Erhöhungen, Kürzungen & mehr - Das ändert sich jetzt für Rentner, Arbeitslose & Co.

Das neue Jahr bringt diverse Veränderungen für viele Menschen in Deutschland. So werden einige Beträge erhöht, andere gekürzt und manche Leistungen abgeschafft. Wer wie betroffen sein wird, findet man hier auf Finanz.de.

04.01.2026, 07:30 Uhr, von (Finanzen)
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Das Jahr 2026 bringt zahlreiche finanzielle Veränderungen für Arbeitnehmer, Rentner, Familien und Empfänger staatlicher Leistungen. Während viele mit einem Plus im Geldbeutel rechnen können, treffen andere härtere Regelungen. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Steuern: Entlastung durch höheren Grundfreibetrag

Die Steuerlast wird 2026 für viele Arbeitnehmer etwas geringer. Der steuerfreie Grundbetrag steigt auf 12.348 Euro im Jahr. Erst ab diesem Einkommen fällt Einkommensteuer an. Auch der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift später – nämlich erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 69.879 Euro. Für Ehepaare gilt weiterhin der doppelte Wert durch gemeinsame Veranlagung. Dennoch dürfte von der Steuerentlastung im Alltag nicht viel übrigbleiben – andere Faktoren wie steigende Sozialabgaben fressen den Effekt häufig auf.

Sozialabgaben steigen – vor allem für Gutverdiener

Parallel zu den Steuererleichterungen steigen die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung. In der gesetzlichen Rentenversicherung sind Beiträge künftig bis zu einem Monatseinkommen von 8.450 Euro fällig, in der knappschaftlichen Rentenversicherung sogar bis 10.400 Euro.

Auch die Krankenversicherung zieht nach: Beiträge werden bis zu einem Jahreseinkommen von 69.750 Euro erhoben. Die Versicherungspflichtgrenze für einen Wechsel in die private Krankenversicherung steigt auf 77.400 Euro. Privatversicherte müssen sich ebenfalls auf Beitragserhöhungen einstellen – oft deutlich spürbar.

Renten steigen – Aktivrente wird eingeführt

Rentner dürfen sich ab dem 1. Juli 2026 auf eine Rentenerhöhung freuen. Laut aktuellem Entwurf sollen die Bezüge um rund 3,7 Prozent steigen – abhängig von der Lohnentwicklung. Eine neue Regelung erlaubt zudem einen steuerfreien Hinzuverdienst von bis zu 2.000 Euro im Monat für Rentner, die weiterhin erwerbstätig bleiben. Die sogenannte „Aktivrente“ soll vor allem den Fachkräftemangel lindern und mehr Flexibilität im Alter schaffen. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fallen trotz Steuerfreiheit an.

Krankenversicherung: Beiträge steigen, Belastung wächst

Gesetzlich Versicherte müssen sich auf höhere Zusatzbeiträge bei ihrer Krankenkasse einstellen. Trotz politischer Appelle zur Kostendisziplin haben mehrere große Kassen bereits Beitragserhöhungen angekündigt. Grund sind gestiegene Gesundheitsausgaben. Versicherte müssen sich daher auf eine stärkere monatliche Belastung einstellen – auch Rentner sind davon betroffen.

Mindestlohn steigt deutlich – auch Azubis profitieren

Der allgemeine Mindestlohn erhöht sich ab Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde. Das bedeutet eine spürbare Lohnerhöhung für Millionen Beschäftigte. Gleichzeitig steigen die Verdienstgrenzen für Minijobber auf 603 Euro pro Monat.

In der Ausbildung verbessert sich ebenfalls die finanzielle Lage: Auszubildende erhalten im ersten Lehrjahr mindestens 724 Euro – Tarifverträge können jedoch niedrigere Beträge vorsehen.

Kindergeld und Kinderfreibetrag steigen

Familien können sich auf eine höhere staatliche Unterstützung freuen. Das Kindergeld wird auf 259 Euro pro Kind und Monat angehoben. Auch der Kinderfreibetrag steigt entsprechend. Eine Antragstellung ist nicht notwendig – das Finanzamt prüft automatisch, ob Kindergeld oder Steuerfreibetrag finanziell günstiger ist.

Bürgergeld vor dem Aus – neue Grundsicherung kommt

Für Empfänger von Bürgergeld ändern sich die Spielregeln grundlegend. Die Bundesregierung plant die Abschaffung des Bürgergelds und ersetzt es durch eine „neue Grundsicherung“. Diese bringt strengere Mitwirkungspflichten, härtere Sanktionen und geringere Freibeträge beim Vermögen.

Statt wie bisher 40.000 Euro (Karenzzeit) dürfen künftig nur noch maximal 20.000 Euro geschützt sein – abhängig vom Alter. Wer Fortbildungen abbricht, Termine beim Jobcenter ignoriert oder Bewerbungen verweigert, riskiert eine Kürzung oder Streichung der Leistungen. Das neue System soll ab Mitte 2026 in Kraft treten.

Fazit für 2026

2026 bringt mehr Geld für viele – etwa durch Steuerentlastungen, Rentenerhöhungen und höhere Sozialleistungen für Familien. Gleichzeitig steigen aber auch Abgaben und Beiträge. Besonders betroffen sind Bürgergeld-Empfänger und Versicherte mit hohen Einkommen. Wer finanziell profitieren will, sollte die neuen Regeln frühzeitig kennen und seine Möglichkeiten nutzen. Denn am Ende zählt, was wirklich netto bleibt.

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aktualisiert: 04.01.2026, 07:30 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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