ETF: So funktionieren börsengehandelte Indexfonds

Was ist ein ETF, wie bildet er einen Index nach und welche ETF-Arten gibt es? Hier erfährst du, woran du einen passenden ETF erkennst und welche Risiken bestehen.

Übersicht

  • Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der meist einen Index wie den MSCI World oder den DAX nachbildet.
  • Physische ETFs kaufen die Indexwerte, synthetische bilden den Index über einen Swap nach.
  • Bei der Auswahl zählen vor allem Index, Fondsgröße, Tracking Difference, Replikation und Fondsdomizil.
  • ETCs und ETNs sind keine Fonds, sondern Schuldverschreibungen mit Emittentenrisiko.

Anbieter und Produkte im Vergleich

Trade Republic

Trade Republic
1 € (Bestpreis), 2 € mit freier Börsenwahl
pro Order
Sparpläne ab 1 € kostenlos, mehr als 2.000 ETFs
2,50 % Zinsen auf Guthaben
steuereinfach
Bonus
1 % Saveback: Von Zahlungen mit der Trade-Republic-Karte fließen 1 % (bis 15 € im Monat) in deinen Sparplan – Voraussetzung sind mindestens 50 € Sparplan im Monat.
  • Depot: 0 €
  • Order: 1 € („Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen, Trade Republic als Gegenpartei) oder 2 € („Direktpreis“ mit freier Wahl aus 30 Börsen, u. a. Xetra, Euronext, Nasdaq)
  • Zins auf Guthaben: 2,50 % p. a.
  • Besonderheiten: eigene MTF-Lizenz, Web Terminal ohne Zusatzkosten
Depot und Konto bei der Trade Republic Bank GmbH (deutsche Bank); Guthaben teils in Geldmarktfonds

Trade Republic bietet ein Depot für 0 € mit Orders für 1 € beim „Bestpreis“ oder 2 € mit freier Börsenwahl und 2,50 % Zins auf Guthaben.

Seit 02.07.2026 werden Orders beim „Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt (1 € je Trade); mit „Direktpreis“ wählt man für 2 € je Trade selbst eine von 30 Börsen, darunter Xetra, Euronext und Nasdaq. Die Preisseite des Anbieters ist nur per App/JavaScript abrufbar; die Ordergebühren stammen aus der Pressemitteilung der Trade Republic Bank GmbH vom 02.07.2026.

Scalable Capital

Scalable Capital
0,99 € (EIX), 1,99 € (gettex, Xetra)
pro Order
Sparpläne ab 1 € kostenlos, 2,60 % Zinsen im separaten Tagesgeld, mehr als 2.700 ETFs
steuereinfach
Bonus
PRIME-ETFs ab 250 € ohne Ordergebühr (Kauf an der European Investor Exchange, auch im kostenlosen FREE Broker).
  • Depot: 0 €; PRIME+ 4,99 € im Monat
  • Order FREE: EIX 0,99 €, Kauf von PRIME-ETFs ab 250 € 0 €; gettex und Xetra 1,99 €
  • Order PRIME+: EIX ab 250 € 0 €, darunter 0,99 €; gettex und Xetra 1,99 €
  • Sparpläne: 0 €, ab 1 €
  • Zinsen: Verrechnungskonto 0 %, separates Tagesgeld 2,60 % p. a. variabel (seit 01.09.2026)
  • Krypto: nur über ETPs, Aufschlag 0,99 % (PRIME+ 0,69 %)
Scalable Capital Bank GmbH, München (Kreditinstitut mit BaFin-Erlaubnis); Guthaben verteilt auf Scalable, Partnerbanken (gesetzliche Einlagensicherung je 100.000 €) und – ohne PRIME+ – qualifizierte Geldmarktfonds; PRIME+ bis 5 x 100.000 € Einlagensicherung

Scalable Capital bietet den Broker im Modell FREE ohne Grundgebühr und als PRIME+ für 4,99 € im Monat an; Sparpläne sind in beiden Modellen kostenlos, Zinsen gibt es nur über das separate Tagesgeld.

Gehandelt wird an der European Investor Exchange (EIX), gettex und Xetra. Im Angebot sind über 8.000 Aktien (4.500 als Sparplan), mehr als 2.700 ETFs und über 3.800 Fonds; ein Kinderdepot ist möglich. Die Kapitalertragsteuer wird automatisch abgeführt.

TARGOBANK Klassik-Depot

TARGOBANK Klassik-Depot
ab 8,90 €
pro Order
Depotwechselprämie bis 5.000 € oder 2,80 % Tagesgeld für 12 Monate, persönliche Beratung in der Filiale möglich
steuereinfach
Aktion
Depotwechsel ab 7.000 €: Prämie 0,75 % des Kurswerts (beim Klassik-Depot nur auf Investmentfonds), max. 5.000 €, alternativ 2,80 % Tagesgeld für 12 Monate (nicht kombinierbar)
  • Depot: 2,50 € im Monat, kostenlos mit Online-Postfach oder ab 50.000 € Geldeinlage
  • Order online: Börse 0,25 %, mind. 8,90 €, max. 34,90 € zzgl. Börsenplatzentgelt (Xetra 2,00 €, Parkettbörsen 3,50 €) und fremder Kosten; Filiale 0,50 %, mind. 34,90 €
  • ETF-/Aktiensparplan: ab 50 € bis 500 €, 2,5 %, mind. 1,50 €, max. 3,00 € je Ausführung über Xetra
  • Fondssparplan: ab 25 € (ausgewählte Fonds), sonst 100 €, mit Ausgabeaufschlag
  • Investmentfonds: bei vielen Fonds 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag im Online-Brokerage
  • Handelsplätze: mehr als 20 Handelsplätze
  • Wechselprämie: 0,75 % des Kurswerts (Klassik-Depot: nur Investmentfonds), max. 5.000 €, ab 7.000 € Übertrag, 1 Jahr Haltedauer
Depot bei der TARGOBANK AG (Crédit Mutuel Bankengruppe); Guthaben: gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde, zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Das Klassik-Depot der TARGOBANK verbindet Online-Handel mit persönlicher Beratung in der Filiale und bietet beim Depotwechsel eine Prämie oder einen Tagesgeld-Aktionszins.

Persönliche Anlageberatung in der Filiale gibt es ab 50.000 € Gesamtguthaben. Die TARGOBANK führt die Abgeltungsteuer ab.

DKB

DKB
ab 10 €
pro Order
an Tradegate, gettex und Quotrix kein Ausführungsentgelt, über 500 ETF-Sparpläne in der Aktion ohne Ausführungsentgelt
steuereinfach
  • Depot: 0 € (Verwahrentgelt nur für Xetra Gold und ADRs)
  • Order: 10 € bis 5.000 €, 15 € bis 20.000 €, darüber 30 €; Xetra/Parkett zzgl. 2,50 €; Tradegate, gettex, Quotrix und außerbörslich ohne Ausführungsentgelt
  • ETF-Sparplan: 1,50 € pro Ausführung; über 500 Aktions-ETFs ohne Ausführungsentgelt
  • ETF-Aktion: über 200 ETFs außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt
  • Handelsplätze: 9 inländische Börsen, viele Auslandsbörsen, außerbörslicher Handel
Deutsche Kreditbank AG: gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €; zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (ESF)

Bei der DKB kosten Orders bis 5.000 € 10 €, an Tradegate, gettex und Quotrix fällt kein Ausführungsentgelt an.

Sparpläne auf ETFs, Aktien und Fonds kosten 1,50 € pro Ausführung, für über 500 Aktions-ETFs übernehmen Partner das Entgelt. Über 200 ETFs lassen sich außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt kaufen. Voraussetzung für das Depot ist ein DKB-Girokonto.

Traders Place

Traders Place
0 € ab 500 € (gettex), darunter 0,95 €
pro Order
über 40 Handelsplätze, rund 10.800 Sparpläne ab 1 €
2,00 % (Zinskonto bis 1 Mio. €, ab 5.000 €), Verrechnungskonto 0 % Zinsen auf Guthaben
steuereinfach
Aktion
Neukunden: 60 € in ETF-Anteilen (Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap) bei mindestens 3 Trades über je 100 € innerhalb von 45 Tagen nach Depoteröffnung
  • Depot: 0 € (Verwahrung Baader Bank)
  • Order: gettex und Baader Trading ab 500 € 0 €, darunter 0,95 €; Tradegate 5 €; L&S Exchange 6 €; Xetra 2 € + 0,01 % (mind. 3 €)
  • ETF-Sparplan: 0 € bei Premium-Partnern (Amundi, DWS, DJE, Xtrackers, iShares, Vanguard), sonst 0,50 €; ab 1 €
  • Zins auf Guthaben: 2,00 % auf dem Zinskonto (5.000 € bis 1 Mio. €, Konditionen bis 31.12.2027), Verrechnungskonto 0 %
  • Handelsplätze: mehr als 40
Depot und Verrechnungskonto bei der Baader Bank AG; Zinskonto mit gesetzlicher Einlagensicherung

Traders Place bietet über 40 Handelsplätze, gettex-Orders ab 500 € für 0 € und 2,00 % Zins auf dem Zinskonto.

Das Depot wird bei der Baader Bank geführt und ist kostenlos. Sparpläne gibt es ab 1 €, bei Premium-Partnern ohne Gebühr. Neukunden erhalten 60 € in ETF-Anteilen, wenn sie innerhalb von 45 Tagen mindestens drei Trades über je 100 € ausführen. Die Kapitalertragsteuer behält die depotführende Bank ein.

finvesto

finvesto
1,99 €
pro Order
Über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs, Sparpläne ab 1 Cent, 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, Depot für Minderjährige ohne Depotentgelt
steuereinfach
Aktion
ETF-Aktion für Neu- und Bestandskunden: 01.10.2026 bis 31.03.2027 alle ETF-Käufe (Einmalanlage und Sparplan) ohne ETF-Transaktionsentgelt von regulär 0,20 %
  • Orderkosten: 1,99 € je Fondstransaktion, bei ETFs zzgl. 0,20 % (Kauf bis 31.03.2027 ohne ETF-Entgelt)
  • Depot: finvesto Depot 11,50 € pro Quartal (bis 99 Positionen), finvesto Depot basis 6 € pro Quartal (1 Position), unter 18 Jahren kostenlos; VL-Vertrag 12 € pro Jahr
  • Fonds/ETF-Transaktion: 1,99 € online (8 € schriftlich), Fonds zzgl. Ausgabeaufschlag (derzeit 50 % Rabatt), ETFs zzgl. 0,20 % ETF-Transaktionsentgelt
  • Sparplan: ab 1 Cent; Fondssparpläne ohne Transaktionsentgelt; ETF-Käufe bis 31.03.2027 ohne ETF-Transaktionsentgelt
  • Wertpapierdepot (Aktien, Anleihen, Zertifikate): 3 € pro Quartal (entfällt mit finvesto Depot mit Bestand), Inland 5,95 € bis 2.000 €, 8,95 € bis 5.000 €, 15,95 € bis 10.000 €, darüber 21,95 €; USA 25 €, sonstiges Ausland 35 €; zzgl. Börsenentgelte; Aktiensparplan ab 25 €, 1,75 %
  • Handelsplätze: über 60 Börsenplätze im Wertpapierdepot
  • Depotübertrag: kostenlos
FNZ Bank SE (Marke finvesto): Pflichtmitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (Einlagen bis 100.000 €, Wertpapiergeschäfte 90 %, max. 20.000 €) und Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Das finvesto Depot der FNZ Bank ist ein Fondsdepot für über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs und kostet 11,50 € pro Quartal (finvesto Depot basis mit einer Position 6 € pro Quartal).

Je Kauf, Verkauf oder Umschichtung fallen online 1,99 € an, bei ETFs zusätzlich 0,20 % des Volumens; vom 01.10.2026 bis 31.03.2027 entfällt dieses ETF-Entgelt bei Käufen. Fonds gibt es derzeit mit 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (änderbar). Fondssparpläne sind ab 1 Cent möglich und vom Transaktionsentgelt befreit. Für Aktien und Anleihen gibt es das separate finvesto Wertpapierdepot (1 € im Monat, entfällt mit finvesto Depot mit Bestand; Order im Inland ab 5,95 €). Die FNZ Bank führt die Abgeltungsteuer ab.

Postbank

Postbank
ab 9,95 €
pro Order
Depot und Anlagekonto 0 €, über 550 ETF-Sparpläne ohne Transaktionsgebühr ab 25 €, Filialberatung möglich
steuereinfach
Aktion
ETF-Aktion bis 31.12.2026: 4,90 € je Online-Kauforder ab 1.200 € für über 1.800 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard (ohne gehebelte/Short-ETFs), zzgl. Börsenentgelte
  • Orderkosten: ab 9,95 € (Inland bis 1.200 € Kurswert) zzgl. fremder Kosten
  • Zins: 0,00 % auf dem Anlagekonto
  • Depot: 0 € pro Quartal, Anlagekonto 0 €
  • Order online Inland: 9,95 € bis 1.200 €, 17,95 € bis 2.600 €, 29,95 € bis 5.200 €, 39,95 € bis 12.500 €, 54,95 € bis 25.000 €, darüber 69,95 €; zzgl. fremder Kosten
  • Order online Ausland: 32,95 € bis 79,95 €; Filiale/Telefon jeweils 13,00 € mehr
  • ETF-Sparplan: über 550 ETFs, 0,00 € Transaktionsgebühr, 25 bis 1.000 € monatlich, zweimonatlich oder dreimonatlich
  • Fonds (Festpreisgeschäft online): Ausgabeaufschlag Aktien-/Misch-/Immobilienfonds 1,50 %, Rentenfonds 1,00 %, geldmarktnahe Fonds 0 %
  • Handelsplätze: deutsche Börsen, Auslandsbörsen und Direct Trade (werktags 7:30 bis 23:00 Uhr, auch am Wochenende)
  • Zins Anlagekonto: 0,00 %, geduldete Überziehung 10,90 %
Deutsche Bank AG (Marke Postbank): gesetzliche Einlagensicherung Deutschland (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken) bis 100.000 € pro Einleger; darüber hinaus Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken; Depot bei der Postbank – eine Niederlassung der Deutsche Bank AG

Das Postbank Wertpapierdepot kostet 0 €, eine Online-Order an inländischen Börsen kostet ab 9,95 € bis 1.200 € Kurswert.

Über 550 ETFs von iShares, Xtrackers, Amundi und Vanguard lassen sich bis auf Weiteres ohne Transaktionsgebühr ab 25 € besparen. Bis 31.12.2026 kosten Online-Käufe ab 1.200 € für über 1.800 ETFs dieser Anbieter 4,90 €. Das Anlagekonto als Verrechnungskonto ist kostenlos, aber derzeit unverzinst. Depotüberträge sind kostenfrei. Online-Eröffnung ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland und Referenz-Girokonto. Die Postbank führt die Abgeltungsteuer ab.

Auswahl und Reihenfolge der Anbieter legt die Redaktion fest; dabei fließen auch Kooperationen und Werbepartnerschaften ein. Die Übersicht ist kein vollständiger Marktvergleich. Konditionen laut Anbieter, Stand: 06.10.2026, ohne Gewähr. Für Abschlüsse über „zum Angebot“ erhalten wir gegebenenfalls eine Provision – am Preis ändert sich für dich nichts.

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird und in der Regel einen Index nachbildet. Statt einzelne Aktien auszuwählen, kaufst du mit einem ETF auf einen Schlag alle Werte eines Index – oft mehrere hundert oder tausend Unternehmen. Kein Fondsmanagement entscheidet über die Auswahl, der ETF folgt einfach den Regeln seines Index.

Welche Anbieter ETFs und ETF-Sparpläne anbieten, zeigt dir die Anbieterübersicht oben auf dieser Seite. Hier erfährst du, wie ETFs funktionieren, wie Indizes aufgebaut sind, welche ETF-Arten es gibt und woran du einen passenden ETF erkennst. Grundlagen zu Investmentfonds allgemein findest du auf unserer Seite zu Fonds.

Wie funktioniert ein ETF?

Handel an der Börse

Anders als klassische Fonds, die du meist einmal täglich über die Fondsgesellschaft kaufst, werden ETFs während der Handelszeiten fortlaufend an der Börse gehandelt, etwa über Xetra. Damit jederzeit ein Handel möglich ist, stellen sogenannte Market Maker laufend Kauf- und Verkaufskurse. Die Differenz zwischen beiden Kursen, der Spread, ist ihre Vergütung und für dich ein Kostenfaktor. Bei großen ETFs auf gefragte Indizes ist er meist gering, bei kleinen ETFs und außerhalb der Haupthandelszeiten oft höher.

Creation und Redemption: warum der Kurs nah am Wert bleibt

Die Zahl der ETF-Anteile ist nicht fest. Steigt die Nachfrage, liefern spezialisierte Finanzinstitute dem ETF-Anbieter ein Paket der Wertpapiere aus dem Index und erhalten dafür neue ETF-Anteile (Creation). Sinkt die Nachfrage, geben sie Anteile zurück und bekommen die Wertpapiere wieder (Redemption). Weicht der Börsenkurs vom tatsächlichen Wert der enthaltenen Wertpapiere ab, lohnt sich dieser Tausch – und genau dadurch bleibt der Kurs eng am Wert des Fondsvermögens. Als Orientierung veröffentlichen viele Börsen während des Handels einen indikativen Nettoinventarwert.

Geschützt als Sondervermögen

Wie jeder Investmentfonds ist ein ETF Sondervermögen: Geht der ETF-Anbieter pleite, bleibt das Fondsvermögen den Anlegern erhalten. Vor Kursverlusten schützt das nicht.

Was ist ein Index?

Ein Index fasst eine Gruppe von Wertpapieren nach festen Regeln zusammen und misst deren Wertentwicklung. Zwei bekannte Beispiele:

  • MSCI World: enthält große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern. Schwellenländer sind nicht enthalten, und Unternehmen aus den USA machen einen großen Teil des Index aus.
  • DAX: umfasst die 40 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland und ist damit deutlich weniger breit gestreut als ein weltweiter Index.

Wie Indizes gewichtet werden

Die meisten Aktienindizes sind nach Marktkapitalisierung gewichtet: Je höher der Börsenwert eines Unternehmens, desto größer sein Anteil. Meist zählt dabei nur der frei handelbare Teil der Aktien (Streubesitz). Große Unternehmen bestimmen die Entwicklung solcher Indizes daher stark. Manche Indizes begrenzen das Gewicht einzelner Unternehmen (Kappung), andere gewichten alle Werte gleich. Ein gleichgewichteter Index streut stärker über kleinere Unternehmen, muss aber häufiger angepasst werden. Indizes werden in festen Abständen überprüft; dabei kommen Unternehmen hinzu oder fallen heraus.

Wie bildet ein ETF den Index nach?

MethodeSo funktioniert sieZu beachten
physisch, vollständigDer ETF kauft alle Wertpapiere des Index in derselben Gewichtung.sehr transparent; bei Indizes mit überschaubar vielen Werten wie dem DAX üblich
physisch, SamplingDer ETF kauft eine repräsentative Auswahl, die den Index möglichst gut abbildet.spart Kosten bei sehr breiten Indizes, kann aber stärker vom Index abweichen
synthetisch (Swap)Der ETF hält ein anderes Wertpapierportfolio und tauscht dessen Rendite mit einer Bank gegen die Indexrendite.bildet auch schwer zugängliche Märkte ab; Kontrahentenrisiko, falls der Swap-Partner ausfällt

Das Kontrahentenrisiko synthetischer ETFs ist nach den europäischen Regeln für OGAW-Fonds grundsätzlich auf 10 Prozent des Fondsvermögens begrenzt. Auch physische ETFs können ein solches Risiko eingehen, wenn sie Wertpapiere gegen Gebühr verleihen; die Leihgeschäfte sind in der Regel mit Sicherheiten hinterlegt.

Welche ETF-Arten gibt es?

  • Aktien-ETFs: bilden Aktienindizes ab, von weltweiten Indizes bis zu einzelnen Ländern oder Regionen. Sie sind die verbreitetste Form.
  • Anleihen-ETFs: investieren in Staats- oder Unternehmensanleihen, etwa nach Laufzeit, Bonität oder Währung sortiert. Sie schwanken meist weniger als Aktien-ETFs, verlieren aber bei steigenden Zinsen an Wert.
  • Themen- und Branchen-ETFs: konzentrieren sich auf einen Trend oder eine Branche, etwa Technologie, Gesundheit oder erneuerbare Energien. Die Streuung ist deutlich geringer als bei einem breiten Index.
  • Faktor-ETFs: wählen Aktien nach Merkmalen wie niedriger Bewertung, starker Kursdynamik, hoher Qualität oder geringer Schwankung aus. Ob sich diese Faktoren künftig auszahlen, ist ungewiss.
  • Hebel-ETFs: vervielfachen die tägliche Wertentwicklung eines Index – nach oben wie nach unten.
  • Short-ETFs: entwickeln sich entgegengesetzt zum Index und gewinnen, wenn die Kurse fallen.

Abgrenzung: ETC und ETN

ETCs (Exchange Traded Commodities) und ETNs (Exchange Traded Notes) werden wie ETFs an der Börse gehandelt, sind aber keine Fonds, sondern Schuldverschreibungen des Herausgebers. Sie sind daher kein Sondervermögen: Geht der Emittent pleite, kann dein Geld ganz oder teilweise verloren sein. ETCs bilden meist einzelne Rohstoffe wie Gold ab und sind teils mit dem physischen Rohstoff besichert, ETNs beziehen sich häufig auf Indizes oder Strategien und sind oft unbesichert.

ETF oder aktiver Fonds?

MerkmalETFAktiv gemanagter Fonds
ZielIndex möglichst genau nachbildenVergleichsindex übertreffen
Auswahl der Wertpapierenach festen Indexregelndurch das Fondsmanagement
Laufende Kostenmeist niedrigmeist deutlich höher
Ausgabeaufschlagnein, Kauf über die Börsehäufig, Rabatte beim Online-Kauf möglich
Handelfortlaufend an der Börsemeist einmal täglich über die Fondsgesellschaft, teils auch an der Börse
TransparenzZusammensetzung des Index ist bekanntBestände werden nur in Abständen veröffentlicht
Rendite im Vergleich zum MarktMarktrendite abzüglich Kostenkann besser oder schlechter ausfallen

Woran du einen passenden ETF erkennst

Index

Die wichtigste Entscheidung ist der Index. Prüfe, welche Länder und Branchen er abdeckt, wie viele Unternehmen enthalten sind und wie stark die größten Werte gewichtet sind. Indizes mit ähnlichem Namen können sich in der Zusammensetzung deutlich unterscheiden.

Fondsgröße

Größere ETFs haben oft geringere Spreads und werden seltener geschlossen. Als Faustregel gilt häufig ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro.

Tracking Difference

Die Tracking Difference zeigt, wie stark die Rendite des ETFs in einem Jahr von der Rendite seines Index abweicht. Sie ist aussagekräftiger als die Kostenquote allein, weil sie auch Transaktionskosten, Steuereffekte und Zusatzerträge etwa aus Wertpapierleihe berücksichtigt. Rechenbeispiel mit runden Werten: Steigt der Index um 8,0 Prozent und der ETF um 7,8 Prozent, beträgt die Tracking Difference minus 0,2 Prozentpunkte. Vergleiche diesen Wert über mehrere Jahre – eine dauerhaft kleine Abweichung spricht für eine effiziente Nachbildung.

Replikation

Physische und synthetische ETFs sind beide verbreitet und reguliert. Entscheide, ob du das Kontrahentenrisiko eines Swaps akzeptierst oder eine physische Nachbildung bevorzugst. Bei sehr breiten Indizes mit vielen kleinen Werten ist Sampling üblich.

Fondsdomizil

Die meisten in Deutschland angebotenen ETFs sind in Irland oder Luxemburg aufgelegt. Das Domizil beeinflusst, wie viel Quellensteuer auf ausländische Dividenden innerhalb des Fonds anfällt, und kann damit die Rendite leicht verändern. An deiner eigenen Besteuerung in Deutschland ändert es nichts.

Ob ein ETF Erträge ausschüttet oder wieder anlegt, was ein ETF-Sparplan kostet und welcher Endwert entstehen kann, erklären wir beim ETF-Sparplan-Rechner. Bei Aktien-ETFs sind über die Teilfreistellung 30 Prozent der Erträge steuerfrei, für thesaurierende ETFs fällt jährlich eine Vorabpauschale an – berechnen kannst du sie mit dem Vorabpauschale-Rechner.

Welche Risiken haben ETFs?

  • Kursverluste: Ein ETF schwankt mit seinem Index. Aktien-ETFs können zeitweise deutlich an Wert verlieren, und es kann Jahre dauern, bis sich Verluste wieder ausgleichen.
  • Klumpenrisiko: Auch breite Indizes können stark auf einzelne Länder, Branchen oder wenige große Unternehmen konzentriert sein.
  • Währungsrisiko: Notieren die Wertpapiere im Fonds in Fremdwährungen, beeinflussen Wechselkursschwankungen deine Rendite in Euro.
  • Kontrahentenrisiko: Bei synthetischen ETFs und bei Wertpapierleihe kann der Ausfall eines Vertragspartners zu Verlusten führen.
  • Handelsrisiko: In hektischen Marktphasen oder bei wenig gehandelten ETFs können die Spreads stark steigen.
  • Schließung: Kleine ETFs werden manchmal aufgelöst oder zusammengelegt. Du erhältst den Wert deiner Anteile zurück, musst das Geld aber neu anlegen; ein Gewinn kann dabei Steuern auslösen.
  • Hebel- und Short-ETFs: Durch die tägliche Anpassung kann ihre Entwicklung über längere Zeit stark von der Indexentwicklung abweichen, vor allem in schwankenden Märkten. Verluste bis hin zum Totalverlust sind möglich. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind sie nicht gedacht.
  • ETCs und ETNs: Als Schuldverschreibungen tragen sie das Ausfallrisiko des Emittenten.

Häufige Fragen zu ETFs

Wie viele ETFs brauche ich?

Für eine breite Streuung kann bereits ein ETF auf einen weltweiten Index genügen. Mehrere ETFs können sinnvoll sein, wenn du gezielt Regionen wie Schwellenländer ergänzen möchtest. Achte darauf, dass sich die Indizes nicht stark überschneiden.

Kann ich ETFs jederzeit verkaufen?

Ja, während der Handelszeiten der Börse kannst du ETFs fortlaufend kaufen und verkaufen. Es gibt keine Mindesthaltedauer. Bei einem Verkauf in einer Schwächephase realisierst du allerdings mögliche Verluste.

Was bedeutet UCITS im Namen eines ETFs?

UCITS ist die englische Bezeichnung für OGAW, also Fonds nach den europäischen Regeln für Investmentfonds. Sie schreiben unter anderem eine Mindeststreuung, Grenzen für Kontrahentenrisiken und eine getrennte Verwahrung des Fondsvermögens vor.

Woran erkenne ich, ob ein ETF physisch oder synthetisch ist?

Die Replikationsmethode steht im Basisinformationsblatt und im Factsheet des ETFs. Synthetische ETFs tragen außerdem häufig einen Hinweis wie „Swap“ im Namen.

Brauche ich für ETFs ein Depot?

Ja. ETFs kaufst du über ein Depot bei einer Bank oder einem Broker. Welche Kosten dort für Orders und Sparpläne anfallen, zeigt der Depot-Vergleich.

Keine Anlageberatung.

Stand: 06.10.2026, um 20:37 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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