Altersvorsorgedepot-Rechner

Ab 2027 fördert der Staat das neue Altersvorsorgedepot mit bis zu 540 Euro Grundzulage und 300 Euro je Kind. Der Rechner zeigt Zulagen, Förderquote und deinen Depotwert bei Rentenbeginn.

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Altersvorsorgedepot-Rechner
Wie viel Förderung bringt das Altersvorsorgedepot ab 2027?
Grundzulage, Kinderzulage, Berufseinsteigerbonus und Steuervorteil nach dem Altersvorsorgereformgesetz – plus Hochrechnung deines Depots bis zum Rentenbeginn.
€ / Monat
Gefördert bis 150 €/Monat (1.800 €/Jahr), einzahlbar bis 570 €.
bei Vertragsbeginn
Jahre
ungefähr, im Durchschnitt
% p.a.
% p.a.
Standarddepot: höchstens 1,0 %
€ / Jahr
Für die Günstigerprüfung beim Sonderausgabenabzug.

Übersicht

  • Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027 und ersetzt Riester für Neuverträge.
  • Grundzulage: 50 % auf die ersten 360 €, 25 % bis 1.800 € Eigenbeitrag (max. 540 €).
  • Kinderzulage: 100 % auf bis zu 300 € je Kind, Berufseinsteiger unter 25 erhalten einmalig 200 €.
  • Das Standarddepot darf höchstens 1,0 % Effektivkosten haben.

Ab dem 1. Januar 2027 gibt es eine neue staatlich geförderte private Altersvorsorge: das Altersvorsorgedepot. Du sparst darin in Fonds und ETFs, der Staat legt Zulagen dazu, und die Beiträge kannst du zusätzlich steuerlich absetzen. Mit dem Rechner oben ermittelst du deine Zulagen, die Förderquote, einen möglichen Steuervorteil und eine Hochrechnung deines Depots bis zum Rentenbeginn.

Grundlage ist das Altersvorsorgereformgesetz. Der Bundestag hat es am 27. März 2026 in der vom Finanzausschuss geänderten Fassung beschlossen, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Für bestehende Riester-Verträge ändert sich wenig – wie die alte Förderung funktioniert, liest du auf der Seite zur Riester-Rente.

Die Förderung im Überblick

Die Zulagen sind künftig beitragsproportional: Je mehr du einzahlst, desto mehr gibt der Staat dazu – bis zu einer Grenze von 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr. Die ersten 360 Euro werden besonders stark gefördert, damit auch kleine Sparbeträge lohnen.

FörderbausteinHöhe ab 2027
Grundzulage50 % auf Beiträge bis 360 € + 25 % auf Beiträge von 360,01 € bis 1.800 € (max. 540 €)
Kinderzulage100 % auf Beiträge bis 300 € je Kind mit Kindergeld (max. 300 € je Kind)
Berufseinsteigerbonuseinmalig 200 €, wenn du zu Beginn des Beitragsjahres jünger als 25 bist
Mindesteigenbeitrag120 € im Jahr
SonderausgabenabzugBeiträge bis 1.800 € plus Zulagen, mit Günstigerprüfung
Maximale Einzahlung6.840 € im Jahr (gefördert werden nur 1.800 €)

Ein Beispiel: Zahlst du 25 Euro im Monat ein (300 Euro im Jahr) und hast ein Kind, erhältst du 150 Euro Grundzulage und 300 Euro Kinderzulage – also 450 Euro Förderung auf 300 Euro Eigenbeitrag. Wer 150 Euro im Monat spart, bekommt ohne Kinder die volle Grundzulage von 540 Euro.

Förderquote je nach Sparrate

Die Förderquote zeigt, welchen Anteil der Staat an der gesamten Einzahlung (Eigenbeitrag plus Zulagen) trägt. Sie ist bei kleinen Beiträgen und mit Kindern am höchsten:

EigenbeitragGrundzulageFörderquote ohne Kindmit 1 Kind
25 € / Monat150 €33,3 %60,0 %
50 € / Monat240 €28,6 %47,4 %
100 € / Monat390 €24,5 %36,5 %
150 € / Monat540 €23,1 %31,8 %

Bei höherem Einkommen kann zusätzlich der Sonderausgabenabzug greifen. Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Steuerersparnis aus dem Abzug von Beiträgen und Zulagen höher ist als die Zulagen. Nur die Differenz bekommst du zusätzlich über die Steuererklärung erstattet – sie fließt nicht ins Depot.

Kosten und Anlage

Im Altersvorsorgedepot gibt es keine Beitragsgarantie. Das Geld wird in Fonds und ETFs angelegt, wodurch langfristig höhere Renditen möglich sind, aber auch Schwankungen. Wer Sicherheit möchte, kann alternativ ein Garantieprodukt wählen. Jeder Anbieter muss außerdem ein einfaches Standarddepot anbieten, dessen Effektivkosten höchstens 1,0 % pro Jahr betragen dürfen. Im ursprünglichen Gesetzentwurf waren noch 1,5 % vorgesehen.

Wie stark Kosten wirken, unterschätzen viele: Über 30 Jahre kann ein Prozentpunkt weniger Rendite einen fünfstelligen Betrag ausmachen. Der Rechner zeigt dir deshalb, wie hoch dein Depot ohne Kosten wäre. Ein ungeförderter ETF-Sparplan ist flexibler und oft günstiger, bekommt aber keine Zulagen und ist bis zur Rente nicht gebunden.

Auszahlung im Alter

Die Auszahlung beginnt frühestens mit 65 Jahren oder mit dem Bezug einer gesetzlichen Altersrente und spätestens mit 70. Du kannst zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlplan wählen, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft. Bis zu 30 % des Kapitals darfst du zu Beginn auf einmal entnehmen. Die Auszahlungen werden vollständig nachgelagert besteuert, weil Beiträge und Erträge in der Ansparphase steuerlich begünstigt waren.

Ob du mit dem Depot deine Versorgungslücke schließt, hängt von Sparrate, Laufzeit und Rendite ab. Wie groß die Lücke ist, zeigt der Rentenlücken-Rechner. Für Kinder plant der Staat mit der Frühstart-Rente zusätzlich ein eigenes Vorsorgedepot.

Wer gefördert wird

Förderberechtigt sind wie bisher alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, außerdem Beamte und ihnen gleichgestellte Personen. Neu ist, dass auch Selbstständige und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke einbezogen werden. Für diese neuen Gruppen endet die Förderberechtigung mit 67 Jahren. Ehepartner ohne eigene Förderberechtigung können mittelbar gefördert werden, ihre Grundzulage ist dann auf 175 Euro begrenzt.

Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot

Ab wann kann ich ein Altersvorsorgedepot abschließen?

Die neuen geförderten Verträge starten am 1. Januar 2027. Bis Ende 2026 sind nur noch Riester-Verträge nach altem Recht möglich.

Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?

Bestehende Riester-Verträge laufen mit der bisherigen Förderung weiter. Ein Wechsel ins neue System ist freiwillig und nicht automatisch.

Wie viel muss ich einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen?

Für die maximale Grundzulage von 540 Euro brauchst du 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr, also 150 Euro im Monat. Die volle Kinderzulage von 300 Euro je Kind erreichst du schon mit 25 Euro im Monat.

Ist das Geld im Altersvorsorgedepot sicher?

Das Depot hat keine Garantie, der Wert kann schwanken. Über lange Laufzeiten gleichen sich Schwankungen meist aus, kurz vor Rentenbeginn können Verluste aber schwerer wiegen.

Quellen: Bundestag, Drucksache 21/4996 (Beschlussempfehlung Finanzausschuss), Bundestag: Beschluss vom 27.03.2026, Bundesregierung: Fragen und Antworten

Stand: 02.10.2026, um 15:18 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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