Studentenkonto: Girokonto für Studium, Auslandssemester & BAföG
Was ein Studentenkonto ausmacht, welche Nachweise Banken verlangen und was nach dem Abschluss passiert. Dazu Tipps zu Dispo, Auslandssemester, BAföG und Konten für Azubis.
Übersicht
- Ein Studentenkonto ist ein normales Girokonto, das gegen Nachweis der Einschreibung zu Sonderkonditionen geführt wird.
- Die Immatrikulationsbescheinigung musst du regelmäßig neu einreichen, sonst droht ein Kontomodell mit Entgelt.
- Nach dem Studium oder ab einer Altersgrenze stellt die Bank meist auf ein reguläres Modell um.
- Den Dispo nur kurzfristig nutzen und fürs Auslandssemester auf Kosten außerhalb des Euroraums achten.
Anbieter und Produkte im Vergleich
Trade Republic Girokonto
- Kontoführung: 0 €
- Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften: 0 €
- Karte: Visa Debitkarte virtuell 0 €, Classic einmalig 5 €, Mirror einmalig 50 €; keine Kreditkarte
- Bargeld: ab 100 € kostenlos, darunter 1 € je Abhebung, auch in Fremdwährung ohne Umrechnungsgebühr
- Dispo: nicht verfügbar
- Zinsen: 2,50 % p. a. variabel, monatliche Auszahlung
- Saveback: 1 % auf Kartenzahlungen bis 1.500 € im Monat (max. 15 €), Voraussetzung mindestens 50 € Sparplan im Monat
DKB Bank Girokonto
- Kontoführung: 4,50 € pro Monat
- kostenlos bei: ab 700 € Geldeingang oder unter 28 Jahren
- Karten: Visa Debitkarte kostenlos, girocard 0,99 € mtl., Visa Kreditkarte 2,49 € mtl.
- Bargeld: Visa Debit: Mindestbetrag 50 €, in Euro kostenlos, Fremdwährung 2,20 % (mit Aktivstatus kostenlos)
- Dispozins: 9,66 % (mit Aktivstatus 9,06 %)
- Echtzeitüberweisung: inklusive, rund um die Uhr
- Kontowechselservice: kostenlos, digital
- Einlagensicherung: gesetzlich bis 100.000 € je Kunde (Deutschland)
Postbank Giro pur
- Kontoführung: 5,90 € pro Monat
- kostenlos bei: ab 900 € Geldeingang und digitaler Nutzung; Schüler, Studierende, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende mit Nachweis
- Karten: Postbank Card inklusive, Postbank Mastercard 29 € p. a.
- Bargeld: an rund 7.000 Automaten der Cash Group kostenlos
- Dispozins: 11,04 %, geduldet 12,85 %
- Echtzeitüberweisung: inklusive
- Kontowechselservice: kostenlos, digital
- Einlagensicherung: gesetzlich bis 100.000 € je Kunde (Deutschland)
BBBank Girokonto
- Kontoführung: 4,95 € pro Monat
- kostenlos bei: ab 1.000 € Geldeingang und E-Postfach oder unter 30 Jahren
- Karten: Visa DirectCard (Debit) und digitale girocard kostenlos, girocard V PAY 14,95 € p. a., ClassicCard 34,95 € p. a.
- Bargeld: Visa DirectCard ohne BBBank-Entgelt, girocard an BBBank- und CashPool-Automaten kostenlos
- Dispozins: 9,90 % (eingeräumt und geduldet)
- Echtzeitüberweisung: inklusive
- Kontowechselservice: kostenlos, online
- Einlagensicherung: gesetzlich bis 100.000 € je Kunde (Deutschland)
Ein Studentenkonto ist ein Girokonto zu Sonderkonditionen für eingeschriebene Studierende. Rechtlich ist es keine eigene Kontoart: Es gelten dieselben Regeln wie für jedes andere Girokonto, nur der Preis hängt an deinem Status als Studentin oder Student. Hier liest du, welche Nachweise Banken verlangen, was nach dem Abschluss mit dem Konto passiert, warum ein Dispo im Studium mit Vorsicht zu genießen ist und wie du für ein Auslandssemester vorsorgst. Aktuelle Angebote findest du in der Übersicht oben.
Was ein Konto für Studierende ausmacht
Der Kern ist fast immer eine entgeltfreie Kontoführung für die Dauer des Studiums, auch ohne regelmäßigen Gehaltseingang. Viele Banken knüpfen ihre regulären Gratiskonten an einen monatlichen Mindesteingang; diese Hürde entfällt bei Studierenden häufig. Dazu kommen je nach Bank eine Debitkarte, teils eine Kreditkarte zu besonderen Konditionen und ein kleiner Dispositionskredit. Welche Leistungen wirklich enthalten sind, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis und in der Entgeltinformation, die dir die Bank vor Vertragsschluss geben muss.
Typische Voraussetzungen
- Einschreibung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule, belegt durch eine aktuelle Bescheinigung.
- Altersgrenze: Viele Banken gewähren die Konditionen nur bis zu einem bestimmten Lebensjahr. Die Grenze unterscheidet sich von Bank zu Bank und kann auch dann greifen, wenn du noch studierst.
- Volljährigkeit: Wer mit 17 das Studium beginnt, braucht für die Kontoeröffnung die Zustimmung der Eltern.
- Identifikation und Wohnsitz: gültiger Ausweis oder Pass, eine Meldeadresse und meist die steuerliche Identifikationsnummer.
Die Immatrikulationsbescheinigung als Nachweis
Die Bescheinigung erhältst du von deiner Hochschule, meist zum Download im Online-Portal. Banken verlangen sie bei der Eröffnung und danach in regelmäßigen Abständen erneut, häufig einmal im Jahr oder zu jedem Semester. Verpasst du die Frist, stellt die Bank das Konto in der Regel auf ein entgeltpflichtiges Modell um. Trag dir den Termin deshalb in den Kalender ein und lade das Dokument rechtzeitig im Online-Banking hoch. Ob auch Fernstudium, Teilzeitstudium, Promotion oder ein Urlaubssemester zählen, regelt jede Bank in ihren Bedingungen.
Studentenkonto oder Konto ohne Bedingungen?
Ein spezielles Studierendenmodell ist nicht automatisch die passende Wahl. Manche Konten sind für alle Kunden ohne Nachweis entgeltfrei, andere kosten nach dem Studium deutlich mehr. Der Vergleich hilft bei der Entscheidung, welches Modell zu deiner Situation passt:
| Merkmal | Konto für Studierende | Konto ohne Bedingungen | Reguläres Kontomodell mit Entgelt |
|---|---|---|---|
| Kontoführung | entgeltfrei, solange der Nachweis vorliegt | entgeltfrei ohne Nachweis | monatliches Entgelt oder Entgelt pro Buchung |
| Voraussetzung | Einschreibung, oft Altersgrenze | keine besondere | keine besondere |
| Laufzeit der Sonderkonditionen | bis Studienende oder Altersgrenze | unbefristet, solange die Bank die Konditionen nicht ändert | unbefristet |
| Was danach passiert | Umstellung auf ein anderes Kontomodell | keine Umstellung | keine Umstellung |
| Worauf du achten solltest | Nachweisfristen, Konditionen nach dem Studium | Karten- und Bargeldkosten, Dispo | Summe der Entgelte bei deiner Nutzung |
Wer ohnehin plant, nach dem Studium bei derselben Bank zu bleiben, sollte schon bei der Eröffnung auf die späteren Konditionen schauen. Wer flexibel bleiben will, wählt ein Konto, bei dem der Wechsel später wenig Aufwand macht.
Nach dem Abschluss: So geht es mit dem Konto weiter
Mit dem Ende der Einschreibung oder beim Erreichen der Altersgrenze laufen die Sonderkonditionen aus. Meist führt die Bank das Konto dann automatisch in einem regulären Kontomodell weiter, unter Umständen mit monatlichem Entgelt oder mit der Bedingung eines Mindestgeldeingangs. Das kann ein Vorteil sein, weil sich deine IBAN nicht ändert und du Arbeitgeber und Vertragspartner nicht neu informieren musst.
Prüfe trotzdem einige Wochen vor dem Studienende, was das Folgemodell kostet. Passt es nicht, ist der Berufseinstieg ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel, weil du dem neuen Arbeitgeber ohnehin eine Bankverbindung nennst. Wie die gesetzliche Kontenwechselhilfe funktioniert, erklärt der Ratgeber zum Kontowechsel.
Dispo im Studium: klein halten und gezielt nutzen
Banken räumen Studierenden einen Dispositionskredit meist nur in geringer Höhe oder gar nicht ein, weil kein regelmäßiges Einkommen vorhanden ist. Das schützt auch vor einer Schuldenspirale. Der Dispo ist für kurze Engpässe gedacht, etwa wenn die Miete vor dem Nebenjob-Lohn abgebucht wird. Als Dauerlösung ist er teuer, weil Dispozinsen meist über den Zinsen gewöhnlicher Ratenkredite liegen und Monat für Monat anfallen.
Beispiel mit runden Werten: Bist du ein Jahr lang durchgehend mit 500 Euro im Minus und beträgt der Zinssatz 12 Prozent, zahlst du rund 60 Euro Zinsen – Geld, das am Ende fürs Studium fehlt. Mehr dazu im Ratgeber zu Dispozinsen. Wird dir kein oder nur ein kleiner Dispo eingeräumt, liegt das meist am fehlenden regelmäßigen Einkommen. Wie Banken die Kreditwürdigkeit einschätzen, steht im Ratgeber zur Bonität.
Mit Karte ins Auslandssemester
Ein Erasmus-Aufenthalt oder ein Praktikum im Ausland stellt das Konto vor neue Aufgaben: Miete überweisen, im Alltag mit Karte zahlen, Bargeld abheben. Innerhalb des Euroraums ist das meist unkompliziert. Überweisungen in Euro auf ein Euro-Konto im Europäischen Wirtschaftsraum kosten nach Angaben der BaFin genauso viel wie Inlandsüberweisungen. Bei Kartenzahlungen in Euro fällt keine Währungsumrechnung an; prüfe trotzdem im Preis- und Leistungsverzeichnis, ob deine Bank für den Karteneinsatz im Ausland etwas berechnet.
Außerhalb des Euroraums kommen schnell Kosten zusammen: ein prozentuales Entgelt für den Auslandseinsatz, Gebühren fremder Geldautomaten und Wechselkursaufschläge. Bietet dir ein Automat oder Kartenterminal an, direkt in Euro abzurechnen, wähle besser die Landeswährung – sonst bestimmt der Betreiber den Umrechnungskurs. Beträge in Fremdwährung kannst du mit dem Währungsrechner überschlagen.
Für längere Aufenthalte bewähren sich zwei Karten von verschiedenen Kartennetzen, damit du bei Verlust oder Sperrung nicht ohne Zahlungsmittel dastehst. Eine Kreditkarte ist im Ausland für Mietwagen, Hotelkautionen oder Online-Buchungen oft nötig. Welche Merkmale auf Reisen zählen, beschreibt der Ratgeber zur Reisekreditkarte; wer keine Bonitätsprüfung bestehen kann oder ein festes Budget möchte, findet Alternativen bei der Prepaid-Kreditkarte. Denk außerdem daran, deiner Bank eine aktuelle Handynummer zu hinterlegen, damit die Freigabe von Zahlungen auch im Ausland funktioniert.
BAföG, Kindergeld und Nebenjob: Geldeingänge sauber organisieren
Ein eigenes Girokonto ist im Studium praktisch unverzichtbar. Das BAföG wird nach § 51 Abs. 1 BAföG unbar und monatlich im Voraus gezahlt; im Antrag gibst du deshalb die IBAN des Kontos an, auf das die Förderung fließen soll. Wechselst du später die Bank, musst du dem Amt für Ausbildungsförderung die neue Verbindung mitteilen. Einen Überblick über Anspruch und Antrag gibt der Ratgeber zum BAföG.
Das Kindergeld geht in der Regel an die Eltern, die es dir weitergeben können. Lohn aus einem Minijob oder einer Werkstudententätigkeit landet ebenfalls auf deinem Konto. Ein separates Unterkonto oder Tagesgeldkonto für Rücklagen, etwa für Semesterbeiträge, hilft, nicht versehentlich das Geld für die nächste Rückmeldung auszugeben.
Internationale Studierende haben es bei der Kontoeröffnung manchmal schwerer, etwa weil noch keine Meldeadresse vorliegt. Hier hilft das Basiskonto: Nach § 31 ZKG hat jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU Anspruch auf ein Zahlungskonto mit grundlegenden Funktionen, auch ohne festen Wohnsitz.
Azubis, Schüler und Freiwilligendienst
Ähnliche Sonderkonditionen gibt es oft für andere junge Menschen in Ausbildung. Als Nachweis dienen dann der Ausbildungsvertrag, eine Schulbescheinigung oder die Bestätigung über einen Freiwilligendienst wie das Freiwillige Soziale Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst. Auch hier gilt meist eine Altersgrenze, und die Konditionen enden mit der Ausbildung.
Für Azubis ist das Konto zugleich das Gehaltskonto. Achte deshalb darauf, ob das Modell nach der Übernahme in ein reguläres Arbeitsverhältnis weiterhin passt. Sind Schülerinnen und Schüler noch minderjährig, gelten die Regeln für Konten von Minderjährigen, die der Ratgeber zum Juniorkonto erklärt.
Checkliste für die Kontoeröffnung im Studium
- Ist die Kontoführung wirklich entgeltfrei, und welche Leistungen kosten extra (Karte, Bargeld, Überweisung in Papierform)?
- Bis zu welchem Alter oder Studienende gelten die Konditionen?
- Wie oft und in welcher Form musst du die Immatrikulationsbescheinigung einreichen?
- Welches Kontomodell folgt nach dem Studium, und was kostet es?
- Wird ein Dispo eingeräumt, und zu welchem Zinssatz?
- Fallen Entgelte für Kartenzahlungen und Abhebungen außerhalb des Euroraums an?
- Gibt es eine Kreditkarte, und ist sie für das Auslandssemester geeignet?
- Funktionieren Online-Banking und Freigabe der Zahlungen per App zuverlässig, auch im Ausland?
Häufige Fragen zum Studentenkonto
Kann ich ein Studentenkonto schon vor Studienbeginn eröffnen?
Das hängt von der Bank ab. Manche akzeptieren eine Zulassung oder einen Studienplatznachweis, andere verlangen eine Immatrikulationsbescheinigung für das laufende Semester.
Was passiert, wenn ich den Nachweis zu spät einreiche?
Meist stellt die Bank das Konto nach Ablauf der Frist auf ein entgeltpflichtiges Modell um. Reichst du die Bescheinigung nach, gelten die Studierendenkonditionen oft wieder, eine rückwirkende Erstattung ist aber nicht sicher.
Brauche ich für das BAföG ein bestimmtes Konto?
Nein. Das BAföG wird unbar auf das Konto überwiesen, das du im Antrag angibst. Ein gewöhnliches Girokonto mit IBAN genügt; ein spezielles Studentenkonto ist dafür nicht nötig.
Muss ich das Konto nach dem Studium wechseln?
Nein. Die Bank führt das Konto in der Regel in einem regulären Modell weiter. Ob du bleibst oder wechselst, hängt davon ab, was das Folgemodell kostet und ob es zu deiner Nutzung passt.
Lohnt sich eine Kreditkarte im Studium?
Für Reisen, Auslandssemester und manche Online-Buchungen ist sie praktisch. Wichtig sind eine Abrechnung ohne Teilzahlungsfunktion oder eine Prepaid-Lösung, damit keine teuren Zinsen entstehen, und geringe Kosten beim Einsatz außerhalb des Euroraums.
