Robo-Advisor im Vergleich 2026
Was kostet ein Robo-Advisor und welcher passt zu dir? Hier erfährst du, wie Robo-Advisor funktionieren, wie du Servicegebühr und Fondskosten richtig vergleichst und worauf du bei Sicherheit, Steuern und Strategie achten solltest.
Übersicht
- Ein Robo-Advisor legt dein Geld automatisch in ein ETF-Portfolio passend zu deiner Risikobereitschaft an.
- Entscheidend sind die Gesamtkosten aus Servicegebühr und Fondskosten.
- Bei vielen Anbietern ist der Einstieg schon mit kleinen monatlichen Sparraten möglich.
- Fondsanteile sind Sondervermögen und bei einer Pleite des Anbieters geschützt – Kursverluste sind aber möglich.
Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung: Du beantwortest online ein paar Fragen zu Anlageziel, Anlagedauer und Risikobereitschaft, und der Anbieter legt dein Geld in ein passendes Portfolio aus meist kostengünstigen ETFs an. Danach kümmert er sich um alles Weitere – er investiert Sparraten, schichtet bei Kursschwankungen um (Rebalancing) und hält die gewählte Aktienquote.
Hier erfährst du, wie ein Robo-Advisor funktioniert, wie du die Kosten richtig vergleichst und worauf du bei Sicherheit, Steuern und Strategie achten solltest.
So funktioniert ein Robo-Advisor
- Anlageprofil: Über einen Online-Fragebogen ermittelt der Anbieter deine Ziele, deine Erfahrung mit Geldanlagen, deine finanzielle Situation und wie viel Schwankung du aushalten kannst.
- Strategievorschlag: Daraus ergibt sich eine Strategie mit einer bestimmten Aktienquote. Den Rest des Portfolios bilden meist Anleihen-ETFs oder andere schwankungsärmere Anlagen.
- Depoteröffnung: Das Depot wird bei einer Partner- oder Depotbank eröffnet. Zur Legitimation brauchst du einen Personalausweis oder Reisepass.
- Laufende Verwaltung: Der Robo-Advisor investiert Einmalbeträge und Sparraten, hält die Gewichtung durch Rebalancing ein und informiert dich regelmäßig über die Entwicklung.
Die meisten Robo-Advisor setzen auf ETFs. Einige Anbieter nutzen eigene oder aktiv gemanagte Fonds, setzen auf Faktor-Strategien oder ergänzen das Portfolio um Gold oder Kryptowerte. Häufig gibt es zusätzlich nachhaltige Varianten, Kinderdepots oder Entnahmepläne für die Auszahlphase. Neben eigenständigen Anbietern haben auch viele Banken einen eigenen Robo-Advisor im Angebot.
Was kostet ein Robo-Advisor?
Die Servicegebühr bezieht sich auf das verwaltete Vermögen und wird anteilig abgebucht. Hinzu kommen die laufenden Kosten der Fonds (TER), die direkt im Fondspreis verrechnet werden. Bei vielen Anbietern sind Depot, Ordergebühren und Rebalancing in der Servicegebühr enthalten. Viele Anbieter staffeln die Servicegebühr nach Anlagebetrag, sodass sie ab bestimmten Summen sinkt. Manche verzichten ganz auf eine separate Servicegebühr und verrechnen ihre Kosten über höhere Fondskosten.
Für einen fairen Vergleich zählt die Summe aus Servicegebühr und Fondskosten. Liegen die Gesamtkosten bei 1 Prozent statt 0,5 Prozent im Jahr, macht das über Jahrzehnte einen spürbaren Unterschied beim Endvermögen. So viel Servicegebühr fällt pro Jahr an (Rechenbeispiel, ohne Fondskosten):
| Anlagebetrag | Servicegebühr 0,40 % | Servicegebühr 0,75 % | Servicegebühr 1,00 % |
|---|---|---|---|
| 5.000 € | 20 € | 37,50 € | 50 € |
| 25.000 € | 100 € | 187,50 € | 250 € |
| 100.000 € | 400 € | 750 € | 1.000 € |
Rechenbeispiel mit Fondskosten: Bei 0,75 Prozent Servicegebühr und 0,20 Prozent Fondskosten zahlst du insgesamt 0,95 Prozent im Jahr – bei 25.000 Euro also 237,50 Euro. Die genauen Kosten deiner Strategie nennt dir der Anbieter vor Vertragsschluss in seiner Kosteninformation.
Zum Vergleich: Wer selbst einen ETF-Sparplan bei einem Online-Broker anlegt, zahlt oft nur die Fondskosten und keine oder geringe Ausführungsgebühren. Dafür musst du die ETFs selbst auswählen, die Aufteilung im Blick behalten und bei Bedarf selbst umschichten. Wie viel dein Geld mit regelmäßigen Raten wachsen kann, zeigt der ETF-Sparplan-Rechner.
Stiftung Warentest: 16 Robo-Advisor im Test
Die Stiftung Warentest hat im Juni 2026 insgesamt 16 Robo-Advisor geprüft. Die jährlichen Kosten der Angebote unterschieden sich dabei deutlich. Die Noten im Detail veröffentlicht die Stiftung Warentest auf test.de. Achte bei der Einordnung von Testergebnissen darauf, welche Strategie und welcher Tarif bewertet wurden – viele Anbieter haben mehrere Varianten mit unterschiedlichen Kosten und Leistungen.
Wie sicher ist dein Geld beim Robo-Advisor?
- Fonds sind Sondervermögen: ETFs und andere Investmentfonds werden getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt. Geht der Anbieter oder die Fondsgesellschaft pleite, bleiben die Fondsanteile dein Eigentum.
- Depotbank: Die Wertpapiere liegen bei einer Depotbank, nicht beim Robo-Advisor selbst. Prüfe, welche Bank das ist und in welchem Land sie sitzt.
- Guthaben auf dem Verrechnungskonto: Nicht investiertes Geld ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt.
- Marktrisiko: Gegen Kursverluste schützt ein Robo-Advisor nicht. Je höher die Aktienquote, desto stärker schwankt der Depotwert.
Steuern beim Robo-Advisor
Bei Anbietern mit deutscher Depotbank führt die Bank die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer automatisch ab. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr (Ehepaare 2.000 Euro) steuerfrei. Bei Aktien-ETFs sind 30 Prozent der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei. Für thesaurierende Fonds fällt jedes Jahr die Vorabpauschale an, die ebenfalls automatisch verrechnet wird.
Beachte: Auch das Rebalancing kann Steuern auslösen, wenn dabei Fondsanteile mit Gewinn verkauft werden. Liegt die Depotbank im Ausland, musst du deine Erträge unter Umständen selbst in der Steuererklärung angeben.
Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| breit gestreute ETF-Portfolios ohne eigenen Aufwand | Servicegebühr zusätzlich zu den Fondskosten |
| automatisches Rebalancing und Wiederanlage | wenig Einfluss auf die Auswahl der einzelnen Fonds |
| oft schon mit kleinen monatlichen Sparraten möglich | keine persönliche Beratung in den günstigen Tarifen |
| disziplinierte Anlage, auch in schwachen Börsenphasen | kein Schutz vor Kursverlusten |
Robo-Advisor oder eigener ETF-Sparplan?
| Deine Situation | Passende Lösung |
|---|---|
| Du möchtest dich um nichts selbst kümmern | Robo-Advisor mit Strategie passend zu deiner Risikobereitschaft |
| Du möchtest möglichst geringe Kosten und traust dir die ETF-Auswahl zu | eigener ETF-Sparplan in einem Online-Depot |
| Du brauchst das Geld in den nächsten Jahren | Tagesgeld oder Festgeld statt Aktienanlage |
| Du hast ein größeres Vermögen und wünschst persönliche Betreuung | Vermögensverwaltung oder Robo-Advisor mit Beratungstarif |
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
- Gesamtkosten: Servicegebühr und Fondskosten zusammenrechnen. Achte auf Staffeln, die ab bestimmten Beträgen günstiger werden.
- Einstieg: Manche Anbieter starten schon mit kleinen monatlichen Sparraten, andere verlangen eine höhere Einmalanlage.
- Strategie: Wähle eine Aktienquote, die zu deiner Anlagedauer passt. Für Geld, das du in den nächsten Jahren brauchst, eignet sich eher Tagesgeld oder Festgeld.
- Nachhaltigkeit: Fast alle Anbieter haben nachhaltige Portfolios. Die Kriterien unterscheiden sich aber deutlich.
- Extras: Kinderdepot, Entnahmeplan für die Auszahlphase oder vermögenswirksame Leistungen gibt es nicht überall.
- Flexibilität: Prüfe, ob du Sparraten kostenlos ändern, die Strategie wechseln und jederzeit Geld entnehmen kannst.
Häufige Fragen zum Robo-Advisor
Welcher Robo-Advisor ist der beste?
Das hängt von Betrag und Wünschen ab. Für kleine Sparraten zählen ein niedriger Einstieg und eine geringe Servicegebühr, bei größeren Vermögen die Gebührenstaffel.
Lohnt sich ein Robo-Advisor gegenüber einem eigenen ETF-Sparplan?
Ein eigener ETF-Sparplan ist meist günstiger. Ein Robo-Advisor lohnt sich vor allem, wenn du dich nicht selbst um Fondsauswahl und Umschichtung kümmern möchtest und die zusätzliche Gebühr dafür in Kauf nimmst.
Kann ich beim Robo-Advisor Geld verlieren?
Ja. Der Robo-Advisor legt dein Geld am Kapitalmarkt an, der Depotwert schwankt mit den Kursen. Verluste sind möglich, vor allem bei hoher Aktienquote und kurzer Anlagedauer.
Kann ich jederzeit an mein Geld?
In der Regel ja. Du kannst Sparraten ändern oder aussetzen und Geld entnehmen; der Verkauf der Fondsanteile dauert meist wenige Tage. Bei einem Verkauf nach Kursverlusten realisierst du diese allerdings.
Keine Anlageberatung.
