Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen beträgt die Grunderwerbsteuer 6,5 % des Kaufpreises. Beim Immobilienkauf zahlst du sie zusätzlich zum Kaufpreis – hier berechnest du Höhe und Kaufnebenkosten.
Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5 % bis 6,5 %) plus Notar- und Grundbuchkosten nach GNotKG.
Übersicht
- Die Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen beträgt 6,5 % des Kaufpreises (seit 1. Januar 2015).
- Bei 400.000 Euro Kaufpreis sind das 26.000 Euro.
- Mit Notar, Grundbuch und Makler liegen die Kaufnebenkosten bei rund 8,0 bis 11,6 %.
- Fällig nach dem Kaufvertrag; erst nach Zahlung erfolgt die Grundbucheintragung.
In Nordrhein-Westfalen beträgt die Grunderwerbsteuer 6,5 % des Kaufpreises. Sie fällt beim Kauf von Grundstücken, Häusern und Eigentumswohnungen an und gehört zu den Kaufnebenkosten, die du zusätzlich zum Kaufpreis aufbringen musst. Mit dem Rechner oben ermittelst du die Steuer und alle weiteren Nebenkosten für Notar, Grundbuch und auf Wunsch den Makler.
Weil Banken die Nebenkosten meist nicht mitfinanzieren, solltest du die Grunderwerbsteuer aus deinem Eigenkapital einplanen. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro sind das in Nordrhein-Westfalen bereits 26.000 €.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen?
Der Steuersatz liegt in Nordrhein-Westfalen bei 6,5 % und gilt seit dem 1. Januar 2015. Zuvor lag der Satz in Nordrhein-Westfalen bei 5,0 %.
Seit 2006 dürfen die Bundesländer den Satz selbst festlegen. Bundesweit reicht die Spanne heute von 3,5 % in Bayern bis 6,5 % in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. In Nordrhein-Westfalen gilt damit der Höchstsatz.
Beispiel: Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen
So viel Grunderwerbsteuer fällt bei 6,5 % je nach Kaufpreis an:
| Kaufpreis | Grunderwerbsteuer (6,5 %) |
|---|---|
| 200.000 € | 13.000 € |
| 300.000 € | 19.500 € |
| 400.000 € | 26.000 € |
| 500.000 € | 32.500 € |
| 750.000 € | 48.750 € |
Entwicklung der Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen
Seit 2006 dürfen die Länder den Steuersatz selbst festlegen. Davor galt bundesweit einheitlich 3,5 %. So hat sich der Satz in Nordrhein-Westfalen entwickelt:
| Gültig für Kaufverträge | Steuersatz Nordrhein-Westfalen |
|---|---|
| ab 1. Januar 1997 | 3,5 % |
| ab 1. Oktober 2011 | 5,0 % |
| ab 1. Januar 2015 | 6,5 % |
Nordrhein-Westfalen gehört seit 2015 zu den Ländern mit dem Höchstsatz von 6,5 %.
Zuständiges Finanzamt und Förderung in Nordrhein-Westfalen
Den Grunderwerbsteuerbescheid erlässt in der Regel das Finanzamt, in dessen Bezirk die Immobilie liegt. Welches Finanzamt das ist, findest du in der Übersicht der Finanzämter in Nordrhein-Westfalen.
Einen Zuschuss, der die Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb ausgleicht – wie das Hessengeld in Hessen –, gibt es in Nordrhein-Westfalen nach unserem Stand (Oktober 2026) nicht. Förderdarlehen für selbst genutztes Wohneigentum vergibt die NRW.BANK; Konditionen und Einkommensgrenzen ändern sich regelmäßig, prüfe das aktuelle Angebot deshalb direkt dort. Bundesweit kommen KfW-Programme wie „Wohneigentum für Familien“ hinzu.
Immobilienpreise und typische Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen
Wie viel Grunderwerbsteuer tatsächlich anfällt, hängt vom Kaufpreis ab – und der unterscheidet sich zwischen den Ländern erheblich. Die Tabelle zeigt durchschnittliche Preise in Nordrhein-Westfalen und die Steuer für typische Objekte:
| Objekt | Ø Preis in Nordrhein-Westfalen | Beispiel-Kaufpreis | Grunderwerbsteuer (6,5 %) |
|---|---|---|---|
| Eigentumswohnung, 80 m² | 2.588 €/m² | 207.000 € | 13.455 € |
| Einfamilienhaus, 140 m² | 3.239 €/m² | 453.000 € | 29.445 € |
| Baugrundstück, 600 m² | 297 €/m² | 178.000 € | 11.570 € |
Der Baulandpreis ist der amtliche Durchschnitt für baureifes Land: 296,64 €/m² (2025). Die Wohnungs- und Hauspreise sind Durchschnittswerte aus Angeboten, nicht aus tatsächlichen Verkäufen; der konkrete Preis einer Immobilie kann deutlich abweichen. Die Beispiel-Kaufpreise sind auf volle 1.000 Euro gerundet.
Quellen: ImmoScout24 Preisatlas Nordrhein-Westfalen (Ø Angebotspreise, Stand 2. Quartal 2026); IT.NRW, Kaufwerte für Bauland 2025.
Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu den Nachbarländern
Nordrhein-Westfalen gehört damit zu den Ländern mit dem höchsten Satz. Wer in einer Grenzregion sucht, sollte die Sätze der angrenzenden Bundesländer kennen. Die Tabelle zeigt die Steuer bei 400.000 Euro Kaufpreis im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen (6,5 %):
| Nachbarland | Steuersatz | Steuer bei 400.000 € | Unterschied zu Nordrhein-Westfalen |
|---|---|---|---|
| Niedersachsen | 5,0 % | 20.000 € | −6.000 € |
| Hessen | 6,0 % | 24.000 € | −2.000 € |
| Rheinland-Pfalz | 5,0 % | 20.000 € | −6.000 € |
Am günstigsten unter den Nachbarn ist Niedersachsen mit 5,0 %: Bei 400.000 Euro Kaufpreis sparst du dort 6.000 € Grunderwerbsteuer. Maßgeblich ist immer das Bundesland, in dem die Immobilie liegt – nicht dein Wohnort.
Kaufnebenkosten in Nordrhein-Westfalen im Überblick
Die Grunderwerbsteuer ist meist der größte Posten der Nebenkosten. Dazu kommen die Kosten für Notar und Grundbucheintrag – als Faustregel rund 1,5 % des Kaufpreises – sowie gegebenenfalls die Maklerprovision. Seit Ende 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern die Provision in der Regel hälftig; häufig zahlst du als Käufer 3,57 % inklusive Mehrwertsteuer.
| Kaufpreis | Grunderwerbsteuer | Notar und Grundbuch (ca. 1,5 %) | Summe ohne Makler | Makler (3,57 %) | Summe mit Makler |
|---|---|---|---|---|---|
| 250.000 € | 16.250 € | 3.750 € | 20.000 € | 8.925 € | 28.925 € |
| 400.000 € | 26.000 € | 6.000 € | 32.000 € | 14.280 € | 46.280 € |
| 600.000 € | 39.000 € | 9.000 € | 48.000 € | 21.420 € | 69.420 € |
Die Notar- und Grundbuchkosten sind ein Planungswert; die genauen Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und dem Umfang der Leistungen. Wie sich die Nebenkosten im Detail zusammensetzen, erklärt der Ratgeber zu den Kaufnebenkosten. Ob sich der Kauf gegenüber dem Mieten überhaupt rechnet, prüfst du mit dem Rechner Mieten oder Kaufen.
Allgemeine Regeln: Bemessungsgrundlage, Ausnahmen und Fälligkeit
Bemessungsgrundlage, Ausnahmen und Ablauf sind im Grunderwerbsteuergesetz bundesweit einheitlich geregelt – in Nordrhein-Westfalen gilt lediglich ein eigener Steuersatz. Kurz zusammengefasst: Besteuert wird der Kaufpreis laut Notarvertrag; mitverkauftes bewegliches Inventar wie eine gebrauchte Einbauküche kannst du herausrechnen. Keine Grunderwerbsteuer fällt unter anderem bei Käufen bis 2.500 Euro, zwischen Ehegatten und unter Verwandten in gerader Linie an. Nach dem Kaufvertrag schickt dir das Finanzamt den Bescheid; gezahlt wird meist innerhalb eines Monats, erst danach wirst du ins Grundbuch eingetragen.
Alle Details zur Berechnung, zu den Ausnahmen, zur steuerlichen Absetzbarkeit und Tipps zum Sparen findest du auf der Hauptseite zur Grunderwerbsteuer.
Grunderwerbsteuer im Bundesland-Vergleich
Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro zahlst du in Nordrhein-Westfalen 26.000 € Grunderwerbsteuer. Das sind 12.000 € mehr als in Bayern.
Eine Übersicht aller Bundesländer mit Steuersätzen und Links zu den einzelnen Länderseiten findest du ebenfalls auf der Grunderwerbsteuer-Hauptseite.
Häufige Fragen zur Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen
Fällt beim Kauf von Wohnungseigentum ebenfalls 6,5 % an?
Ja. Der Steuersatz in Nordrhein-Westfalen gilt für Eigentumswohnungen genauso wie für Häuser und unbebaute Grundstücke. Laufende Kosten wie die Grundsteuer kommen nach dem Kauf jährlich hinzu.
Seit wann gilt in Nordrhein-Westfalen der Satz von 6,5 %?
Seit dem 1. Januar 2015. Maßgeblich ist das Datum, an dem der notarielle Kaufvertrag geschlossen wurde – nicht der Tag der Übergabe oder der Grundbucheintragung.
