Betriebsrente

Von der Betriebsrente gehen in der Auszahlung Steuern sowie Kranken- und Pflegebeiträge ab. 2026 bleibt ein KV-Freibetrag von 197,75 Euro im Monat beitragsfrei.

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Betriebsrente-Netto-Rechner
Wie viel bleibt von der Betriebsrente netto?
Kranken- und Pflegeversicherung sowie Einkommensteuer auf die Betriebsrente – mit den Werten 2026.
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Übersicht

  • Die Betriebsrente wird in der Auszahlung voll nachgelagert besteuert.
  • 2026 bleiben 197,75 € im Monat beitragsfrei in der Krankenversicherung.
  • Darüber fallen rund 17,5 % KV an; die Pflegeversicherung kennt keinen Freibetrag.
  • In der Ansparphase sind bis 338 € (SV) bzw. 676 € (Steuer) im Monat begünstigt.

Die Betriebsrente – offiziell betriebliche Altersversorgung (bAV) – ist neben der gesetzlichen Rente und der privaten Vorsorge die zweite Säule der Altersvorsorge. In der Ansparphase ist sie steuer- und sozialabgabenbegünstigt, im Alter fallen dafür Steuern sowie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Mit dem Rechner oben siehst du, wie viel von deiner Betriebsrente netto übrig bleibt.

Gerade die Abzüge im Alter werden oft unterschätzt. Wer seine Versorgungslücke plant, sollte deshalb immer mit dem Nettobetrag rechnen und nicht mit der Bruttorente aus der Standmitteilung.

Die fünf Durchführungswege

Eine Betriebsrente kann auf fünf Wegen organisiert sein. Für dich als Arbeitnehmer unterscheiden sie sich vor allem darin, wer das Geld verwaltet und wie die Beiträge gefördert werden:

  • Direktversicherung: Der Arbeitgeber schließt eine Lebens- oder Rentenversicherung auf dein Leben ab. Der häufigste Weg bei der Entgeltumwandlung.
  • Pensionskasse: eine eigenständige Versorgungseinrichtung, oft für mehrere Unternehmen oder eine ganze Branche.
  • Pensionsfonds: ähnlich der Pensionskasse, darf das Geld aber freier am Kapitalmarkt anlegen.
  • Unterstützungskasse: eine rechtlich selbstständige Einrichtung des Arbeitgebers, ohne eigenen Rechtsanspruch gegenüber der Kasse.
  • Direktzusage: Der Arbeitgeber verspricht die Rente selbst und bildet dafür Rückstellungen.

Alle Ansprüche sind über den Pensions-Sicherungs-Verein beziehungsweise die Aufsicht über Versicherer abgesichert, falls der Arbeitgeber insolvent wird.

Förderung in der Ansparphase 2026

Bei den drei externen Wegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds bleiben Beiträge bis zu bestimmten Grenzen steuer- und sozialabgabenfrei. Die Grenzen hängen an der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung:

Förderung 2026Anteil der Beitragsbemessungsgrenzepro Monatpro Jahr
steuerfrei8 %676 €8.112 €
sozialversicherungsfrei4 %338 €4.056 €

Wandelst du Gehalt um, muss der Arbeitgeber 15 Prozent des umgewandelten Betrags zusätzlich einzahlen, soweit er dadurch Sozialabgaben spart. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig mehr. Wichtig: Durch die geringeren Rentenbeiträge sinkt auch deine gesetzliche Rente ein wenig.

Abzüge bei der Auszahlung

Im Ruhestand ist die Betriebsrente aus geförderten Beiträgen voll steuerpflichtig. Sie wird zusammen mit deiner gesetzlichen Rente und anderen Einkünften versteuert. Hinzu kommen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung:

  • Krankenversicherung: Pflichtversicherte Rentner zahlen den vollen Beitrag von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag (2026 durchschnittlich 2,9 Prozent). Es gilt ein Freibetrag von 197,75 Euro im Monat – nur der darüber liegende Teil ist beitragspflichtig.
  • Pflegeversicherung: 3,6 Prozent, für Kinderlose 4,2 Prozent. Hier gilt nur eine Freigrenze: Liegt die Betriebsrente über 197,75 Euro, ist der gesamte Betrag beitragspflichtig.
  • Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen auf die gesamte Betriebsrente Beiträge, privat Versicherte dagegen keine.

Beispiel: Was bleibt netto?

Annahme: gesetzliche Rente 1.600 Euro, pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner, mit Kindern, Rentenbeginn 2026:

Betriebsrente bruttoKrankenversicherungPflegeversicherungSteuer (Mehrbelastung)Betriebsrente netto
150 €0,00 €0,00 €26,92 €123,08 €
300 €17,89 €10,80 €52,33 €218,97 €
500 €52,89 €18,00 €89,67 €339,44 €
800 €105,39 €28,80 €148,42 €517,39 €

Je nach Höhe der übrigen Einkünfte bleiben also rund 65 bis 82 Prozent der Bruttorente übrig. Die Steuer ist hier als zusätzliche Einkommensteuer gegenüber der Situation ohne Betriebsrente berechnet. Wie die gesetzliche Rente besteuert wird, erklärt die Seite zur Rentenbesteuerung.

Einmalauszahlung statt Rente

Viele Verträge erlauben statt einer lebenslangen Rente eine Kapitalauszahlung. Auch dann fallen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an: Der Betrag wird rechnerisch auf 120 Monate verteilt, und für zehn Jahre werden Beiträge auf ein Hundertzwanzigstel fällig. Der Freibetrag von 197,75 Euro gilt dabei ebenfalls.

Steuerlich ist die Kapitalauszahlung aus geförderten Beiträgen im Jahr der Auszahlung voll steuerpflichtig, was zu einer hohen Progression führen kann. Bei Direktzusagen und Unterstützungskassen lässt sich die Belastung über die Fünftelregelung abmildern. Lass dich vor der Entscheidung beraten.

Jobwechsel und Unverfallbarkeit

Ansprüche aus Entgeltumwandlung gehören dir sofort. Arbeitgeberfinanzierte Anwartschaften sind unverfallbar, wenn die Zusage beim Ausscheiden mindestens drei Jahre bestanden hat und du mindestens 21 Jahre alt bist. Bei einem Jobwechsel kannst du den Vertrag in der Regel innerhalb eines Jahres zum neuen Arbeitgeber mitnehmen, privat weiterführen oder beitragsfrei stellen.

Sehr kleine Anwartschaften darf der Arbeitgeber beim Ausscheiden auch abfinden. Bewahre alle Unterlagen zu früheren Betriebsrenten gut auf – sie werden erst bei Rentenbeginn und nur auf Antrag ausgezahlt.

Häufige Fragen zur Betriebsrente

Lohnt sich eine Betriebsrente trotz der Abgaben im Alter?

Meist ja, wenn der Arbeitgeber einen guten Zuschuss zahlt. Denn in der Ansparphase sparst du Steuern und Abgaben auf deinen Beitrag, im Alter ist dein Steuersatz oft niedriger. Ohne nennenswerten Arbeitgeberzuschuss solltest du die Kosten des Vertrags kritisch prüfen.

Wie hoch ist der Freibetrag in der Krankenversicherung?

2026 beträgt er 197,75 Euro im Monat. Er gilt nur in der Krankenversicherung und nur für pflichtversicherte Rentner.

Wird die Betriebsrente auf die Grundrente angerechnet?

Ja. Bei der Einkommensprüfung zur Grundrente zählt die Betriebsrente als Einkommen mit.

Wie groß ist meine Versorgungslücke?

Das hängt von deiner gesetzlichen Rente und deinem Bedarf ab. Eine Schätzung liefert der Rentenlücken-Rechner.

Stand: 02.10.2026, um 11:50 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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