Gesetzliche Krankenversicherung (GKV): Leistungen, Grenzen & Familienversicherung
Die gesetzliche Krankenversicherung im Überblick: Wer versichert ist, welche Leistungen die Kassen zahlen, wie die Familienversicherung funktioniert und wann ein Wechsel in die PKV möglich ist.
Übersicht
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist die Basis der Gesundheitsversorgung in Deutschland: Rund 90 Prozent der Bevölkerung sind gesetzlich versichert. Hier erfährst du, wer versichert ist, welche Leistungen die Kassen zahlen, wie die Familienversicherung funktioniert und wann ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich ist. Wie hoch dein persönlicher Beitrag ist, berechnest du mit dem Krankenkassenbeitrag-Rechner.
Wer ist gesetzlich versichert?
Pflichtversichert sind vor allem:
- Arbeitnehmer mit einem Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze,
- Auszubildende und Studierende,
- Bezieher von Arbeitslosengeld und Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld),
- Rentner, die die Vorversicherungszeit erfüllen (Krankenversicherung der Rentner),
- Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse.
Wer darüber verdient, selbstständig oder Beamter ist, kann sich freiwillig gesetzlich oder privat versichern.
Wichtige Grenzwerte 2026
| Grenzwert | 2026 |
|---|---|
| Versicherungspflichtgrenze (Wechsel in die PKV möglich ab) | 77.400 € im Jahr (6.450 € im Monat) |
| Beitragsbemessungsgrenze | 69.750 € im Jahr (5.812,50 € im Monat) |
| Einkommensgrenze Familienversicherung | 565 € im Monat (Minijob 603 €) |
| Allgemeiner Beitragssatz | 14,6 % |
| Durchschnittlicher Zusatzbeitrag | 2,9 % |
Wie sich Beitragssatz, Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung zu deinem Beitrag zusammensetzen, zeigt der Krankenkassenbeitrag-Rechner.
Welche Leistungen zahlt die GKV?
Die Leistungen sind im Sozialgesetzbuch geregelt und bei allen Kassen zu rund 95 Prozent gleich. Dazu gehören unter anderem:
- ambulante und stationäre Behandlung, Medikamente (mit Zuzahlung),
- Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen, Impfungen,
- zahnärztliche Behandlung und Festzuschüsse für Zahnersatz,
- Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft,
- Rehabilitation sowie Krankengeld nach der Lohnfortzahlung.
Unterschiede gibt es bei Zusatzleistungen wie Bonusprogrammen, professioneller Zahnreinigung oder Osteopathie. Lücken etwa beim Zahnersatz schließt eine Krankenzusatzversicherung.
Familienversicherung als Vorteil
Ein großer Pluspunkt der GKV ist die beitragsfreie Familienversicherung: Ehepartner und Kinder sind ohne eigenen Beitrag mitversichert, solange ihr regelmäßiges Einkommen 565 Euro im Monat (bei einem Minijob 603 Euro) nicht übersteigt. Kinder sind bis 18 mitversichert, ohne Erwerbstätigkeit bis 23 und in Ausbildung oder Studium bis 25. In der privaten Krankenversicherung zahlt dagegen jede Person einen eigenen Beitrag.
Krankenkasse wählen und wechseln
Du kannst deine Krankenkasse frei wählen. Nach zwölf Monaten Mitgliedschaft ist ein Wechsel mit zwei Monaten Frist zum Monatsende möglich; erhöht deine Kasse den Zusatzbeitrag, hast du ein Sonderkündigungsrecht. Die neue Kasse kümmert sich um die Meldung – du musst nur den Mitgliedsantrag stellen.
GKV oder PKV?
Wer mehr als die Versicherungspflichtgrenze verdient, selbstständig oder verbeamtet ist, hat die Wahl. Die GKV richtet den Beitrag nach dem Einkommen und versichert die Familie mit; die PKV kalkuliert nach Alter und Gesundheitszustand und bietet je nach Tarif mehr Leistungen. Eine Rückkehr in die GKV ist ab 55 kaum noch möglich – die Entscheidung sollte deshalb gut überlegt sein.
