Weihnachtsgeld berechnen
Wie viel Weihnachtsgeld bleibt netto? Als sonstiger Bezug wird es höher besteuert als das laufende Gehalt. Der Rechner zeigt den Netto-Betrag 2026.
Das Weihnachtsgeld wird als sonstiger Bezug versteuert. Der Rechner ermittelt den Netto-Betrag 2026.
Übersicht
- Weihnachtsgeld wird als sonstiger Bezug versteuert – netto bleibt oft weniger übrig.
- Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht; er folgt aus Tarif, Vertrag oder betrieblicher Übung.
- Üblich sind 50 bis 100 Prozent eines Monatsgehalts.
- Sozialversicherung fällt nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze an.
Viele Arbeitnehmer erhalten im November oder Dezember Weihnachtsgeld. Weil es als sonstiger Bezug versteuert wird und auf einen Schlag in einem Monat anfällt, bleibt netto oft deutlich weniger übrig als gedacht. Der Rechner oben zeigt, wie viel Weihnachtsgeld 2026 nach Steuern und Sozialabgaben ankommt.
Weihnachtsgeld ist vor allem in Branchen mit Tarifvertrag verbreitet. Ohne Tarifbindung erhalten deutlich weniger Beschäftigte eine Jahressonderzahlung.
Wer hat Anspruch auf Weihnachtsgeld?
Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Er kann sich aber aus folgenden Quellen ergeben:
- Tarifvertrag: In vielen Branchen ist eine Jahressonderzahlung tariflich geregelt, häufig als Prozentsatz eines Monatsgehalts.
- Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat.
- Arbeitsvertrag: Ist eine Zahlung zugesagt, kann der Arbeitgeber sie nicht einseitig streichen.
- Betriebliche Übung: Zahlt der Arbeitgeber dreimal hintereinander vorbehaltlos in gleicher Höhe, entsteht ein Anspruch für die Zukunft.
- Gleichbehandlung: Bekommen vergleichbare Kollegen Weihnachtsgeld, darf der Arbeitgeber dich nicht ohne sachlichen Grund ausnehmen.
Ein wirksamer Freiwilligkeitsvorbehalt im Vertrag oder bei jeder Zahlung verhindert dagegen, dass eine betriebliche Übung entsteht.
Wie hoch ist das Weihnachtsgeld?
Üblich sind zwischen 50 und 100 Prozent eines Monatsgehalts. In vielen Tarifverträgen ist ein fester Prozentsatz vereinbart, der teilweise von der Betriebszugehörigkeit oder der Entgeltgruppe abhängt. Teilzeitkräfte erhalten das Weihnachtsgeld anteilig entsprechend ihrer Arbeitszeit.
Zahlt der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld freiwillig, entscheidet er jedes Jahr neu über die Höhe. Er muss dabei aber den Gleichbehandlungsgrundsatz beachten und darf einzelne Gruppen nur aus sachlichen Gründen unterschiedlich behandeln, etwa nach Dauer der Betriebszugehörigkeit.
Wie viel bleibt netto?
Die folgende Tabelle zeigt das Netto-Weihnachtsgeld, wenn ein volles Monatsgehalt gezahlt wird (Nordrhein-Westfalen, ohne Kirchensteuer, gesetzlich versichert):
| Monatsgehalt = Weihnachtsgeld brutto | netto Steuerklasse I | netto Steuerklasse III (1 Kind) |
|---|---|---|
| 2.500 € | 1.450,85 € | 1.971,25 € |
| 3.500 € | 1.938,44 € | 2.068,77 € |
| 5.000 € | 2.570,47 € | 2.753,60 € |
In Steuerklasse I bleiben je nach Gehalt nur rund 51 bis 58 Prozent des Weihnachtsgelds übrig. Der Grund: Die Sonderzahlung wird mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz belastet, also dem Steuersatz auf den letzten verdienten Euro – und der ist höher als der Durchschnittssteuersatz auf dein laufendes Gehalt.
Wie wird Weihnachtsgeld versteuert?
Das Weihnachtsgeld ist ein sonstiger Bezug. Der Arbeitgeber berechnet die Lohnsteuer nach der Jahreslohnsteuer-Differenz:
- Er ermittelt den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn ohne Weihnachtsgeld und die Lohnsteuer darauf.
- Dann rechnet er die Lohnsteuer auf den Jahresarbeitslohn einschließlich Weihnachtsgeld.
- Die Differenz wird als Lohnsteuer auf das Weihnachtsgeld einbehalten, dazu gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Sozialversicherungsbeiträge fallen auf das Weihnachtsgeld nur an, soweit die anteilige Jahres-Beitragsbemessungsgrenze noch nicht ausgeschöpft ist. Gutverdiener zahlen deshalb oft keine oder nur geringe Beiträge auf die Sonderzahlung. Dein laufendes Netto berechnest du mit dem Brutto-Netto-Rechner.
Weihnachtsgeld bei Eintritt, Krankheit und Elternzeit
Ob du das volle oder nur ein anteiliges Weihnachtsgeld bekommst, hängt vom Zweck der Zahlung ab, der sich aus Vertrag oder Tarifvertrag ergibt:
- Belohnung der Betriebstreue: Der Arbeitgeber darf die Zahlung an einen Stichtag knüpfen, etwa ein ungekündigtes Arbeitsverhältnis am 1. Dezember.
- Vergütung der Arbeitsleistung: Dann steht dir das Weihnachtsgeld bei Eintritt oder Austritt im Laufe des Jahres anteilig zu.
- Krankheit: Eine Kürzung ist nur zulässig, wenn sie vereinbart ist. Pro Krankheitstag darf höchstens ein Viertel des durchschnittlichen Tagesverdienstes abgezogen werden.
- Elternzeit: Hängt das Weihnachtsgeld an der Arbeitsleistung, darf es für Monate ohne Arbeit gekürzt werden. Beim Elterngeld bleibt Weihnachtsgeld als sonstiger Bezug außer Betracht.
Rückzahlung bei Kündigung
Enthält der Vertrag eine Rückzahlungsklausel, kann das Weihnachtsgeld bei einer Eigenkündigung zurückzuzahlen sein. Die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts setzt dafür Grenzen:
| Höhe des Weihnachtsgelds | Zulässige Bindung |
|---|---|
| bis 100 € | keine Rückzahlung |
| über 100 € bis unter ein Monatsgehalt | Bindung bis 31. März des Folgejahres |
| ein Monatsgehalt | Bindung über den 31. März hinaus bis zum nächstmöglichen Kündigungstermin |
| mehr als ein Monatsgehalt | Bindung bis längstens 30. Juni des Folgejahres |
Weitergehende Klauseln sind unwirksam. Kündigt der Arbeitgeber betriebsbedingt, darfst du das Weihnachtsgeld in der Regel behalten. Was bei der Kündigungsfrist gilt, erklären wir gesondert.
Häufige Fragen zum Weihnachtsgeld
Wann wird das Weihnachtsgeld ausgezahlt?
Meist mit dem November- oder Dezembergehalt. Der genaue Termin steht im Tarif- oder Arbeitsvertrag.
Zählt Weihnachtsgeld beim Minijob mit?
Ja. Regelmäßige Sonderzahlungen werden auf das Jahr verteilt und zählen bei der Verdienstgrenze von 603 Euro im Monat beziehungsweise 7.236 Euro im Jahr mit.
Bekomme ich die Steuer auf das Weihnachtsgeld zurück?
Weil die Lohnsteuer auf das Weihnachtsgeld bereits nach dem Jahresprinzip berechnet wird, gibt es meist keine Erstattung allein wegen der Sonderzahlung. Mit der Steuererklärung kannst du aber Werbungskosten und andere Abzüge geltend machen.
Wie viel Urlaubsgeld bleibt netto?
Das Urlaubsgeld wird genauso versteuert. Den Nettobetrag berechnest du mit dem Urlaubsgeld-Rechner.
