 39,95 € bis 12.500 €, 54,95 € bis 25.000 €, darüber 69,95 €; zzgl. fremder Kosten
  • Order online Ausland: 32,95 € bis 79,95 €; Filiale/Telefon jeweils 13,00 € mehr
  • ETF-Sparplan: über 550 ETFs, 0,00 € Transaktionsgebühr, 25 bis 1.000 € monatlich, zweimonatlich oder dreimonatlich
  • Fonds (Festpreisgeschäft online): Ausgabeaufschlag Aktien-/Misch-/Immobilienfonds 1,50 %, Rentenfonds 1,00 %, geldmarktnahe Fonds 0 %
  • Handelsplätze: deutsche Börsen, Auslandsbörsen und Direct Trade (werktags 7:30 bis 23:00 Uhr, auch am Wochenende)
  • Zins Anlagekonto: 0,00 %, geduldete Überziehung 10,90 %
Deutsche Bank AG (Marke Postbank): gesetzliche Einlagensicherung Deutschland (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken) bis 100.000 € pro Einleger; darüber hinaus Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken; Depot bei der Postbank – eine Niederlassung der Deutsche Bank AG

Das Postbank Wertpapierdepot kostet 0 €, eine Online-Order an inländischen Börsen kostet ab 9,95 € bis 1.200 € Kurswert.

Über 550 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard lassen sich bis auf Weiteres ohne Transaktionsgebühr ab 25 € besparen. Bis 31.12.2026 kosten Online-Käufe ab 1.200 € für über 1.800 ETFs dieser Anbieter 4,90 €. Das Anlagekonto als Verrechnungskonto ist kostenlos, aber derzeit unverzinst. Depotüberträge sind kostenfrei. Online-Eröffnung ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland und Referenz-Girokonto. Die Postbank führt die Abgeltungsteuer ab.

Auswahl und Reihenfolge der Anbieter legt die Redaktion fest; dabei fließen auch Kooperationen und Werbepartnerschaften ein. Die Übersicht ist kein vollständiger Marktvergleich. Konditionen laut Anbieter, Stand: 06.10.2026, ohne Gewähr. Für Abschlüsse über „zum Angebot“ erhalten wir gegebenenfalls eine Provision – am Preis ändert sich für dich nichts.

Ein Depot ist die Voraussetzung, um Aktien, ETFs, Fonds oder Anleihen zu kaufen. Es wird bei einer Bank oder einem Broker geführt und verwahrt deine Wertpapiere. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind groß: Neobroker setzen meist auf niedrige Pauschalen pro Order, klassische Banken berechnen dagegen häufig eine Grundgebühr plus einen Prozentsatz vom Orderwert.

Welche Anbieter es gibt und was sie aktuell verlangen, zeigt dir die Anbieterübersicht oben auf dieser Seite. Hier erfährst du, worauf es beim Vergleich ankommt: welche Kosten anfallen, wie sicher deine Wertpapiere sind, was steuerlich gilt und wie du ein Depot eröffnest oder wechselst. Neben den Gebühren des Anbieters können zusätzlich Börsenentgelte, fremde Spesen und der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs anfallen.

Neobroker, Direktbank oder Filialbank: die Unterschiede

Neobroker

Neobroker sind reine App- oder Online-Broker. Sie konzentrieren sich auf den einfachen Handel mit Aktien, ETFs und oft auch Derivaten oder Kryptowerten. Typisch sind niedrige Pauschalen pro Order, kostenlose ETF-Sparpläne mit kleinen Mindestraten und eine schlanke Bedienung per Smartphone. Dafür ist die Auswahl an Handelsplätzen oft begrenzt, manchmal steht nur ein einzelner außerbörslicher Handelsplatz zur Wahl. Persönliche Beratung gibt es in der Regel nicht.

Direktbanken

Direktbanken sind bei Einzelorders meist teurer als Neobroker, bieten dafür oft mehr Handelsplätze, ein Girokonto aus einer Hand und dauerhaft kostenlose Sparpläne auf viele ETFs. Viele Banken senken die Kosten zudem über zeitlich befristete Aktionen – prüfe, wie lange sie gelten.

Filialbanken

Bei Sparkassen, Volksbanken und anderen Filialbanken bekommst du auf Wunsch persönliche Beratung vor Ort. Das Depot ist dort häufig teurer: Neben höheren Ordergebühren kann eine jährliche Depotgebühr anfallen. Viele Filialbanken bieten deshalb zusätzlich günstigere Online-Depots an, bei denen du ohne Beratung selbst handelst.

Welche Kosten fallen beim Depot an?

  • Depotgebühr: Bei fast allen Online-Anbietern kostenlos, bei Filialbanken teils ein fester Betrag pro Jahr.
  • Ordergebühr: Pauschal oder prozentual vom Orderwert, oft mit Mindest- und Höchstbetrag.
  • Börsen- und Fremdkosten: Entgelte des Handelsplatzes, etwa an Präsenz- oder Regionalbörsen. Im außerbörslichen Direkthandel fallen sie oft weg.
  • Spread: Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs ist ein versteckter Kostenpunkt – vor allem bei wenig gehandelten Werten.
  • Sparplan: Viele Anbieter führen ETF-Sparpläne kostenlos aus, andere verlangen einen Prozentsatz der Rate oder einen festen Betrag pro Ausführung. Oft gilt die Gebührenfreiheit nur für ausgewählte Aktions-ETFs oder für einen begrenzten Zeitraum.
  • Auslandshandel und Fremdwährung: Orders an ausländischen Börsen kosten deutlich mehr.
  • Zinsen auf Guthaben: Manche Anbieter verzinsen das Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Prüfe, ob der Zins dauerhaft gilt, ob es einen Höchstbetrag gibt und ob das Geld als Einlage oder in Geldmarktfonds angelegt wird.

Rechenbeispiel: Pauschale oder prozentuale Ordergebühr

Welches Preismodell günstiger ist, hängt vor allem von der Höhe deiner Orders ab. Das folgende Beispiel vergleicht zwei typische Modelle mit runden Beispielwerten – ohne Börsenentgelte und Spread:

OrderwertModell A: feste Pauschale von 1 EuroModell B: 5 Euro + 0,25 %, mindestens 10 Euro
500 €1 € (0,2 %)10 € (2,0 %)
2.000 €1 € (0,05 %)10 € (0,5 %)
10.000 €1 € (0,01 %)30 € (0,3 %)

Vor allem bei kleinen Orders macht ein Mindestbetrag die Order verhältnismäßig teuer. Wer selten, aber mit großen Beträgen kauft, sollte zusätzlich auf einen Höchstbetrag pro Order und auf die Entgelte des Handelsplatzes achten.

Was hat sich 2026 geändert?

Seit Juli 2026 dürfen Broker in der EU keine Rückvergütungen von Handelsplätzen für die Weiterleitung von Kundenorders mehr annehmen (Payment for Order Flow). Das Geschäftsmodell vieler Neobroker beruhte zu einem Teil auf diesen Zahlungen. Viele Anbieter haben ihre Preismodelle deshalb umgestellt – etwa durch neue oder höhere Gebühren pro Order, geänderte Handelsplätze oder eigene Handelsmodelle. Die BaFin hat im Juli 2026 erläutert, wie sie die neuen Regeln auslegt. Einige Anbieter könnten ihre Preismodelle deshalb noch anpassen. Prüfe vor einer Depoteröffnung oder einer größeren Order die aktuellen Konditionen in der Anbieterübersicht oben auf dieser Seite.

Neobroker oder Bank – was passt zu dir?

Du möchtest …Geeignet
regelmäßig per ETF-Sparplan anlegenAnbieter mit kostenlosen ETF-Sparplänen und niedriger Mindestrate
häufig Einzelaktien handelnNeobroker mit niedriger Pauschale pro Order
an bestimmten Börsen oder im Ausland handelnDirektbank mit großer Handelsplatzauswahl
Girokonto und Depot bei einer BankDirektbank oder Hausbank mit Online-Depot
dich um nichts selbst kümmernRobo-Advisor mit fertigen ETF-Portfolios

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

  • Kosten passend zu deinem Anlageverhalten: Wer nur per Sparplan anlegt, achtet vor allem auf die Sparplankosten. Wer häufig handelt, vergleicht Ordergebühren, Börsenentgelte und Spreads.
  • Handelsplätze: Prüfe, ob du an den Börsen handeln kannst, die du brauchst, und ob Limit- und Stop-Orders überall möglich sind.
  • Sparplanangebot: Wichtig sind die Zahl der sparplanfähigen ETFs, die Mindestrate, die möglichen Ausführungstermine und ob die Kostenfreiheit dauerhaft gilt.
  • Sicherheit: Achte darauf, wo die Depotbank sitzt und welche Einlagensicherung für Guthaben auf dem Verrechnungskonto gilt.
  • Steuern: Ein steuereinfaches Depot nimmt dir die Abführung der Abgeltungsteuer ab.
  • Extras: Gemeinschaftsdepot, Kinderdepot, Entnahmeplan oder Bruchstückhandel bietet nicht jeder Anbieter an.

Wie sicher sind Wertpapiere im Depot?

Aktien, ETFs und Fonds sind Sondervermögen bzw. Eigentum der Kunden. Geht die Bank oder der Broker pleite, fallen die Wertpapiere nicht in die Insolvenzmasse und werden auf ein anderes Depot übertragen. Für Guthaben auf dem Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Bei manchen Neobrokern liegt ein Teil des Guthabens in Geldmarktfonds – diese sind Sondervermögen, aber nicht einlagengesichert. Gegen Kursverluste schützt keine Sicherung.

Prüfe außerdem, in welchem Land die Bank sitzt, die dein Guthaben verwahrt. Bei Banken aus anderen EU-Staaten greift die gesetzliche Einlagensicherung des jeweiligen Landes – ebenfalls bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank.

Steuern: Darauf solltest du achten

Bei Banken und Brokern mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland wird die Abgeltungsteuer automatisch abgeführt (steuereinfaches Depot). Sie beträgt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Kapitalerträge bis 1.000 Euro im Jahr (Ehepaare 2.000 Euro) steuerfrei; du kannst ihn auf mehrere Banken aufteilen. Bei Aktien-ETFs sind zudem 30 Prozent der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei. Bei Anbietern mit Sitz im Ausland wird die Abgeltungsteuer oft nicht automatisch abgeführt – dann musst du die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben.

Depot eröffnen und wechseln

Die Eröffnung dauert online meist nur wenige Minuten; zur Identifizierung brauchst du einen Personalausweis oder Reisepass. Wer bereits ein Depot hat, kann seine Wertpapiere per Depotübertrag zu einem neuen Anbieter umziehen. Die Wertpapiere werden dabei nicht verkauft, die steuerlich relevanten Anschaffungsdaten werden mit übertragen. Der Übertrag des gesamten Depots innerhalb Deutschlands ist in der Regel kostenlos.

Laufende Sparpläne werden beim Übertrag nicht mitgenommen: Beende sie beim alten Anbieter und richte sie beim neuen Anbieter neu ein. Denke auch daran, deinen Freistellungsauftrag anzupassen, damit der Sparer-Pauschbetrag beim neuen Anbieter genutzt wird.

Häufige Fragen zum Depot

Welches Depot ist das günstigste?

Das hängt davon ab, wie du anlegst. Für ETF-Sparpläne und gelegentliche Käufe sind Anbieter mit kostenlosen Sparplänen und niedrigen Pauschalen pro Order meist am günstigsten – häufig sind das Neobroker. Wer viel an bestimmten Börsen handelt, sollte die Gesamtkosten inklusive Börsenentgelten vergleichen. Die aktuellen Konditionen findest du in der Anbieterübersicht oben auf dieser Seite.

Kann ich mehrere Depots haben?

Ja, die Zahl der Depots ist nicht begrenzt. Den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro kannst du per Freistellungsauftrag auf mehrere Anbieter verteilen.

Kostet ein Depot Geld, wenn ich nichts kaufe?

Bei den meisten Online-Anbietern nicht – die Depotführung ist kostenlos. Bei einigen Banken fällt für ältere Depots eine Gebühr an, wenn keine Mindestaktivität erreicht wird.

Was ist mit dem Altersvorsorgedepot?

Das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot ist ein eigenes Produkt mit Zulagen. Was es bringt, zeigt unsere Seite zum Altersvorsorgedepot.

Keine Anlageberatung.

Stand: 06.10.2026, um 20:37 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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Daniel Herndler
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