Geschäftskonto im Vergleich 2026
Welches Geschäftskonto passt zu dir? Hier erfährst du, worauf es bei Kosten, Einlagensicherung, Bargeld und Rechtsform ankommt – und wann ein Online-Konto oder eine Filialbank die bessere Wahl ist.
Übersicht
- Für GmbH und UG ist ein Geschäftskonto praktisch unverzichtbar, für Selbstständige meist sinnvoll.
- Nicht jeder Anbieter ist eine Bank – bei Zahlungs- und E-Geld-Instituten gibt es keine gesetzliche Einlagensicherung.
- Neben dem Grundpreis zählen die Kosten für Buchungen, Karten und Bargeld.
- Kontogebühren sind als Betriebsausgaben absetzbar.
Anbieter und Produkte im Vergleich
Postbank Business Gründerkonto
0,22 € je beleglose SEPA-Buchung. Kontoeröffnung online per Videoident möglich. Gesetzliche Einlagensicherung (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken) bis 100.000 € und zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken.
Deutsche Bank
- Grundpreis pro Monat: Business BasicKonto 14,90 €, ClassicKonto 24,90 €, PremiumKonto 39,90 €
- Buchungen: 0,30 / 0,20 / 0,10 € je beleglose Buchung
- Institut / Einlagensicherung: Deutsche Bank AG, gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €
- Bargeld einzahlen: Kasse 4 € je Posten
- Gründerkonto: im 1. Jahr 0 € Grundpreis
- geeignet für: Selbstständige bis Unternehmen, mit Beratung
Deutsche Bank Business Gründerkonto
0,20 € je beleglose SEPA-Buchung. Kontoeröffnung online per Videoident oder Postident möglich. Gesetzliche Einlagensicherung (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken) bis 100.000 € und zusätzlich Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken.
Postbank Business
- Grundpreis pro Monat: Business Giro 12,90 €, aktiv 16,90 €, aktiv plus 24,90 € (bis 30.06.2027 0 €)
- Buchungen: 0,28 / 0,22 / 0,12 € je beleglose Buchung
- Institut / Einlagensicherung: Postbank, Niederlassung der Deutsche Bank AG, gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €
- Bargeld einzahlen: in Filialen und an Automaten mit Einzahlfunktion; Bargeld-Code an Partnerkassen 1,5 %
- Kreditlinie: 2,00 % p. a. Bereitstellungsprovision auf den nicht genutzten Teil
- geeignet für: Geschäftskunden mit Filiale
Ein Geschäftskonto trennt betriebliche und private Zahlungen sauber voneinander – das spart Zeit bei der Buchhaltung und schafft Klarheit gegenüber dem Finanzamt. Für eine GmbH oder UG ist ein eigenes Konto praktisch unverzichtbar, für Selbstständige und Freiberufler ist es freiwillig, aber meist sinnvoll. Viele Banken untersagen zudem in ihren Bedingungen, ein privates Girokonto geschäftlich zu nutzen.
Welche Geschäftskonten es aktuell gibt und was sie kosten, zeigt die Anbieterübersicht oben auf dieser Seite. Hier erfährst du, worauf es bei der Auswahl ankommt – von der Art des Instituts über die Kostenbestandteile und Bargeld bis zur passenden Rechtsform.
Welche Arten von Geschäftskonten gibt es?
Geschäftskonten werden von ganz unterschiedlichen Instituten angeboten. Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden, die sich vor allem bei Service, Bargeld und Einlagensicherung unterscheiden:
| Art des Anbieters | typische Merkmale | passt eher für |
|---|---|---|
| Filialbanken (z. B. Sparkassen, Volksbanken und andere Genossenschaftsbanken) | persönliche Beratung, Bargeldeinzahlung am Automaten oder Schalter, Kreditlinien und Kreditkarten aus einer Hand; Grundpreise und Buchungsposten oft höher als bei reinen Online-Angeboten | Betriebe mit viel Bargeld, Beratungsbedarf oder Finanzierungswunsch |
| Direktbanken und Neobanken | Kontoführung per App oder online, oft Tarife mit geringem oder ohne Grundpreis, gesetzliche Einlagensicherung; Bargeld nur eingeschränkt oder gegen Gebühr | Freiberufler, Selbstständige und digitale Unternehmen |
| Zahlungs- und E-Geld-Institute | Konto mit IBAN, Karten und digitalen Funktionen wie Unterkonten oder Belegerfassung; keine gesetzliche Einlagensicherung, Kundengelder werden getrennt verwahrt | Selbstständige und Unternehmen mit geringen Guthaben auf dem Konto |
Bank oder Zahlungsdienst: Der wichtige Unterschied
Nicht jeder Anbieter mit deutscher IBAN ist eine Bank. Manche Geschäftskonten werden von Zahlungs- oder E-Geld-Instituten angeboten. Sie müssen Kundengelder getrennt verwahren, eine gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro gibt es dort aber nicht. Bei Banken – ob Direktbanken, Neobanken, Filialbanken, Sparkassen oder Genossenschaftsbanken – sind Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde gesetzlich geschützt, auch die von Unternehmen. Sparkassen und Genossenschaftsbanken gehören zusätzlich einer Institutssicherung an. Wer höhere Guthaben auf dem Geschäftskonto hält, sollte darauf achten.
Zwei Sonderfälle solltest du kennen: Manche Anbieter sind selbst keine Bank, sondern führen das Konto über eine Partnerbank – dann ist das Guthaben über die Einlagensicherung dieser Bank geschützt. Andere Anbieter sind Banken mit Sitz in einem anderen EU-Land; dann gilt die Einlagensicherung dieses Landes, ebenfalls bis 100.000 Euro. Welches Institut hinter einem Konto steht, findest du im Impressum, in den Vertragsbedingungen oder in der Unternehmensdatenbank der BaFin.
Was kostet ein Geschäftskonto?
Neben dem Grundpreis zählen die Kosten je Buchung, für Karten und Bargeld. Bei Filialbanken sind in den kleinen Tarifen oft nur wenige Buchungen frei, bei Online-Anbietern ist die Zahl der kostenlosen Überweisungen je Tarif begrenzt. Vergleiche deshalb nicht nur den Grundpreis, sondern rechne mit deinem tatsächlichen Nutzungsprofil.
| Kostenart | worauf du achten solltest |
|---|---|
| Grundpreis | monatlich oder jährlich; teils günstiger bei Jahreszahlung, teils zuzüglich Umsatzsteuer angegeben |
| Buchungsposten | Zahl der Freiposten je Monat, Preis je Überweisung, Lastschrift und Echtzeitüberweisung |
| Karten | ob eine Debitkarte im Tarif enthalten ist, Kosten für Zusatzkarten und für eine echte Kreditkarte |
| Bargeld | Einzahlung am Automaten, am Schalter oder über Partner-Geschäfte – oft als Festbetrag oder Prozentsatz der Summe |
| Ausland | Gebühren für Zahlungen in Fremdwährung und Kartenzahlungen außerhalb des Euroraums |
| Zusatzfunktionen | Unterkonten, weitere Nutzerzugänge, Buchhaltungsanbindung oder Rechnungsfunktionen in höheren Tarifen |
Rechenbeispiel: Kostet ein Konto 10 Euro Grundpreis im Monat und 0,20 Euro je Buchung, zahlst du bei 100 Buchungen im Monat 30 Euro. Ein Konto ohne Grundpreis, aber mit 0,50 Euro je Buchung, käme bei gleicher Nutzung auf 50 Euro. Die Werte sind frei gewählt und sollen nur zeigen, wie stark die Buchungsposten ins Gewicht fallen können. Ein privates Konto mit Vergleich findest du im Kontovergleich.
Worauf du beim Geschäftskonto achten solltest
- Rechtsform: Manche Konten gibt es nur für Selbstständige im eigenen Namen, andere schließen einzelne Rechtsformen wie die GbR aus. Für GmbH und UG brauchst du einen Tarif für Kapitalgesellschaften.
- Bargeld: Wer regelmäßig Bargeld einzahlt, etwa im Handel oder in der Gastronomie, ist bei einer Filialbank meist besser aufgehoben. Viele Online-Konten bieten keine oder nur teure Einzahlungen.
- Buchhaltung: Eine Schnittstelle zur Buchhaltungssoftware oder ein Export im DATEV-Format spart Arbeit. Passende Programme findest du im Vergleich der Buchhaltungssoftware.
- Karten: Bei den meisten Online-Konten gibt es Debitkarten, echte Kreditkarten mit Zahlungsziel eher bei Filialbanken – mehr dazu bei der Geschäftskreditkarte.
- Unterkonten: Praktisch, um Rücklagen für Umsatzsteuer und Einkommensteuer getrennt zu halten.
- Einlagensicherung: Prüfe, ob der Anbieter eine Bank ist – vor allem, wenn auf dem Konto regelmäßig höhere Beträge liegen.
- Zahlungsverkehr: Echtzeitüberweisungen, Lastschrifteinzug und Zahlungen in Fremdwährung sind nicht in jedem Tarif gleich geregelt.
Welches Geschäftskonto passt zu dir?
| Situation | sinnvolle Wahl |
|---|---|
| Freelancer, wenig Buchungen, kein Bargeld | Online-Konto bei einer Direkt- oder Neobank mit kostenlosem oder günstigem Einstiegstarif |
| GmbH oder UG | Konto mit Tarif für Kapitalgesellschaften, über das auch das Stammkapital vor der Eintragung eingezahlt werden kann – online oder bei einer Filialbank |
| Viel Bargeld | Filialbank wie Sparkassen oder Volksbanken mit Einzahlung am Automaten oder Schalter |
| Viele Fremdwährungen | Konto mit Fremdwährungsunterkonten und günstigen Umrechnungskursen |
| Hohe Guthaben | Bank mit gesetzlicher Einlagensicherung; Rücklagen gegebenenfalls auf mehrere Banken verteilen |
Geschäftskonto eröffnen und wechseln
Die Eröffnung läuft bei Online-Anbietern meist komplett digital, die Identifizierung per Video- oder Online-Ident. Du brauchst in der Regel einen gültigen Ausweis, bei Gesellschaften zusätzlich den Gesellschaftsvertrag, gegebenenfalls einen Handelsregisterauszug und Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten, die Banken nach dem Geldwäschegesetz erfassen müssen. Bei einer GmbH oder UG in Gründung wird das Konto häufig schon vor der Eintragung eröffnet, damit das Stammkapital eingezahlt werden kann.
Die gesetzliche Kontowechselhilfe nach dem Zahlungskontengesetz gilt nur für Privatkonten von Verbrauchern. Beim Geschäftskonto musst du Kunden, Lieferanten, Finanzamt und Lastschriftgläubiger daher meist selbst über die neue IBAN informieren und die Bankverbindung auf Rechnungen, in Onlineshops und im Impressum anpassen. Manche Anbieter bieten dafür einen eigenen Wechselservice an. Lass das alte Konto am besten noch einige Wochen parallel laufen, bis alle Zahlungen umgestellt sind.
Häufige Fragen zum Geschäftskonto
Brauche ich als Selbstständiger ein Geschäftskonto?
Eine allgemeine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Ein eigenes Konto erleichtert aber die Buchhaltung, und viele Banken verbieten die geschäftliche Nutzung privater Konten. Für GmbH und UG ist ein Geschäftskonto praktisch nötig, schon weil das Stammkapital vor der Eintragung eingezahlt werden muss.
Gibt es ein kostenloses Geschäftskonto?
Ja, mehrere Online-Anbieter und Direktbanken bieten Tarife ohne Grundgebühr an – teils nur für bestimmte Rechtsformen wie Freiberufler und Gewerbetreibende. Kosten können trotzdem für Buchungen, Karten oder Bargeld anfallen. Welche Konten aktuell ohne Grundpreis zu haben sind, zeigt die Anbieterübersicht oben auf dieser Seite.
Ist mein Geld bei einem Zahlungs- oder E-Geld-Institut sicher?
Diese Anbieter sind keine Banken. Sie müssen Kundengelder getrennt verwahren, eine gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro gibt es aber nicht. Für höhere Rücklagen eignet sich deshalb eher ein Konto bei einer Bank.
Darf ich mein privates Girokonto geschäftlich nutzen?
Für Selbstständige und Freiberufler ist das gesetzlich nicht verboten, viele Banken schließen die geschäftliche Nutzung in ihren Bedingungen aber aus und können das Konto im Zweifel kündigen. Zudem vermischen sich private und betriebliche Zahlungen, was Buchhaltung und Betriebsprüfung erschwert.
Sind die Kontogebühren absetzbar?
Ja, Gebühren für ein betriebliches Konto sind Betriebsausgaben. Bankentgelte im Zahlungsverkehr sind umsatzsteuerfrei; bei Anbietern, die Umsatzsteuer berechnen, ist der Vorsteuerabzug möglich – außer für Kleinunternehmer.
Quellen: § 8 EinSiG, § 17 ZAG.
