Depotwechsel 2026: So ziehen deine Wertpapiere um

Wie du dein Depot zu einem anderen Anbieter überträgst, was mit Anschaffungsdaten, Verlusttöpfen und Freistellungsauftrag passiert und worauf du bei Fonds, Bruchstücken und Wechselprämien achtest.

Übersicht

  • Beim Depotwechsel ziehen deine Wertpapiere ohne Verkauf um, die Anschaffungsdaten werden übermittelt (§ 43a EStG).
  • Verluste gehen bei vollständigem Übertrag auf Wunsch mit, sonst hilft eine Verlustbescheinigung bis 15. Dezember.
  • Sparpläne und Freistellungsauftrag musst du beim neuen Anbieter neu einrichten.
  • Fonds, ausländische Papiere und Bruchstücke können Sonderregeln haben – vorher klären.

Anbieter und Produkte im Vergleich

Trade Republic

Trade Republic
1 € (Bestpreis), 2 € mit freier Börsenwahl
pro Order
Sparpläne ab 1 € kostenlos, mehr als 2.000 ETFs
2,50 % Zinsen auf Guthaben
steuereinfach
Bonus
1 % Saveback: Von Zahlungen mit der Trade-Republic-Karte fließen 1 % (bis 15 € im Monat) in deinen Sparplan – Voraussetzung sind mindestens 50 € Sparplan im Monat.
  • Depot: 0 €
  • Order: 1 € („Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen, Trade Republic als Gegenpartei) oder 2 € („Direktpreis“ mit freier Wahl aus 30 Börsen, u. a. Xetra, Euronext, Nasdaq)
  • Zins auf Guthaben: 2,50 % p. a.
  • Besonderheiten: eigene MTF-Lizenz, Web Terminal ohne Zusatzkosten
Depot und Konto bei der Trade Republic Bank GmbH (deutsche Bank); Guthaben teils in Geldmarktfonds

Trade Republic bietet ein Depot für 0 € mit Orders für 1 € beim „Bestpreis“ oder 2 € mit freier Börsenwahl und 2,50 % Zins auf Guthaben.

Seit 02.07.2026 werden Orders beim „Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt (1 € je Trade); mit „Direktpreis“ wählt man für 2 € je Trade selbst eine von 30 Börsen, darunter Xetra, Euronext und Nasdaq. Die Preisseite des Anbieters ist nur per App/JavaScript abrufbar; die Ordergebühren stammen aus der Pressemitteilung der Trade Republic Bank GmbH vom 02.07.2026.

Scalable Capital

Scalable Capital
0,99 € (EIX), 1,99 € (gettex, Xetra)
pro Order
Sparpläne ab 1 € kostenlos, 2,60 % Zinsen im separaten Tagesgeld, mehr als 2.700 ETFs
steuereinfach
Bonus
PRIME-ETFs ab 250 € ohne Ordergebühr (Kauf an der European Investor Exchange, auch im kostenlosen FREE Broker).
  • Depot: 0 €; PRIME+ 4,99 € im Monat
  • Order FREE: EIX 0,99 €, Kauf von PRIME-ETFs ab 250 € 0 €; gettex und Xetra 1,99 €
  • Order PRIME+: EIX ab 250 € 0 €, darunter 0,99 €; gettex und Xetra 1,99 €
  • Sparpläne: 0 €, ab 1 €
  • Zinsen: Verrechnungskonto 0 %, separates Tagesgeld 2,60 % p. a. variabel (seit 01.09.2026)
  • Krypto: nur über ETPs, Aufschlag 0,99 % (PRIME+ 0,69 %)
Scalable Capital Bank GmbH, München (Kreditinstitut mit BaFin-Erlaubnis); Guthaben verteilt auf Scalable, Partnerbanken (gesetzliche Einlagensicherung je 100.000 €) und – ohne PRIME+ – qualifizierte Geldmarktfonds; PRIME+ bis 5 x 100.000 € Einlagensicherung

Scalable Capital bietet den Broker im Modell FREE ohne Grundgebühr und als PRIME+ für 4,99 € im Monat an; Sparpläne sind in beiden Modellen kostenlos, Zinsen gibt es nur über das separate Tagesgeld.

Gehandelt wird an der European Investor Exchange (EIX), gettex und Xetra. Im Angebot sind über 8.000 Aktien (4.500 als Sparplan), mehr als 2.700 ETFs und über 3.800 Fonds; ein Kinderdepot ist möglich. Die Kapitalertragsteuer wird automatisch abgeführt.

finvesto

finvesto
1,99 €
pro Order
Über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs, Sparpläne ab 1 Cent, 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, Depot für Minderjährige ohne Depotentgelt
steuereinfach
Aktion
ETF-Aktion für Neu- und Bestandskunden: 01.10.2026 bis 31.03.2027 alle ETF-Käufe (Einmalanlage und Sparplan) ohne ETF-Transaktionsentgelt von regulär 0,20 %
  • Orderkosten: 1,99 € je Fondstransaktion, bei ETFs zzgl. 0,20 % (Kauf bis 31.03.2027 ohne ETF-Entgelt)
  • Depot: finvesto Depot 11,50 € pro Quartal (bis 99 Positionen), finvesto Depot basis 6 € pro Quartal (1 Position), unter 18 Jahren kostenlos; VL-Vertrag 12 € pro Jahr
  • Fonds/ETF-Transaktion: 1,99 € online (8 € schriftlich), Fonds zzgl. Ausgabeaufschlag (derzeit 50 % Rabatt), ETFs zzgl. 0,20 % ETF-Transaktionsentgelt
  • Sparplan: ab 1 Cent; Fondssparpläne ohne Transaktionsentgelt; ETF-Käufe bis 31.03.2027 ohne ETF-Transaktionsentgelt
  • Wertpapierdepot (Aktien, Anleihen, Zertifikate): 3 € pro Quartal (entfällt mit finvesto Depot mit Bestand), Inland 5,95 € bis 2.000 €, 8,95 € bis 5.000 €, 15,95 € bis 10.000 €, darüber 21,95 €; USA 25 €, sonstiges Ausland 35 €; zzgl. Börsenentgelte; Aktiensparplan ab 25 €, 1,75 %
  • Handelsplätze: über 60 Börsenplätze im Wertpapierdepot
  • Depotübertrag: kostenlos
FNZ Bank SE (Marke finvesto): Pflichtmitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (Einlagen bis 100.000 €, Wertpapiergeschäfte 90 %, max. 20.000 €) und Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Das finvesto Depot der FNZ Bank ist ein Fondsdepot für über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs und kostet 11,50 € pro Quartal (finvesto Depot basis mit einer Position 6 € pro Quartal).

Je Kauf, Verkauf oder Umschichtung fallen online 1,99 € an, bei ETFs zusätzlich 0,20 % des Volumens; vom 01.10.2026 bis 31.03.2027 entfällt dieses ETF-Entgelt bei Käufen. Fonds gibt es derzeit mit 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (änderbar). Fondssparpläne sind ab 1 Cent möglich und vom Transaktionsentgelt befreit. Für Aktien und Anleihen gibt es das separate finvesto Wertpapierdepot (1 € im Monat, entfällt mit finvesto Depot mit Bestand; Order im Inland ab 5,95 €). Die FNZ Bank führt die Abgeltungsteuer ab.

Traders Place

Traders Place
0 € ab 500 € (gettex), darunter 0,95 €
pro Order
über 40 Handelsplätze, rund 10.800 Sparpläne ab 1 €
2,00 % (Zinskonto bis 1 Mio. €, ab 5.000 €), Verrechnungskonto 0 % Zinsen auf Guthaben
steuereinfach
Aktion
Neukunden: 60 € in ETF-Anteilen (Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap) bei mindestens 3 Trades über je 100 € innerhalb von 45 Tagen nach Depoteröffnung
  • Depot: 0 € (Verwahrung Baader Bank)
  • Order: gettex und Baader Trading ab 500 € 0 €, darunter 0,95 €; Tradegate 5 €; L&S Exchange 6 €; Xetra 2 € + 0,01 % (mind. 3 €)
  • ETF-Sparplan: 0 € bei Premium-Partnern (Amundi, DWS, DJE, Xtrackers, iShares, Vanguard), sonst 0,50 €; ab 1 €
  • Zins auf Guthaben: 2,00 % auf dem Zinskonto (5.000 € bis 1 Mio. €, Konditionen bis 31.12.2027), Verrechnungskonto 0 %
  • Handelsplätze: mehr als 40
Depot und Verrechnungskonto bei der Baader Bank AG; Zinskonto mit gesetzlicher Einlagensicherung

Traders Place bietet über 40 Handelsplätze, gettex-Orders ab 500 € für 0 € und 2,00 % Zins auf dem Zinskonto.

Das Depot wird bei der Baader Bank geführt und ist kostenlos. Sparpläne gibt es ab 1 €, bei Premium-Partnern ohne Gebühr. Neukunden erhalten 60 € in ETF-Anteilen, wenn sie innerhalb von 45 Tagen mindestens drei Trades über je 100 € ausführen. Die Kapitalertragsteuer behält die depotführende Bank ein.

TARGOBANK Klassik-Depot

TARGOBANK Klassik-Depot
ab 8,90 €
pro Order
Depotwechselprämie bis 5.000 € oder 2,80 % Tagesgeld für 12 Monate, persönliche Beratung in der Filiale möglich
steuereinfach
Aktion
Depotwechsel ab 7.000 €: Prämie 0,75 % des Kurswerts (beim Klassik-Depot nur auf Investmentfonds), max. 5.000 €, alternativ 2,80 % Tagesgeld für 12 Monate (nicht kombinierbar)
  • Depot: 2,50 € im Monat, kostenlos mit Online-Postfach oder ab 50.000 € Geldeinlage
  • Order online: Börse 0,25 %, mind. 8,90 €, max. 34,90 € zzgl. Börsenplatzentgelt (Xetra 2,00 €, Parkettbörsen 3,50 €) und fremder Kosten; Filiale 0,50 %, mind. 34,90 €
  • ETF-/Aktiensparplan: ab 50 € bis 500 €, 2,5 %, mind. 1,50 €, max. 3,00 € je Ausführung über Xetra
  • Fondssparplan: ab 25 € (ausgewählte Fonds), sonst 100 €, mit Ausgabeaufschlag
  • Investmentfonds: bei vielen Fonds 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag im Online-Brokerage
  • Handelsplätze: mehr als 20 Handelsplätze
  • Wechselprämie: 0,75 % des Kurswerts (Klassik-Depot: nur Investmentfonds), max. 5.000 €, ab 7.000 € Übertrag, 1 Jahr Haltedauer
Depot bei der TARGOBANK AG (Crédit Mutuel Bankengruppe); Guthaben: gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde, zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Das Klassik-Depot der TARGOBANK verbindet Online-Handel mit persönlicher Beratung in der Filiale und bietet beim Depotwechsel eine Prämie oder einen Tagesgeld-Aktionszins.

Persönliche Anlageberatung in der Filiale gibt es ab 50.000 € Gesamtguthaben. Die TARGOBANK führt die Abgeltungsteuer ab.

DKB

DKB
ab 10 €
pro Order
an Tradegate, gettex und Quotrix kein Ausführungsentgelt, über 500 ETF-Sparpläne in der Aktion ohne Ausführungsentgelt
steuereinfach
  • Depot: 0 € (Verwahrentgelt nur für Xetra Gold und ADRs)
  • Order: 10 € bis 5.000 €, 15 € bis 20.000 €, darüber 30 €; Xetra/Parkett zzgl. 2,50 €; Tradegate, gettex, Quotrix und außerbörslich ohne Ausführungsentgelt
  • ETF-Sparplan: 1,50 € pro Ausführung; über 500 Aktions-ETFs ohne Ausführungsentgelt
  • ETF-Aktion: über 200 ETFs außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt
  • Handelsplätze: 9 inländische Börsen, viele Auslandsbörsen, außerbörslicher Handel
Deutsche Kreditbank AG: gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €; zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (ESF)

Bei der DKB kosten Orders bis 5.000 € 10 €, an Tradegate, gettex und Quotrix fällt kein Ausführungsentgelt an.

Sparpläne auf ETFs, Aktien und Fonds kosten 1,50 € pro Ausführung, für über 500 Aktions-ETFs übernehmen Partner das Entgelt. Über 200 ETFs lassen sich außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt kaufen. Voraussetzung für das Depot ist ein DKB-Girokonto.

Postbank

Postbank
ab 9,95 €
pro Order
Depot und Anlagekonto 0 €, über 550 ETF-Sparpläne ohne Transaktionsgebühr ab 25 €, Filialberatung möglich
steuereinfach
Aktion
ETF-Aktion bis 31.12.2026: 4,90 € je Online-Kauforder ab 1.200 € für über 1.800 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard (ohne gehebelte/Short-ETFs), zzgl. Börsenentgelte
  • Orderkosten: ab 9,95 € (Inland bis 1.200 € Kurswert) zzgl. fremder Kosten
  • Zins: 0,00 % auf dem Anlagekonto
  • Depot: 0 € pro Quartal, Anlagekonto 0 €
  • Order online Inland: 9,95 € bis 1.200 €, 17,95 € bis 2.600 €, 29,95 € bis 5.200 €, 39,95 € bis 12.500 €, 54,95 € bis 25.000 €, darüber 69,95 €; zzgl. fremder Kosten
  • Order online Ausland: 32,95 € bis 79,95 €; Filiale/Telefon jeweils 13,00 € mehr
  • ETF-Sparplan: über 550 ETFs, 0,00 € Transaktionsgebühr, 25 bis 1.000 € monatlich, zweimonatlich oder dreimonatlich
  • Fonds (Festpreisgeschäft online): Ausgabeaufschlag Aktien-/Misch-/Immobilienfonds 1,50 %, Rentenfonds 1,00 %, geldmarktnahe Fonds 0 %
  • Handelsplätze: deutsche Börsen, Auslandsbörsen und Direct Trade (werktags 7:30 bis 23:00 Uhr, auch am Wochenende)
  • Zins Anlagekonto: 0,00 %, geduldete Überziehung 10,90 %
Deutsche Bank AG (Marke Postbank): gesetzliche Einlagensicherung Deutschland (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken) bis 100.000 € pro Einleger; darüber hinaus Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken; Depot bei der Postbank – eine Niederlassung der Deutsche Bank AG

Das Postbank Wertpapierdepot kostet 0 €, eine Online-Order an inländischen Börsen kostet ab 9,95 € bis 1.200 € Kurswert.

Über 550 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard lassen sich bis auf Weiteres ohne Transaktionsgebühr ab 25 € besparen. Bis 31.12.2026 kosten Online-Käufe ab 1.200 € für über 1.800 ETFs dieser Anbieter 4,90 €. Das Anlagekonto als Verrechnungskonto ist kostenlos, aber derzeit unverzinst. Depotüberträge sind kostenfrei. Online-Eröffnung ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland und Referenz-Girokonto. Die Postbank führt die Abgeltungsteuer ab.

Auswahl und Reihenfolge der Anbieter legt die Redaktion fest; dabei fließen auch Kooperationen und Werbepartnerschaften ein. Die Übersicht ist kein vollständiger Marktvergleich. Konditionen laut Anbieter, Stand: 06.10.2026, ohne Gewähr. Für Abschlüsse über „zum Angebot“ erhalten wir gegebenenfalls eine Provision – am Preis ändert sich für dich nichts.

Beim Depotwechsel ziehen deine Wertpapiere zu einem anderen Anbieter um, ohne dass du sie verkaufen musst. Kursgewinne werden dadurch nicht realisiert, und die steuerlich wichtigen Kaufdaten wandern mit. Trotzdem gibt es einiges zu beachten – von Verlusttöpfen über Sparpläne bis zu Fondsanteilen, die sich nicht ohne Weiteres übertragen lassen. Hier liest du, wie der Wechsel Schritt für Schritt abläuft und wo typische Stolperfallen liegen. Aktuelle Angebote findest du in der Übersicht oben.

Gründe für einen Wechsel des Depots

  • Kosten: Dein Anbieter hat die Gebühren erhöht, oder du zahlst für Leistungen, die du nicht nutzt.
  • Angebot: Dir fehlen Handelsplätze, Sparpläne auf bestimmte ETFs oder Funktionen wie ein Entnahmeplan.
  • Ordnung: Du möchtest mehrere Depots zusammenlegen, um den Überblick und den Freistellungsauftrag einfacher zu verwalten.
  • Service: Dir ist persönliche Beratung wichtig geworden – oder du brauchst sie nicht mehr.
  • Steuern: Dein bisheriger Anbieter führt die Abgeltungsteuer nicht automatisch ab, und du möchtest die Steuererklärung vereinfachen.

Ablauf: In sieben Schritten zum neuen Depot

  1. Neues Depot eröffnen: Das neue Depot muss auf denselben Inhaber lauten wie das alte – bei Gemeinschaftsdepots auf dieselben Personen.
  2. Sparpläne und offene Orders beim alten Anbieter beenden: Laufende Sparpläne werden nicht mit übertragen. Lösche außerdem offene Limit- und Stop-Orders, damit während des Umzugs nichts ausgeführt wird.
  3. Übertragsauftrag erteilen: Meist füllst du das Formular beim neuen Anbieter aus. Du brauchst die alte Depotnummer und die Bankleitzahl oder BIC des bisherigen Instituts. Der neue Anbieter leitet den Auftrag weiter.
  4. Verlusttöpfe klären: Lege fest, ob dein nicht ausgeglichener Verlust mit übertragen oder bescheinigt werden soll (siehe unten).
  5. Übertrag abwarten und prüfen: Kontrolliere nach dem Eingang, ob alle Positionen vollständig angekommen sind und die Einstandskurse stimmen.
  6. Freistellungsauftrag und Sparpläne neu anlegen: Verteile deinen Freibetrag neu und richte die Sparpläne beim neuen Anbieter ein.
  7. Altes Depot auflösen: Ist das Depot leer, kündige es samt Verrechnungskonto, sofern du es nicht weiter nutzen willst. Restguthaben überweist du vorher auf dein Girokonto.

Anschaffungsdaten und Verlusttöpfe beim Umzug

Anschaffungsdaten wandern mit

Für die Abgeltungsteuer braucht die neue Bank die Kaufkurse und Kaufdaten deiner Wertpapiere. Nach § 43a Abs. 2 Einkommensteuergesetz muss die abgebende inländische Stelle der übernehmenden inländischen Stelle die Anschaffungsdaten mitteilen. Fehlen sie trotzdem, etwa nach einer fehlerhaften Übermittlung, darf die Bank beim Verkauf pauschal 30 Prozent des Erlöses als Gewinn ansetzen (Ersatzbemessungsgrundlage). Prüfe die Einstandskurse deshalb direkt nach dem Übertrag und melde Lücken sofort.

Verlust mitnehmen oder bescheinigen lassen

Banken führen Verlusttöpfe, in denen nicht ausgeglichene Verluste auf spätere Gewinne vorgetragen werden. Beim Wechsel hast du zwei Möglichkeiten (§ 43a Abs. 3 EStG):

WegVoraussetzungWas passiert
Mitteilung an die neue BankDu überträgst alle Wertpapiere vollständig auf ein anderes Depot und verlangst die Mitteilung.Die alte Bank meldet der neuen die Höhe des nicht ausgeglichenen Verlusts, der dort weiter verrechnet wird.
VerlustbescheinigungUnwiderruflicher Antrag, der bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres bei der Bank eingehen mussDer Verlustvortrag bei der Bank entfällt, du machst den Verlust in der Steuererklärung geltend.
Keine Aktion–Der Verlust bleibt im Topf der alten Bank und wird nur mit künftigen Gewinnen dort verrechnet.

Bei einem Teilübertrag bleibt der Verlusttopf bei der alten Bank. Willst du sie ganz verlassen, denke an die Frist für die Bescheinigung.

Übertrag auf eine andere Person

Ein Depotwechsel im engeren Sinn findet zwischen Depots desselben Inhabers statt. Wechselt dabei der Inhaber – etwa beim Übertrag auf ein Kind oder den Ehepartner –, gilt das für den Steuerabzug zunächst als Verkauf. Teilst du der Bank mit, dass es sich um eine unentgeltliche Übertragung handelt, entfällt das; die Bank meldet die Übertragung dann aber dem Finanzamt (§ 43 Abs. 1 EStG). Bei größeren Werten kann Schenkungssteuer ein Thema sein.

Freistellungsauftrag und Sparpläne neu ordnen

Dein Freistellungsauftrag gilt nur bei der Bank, bei der du ihn erteilt hast. Die Summe aller Aufträge darf den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 Euro, nicht übersteigen. Reduziere oder lösche den Auftrag beim alten Anbieter und erteile beim neuen einen passenden. Wie die Aufteilung funktioniert, liest du auf der Seite zum Freistellungsauftrag.

Sparpläne musst du neu anlegen. Plane eine Lücke ein: Wer den alten Sparplan zu früh beendet und den neuen erst nach dem Übertrag einrichtet, setzt womöglich einen oder zwei Monate aus. Viele Anleger richten den neuen Sparplan deshalb bereits parallel ein.

Dauer des Übertrags

Eine gesetzliche Frist für den Depotübertrag gibt es nicht – die Fristen der Kontowechselhilfe aus dem Zahlungskontengesetz gelten für Zahlungskonten, nicht für Depots. In der Praxis dauert ein Übertrag zwischen deutschen Instituten oft einige Tage bis wenige Wochen. Länger kann es werden, wenn ausländische Wertpapiere, Fonds bei einer Fondsgesellschaft oder exotische Papiere dabei sind. Für den Umzug deines Girokontos gibt es dagegen klare gesetzliche Regeln, die unsere Seite zum Kontowechsel erklärt.

Während des Übertrags kannst du die betroffenen Wertpapiere in der Regel weder beim alten noch beim neuen Anbieter verkaufen. Wer in dieser Zeit flexibel bleiben muss, wählt einen ruhigeren Zeitpunkt oder überträgt die Positionen nacheinander.

Was der Übertrag kostet

Für den Übertrag eines Depots innerhalb Deutschlands verlangen Banken üblicherweise kein Entgelt. Anders kann es aussehen, wenn Wertpapiere bei einer ausländischen Lagerstelle verwahrt werden: Dann können fremde Kosten entstehen, die an dich weitergereicht werden. Frage im Zweifel vorab nach und prüfe das Preis- und Leistungsverzeichnis beider Anbieter.

Teilübertrag, Fondsanteile und Bruchstücke

Nur einzelne Positionen umziehen

Du musst nicht das ganze Depot übertragen. Ein Teilübertrag einzelner Wertpapiere oder Stückzahlen ist möglich. Beachte, dass der Verlusttopf dann nicht mit umzieht und du zwei Depots parallel führst.

Fonds mit besonderer Verwahrung

Fondsanteile, die direkt bei einer Fondsgesellschaft oder einer Fondsplattform liegen, lassen sich nicht immer in jedes Depot übertragen. Prüfe vorab, ob der neue Anbieter den Fonds überhaupt führt. Andernfalls bleibt nur der Verkauf – mit möglichen Steuerfolgen.

Bruchstücke aus Sparplänen

Sparpläne erzeugen oft Bruchteile von Anteilen. Diese können häufig nicht übertragen werden. Je nach Anbieter werden sie verkauft und der Erlös ausgezahlt, wodurch ein kleiner steuerpflichtiger Gewinn oder Verlust entstehen kann. Kläre das vor dem Übertrag.

Depot ins Ausland oder aus dem Ausland übertragen

Kommen Wertpapiere von einem Institut aus einem anderen EU- oder EWR-Staat, kannst du die Anschaffungsdaten nur durch eine Bescheinigung des ausländischen Instituts nachweisen. Aus anderen Staaten ist ein Nachweis gegenüber der deutschen Bank nicht zulässig; sie setzt beim Verkauf dann die Ersatzbemessungsgrundlage an. Die zu viel einbehaltene Steuer kannst du über die Steuererklärung überprüfen lassen (§ 32d Abs. 4 EStG). Gehen deine Wertpapiere zu einem Anbieter ohne Steuerabzug in Deutschland, musst du Erträge künftig selbst in der Steuererklärung angeben.

Wechselprämien: Bedingungen genau lesen

Manche Anbieter belohnen den Umzug eines Depots mit einer Prämie. Die Bedingungen sind oft eng gefasst:

  • Mindestvolumen: Die Prämie wird erst ab einem bestimmten Depotwert gezahlt oder steigt in Stufen.
  • Haltedauer: Das übertragene Vermögen muss für einen festgelegten Zeitraum im Depot bleiben.
  • Rückforderung: Verkaufst oder überträgst du vorher, kann die Prämie ganz oder anteilig zurückgefordert werden.
  • Neukundenstatus: Wer schon einmal Kunde war, ist oft ausgeschlossen.
  • Nachweis: Häufig zählen nur Überträge, nicht aber Einzahlungen von Bargeld.

Eine Prämie sollte nicht der einzige Grund für einen Wechsel sein. Rechne aus, ob die laufenden Kosten beim neuen Anbieter auf Dauer zu deinem Anlageverhalten passen. Einen Überblick über Kostenmodelle bietet die Seite zu Broker-Gebühren.

Checkliste für den Depotwechsel

  • Neues Depot auf denselben Inhaber eröffnet
  • Sparpläne beim alten Anbieter beendet, offene Orders gelöscht
  • Fonds und ausländische Papiere auf Übertragbarkeit geprüft
  • Entscheidung zu Bruchstücken getroffen
  • Verlust mitnehmen oder Verlustbescheinigung bis 15. Dezember beantragt
  • Übertragsauftrag mit Depotnummer und BIC erteilt
  • Einstandskurse nach dem Eingang kontrolliert
  • Freistellungsauftrag neu verteilt
  • Neue Sparpläne eingerichtet
  • Prämienbedingungen und Haltefristen notiert
  • Altes Depot und Verrechnungskonto gekündigt

Häufige Fragen zum Depotwechsel

Muss ich beim Depotwechsel Steuern zahlen?

Nein, solange die Wertpapiere zwischen Depots desselben Inhabers übertragen werden. Es findet kein Verkauf statt, und die Anschaffungsdaten werden übermittelt. Steuern können nur entstehen, wenn Bruchstücke verkauft werden oder der Inhaber wechselt, ohne dass du eine unentgeltliche Übertragung meldest.

Kann ich während des Übertrags handeln?

Die betroffenen Wertpapiere sind während des Umzugs meist gesperrt. Andere Positionen und neue Käufe beim neuen Anbieter sind davon nicht betroffen.

Was passiert mit meinen Verlusten?

Bei einem vollständigen Übertrag kann die alte Bank den Verlust auf deinen Wunsch an die neue melden. Alternativ beantragst du bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung und machst den Verlust in der Steuererklärung geltend.

Kann ich ein Gemeinschaftsdepot auf ein Einzeldepot übertragen?

Das ist ein Inhaberwechsel. Für den Steuerabzug gilt er als Verkauf, sofern du der Bank keine unentgeltliche Übertragung mitteilst – dann meldet sie den Vorgang dem Finanzamt.

Muss ich das alte Depot kündigen?

Nicht zwingend. Bleibt es leer, kann es aber Gebühren auslösen, und du behältst ein Konto, das du im Blick behalten musst. Ein Depot mit Restbeständen nach einem Teilübertrag läuft normal weiter.

Keine Anlageberatung.

Stand: 07.10.2026, um 20:08 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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