Trading-Vergleich: Die besten Anbieter 2026
Was Trading vom langfristigen Investieren unterscheidet, wie Handelsplätze und Ordertypen funktionieren und wie du Risiken bei Aktien, Hebelprodukten und CFDs begrenzt.
Übersicht
- Trading heißt, Wertpapiere eher kurzfristig zu kaufen und zu verkaufen – im Gegensatz zum langfristigen Investieren.
- Handelsplatz und Ordertyp entscheiden mit darüber, zu welchem Kurs deine Order ausgeführt wird.
- Hebelprodukte, Optionsscheine und CFDs können zum Totalverlust führen, auch bei Aktien und Krypto-ETPs sind hohe Verluste möglich.
- Feste Verlustgrenzen, eine begrenzte Positionsgröße und Streuung sind wichtiger als die Suche nach dem perfekten Einstieg.
Anbieter und Produkte im Vergleich
Trade Republic
- Depot: 0 €
- Order: 1 € („Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen, Trade Republic als Gegenpartei) oder 2 € („Direktpreis“ mit freier Wahl aus 30 Börsen, u. a. Xetra, Euronext, Nasdaq)
- Zins auf Guthaben: 2,50 % p. a.
- Besonderheiten: eigene MTF-Lizenz, Web Terminal ohne Zusatzkosten
Trade Republic bietet ein Depot für 0 € mit Orders für 1 € beim „Bestpreis“ oder 2 € mit freier Börsenwahl und 2,50 % Zins auf Guthaben.
Seit 02.07.2026 werden Orders beim „Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt (1 € je Trade); mit „Direktpreis“ wählt man für 2 € je Trade selbst eine von 30 Börsen, darunter Xetra, Euronext und Nasdaq. Die Preisseite des Anbieters ist nur per App/JavaScript abrufbar; die Ordergebühren stammen aus der Pressemitteilung der Trade Republic Bank GmbH vom 02.07.2026.
Scalable Capital
- Depot: 0 €; PRIME+ 4,99 € im Monat
- Order FREE: EIX 0,99 €, Kauf von PRIME-ETFs ab 250 € 0 €; gettex und Xetra 1,99 €
- Order PRIME+: EIX ab 250 € 0 €, darunter 0,99 €; gettex und Xetra 1,99 €
- Sparpläne: 0 €, ab 1 €
- Zinsen: Verrechnungskonto 0 %, separates Tagesgeld 2,60 % p. a. variabel (seit 01.09.2026)
- Krypto: nur über ETPs, Aufschlag 0,99 % (PRIME+ 0,69 %)
Scalable Capital bietet den Broker im Modell FREE ohne Grundgebühr und als PRIME+ für 4,99 € im Monat an; Sparpläne sind in beiden Modellen kostenlos, Zinsen gibt es nur über das separate Tagesgeld.
Gehandelt wird an der European Investor Exchange (EIX), gettex und Xetra. Im Angebot sind über 8.000 Aktien (4.500 als Sparplan), mehr als 2.700 ETFs und über 3.800 Fonds; ein Kinderdepot ist möglich. Die Kapitalertragsteuer wird automatisch abgeführt.
finvesto
- Orderkosten: 1,99 € je Fondstransaktion, bei ETFs zzgl. 0,20 % (Kauf bis 31.03.2027 ohne ETF-Entgelt)
- Depot: finvesto Depot 11,50 € pro Quartal (bis 99 Positionen), finvesto Depot basis 6 € pro Quartal (1 Position), unter 18 Jahren kostenlos; VL-Vertrag 12 € pro Jahr
- Fonds/ETF-Transaktion: 1,99 € online (8 € schriftlich), Fonds zzgl. Ausgabeaufschlag (derzeit 50 % Rabatt), ETFs zzgl. 0,20 % ETF-Transaktionsentgelt
- Sparplan: ab 1 Cent; Fondssparpläne ohne Transaktionsentgelt; ETF-Käufe bis 31.03.2027 ohne ETF-Transaktionsentgelt
- Wertpapierdepot (Aktien, Anleihen, Zertifikate): 3 € pro Quartal (entfällt mit finvesto Depot mit Bestand), Inland 5,95 € bis 2.000 €, 8,95 € bis 5.000 €, 15,95 € bis 10.000 €, darüber 21,95 €; USA 25 €, sonstiges Ausland 35 €; zzgl. Börsenentgelte; Aktiensparplan ab 25 €, 1,75 %
- Handelsplätze: über 60 Börsenplätze im Wertpapierdepot
- Depotübertrag: kostenlos
Das finvesto Depot der FNZ Bank ist ein Fondsdepot für über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs und kostet 11,50 € pro Quartal (finvesto Depot basis mit einer Position 6 € pro Quartal).
Je Kauf, Verkauf oder Umschichtung fallen online 1,99 € an, bei ETFs zusätzlich 0,20 % des Volumens; vom 01.10.2026 bis 31.03.2027 entfällt dieses ETF-Entgelt bei Käufen. Fonds gibt es derzeit mit 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (änderbar). Fondssparpläne sind ab 1 Cent möglich und vom Transaktionsentgelt befreit. Für Aktien und Anleihen gibt es das separate finvesto Wertpapierdepot (1 € im Monat, entfällt mit finvesto Depot mit Bestand; Order im Inland ab 5,95 €). Die FNZ Bank führt die Abgeltungsteuer ab.
TARGOBANK Klassik-Depot
- Depot: 2,50 € im Monat, kostenlos mit Online-Postfach oder ab 50.000 € Geldeinlage
- Order online: Börse 0,25 %, mind. 8,90 €, max. 34,90 € zzgl. Börsenplatzentgelt (Xetra 2,00 €, Parkettbörsen 3,50 €) und fremder Kosten; Filiale 0,50 %, mind. 34,90 €
- ETF-/Aktiensparplan: ab 50 € bis 500 €, 2,5 %, mind. 1,50 €, max. 3,00 € je Ausführung über Xetra
- Fondssparplan: ab 25 € (ausgewählte Fonds), sonst 100 €, mit Ausgabeaufschlag
- Investmentfonds: bei vielen Fonds 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag im Online-Brokerage
- Handelsplätze: mehr als 20 Handelsplätze
- Wechselprämie: 0,75 % des Kurswerts (Klassik-Depot: nur Investmentfonds), max. 5.000 €, ab 7.000 € Übertrag, 1 Jahr Haltedauer
Das Klassik-Depot der TARGOBANK verbindet Online-Handel mit persönlicher Beratung in der Filiale und bietet beim Depotwechsel eine Prämie oder einen Tagesgeld-Aktionszins.
Persönliche Anlageberatung in der Filiale gibt es ab 50.000 € Gesamtguthaben. Die TARGOBANK führt die Abgeltungsteuer ab.
Traders Place
- Depot: 0 € (Verwahrung Baader Bank)
- Order: gettex und Baader Trading ab 500 € 0 €, darunter 0,95 €; Tradegate 5 €; L&S Exchange 6 €; Xetra 2 € + 0,01 % (mind. 3 €)
- ETF-Sparplan: 0 € bei Premium-Partnern (Amundi, DWS, DJE, Xtrackers, iShares, Vanguard), sonst 0,50 €; ab 1 €
- Zins auf Guthaben: 2,00 % auf dem Zinskonto (5.000 € bis 1 Mio. €, Konditionen bis 31.12.2027), Verrechnungskonto 0 %
- Handelsplätze: mehr als 40
Traders Place bietet über 40 Handelsplätze, gettex-Orders ab 500 € für 0 € und 2,00 % Zins auf dem Zinskonto.
Das Depot wird bei der Baader Bank geführt und ist kostenlos. Sparpläne gibt es ab 1 €, bei Premium-Partnern ohne Gebühr. Neukunden erhalten 60 € in ETF-Anteilen, wenn sie innerhalb von 45 Tagen mindestens drei Trades über je 100 € ausführen. Die Kapitalertragsteuer behält die depotführende Bank ein.
DKB
- Depot: 0 € (Verwahrentgelt nur für Xetra Gold und ADRs)
- Order: 10 € bis 5.000 €, 15 € bis 20.000 €, darüber 30 €; Xetra/Parkett zzgl. 2,50 €; Tradegate, gettex, Quotrix und außerbörslich ohne Ausführungsentgelt
- ETF-Sparplan: 1,50 € pro Ausführung; über 500 Aktions-ETFs ohne Ausführungsentgelt
- ETF-Aktion: über 200 ETFs außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt
- Handelsplätze: 9 inländische Börsen, viele Auslandsbörsen, außerbörslicher Handel
Bei der DKB kosten Orders bis 5.000 € 10 €, an Tradegate, gettex und Quotrix fällt kein Ausführungsentgelt an.
Sparpläne auf ETFs, Aktien und Fonds kosten 1,50 € pro Ausführung, für über 500 Aktions-ETFs übernehmen Partner das Entgelt. Über 200 ETFs lassen sich außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt kaufen. Voraussetzung für das Depot ist ein DKB-Girokonto.
Postbank
- Orderkosten: ab 9,95 € (Inland bis 1.200 € Kurswert) zzgl. fremder Kosten
- Zins: 0,00 % auf dem Anlagekonto
- Depot: 0 € pro Quartal, Anlagekonto 0 €
- Order online Inland: 9,95 € bis 1.200 €, 17,95 € bis 2.600 €, 29,95 € bis 5.200 €, 39,95 € bis 12.500 €, 54,95 € bis 25.000 €, darüber 69,95 €; zzgl. fremder Kosten
- Order online Ausland: 32,95 € bis 79,95 €; Filiale/Telefon jeweils 13,00 € mehr
- ETF-Sparplan: über 550 ETFs, 0,00 € Transaktionsgebühr, 25 bis 1.000 € monatlich, zweimonatlich oder dreimonatlich
- Fonds (Festpreisgeschäft online): Ausgabeaufschlag Aktien-/Misch-/Immobilienfonds 1,50 %, Rentenfonds 1,00 %, geldmarktnahe Fonds 0 %
- Handelsplätze: deutsche Börsen, Auslandsbörsen und Direct Trade (werktags 7:30 bis 23:00 Uhr, auch am Wochenende)
- Zins Anlagekonto: 0,00 %, geduldete Überziehung 10,90 %
Das Postbank Wertpapierdepot kostet 0 €, eine Online-Order an inländischen Börsen kostet ab 9,95 € bis 1.200 € Kurswert.
Über 550 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard lassen sich bis auf Weiteres ohne Transaktionsgebühr ab 25 € besparen. Bis 31.12.2026 kosten Online-Käufe ab 1.200 € für über 1.800 ETFs dieser Anbieter 4,90 €. Das Anlagekonto als Verrechnungskonto ist kostenlos, aber derzeit unverzinst. Depotüberträge sind kostenfrei. Online-Eröffnung ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland und Referenz-Girokonto. Die Postbank führt die Abgeltungsteuer ab.
Trading bedeutet, Wertpapiere wie Aktien, ETFs oder Derivate zu kaufen und wieder zu verkaufen, um von Kursbewegungen zu profitieren. Über Apps und Online-Depots ist der Börsenhandel heute mit wenigen Klicks möglich. Das macht den Einstieg leicht, ändert aber nichts an den Risiken: Kurse können fallen, und je kurzfristiger und gehebelter du handelst, desto größer ist die Gefahr von Verlusten.
Hier erfährst du, wie der Handel praktisch abläuft: wo Orders ausgeführt werden, welche Ordertypen es gibt, welche Produkte du handeln kannst, welche Trading-Stile es gibt und wie du dein Risiko begrenzt. Welche Kosten beim Depot anfallen und welcher Anbieter zu dir passt, zeigt dir der Depot-Vergleich.
Trading oder langfristiges Investieren?
Beim langfristigen Investieren kaufst du Wertpapiere, um sie über viele Jahre zu halten – etwa breit gestreute ETFs auf einen Index wie den MSCI World. Kurzfristige Schwankungen spielen dabei eine untergeordnete Rolle, entscheidend sind Zeit, Streuung und niedrige laufende Kosten. Wie sich regelmäßige Raten über die Jahre entwickeln können, zeigt dir der ETF-Sparplan-Rechner.
Beim Trading stehen dagegen kürzere Zeiträume im Vordergrund. Trader versuchen, Kursbewegungen vorherzusagen – etwa mit Chartanalyse, Nachrichten oder Unternehmenszahlen. Das kostet Zeit, verursacht durch viele Orders höhere Kosten und gelingt nicht verlässlich. Viele Anleger kombinieren beides: einen langfristigen Kern aus breit gestreuten ETFs und einen kleinen Teil, mit dem sie gezielt einzelne Werte handeln.
| Merkmal | Langfristiges Investieren | Trading |
|---|---|---|
| Haltedauer | Jahre bis Jahrzehnte | Minuten bis Monate |
| Zeitaufwand | gering, oft per Sparplan | hoch, laufende Beobachtung der Märkte |
| Entscheidungen | wenige, regelbasiert | viele, oft unter Zeitdruck |
| Risiko | Kursschwankungen, durch Streuung und Zeit abgefedert | höher, besonders mit Hebel und konzentrierten Positionen |
Wer sich weder um einzelne Käufe noch um die ETF-Auswahl kümmern möchte, kann auch einen Robo-Advisor nutzen, der ein fertiges ETF-Portfolio verwaltet – gegen eine zusätzliche Servicegebühr.
Handelsplätze und Handelszeiten
Börse
An einer Börse wie Xetra oder einer Regionalbörse treffen Kauf- und Verkaufsaufträge vieler Marktteilnehmer in einem Orderbuch aufeinander. Der Kurs entsteht aus Angebot und Nachfrage, eine Handelsüberwachung kontrolliert die Preisbildung. Die Handelszeiten sind auf die Werktage begrenzt; außerhalb davon werden Orders gesammelt und erst zur nächsten Handelseröffnung ausgeführt.
Außerbörslicher Handel und Market Maker
Im außerbörslichen Handel handelst du direkt mit einem Market Maker oder über eine Handelsplattform. Der Market Maker stellt laufend einen Kauf- und einen Verkaufskurs, zu denen du handeln kannst. Solche Plattformen bieten oft deutlich längere Handelszeiten, teils auch abends und am Wochenende. Die gestellten Kurse orientieren sich an der Referenzbörse – ist diese geschlossen, fehlt der direkte Bezug, und die Kurse können stärker abweichen.
Kurse, Spread und Liquidität
Für jedes Wertpapier gibt es einen Geldkurs (zu dem du verkaufen kannst) und einen Briefkurs (zu dem du kaufen kannst). Die Differenz ist der Spread. Er hängt vor allem von der Liquidität ab: Bei großen Aktien aus dem DAX oder bei ETFs auf große Indizes ist er während der Hauptbörsenzeiten meist klein. Bei Nebenwerten, exotischen Produkten, zur Eröffnung, kurz vor Börsenschluss und nach wichtigen Nachrichten kann er deutlich größer werden. Wer kurzfristig handelt, sollte deshalb vor allem in liquiden Werten und zu Zeiten mit regem Handel aktiv werden. Welche Gebühren dein Anbieter je Handelsplatz verlangt, vergleichst du im Depot-Vergleich.
Ordertypen mit Beispielen
Mit dem Ordertyp legst du fest, zu welchen Bedingungen deine Order ausgeführt wird. Die Beispiele arbeiten mit runden Beispielkursen.
| Ordertyp | So funktioniert er | Beispiel |
|---|---|---|
| Market-Order (Bestens/Billigst) | Wird sofort zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. | Die Aktie steht bei 50 Euro. Bei einer Kursbewegung oder geringer Liquidität kaufst du eventuell erst zu 50,40 Euro. |
| Limit-Order | Kauf nur bis zu einem Höchstkurs, Verkauf nur ab einem Mindestkurs. | Kauflimit 48 Euro: Die Order wird nur ausgeführt, wenn die Aktie zu 48 Euro oder günstiger zu haben ist. |
| Stop-Loss | Wird bei Erreichen des Stop-Kurses zur Market-Order. | Stop bei 45 Euro: Fällt die Aktie auf 45 Euro, wird verkauft – nach einem Kurssprung über Nacht womöglich erst bei 41 Euro. |
| Stop-Limit | Wird bei Erreichen des Stop-Kurses zur Limit-Order. | Stop 45 Euro, Limit 44 Euro: Verkauft wird nur zu 44 Euro oder mehr. Fällt die Aktie direkt auf 41 Euro, bleibt die Order offen. |
| Trailing Stop | Der Stop-Kurs wandert mit steigenden Kursen in festem Abstand mit, bei fallenden Kursen bleibt er stehen. | Abstand 10 Prozent: Steigt die Aktie von 50 auf 60 Euro, steigt der Stop von 45 auf 54 Euro. |
Zusätzlich legst du die Gültigkeit fest: Eine Tagesorder verfällt zum Handelsschluss, andere Orders gelten bis zu einem gewählten Datum oder bis auf Widerruf. Prüfe offene Orders regelmäßig, damit nicht Wochen später ein vergessenes Limit ausgeführt wird. Achte auch darauf, ob dein Handelsplatz den gewünschten Ordertyp unterstützt.
Was kannst du handeln? Produkte und ihre Risiken
Aktien
Mit einer Aktie wirst du Miteigentümer eines Unternehmens und kannst an Kursgewinnen und Dividenden teilhaben. Einzelne Aktien können stark schwanken; bei einer Insolvenz des Unternehmens droht der Totalverlust des Einsatzes in diese Aktie.
Anleihen
Anleihen sind verzinste Schuldverschreibungen von Staaten oder Unternehmen. Ihr Kurs reagiert auf Zinsänderungen, und viele Anleihen werden nur wenig gehandelt – entsprechend groß kann der Spread sein. Fällt der Herausgeber aus, kann ein Teil oder das gesamte Kapital verloren gehen.
ETFs und ETCs
ETFs bilden einen Index nach, etwa den DAX oder den MSCI World, und streuen dein Geld auf viele Werte. Sie sind wie andere Investmentfonds Sondervermögen. Auch ETFs schwanken mit dem Markt, das Risiko einzelner Unternehmen ist aber verteilt. Mehr dazu findest du auf unserer Seite zu Fonds. ETCs (Exchange Traded Commodities) bilden Rohstoffe wie Gold ab. Sie sind meist Schuldverschreibungen und kein Sondervermögen; auch bei Besicherung bleibt ein Emittentenrisiko.
Zertifikate
Zertifikate wie Index-, Discount- oder Bonuszertifikate bilden einen Basiswert nach bestimmten Regeln ab. Sie sind Schuldverschreibungen des Herausgebers: Geht dieser pleite, kann das eingesetzte Geld verloren sein. Die Konstruktion ist oft schwer zu durchschauen, und der Herausgeber stellt als Market Maker meist selbst die Kurse.
Optionsscheine und Hebelprodukte
Optionsscheine, Knock-out-Produkte und Faktor-Zertifikate verstärken Kursbewegungen eines Basiswerts mit einem Hebel – in beide Richtungen. Schon kleine Bewegungen gegen deine Erwartung können zum Totalverlust führen: Ein Knock-out-Produkt verfällt, sobald die Schwelle erreicht ist, ein Optionsschein kann zum Laufzeitende wertlos sein, und Faktor-Zertifikate verlieren bei schwankenden Seitwärtsmärkten an Wert. Hinzu kommt das Emittentenrisiko.
CFDs
Mit Differenzkontrakten (Contracts for Difference) wettest du mit Hebel auf Kursbewegungen, ohne den Basiswert zu besitzen. Für Privatkunden haben ESMA und BaFin den Hebel begrenzt und eine Nachschusspflicht über das eingesetzte Kapital hinaus ausgeschlossen. Anbieter müssen zudem eine standardisierte Risikowarnung anzeigen, die offenlegt, welcher Anteil ihrer Privatkunden mit CFDs Geld verliert – dieser Anteil ist regelmäßig hoch. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist jederzeit möglich, zusätzlich fallen für über Nacht gehaltene Positionen meist Finanzierungskosten an.
Krypto-ETPs
Krypto-ETPs (Exchange Traded Products) bilden den Kurs von Kryptowährungen ab und lassen sich über das Depot handeln. Sie sind meist Schuldverschreibungen und kein Sondervermögen. Kryptowerte schwanken sehr stark, Kursverluste von mehr als der Hälfte innerhalb kurzer Zeit hat es mehrfach gegeben.
Trading-Stile: Daytrading, Swing-Trading, Positionstrading
| Stil | Haltedauer | Realistische Einschätzung |
|---|---|---|
| Daytrading | Minuten bis Stunden, Schließen am selben Tag | Sehr zeitintensiv, oft mit Hebel. Viele Orders treiben die Kosten, Aufsichtsbehörden stellen regelmäßig fest, dass die Mehrheit privater Daytrader auf Dauer Geld verliert. |
| Swing-Trading | einige Tage bis Wochen | Weniger Orders als beim Daytrading, aber Kurslücken über Nacht und am Wochenende können Stop-Orders überspringen. |
| Positionstrading | Wochen bis Monate | Geringerer Zeitaufwand, Entscheidungen stützen sich eher auf Trends und Unternehmenszahlen. Auch hier sind deutliche Verluste möglich. |
Kein Stil liefert verlässliche Gewinne. Je kürzer der Zeitraum, desto stärker wirken zufällige Kursbewegungen, Spreads und Gebühren – ein Vorteil gegenüber dem Markt muss diese Kosten erst einmal übertreffen.
Risikomanagement: So begrenzt du Verluste
- Positionsgröße: Lege vorab fest, wie viel du pro Trade höchstens verlieren willst, und richte die Größe der Position danach aus.
- Stop-Loss: Bestimme beim Einstieg, bei welchem Kurs du aussteigst – und verschiebe diese Grenze nicht nach unten, wenn es eng wird.
- Diversifikation: Setze nicht alles auf einen Wert, eine Branche oder ein Thema. Ein breit gestreuter Kern im Depot fängt Fehlgriffe beim Trading ab.
- Trading-Budget: Nutze für Trading nur einen festen Teil deines Vermögens. Notgroschen, etwa auf dem Tagesgeldkonto, und Altersvorsorge bleiben tabu.
- Emotionale Fallen: Gier nach Gewinnserien, Angst nach Verlusten, der Wunsch, Verluste schnell zurückzuholen, und Herdenverhalten bei Kursrallys führen zu unüberlegten Entscheidungen. Ein schriftlicher Plan mit festen Regeln hilft.
Rechenbeispiel: Positionsgröße bestimmen
Angenommen, dein Trading-Budget beträgt 10.000 Euro und du willst pro Trade höchstens 1 Prozent davon riskieren, also 100 Euro. Du kaufst eine Aktie zu 50 Euro und setzt den Stop-Loss bei 45 Euro, das Risiko pro Aktie liegt also bei 5 Euro. Daraus ergibt sich eine Positionsgröße von 20 Aktien im Wert von 1.000 Euro. Die Werte sind runde Beispielwerte; Kurslücken können den tatsächlichen Verlust größer machen.
Typische Fehler beim Trading
- Ohne Plan handeln: Wer Einstieg, Ziel und Verlustgrenze nicht vorher festlegt, entscheidet aus dem Bauch heraus.
- Verluste laufen lassen, Gewinne zu früh mitnehmen: Viele halten an Verlierern fest, in der Hoffnung, dass sie sich erholen, und verkaufen Gewinner zu früh.
- Zu hoher Hebel: Hebelprodukte und CFDs verzeihen keine Fehler, wenige ungünstige Bewegungen können das Budget aufzehren.
- Zu häufig handeln: Jede Order kostet Gebühren und Spread. Bei vielen Trades summiert sich das zu einem Betrag, den du erst durch Kursgewinne wieder hereinholen musst.
- Market-Orders in illiquiden Werten: Ohne Limit kann der Ausführungskurs deutlich vom angezeigten Kurs abweichen.
- Tipps aus sozialen Medien folgen: Hinter vermeintlichen Geheimtipps stecken oft eigene Interessen bis hin zu gezielten Kursmanipulationen.
- Steuern übersehen: Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer, und Verluste aus Aktienverkäufen lassen sich nur mit Aktiengewinnen verrechnen. Details findest du auf unserer Seite zur Abgeltungsteuer.
Häufige Fragen zum Trading
Ist Trading für Anfänger geeignet?
Der Handel selbst ist technisch einfach, erfolgreich kurzfristig zu handeln ist es nicht. Für den Einstieg eignet sich eher der langfristige Vermögensaufbau mit breit gestreuten ETFs. Mit Hebelprodukten, CFDs und Daytrading solltest du erst handeln, wenn du die Produkte und ihre Risiken vollständig verstehst.
Wie viel Geld brauche ich, um mit dem Trading anzufangen?
Eine gesetzliche Mindestsumme gibt es nicht, viele Anbieter ermöglichen auch den Kauf von Bruchstücken. Wichtiger ist, dass du nur Geld einsetzt, dessen Verlust du verkraften würdest. Bei kleinen Beträgen wiegen feste Gebühren pro Order besonders schwer.
Welche Order sollte ich verwenden?
Eine Limit-Order schützt dich davor, zu einem ungünstigen Kurs zu kaufen oder zu verkaufen – besonders bei wenig gehandelten Werten und außerhalb der Hauptbörsenzeiten. Eine Market-Order wird zwar zügig ausgeführt, der Preis steht aber vorher nicht fest. Stop-Orders helfen, Verluste zu begrenzen, garantieren aber keinen bestimmten Verkaufskurs.
Kann ich auch abends und am Wochenende handeln?
Außerbörslich ist das je nach Handelsplatz möglich. Weil die Referenzbörse dann geschlossen ist, können die Kurse jedoch stärker schwanken und der Spread größer ausfallen. Ein Limit ist zu diesen Zeiten besonders sinnvoll.
Warum wurde meine Stop-Loss-Order unter dem Stop-Kurs ausgeführt?
Eine Stop-Loss-Order wird beim Erreichen des Stop-Kurses zur Market-Order und zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Öffnet eine Aktie nach schlechten Nachrichten deutlich tiefer, liegt dieser Kurs unter deinem Stop. Eine Stop-Limit-Order verhindert das, wird dann aber womöglich gar nicht ausgeführt.
Keine Anlageberatung.
