Fast 100 Euro mehr pro Kind: Kindergeld steigt 2027 - inkl. Tabelle & Rechner
Für Millionen Familien soll es ab Januar mehr Geld geben: Das Kindergeld steigt nach den Plänen der Bundesregierung 2027 um acht Euro pro Kind und Monat. Bei zwei Kindern sind das bereits 192 Euro zusätzlich im Jahr – und 2028 ist die nächste Erhöhung vorgesehen. Alle Details findet man hier auf Finanz.de.
Familien in Deutschland können sich auf eine weitere Erhöhung des Kindergeldes einstellen. Nach den Plänen der Bundesregierung soll die monatliche Zahlung zum 1. Januar 2027 von derzeit 259 Euro auf 267 Euro je Kind steigen. Das entspricht einem Plus von acht Euro pro Monat beziehungsweise 96 Euro im Jahr für jedes Kind.
Eine Familie mit zwei Kindern erhält damit rechnerisch 192 Euro mehr pro Jahr, bei drei Kindern sind es 288 Euro. Und dabei soll es nicht bleiben: Bereits für 2028 ist die nächste Anhebung vorgesehen. Dann soll das Kindergeld auf 272 Euro monatlich je Kind steigen. Mit dem Kindergeld-Rechner auf Finanz.de kann die Höhe ab 2027 einfach online berechnet werden.
So viel Kindergeld gibt es ab Januar 2027
Seit Januar 2026 erhalten Eltern in Deutschland 259 Euro Kindergeld pro Kind und Monat. Ab dem 1. Januar 2027 sollen daraus 267 Euro werden. Für ein Kind erhöht sich die jährliche Zahlung damit von 3.108 Euro auf 3.204 Euro. Das sind 96 Euro zusätzlich.
Bei zwei Kindern steigt das Kindergeld von derzeit 6.216 Euro auf 6.408 Euro jährlich. Familien bekommen damit 192 Euro mehr. Bei drei Kindern erhöht sich der Jahresbetrag von 9.324 Euro auf 9.612 Euro – ein Plus von 288 Euro.
| Kinder | Kindergeld 2026 pro Monat | Kindergeld 2027 pro Monat | Plus pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 1 Kind | 259 Euro | 267 Euro | 96 Euro |
| 2 Kinder | 518 Euro | 534 Euro | 192 Euro |
| 3 Kinder | 777 Euro | 801 Euro | 288 Euro |
| 4 Kinder | 1.036 Euro | 1.068 Euro | 384 Euro |
Die Erhöhung erfolgt pro Kind. Eine Familie mit vier kindergeldberechtigten Kindern würde dadurch beispielsweise 32 Euro mehr im Monat beziehungsweise 384 Euro zusätzlich im Jahr erhalten.
2028 sollen es bereits 272 Euro sein
Die nächste Erhöhung ist bereits vorgesehen. Zum 1. Januar 2028 soll das Kindergeld nochmals um fünf Euro steigen. Dann wären es 272 Euro pro Kind und Monat. Gegenüber dem aktuellen Betrag von 259 Euro entspricht das einem Plus von insgesamt 13 Euro monatlich.
Bei einem Kind wären das 156 Euro mehr pro Jahr als 2026. Eine Familie mit zwei Kindern würde 2028 bereits 312 Euro mehr Kindergeld im Jahr erhalten als heute, bei drei Kindern läge das zusätzliche Kindergeld gegenüber 2026 bei 468 Euro jährlich. Die geplanten Erhöhungen wirken dauerhaft. Anders als bei einmaligen Familienzahlungen erhöht sich dadurch die regelmäßige monatliche Leistung.


Auch der Kinderfreibetrag soll 2027 steigen
Parallel zum Kindergeld soll auch die steuerliche Entlastung über die Kinderfreibeträge erhöht werden. 2026 belaufen sich der eigentliche Kinderfreibetrag und der Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung – kurz BEA-Freibetrag – zusammen auf 9.756 Euro pro Kind. 2027 soll der Gesamtbetrag auf 10.056 Euro steigen. Damit erhöht sich die steuerliche Freistellung um 300 Euro.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Eltern zusätzlich zum Kindergeld automatisch auch vom vollständigen Kinderfreibetrag profitieren. Das Finanzamt führt bei der Einkommensteuerveranlagung eine sogenannte Günstigerprüfung durch. Dabei wird geprüft, ob die steuerliche Entlastung durch die Freibeträge höher ausfällt als das bereits ausgezahlte Kindergeld.
Kindergeld oder Kinderfreibetrag: Was ist günstiger?
Das Kindergeld wird zunächst monatlich von der Familienkasse ausgezahlt. Bei der Steuererklärung prüft das Finanzamt anschließend automatisch, ob die Anwendung der Kinderfreibeträge zu einer höheren steuerlichen Entlastung führt. Ist der Steuervorteil durch die Freibeträge größer als das Kindergeld, werden die Freibeträge bei der Einkommensteuer berücksichtigt. Das bereits erhaltene Kindergeld wird dabei entsprechend verrechnet.
Vor allem bei höheren Einkommen kann der Kinderfreibetrag steuerlich günstiger sein. Eltern müssen diese Berechnung grundsätzlich nicht selbst durchführen. Die Erhöhung des Kinderfreibetrags ist deshalb insbesondere für Familien mit höheren zu versteuernden Einkommen relevant, während die Kindergelderhöhung unmittelbar bei allen Berechtigten ankommt.
Familien müssen keinen neuen Antrag stellen
Für Eltern, die bereits Kindergeld beziehen, ist wegen der Erhöhung grundsätzlich kein neuer Kindergeldantrag erforderlich. Der monatliche Betrag wird entsprechend angepasst. Die Auszahlung erfolgt weiterhin nach der Kindergeldnummer und den dafür vorgesehenen Auszahlungsterminen der Familienkasse.
Für eine Familie mit zwei Kindern würde ab Januar damit statt 518 Euro monatlich ein Betrag von 534 Euro ausgezahlt. Ab 2028 wären es nach den derzeitigen Plänen 544 Euro. Über zwei Jahre summieren sich selbst die vergleichsweise kleinen monatlichen Erhöhungen damit zu spürbaren Beträgen.
Erhöhung ist Teil der Steuerreform
Die höheren Familienleistungen sind Bestandteil der von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Einkommensteuerreform 2027. Neben Kindergeld und Kinderfreibetrag sollen dabei auch weitere steuerliche Eckwerte angepasst werden. Das Bundeskabinett hat den entsprechenden Gesetzentwurf Anfang September beschlossen. Damit ist das Vorhaben politisch auf den Weg gebracht, das Gesetzgebungsverfahren ist jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen.
Bundestag und Bundesrat müssen sich noch mit den Änderungen befassen. Bis zum Abschluss dieses Verfahrens sind Änderungen grundsätzlich möglich. Nach dem aktuellen Gesetzentwurf soll das höhere Kindergeld jedoch bereits zum 1. Januar 2027 gelten. Für Familien bedeutet das nach aktuellem Stand: acht Euro mehr pro Kind und Monat ab Januar – und bereits ein Jahr später soll die nächste Erhöhung auf 272 Euro folgen.

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