Spritpreise explodieren - Neue Entlastung für Autofahrer soll kommen

Die hohen Spritpreise bringen Millionen Autofahrer zunehmend unter Druck - nun kündigt die Bundesregierung weitere Entlastungen an. Bundeskanzler Friedrich Merz verspricht einen Vorschlag „sehr bald“, doch wie viel Geld Autofahrer tatsächlich sparen könnten, ist noch offen. Alle Details findet man hier auf Finanz.de.

17.09.2026, 10:30 Uhr, von (Finanzen)
Spritpreise
Bildquelle: Finanz.de (Montage) / Spritpreise
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Tanken ist in Deutschland derzeit so teuer wie selten zuvor. Die Preise für Benzin und Diesel liegen deutlich über zwei Euro pro Liter, Super E10 erreichte zuletzt sogar neue Höchststände. Nun wächst auch innerhalb der Bundesregierung der Druck, Autofahrer finanziell zu entlasten.

Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte am 15. September an, dass die Regierung handeln wolle. Welche konkrete Maßnahme kommen wird, steht allerdings noch nicht fest. Innerhalb der Politik werden verschiedene Modelle diskutiert – von einer steuerlichen Entlastung bis hin zu direkten Zahlungen.

Merz kündigt neue Entlastung an

Bei einer Veranstaltung des Außenhandelsverbands BGA machte Merz deutlich, dass die Belastung durch die Kraftstoffpreise aus seiner Sicht inzwischen ein Niveau erreicht hat, auf das die Bundesregierung reagieren müsse. Besonders betroffen seien Menschen, die im Alltag auf das Auto angewiesen sind.

Das konkrete Instrumentarium sei allerdings noch nicht festgelegt. Nach Angaben des Kanzlers befindet sich die Bundesregierung dazu im Austausch mit den Bundesländern. Auch innerhalb der Regierungskoalition laufen Gespräche über mögliche Maßnahmen.

Lange warten sollen Autofahrer auf konkretere Pläne offenbar nicht. Merz kündigte an, dass es „sehr bald“ einen Vorschlag geben werde. Damit zeichnet sich erstmals seit dem Auslaufen der vorübergehenden Energiesteuersenkung Ende Juni wieder eine konkrete politische Initiative gegen die hohen Kraftstoffpreise ab.

Eine neue Entlastung ist damit zwar angekündigt, beschlossen wurde bislang aber noch keine konkrete Maßnahme.

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Super E10 kostet inzwischen rund 2,30 Euro

Der politische Druck hängt unmittelbar mit der Entwicklung an den Tankstellen zusammen. Super E10 kostete zu Wochenbeginn im bundesweiten Tagesmittel rund 2,29 Euro je Liter. Inzwischen bewegten sich die Preise zeitweise sogar um die Marke von 2,30 Euro.

Bereits in der Vorwoche hatte der ADAC einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,259 Euro für Super E10 ermittelt. Diesel kostete zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich 2,321 Euro pro Liter.

Wie stark sich solche Preise auf die Haushaltskasse auswirken, zeigt eine einfache Rechnung. Werden monatlich beispielsweise 100 Liter Super E10 getankt, entstehen bei einem Literpreis von 2,29 Euro Kraftstoffkosten von 229 Euro.

Bei einem Preis von 1,80 Euro wären es lediglich 180 Euro. Die Differenz beträgt damit 49 Euro pro Monat beziehungsweise 588 Euro im Jahr.

Diese Entlastungen werden jetzt diskutiert

Wie die angekündigte Hilfe konkret aussehen könnte, ist noch offen. Diskutiert werden verschiedene Ansätze. Dazu gehören insbesondere steuerliche Maßnahmen bei Benzin und Diesel.

Aus der Union kommt inzwischen beispielsweise der Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von derzeit 19 auf 7 Prozent zu reduzieren. Kanzleramtsminister Thorsten Frei hat sich für eine solche Lösung ausgesprochen.

Eine einfache Rechnung zeigt die Größenordnung: Würde bei einem Bruttopreis von 2,29 Euro ausschließlich der Mehrwertsteuersatz rechnerisch von 19 auf 7 Prozent reduziert und die Entlastung vollständig weitergegeben, ergäbe sich ein Preis von rund 2,06 Euro. Das wären etwa 23 Cent weniger pro Liter.

Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entspräche das einer Ersparnis von rund 11,50 Euro. Ob genau diese Maßnahme tatsächlich kommt, ist derzeit jedoch völlig offen.

Auch andere Modelle stehen in der politischen Diskussion. Dazu gehören direkte finanzielle Hilfen sowie weitere Eingriffe bei den Kraftstoffpreisen. Eine endgültige Entscheidung der Bundesregierung gibt es bislang nicht.

Schon im Frühjahr gab es einen Tankrabatt

Es wäre nicht die erste staatliche Intervention bei den Kraftstoffpreisen in diesem Jahr. Wegen der stark gestiegenen Energiepreise wurde die Energiesteuer auf Benzin und Diesel im Mai und Juni 2026 vorübergehend gesenkt.

Nach Angaben des ADAC betrug die steuerliche Entlastung bei Super E10 rund 17 Cent pro Liter. Allerdings kam die Senkung nach Einschätzung des Automobilclubs zunächst nicht vollständig an den Tankstellen an.

Die Bundesregierung verweist dagegen auf Untersuchungen der Monopolkommission und des Bundeskartellamts, wonach die damalige Energiesteuersenkung weitgehend bei den Verbrauchern angekommen sei.

Seit dem 1. Juli gilt wieder die reguläre Energiesteuer. Gleichzeitig sind die Kraftstoffpreise in den vergangenen Wochen erneut deutlich gestiegen.

Autofahrer müssen noch auf Details warten

Für Autofahrer bedeutet die Ankündigung zunächst noch keine unmittelbare Ersparnis. Weder die Höhe einer möglichen Entlastung noch der genaue Mechanismus oder ein Starttermin stehen derzeit fest.

Klar ist lediglich, dass die Bundesregierung nach den Aussagen des Kanzlers einen weiteren Eingriff vorbereitet. Angesichts von Benzinpreisen um 2,30 Euro könnte die Ausgestaltung für Millionen Haushalte erhebliche finanzielle Auswirkungen haben.

Wie groß die Entlastung tatsächlich ausfällt, hängt nun davon ab, für welches Modell sich die Bundesregierung entscheidet. Besonders entscheidend wird sein, ob eine mögliche Steuerentlastung vollständig an den Tankstellen ankommt – oder ob stattdessen ein anderes Modell gewählt wird.

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Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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