Kinderdepot 2026: Vermögen für dein Kind aufbauen

Wem das Geld im Kinderdepot gehört, welche Freibeträge das Kind nutzen kann und was mit 18 passiert. Mit Vergleich Kinderdepot gegen Elterndepot und ETF-Rechenbeispiel.

Übersicht

  • Inhaber des Kinderdepots ist das Kind, die Eltern vertreten es bis zum 18. Geburtstag.
  • Eingezahltes Geld ist eine endgültige Schenkung an das Kind.
  • Das Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro und kann eine NV-Bescheinigung nutzen.
  • Mit 18 verfügt das Kind allein über das Depot, beim BAföG zählt es als eigenes Vermögen.

Anbieter und Produkte im Vergleich

Trade Republic

Trade Republic
1 € (Bestpreis), 2 € mit freier Börsenwahl
pro Order
Sparpläne ab 1 € kostenlos, mehr als 2.000 ETFs
2,50 % Zinsen auf Guthaben
steuereinfach
Bonus
1 % Saveback: Von Zahlungen mit der Trade-Republic-Karte fließen 1 % (bis 15 € im Monat) in deinen Sparplan – Voraussetzung sind mindestens 50 € Sparplan im Monat.
  • Depot: 0 €
  • Order: 1 € („Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen, Trade Republic als Gegenpartei) oder 2 € („Direktpreis“ mit freier Wahl aus 30 Börsen, u. a. Xetra, Euronext, Nasdaq)
  • Zins auf Guthaben: 2,50 % p. a.
  • Besonderheiten: eigene MTF-Lizenz, Web Terminal ohne Zusatzkosten
Depot und Konto bei der Trade Republic Bank GmbH (deutsche Bank); Guthaben teils in Geldmarktfonds

Trade Republic bietet ein Depot für 0 € mit Orders für 1 € beim „Bestpreis“ oder 2 € mit freier Börsenwahl und 2,50 % Zins auf Guthaben.

Seit 02.07.2026 werden Orders beim „Bestpreis“ unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt (1 € je Trade); mit „Direktpreis“ wählt man für 2 € je Trade selbst eine von 30 Börsen, darunter Xetra, Euronext und Nasdaq. Die Preisseite des Anbieters ist nur per App/JavaScript abrufbar; die Ordergebühren stammen aus der Pressemitteilung der Trade Republic Bank GmbH vom 02.07.2026.

Scalable Capital

Scalable Capital
0,99 € (EIX), 1,99 € (gettex, Xetra)
pro Order
Sparpläne ab 1 € kostenlos, 2,60 % Zinsen im separaten Tagesgeld, mehr als 2.700 ETFs
steuereinfach
Bonus
PRIME-ETFs ab 250 € ohne Ordergebühr (Kauf an der European Investor Exchange, auch im kostenlosen FREE Broker).
  • Depot: 0 €; PRIME+ 4,99 € im Monat
  • Order FREE: EIX 0,99 €, Kauf von PRIME-ETFs ab 250 € 0 €; gettex und Xetra 1,99 €
  • Order PRIME+: EIX ab 250 € 0 €, darunter 0,99 €; gettex und Xetra 1,99 €
  • Sparpläne: 0 €, ab 1 €
  • Zinsen: Verrechnungskonto 0 %, separates Tagesgeld 2,60 % p. a. variabel (seit 01.09.2026)
  • Krypto: nur über ETPs, Aufschlag 0,99 % (PRIME+ 0,69 %)
Scalable Capital Bank GmbH, München (Kreditinstitut mit BaFin-Erlaubnis); Guthaben verteilt auf Scalable, Partnerbanken (gesetzliche Einlagensicherung je 100.000 €) und – ohne PRIME+ – qualifizierte Geldmarktfonds; PRIME+ bis 5 x 100.000 € Einlagensicherung

Scalable Capital bietet den Broker im Modell FREE ohne Grundgebühr und als PRIME+ für 4,99 € im Monat an; Sparpläne sind in beiden Modellen kostenlos, Zinsen gibt es nur über das separate Tagesgeld.

Gehandelt wird an der European Investor Exchange (EIX), gettex und Xetra. Im Angebot sind über 8.000 Aktien (4.500 als Sparplan), mehr als 2.700 ETFs und über 3.800 Fonds; ein Kinderdepot ist möglich. Die Kapitalertragsteuer wird automatisch abgeführt.

TARGOBANK Klassik-Depot

TARGOBANK Klassik-Depot
ab 8,90 €
pro Order
Depotwechselprämie bis 5.000 € oder 2,80 % Tagesgeld für 12 Monate, persönliche Beratung in der Filiale möglich
steuereinfach
Aktion
Depotwechsel ab 7.000 €: Prämie 0,75 % des Kurswerts (beim Klassik-Depot nur auf Investmentfonds), max. 5.000 €, alternativ 2,80 % Tagesgeld für 12 Monate (nicht kombinierbar)
  • Depot: 2,50 € im Monat, kostenlos mit Online-Postfach oder ab 50.000 € Geldeinlage
  • Order online: Börse 0,25 %, mind. 8,90 €, max. 34,90 € zzgl. Börsenplatzentgelt (Xetra 2,00 €, Parkettbörsen 3,50 €) und fremder Kosten; Filiale 0,50 %, mind. 34,90 €
  • ETF-/Aktiensparplan: ab 50 € bis 500 €, 2,5 %, mind. 1,50 €, max. 3,00 € je Ausführung über Xetra
  • Fondssparplan: ab 25 € (ausgewählte Fonds), sonst 100 €, mit Ausgabeaufschlag
  • Investmentfonds: bei vielen Fonds 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag im Online-Brokerage
  • Handelsplätze: mehr als 20 Handelsplätze
  • Wechselprämie: 0,75 % des Kurswerts (Klassik-Depot: nur Investmentfonds), max. 5.000 €, ab 7.000 € Übertrag, 1 Jahr Haltedauer
Depot bei der TARGOBANK AG (Crédit Mutuel Bankengruppe); Guthaben: gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde, zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Das Klassik-Depot der TARGOBANK verbindet Online-Handel mit persönlicher Beratung in der Filiale und bietet beim Depotwechsel eine Prämie oder einen Tagesgeld-Aktionszins.

Persönliche Anlageberatung in der Filiale gibt es ab 50.000 € Gesamtguthaben. Die TARGOBANK führt die Abgeltungsteuer ab.

finvesto

finvesto
1,99 €
pro Order
Über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs, Sparpläne ab 1 Cent, 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, Depot für Minderjährige ohne Depotentgelt
steuereinfach
Aktion
ETF-Aktion für Neu- und Bestandskunden: 01.10.2026 bis 31.03.2027 alle ETF-Käufe (Einmalanlage und Sparplan) ohne ETF-Transaktionsentgelt von regulär 0,20 %
  • Orderkosten: 1,99 € je Fondstransaktion, bei ETFs zzgl. 0,20 % (Kauf bis 31.03.2027 ohne ETF-Entgelt)
  • Depot: finvesto Depot 11,50 € pro Quartal (bis 99 Positionen), finvesto Depot basis 6 € pro Quartal (1 Position), unter 18 Jahren kostenlos; VL-Vertrag 12 € pro Jahr
  • Fonds/ETF-Transaktion: 1,99 € online (8 € schriftlich), Fonds zzgl. Ausgabeaufschlag (derzeit 50 % Rabatt), ETFs zzgl. 0,20 % ETF-Transaktionsentgelt
  • Sparplan: ab 1 Cent; Fondssparpläne ohne Transaktionsentgelt; ETF-Käufe bis 31.03.2027 ohne ETF-Transaktionsentgelt
  • Wertpapierdepot (Aktien, Anleihen, Zertifikate): 3 € pro Quartal (entfällt mit finvesto Depot mit Bestand), Inland 5,95 € bis 2.000 €, 8,95 € bis 5.000 €, 15,95 € bis 10.000 €, darüber 21,95 €; USA 25 €, sonstiges Ausland 35 €; zzgl. Börsenentgelte; Aktiensparplan ab 25 €, 1,75 %
  • Handelsplätze: über 60 Börsenplätze im Wertpapierdepot
  • Depotübertrag: kostenlos
FNZ Bank SE (Marke finvesto): Pflichtmitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (Einlagen bis 100.000 €, Wertpapiergeschäfte 90 %, max. 20.000 €) und Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken

Das finvesto Depot der FNZ Bank ist ein Fondsdepot für über 10.000 Fonds und 1.700 ETFs und kostet 11,50 € pro Quartal (finvesto Depot basis mit einer Position 6 € pro Quartal).

Je Kauf, Verkauf oder Umschichtung fallen online 1,99 € an, bei ETFs zusätzlich 0,20 % des Volumens; vom 01.10.2026 bis 31.03.2027 entfällt dieses ETF-Entgelt bei Käufen. Fonds gibt es derzeit mit 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (änderbar). Fondssparpläne sind ab 1 Cent möglich und vom Transaktionsentgelt befreit. Für Aktien und Anleihen gibt es das separate finvesto Wertpapierdepot (1 € im Monat, entfällt mit finvesto Depot mit Bestand; Order im Inland ab 5,95 €). Die FNZ Bank führt die Abgeltungsteuer ab.

DKB

DKB
ab 10 €
pro Order
an Tradegate, gettex und Quotrix kein Ausführungsentgelt, über 500 ETF-Sparpläne in der Aktion ohne Ausführungsentgelt
steuereinfach
  • Depot: 0 € (Verwahrentgelt nur für Xetra Gold und ADRs)
  • Order: 10 € bis 5.000 €, 15 € bis 20.000 €, darüber 30 €; Xetra/Parkett zzgl. 2,50 €; Tradegate, gettex, Quotrix und außerbörslich ohne Ausführungsentgelt
  • ETF-Sparplan: 1,50 € pro Ausführung; über 500 Aktions-ETFs ohne Ausführungsentgelt
  • ETF-Aktion: über 200 ETFs außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt
  • Handelsplätze: 9 inländische Börsen, viele Auslandsbörsen, außerbörslicher Handel
Deutsche Kreditbank AG: gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €; zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (ESF)

Bei der DKB kosten Orders bis 5.000 € 10 €, an Tradegate, gettex und Quotrix fällt kein Ausführungsentgelt an.

Sparpläne auf ETFs, Aktien und Fonds kosten 1,50 € pro Ausführung, für über 500 Aktions-ETFs übernehmen Partner das Entgelt. Über 200 ETFs lassen sich außerbörslich ab 500 € ohne Orderentgelt kaufen. Voraussetzung für das Depot ist ein DKB-Girokonto.

Traders Place

Traders Place
0 € ab 500 € (gettex), darunter 0,95 €
pro Order
über 40 Handelsplätze, rund 10.800 Sparpläne ab 1 €
2,00 % (Zinskonto bis 1 Mio. €, ab 5.000 €), Verrechnungskonto 0 % Zinsen auf Guthaben
steuereinfach
Aktion
Neukunden: 60 € in ETF-Anteilen (Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap) bei mindestens 3 Trades über je 100 € innerhalb von 45 Tagen nach Depoteröffnung
  • Depot: 0 € (Verwahrung Baader Bank)
  • Order: gettex und Baader Trading ab 500 € 0 €, darunter 0,95 €; Tradegate 5 €; L&S Exchange 6 €; Xetra 2 € + 0,01 % (mind. 3 €)
  • ETF-Sparplan: 0 € bei Premium-Partnern (Amundi, DWS, DJE, Xtrackers, iShares, Vanguard), sonst 0,50 €; ab 1 €
  • Zins auf Guthaben: 2,00 % auf dem Zinskonto (5.000 € bis 1 Mio. €, Konditionen bis 31.12.2027), Verrechnungskonto 0 %
  • Handelsplätze: mehr als 40
Depot und Verrechnungskonto bei der Baader Bank AG; Zinskonto mit gesetzlicher Einlagensicherung

Traders Place bietet über 40 Handelsplätze, gettex-Orders ab 500 € für 0 € und 2,00 % Zins auf dem Zinskonto.

Das Depot wird bei der Baader Bank geführt und ist kostenlos. Sparpläne gibt es ab 1 €, bei Premium-Partnern ohne Gebühr. Neukunden erhalten 60 € in ETF-Anteilen, wenn sie innerhalb von 45 Tagen mindestens drei Trades über je 100 € ausführen. Die Kapitalertragsteuer behält die depotführende Bank ein.

Auswahl und Reihenfolge der Anbieter legt die Redaktion fest; dabei fließen auch Kooperationen und Werbepartnerschaften ein. Die Übersicht ist kein vollständiger Marktvergleich. Konditionen laut Anbieter, Stand: 06.10.2026, ohne Gewähr. Für Abschlüsse über „zum Angebot“ erhalten wir gegebenenfalls eine Provision – am Preis ändert sich für dich nichts.

Ein Kinderdepot ist ein Wertpapierdepot, das auf den Namen eines minderjährigen Kindes läuft. Eltern, Großeltern oder Paten können darin über viele Jahre Geld für das Kind anlegen – etwa per ETF-Sparplan. Weil das Vermögen rechtlich dem Kind gehört, hat das Folgen: für Steuern, für spätere Sozialleistungen und dafür, wer mit 18 über das Geld bestimmt. Hier liest du, was du vor der Eröffnung wissen solltest. Aktuelle Angebote findest du in der Übersicht oben.

Wem das Kinderdepot gehört

Inhaber des Depots ist das Kind. Da es noch nicht voll geschäftsfähig ist, handeln die Eltern als gesetzliche Vertreter. Üben beide Eltern die elterliche Sorge gemeinsam aus, vertreten sie das Kind gemeinschaftlich (§ 1629 BGB). Bei der Eröffnung müssen deshalb in der Regel beide Sorgeberechtigten zustimmen und sich identifizieren; Banken verlangen meist zusätzlich die Geburtsurkunde und die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes.

Die Eltern verwalten das Vermögen, es gehört aber nicht ihnen. Nach § 1642 BGB müssen sie Geld des Kindes nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung anlegen, soweit es nicht für Ausgaben bereitgehalten werden muss. Für eigene Zwecke dürfen sie es nicht verwenden.

Eine Schenkung lässt sich kaum rückgängig machen

Wer Geld in ein Depot auf den Namen des Kindes einzahlt, schenkt es dem Kind. Eine vollzogene Schenkung kann nur in gesetzlich eng begrenzten Fällen zurückgefordert werden, etwa wenn der Schenker später seinen eigenen Unterhalt nicht mehr bestreiten kann (§ 528 BGB) oder bei grobem Undank (§ 530 BGB). Dass du das Geld später für ein neues Auto oder eine Renovierung brauchst, gehört nicht dazu. Überlege deshalb vorher, ob du das Geld wirklich endgültig weggeben möchtest.

Schenkungen von Eltern an ein Kind sind bis 400.000 Euro je Elternteil innerhalb von zehn Jahren schenkungssteuerfrei (§§ 14, 16 ErbStG). Für die meisten Kinderdepots spielt die Schenkungssteuer daher keine Rolle.

Depot auf das Kind oder auf die Eltern?

Statt eines Kinderdepots können Eltern auch in einem eigenen Depot für das Kind sparen. Beide Wege haben Vor- und Nachteile:

MerkmalDepot auf den Namen des KindesEigenes Depot der Eltern
EigentumDas Kind ist Eigentümer, das Geld ist geschenkt.Das Geld bleibt bei den Eltern.
Verfügung ab 18Das Kind entscheidet allein.Die Eltern entscheiden, wann und wie viel sie weitergeben.
FreibeträgeEigener Sparer-Pauschbetrag und Grundfreibetrag des KindesFreibeträge der Eltern, die oft schon ausgeschöpft sind
FlexibilitätEntnahmen nur für Zwecke des KindesEltern können das Geld bei Bedarf selbst nutzen.
BAföGZählt als Vermögen des KindesZählt nicht als Vermögen des Kindes
Trennung oder Tod der ElternVermögen bleibt eindeutig beim Kind.Geld gehört rechtlich den Eltern, auch im Erbfall oder bei einer Trennung.

Steuern im Kinderdepot

Eigener Sparer-Pauschbetrag

Jedes Kind hat Anspruch auf einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr (§ 20 Abs. 9 EStG). Damit die Bank Erträge bis zu dieser Höhe ohne Abgeltungsteuer auszahlt, erteilen die Eltern einen Freistellungsauftrag mit der Steuer-ID des Kindes. Mehr dazu auf der Seite zum Freistellungsauftrag.

Höhere Erträge mit NV-Bescheinigung

Hat das Kind keine oder nur geringe weitere Einkünfte, kann das Wohnsitzfinanzamt eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung ausstellen. Dann behält die Bank auch über den Sparer-Pauschbetrag hinaus keine Steuer ein, solange die Einkünfte insgesamt steuerfrei bleiben. Maßgeblich ist vor allem der Grundfreibetrag, der 2026 bei 12.348 Euro liegt (§ 32a EStG). Die Bescheinigung gilt höchstens drei Jahre. Details findest du auf der Seite zur NV-Bescheinigung.

Fehlt die Bescheinigung, kann einbehaltene Abgeltungsteuer über eine Steuererklärung für das Kind mit Günstigerprüfung (§ 32d Abs. 6 EStG) zurückgeholt werden. Bei thesaurierenden Fonds kann zudem jährlich eine Vorabpauschale anfallen, die ebenfalls auf den Freibetrag angerechnet wird.

Kindergeld, BAföG und Familienversicherung

Kindergeld

Für den Anspruch auf Kindergeld kommt es nicht auf Einkommen oder Vermögen des Kindes an. Bei volljährigen Kindern kann nach einer abgeschlossenen ersten Ausbildung eine Erwerbstätigkeit von mehr als 20 Wochenstunden schädlich sein (§ 32 Abs. 4 EStG). Erträge aus einem Depot spielen dafür keine Rolle.

BAföG

Beim BAföG wird eigenes Vermögen der Studierenden angerechnet, dazu zählen auch Wertpapiere (§ 27 BAföG). Frei bleiben bei Auszubildenden unter 30 Jahren 15.000 Euro, ab 30 Jahren 45.000 Euro (§ 29 BAföG). Ein gut gefülltes Kinderdepot kann den Anspruch also mindern. Mehr dazu auf der Seite zum BAföG.

Familienversicherung

Kinder sind in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei mitversichert, solange ihr Gesamteinkommen regelmäßig ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nicht übersteigt (§ 10 SGB V). 2026 sind das 565 Euro im Monat. Gesamteinkommen ist die Summe der Einkünfte im Sinne des Steuerrechts. Wirft das Depot hohe Erträge ab, frage bei der Krankenkasse nach, wie sie angerechnet werden. Grundlagen zur gesetzlichen Krankenversicherung findest du auf unserer Übersichtsseite.

Mit 18 übernimmt das Kind

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres wird das Kind volljährig (§ 2 BGB). Die Vertretungsmacht der Eltern endet, das Depot gehört nun allein dem jungen Erwachsenen. Die Bank stellt das Kinderdepot in der Regel auf ein normales Depot um und verlangt dafür eine eigene Legitimation. Ab diesem Tag kann das Kind frei verfügen: weiter anlegen, Wertpapiere verkaufen oder das Geld ausgeben.

Eltern haben dann keinen Anspruch mehr auf Mitsprache. Wer möchte, dass das Geld für Ausbildung oder Führerschein verwendet wird, sollte früh mit dem Kind über Geld und Anlageziele sprechen. Je besser es versteht, wie das Depot gewachsen ist, desto eher wird es verantwortungsvoll damit umgehen.

ETF-Sparplan fürs Kind: ein Rechenbeispiel

Wer ab der Geburt monatlich einen festen Betrag in einen breit gestreuten ETF spart, nutzt einen langen Anlagehorizont. Das folgende Beispiel zeigt, wie sich Raten von 25 und 50 Euro über 18 Jahre entwickeln könnten. Die Renditen von 3, 5 und 7 Prozent pro Jahr sind runde Annahmen, keine Prognose; Kosten und Steuern sind nicht berücksichtigt.

Monatliche RateEingezahlt nach 18 Jahrenbei 3 % p. a.bei 5 % p. a.bei 7 % p. a.
25 €5.400 €rund 7.100 €rund 8.600 €rund 10.500 €
50 €10.800 €rund 14.200 €rund 17.300 €rund 21.000 €

Aktien und ETFs schwanken. Gerade wenn das Geld zu einem festen Zeitpunkt gebraucht wird, etwa zum Studienbeginn, kann ein Kursrückgang kurz davor das Ergebnis deutlich schmälern. Eigene Szenarien kannst du mit dem ETF-Sparplan-Rechner und dem Zinseszinsrechner durchspielen. Achte bei der Depotwahl auf niedrige Kosten für kleine Sparraten.

Abgrenzung zu Frühstart-Rente und Juniorkonto

Mit der geplanten Frühstart-Rente will die Bundesregierung ein eigenes, staatlich bezuschusstes Vorsorgedepot für Kinder einführen, das bis zum Rentenalter gebunden sein soll. Da die Details noch nicht endgültig feststehen, findest du den aktuellen Stand auf der Seite zur Frühstart-Rente.

Ein Kinderdepot ersetzt kein Konto für den Alltag. Für Taschengeld und erste eigene Zahlungen ist ein Girokonto für Minderjährige gedacht, wie es die Seite zum Juniorkonto beschreibt. Viele Familien kombinieren beides: das Konto für den Alltag, das Depot für den langfristigen Vermögensaufbau.

Häufige Fragen zum Kinderdepot

Ab welchem Alter kann ich ein Kinderdepot eröffnen?

Ein Kinderdepot kann in der Regel schon ab der Geburt eröffnet werden, sobald die Geburtsurkunde und die Steuer-ID des Kindes vorliegen. Die Eltern unterschreiben als gesetzliche Vertreter.

Dürfen Großeltern in ein Kinderdepot einzahlen?

Ja, Einzahlungen von Großeltern, Paten oder anderen Verwandten sind möglich. Auch sie schenken das Geld damit dem Kind. Für Enkelkinder gilt ein eigener Schenkungsteuerfreibetrag.

Können Eltern Geld aus dem Kinderdepot entnehmen?

Nur für Zwecke, die dem Kind dienen. Das Vermögen gehört dem Kind, und die Eltern müssen es wirtschaftlich verwalten. Für eigene Ausgaben dürfen sie es nicht verwenden.

Was passiert, wenn ich ein bestehendes Depot auf mein Kind übertrage?

Ein Übertrag auf einen anderen Inhaber gilt für den Steuerabzug zunächst als Verkauf. Teilst du der Bank mit, dass es sich um eine Schenkung handelt, entfällt das, und die Bank meldet die Übertragung dem Finanzamt. Wie ein Übertrag abläuft, erklärt die Seite zum Depotwechsel.

Ist ein Kinderdepot sicherer als ein Sparbuch?

Nein, es hat ein anderes Risiko. Wertpapiere sind bei einer Pleite der Bank geschützt, unterliegen aber Kursschwankungen. Guthaben auf einem Sparkonto ist im Rahmen der Einlagensicherung geschützt, verliert aber bei niedrigen Zinsen durch Inflation an Kaufkraft.

Keine Anlageberatung.

Stand: 07.10.2026, um 20:08 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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