Grunderwerbsteuer in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein beträgt die Grunderwerbsteuer 6,5 % des Kaufpreises. Beim Immobilienkauf zahlst du sie zusätzlich zum Kaufpreis – hier berechnest du Höhe und Kaufnebenkosten.

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Grunderwerbsteuer-Rechner
Was kostet der Immobilienkauf an Nebenkosten?
Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5 % bis 6,5 %) plus Notar- und Grundbuchkosten nach GNotKG.
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Bei Finanzierung: für die Grundschuld-Kosten.
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Käuferanteil in Prozent inkl. USt, falls ein Makler beteiligt ist.

Übersicht

  • Die Grunderwerbsteuer in Schleswig-Holstein beträgt 6,5 % des Kaufpreises (seit 1. Januar 2014).
  • Bei 400.000 Euro Kaufpreis sind das 26.000 Euro.
  • Mit Notar, Grundbuch und Makler liegen die Kaufnebenkosten bei rund 8,0 bis 11,6 %.
  • Fällig nach dem Kaufvertrag; erst nach Zahlung erfolgt die Grundbucheintragung.

In Schleswig-Holstein beträgt die Grunderwerbsteuer 6,5 % des Kaufpreises. Sie fällt beim Kauf von Grundstücken, Häusern und Eigentumswohnungen an und gehört zu den Kaufnebenkosten, die du zusätzlich zum Kaufpreis aufbringen musst. Mit dem Rechner oben ermittelst du die Steuer und alle weiteren Nebenkosten für Notar, Grundbuch und auf Wunsch den Makler.

Weil Banken die Nebenkosten meist nicht mitfinanzieren, solltest du die Grunderwerbsteuer aus deinem Eigenkapital einplanen. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro sind das in Schleswig-Holstein bereits 26.000 €.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Schleswig-Holstein?

Der Steuersatz liegt in Schleswig-Holstein bei 6,5 % und gilt seit dem 1. Januar 2014. Zuvor lag der Satz in Schleswig-Holstein bei 5,0 %.

Seit 2006 dürfen die Bundesländer den Satz selbst festlegen. Bundesweit reicht die Spanne heute von 3,5 % in Bayern bis 6,5 % in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. In Schleswig-Holstein gilt damit der Höchstsatz.

Beispiel: Grunderwerbsteuer in Schleswig-Holstein

So viel Grunderwerbsteuer fällt bei 6,5 % je nach Kaufpreis an:

KaufpreisGrunderwerbsteuer (6,5 %)
200.000 €13.000 €
300.000 €19.500 €
400.000 €26.000 €
500.000 €32.500 €
750.000 €48.750 €

Entwicklung der Grunderwerbsteuer in Schleswig-Holstein

Seit 2006 dürfen die Länder den Steuersatz selbst festlegen. Davor galt bundesweit einheitlich 3,5 %. So hat sich der Satz in Schleswig-Holstein entwickelt:

Gültig für KaufverträgeSteuersatz Schleswig-Holstein
ab 1. Januar 19973,5 %
ab 1. Januar 20125,0 %
ab 1. Januar 20146,5 %

Schleswig-Holstein war 2014 das erste Land mit dem Höchstsatz von 6,5 %.

Zuständiges Finanzamt und Förderung in Schleswig-Holstein

Den Grunderwerbsteuerbescheid erlässt in der Regel das Finanzamt, in dessen Bezirk die Immobilie liegt. Welches Finanzamt das ist, findest du in der Übersicht der Finanzämter in Schleswig-Holstein.

Einen Zuschuss, der die Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb ausgleicht – wie das Hessengeld in Hessen –, gibt es in Schleswig-Holstein nach unserem Stand (Oktober 2026) nicht. Förderdarlehen für selbst genutztes Wohneigentum vergibt die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH); Konditionen und Einkommensgrenzen ändern sich regelmäßig, prüfe das aktuelle Angebot deshalb direkt dort. Bundesweit kommen KfW-Programme wie „Wohneigentum für Familien“ hinzu.

Immobilienpreise und typische Grunderwerbsteuer in Schleswig-Holstein

Wie viel Grunderwerbsteuer tatsächlich anfällt, hängt vom Kaufpreis ab – und der unterscheidet sich zwischen den Ländern erheblich. Die Tabelle zeigt durchschnittliche Preise in Schleswig-Holstein und die Steuer für typische Objekte:

ObjektØ Preis in Schleswig-HolsteinBeispiel-KaufpreisGrunderwerbsteuer (6,5 %)
Eigentumswohnung, 80 m²2.965 €/m²237.000 €15.405 €
Einfamilienhaus, 140 m²3.267 €/m²457.000 €29.705 €
Baugrundstück, 600 m²125 €/m²75.000 €4.875 €

Der Baulandpreis ist der amtliche Durchschnitt für baureifes Land: 125,37 €/m² (2025). Die Wohnungs- und Hauspreise sind Durchschnittswerte aus Angeboten, nicht aus tatsächlichen Verkäufen; der konkrete Preis einer Immobilie kann deutlich abweichen. Die Beispiel-Kaufpreise sind auf volle 1.000 Euro gerundet.

Quellen: ImmoScout24 Preisatlas Schleswig-Holstein (Ø Angebotspreise, Stand 2. Quartal 2026); Statistikamt Nord, Kaufwerte für Bauland 2025.

Grunderwerbsteuer in Schleswig-Holstein im Vergleich zu den Nachbarländern

Schleswig-Holstein gehört damit zu den Ländern mit dem höchsten Satz. Wer in einer Grenzregion sucht, sollte die Sätze der angrenzenden Bundesländer kennen. Die Tabelle zeigt die Steuer bei 400.000 Euro Kaufpreis im Vergleich zu Schleswig-Holstein (6,5 %):

NachbarlandSteuersatzSteuer bei 400.000 €Unterschied zu Schleswig-Holstein
Hamburg5,5 %22.000 €−4.000 €
Niedersachsen5,0 %20.000 €−6.000 €
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %24.000 €−2.000 €

Am günstigsten unter den Nachbarn ist Niedersachsen mit 5,0 %: Bei 400.000 Euro Kaufpreis sparst du dort 6.000 € Grunderwerbsteuer. Maßgeblich ist immer das Bundesland, in dem die Immobilie liegt – nicht dein Wohnort.

Kaufnebenkosten in Schleswig-Holstein im Überblick

Die Grunderwerbsteuer ist meist der größte Posten der Nebenkosten. Dazu kommen die Kosten für Notar und Grundbucheintrag – als Faustregel rund 1,5 % des Kaufpreises – sowie gegebenenfalls die Maklerprovision. Seit Ende 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern die Provision in der Regel hälftig; häufig zahlst du als Käufer 3,57 % inklusive Mehrwertsteuer.

KaufpreisGrunderwerbsteuerNotar und Grundbuch (ca. 1,5 %)Summe ohne MaklerMakler (3,57 %)Summe mit Makler
250.000 €16.250 €3.750 €20.000 €8.925 €28.925 €
400.000 €26.000 €6.000 €32.000 €14.280 €46.280 €
600.000 €39.000 €9.000 €48.000 €21.420 €69.420 €

Die Notar- und Grundbuchkosten sind ein Planungswert; die genauen Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und dem Umfang der Leistungen. Wie sich die Nebenkosten im Detail zusammensetzen, erklärt der Ratgeber zu den Kaufnebenkosten. Ob sich der Kauf gegenüber dem Mieten überhaupt rechnet, prüfst du mit dem Rechner Mieten oder Kaufen.

Allgemeine Regeln: Bemessungsgrundlage, Ausnahmen und Fälligkeit

Bemessungsgrundlage, Ausnahmen und Ablauf sind im Grunderwerbsteuergesetz bundesweit einheitlich geregelt – in Schleswig-Holstein gilt lediglich ein eigener Steuersatz. Kurz zusammengefasst: Besteuert wird der Kaufpreis laut Notarvertrag; mitverkauftes bewegliches Inventar wie eine gebrauchte Einbauküche kannst du herausrechnen. Keine Grunderwerbsteuer fällt unter anderem bei Käufen bis 2.500 Euro, zwischen Ehegatten und unter Verwandten in gerader Linie an. Nach dem Kaufvertrag schickt dir das Finanzamt den Bescheid; gezahlt wird meist innerhalb eines Monats, erst danach wirst du ins Grundbuch eingetragen.

Alle Details zur Berechnung, zu den Ausnahmen, zur steuerlichen Absetzbarkeit und Tipps zum Sparen findest du auf der Hauptseite zur Grunderwerbsteuer.

Grunderwerbsteuer im Bundesland-Vergleich

Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro zahlst du in Schleswig-Holstein 26.000 € Grunderwerbsteuer. Das sind 12.000 € mehr als in Bayern.

Eine Übersicht aller Bundesländer mit Steuersätzen und Links zu den einzelnen Länderseiten findest du ebenfalls auf der Grunderwerbsteuer-Hauptseite.

Häufige Fragen zur Grunderwerbsteuer in Schleswig-Holstein

Fällt beim Kauf von Wohnungseigentum ebenfalls 6,5 % an?

Ja. Der Steuersatz in Schleswig-Holstein gilt für Eigentumswohnungen genauso wie für Häuser und unbebaute Grundstücke. Laufende Kosten wie die Grundsteuer kommen nach dem Kauf jährlich hinzu.

Seit wann gilt in Schleswig-Holstein der Satz von 6,5 %?

Seit dem 1. Januar 2014. Maßgeblich ist das Datum, an dem der notarielle Kaufvertrag geschlossen wurde – nicht der Tag der Übergabe oder der Grundbucheintragung.

Stand: 02.10.2026, um 14:19 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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