Nachzahlungen für Rentner fix: Millionen profitieren von Extra-Rente
Millionen Rentnerinnen und Rentner werden ab 2028 von deutlichen Zusatzzahlungen profitieren. Diese Nachzahlungen resultieren aus den Kindererziehungszeiten. Details dazu findet man hier auf Finanz.de.
Für Millionen Rentnerinnen und Rentner könnte sich die Altersrente ab 2028 spürbar erhöhen. Grund ist eine geplante Reform bei den Kindererziehungszeiten, die insbesondere Eltern mit vor 1992 geborenen Kindern zugutekommen soll. Neben dauerhaft höheren Rentenzahlungen ist nach den aktuellen Plänen auch eine einmalige Nachzahlung vorgesehen.
Die Neuregelung soll eine seit Jahren bestehende Ungleichbehandlung bei der gesetzlichen Rentenversicherung beenden. Betroffene müssen nach derzeitiger Planung keinen gesonderten Antrag stellen, da die Anpassung automatisch erfolgen soll.
Mit dem Rentenrechner für 2026 auf Finanz.de kann man die Höhe der Rente und der Erhöhung ab Juli online berechnen.
Kindererziehungszeiten sollen einheitlich bewertet werden
Im Mittelpunkt der Reform steht die sogenannte Mütterrente, von der inzwischen sowohl Mütter als auch Väter profitieren können. Bislang werden Kindererziehungszeiten unterschiedlich bewertet – abhängig vom Geburtsjahr des Kindes.
Für Kinder, die ab 1992 geboren wurden, werden derzeit drei Jahre Kindererziehungszeit bei der Rente angerechnet. Bei Geburten vor 1992 liegt die Anrechnung bislang lediglich bei zweieinhalb Jahren. Diese Differenz soll künftig entfallen.
Mit der geplanten Vereinheitlichung erhalten Eltern älterer Jahrgänge dieselbe rentenrechtliche Anerkennung wie Eltern von nach 1992 geborenen Kindern. Dadurch sollen bestehende Unterschiede im Rentenrecht beseitigt werden.
Zusätzlicher Rentenpunkt erhöht die monatliche Rente
Nach den bisherigen Plänen wird für jedes vor 1992 geborene Kind ein zusätzlicher halber Rentenpunkt gutgeschrieben. Dadurch steigen die monatlichen Rentenzahlungen dauerhaft.
Der aktuelle Wert eines Rentenpunktes liegt bei rund 40 Euro pro Monat. Ein zusätzlicher halber Rentenpunkt würde die monatliche Rente somit um etwa 20 Euro je betroffenem Kind erhöhen. Wer mehrere vor 1992 geborene Kinder erzogen hat, kann entsprechend mit einem höheren Rentenzuschlag rechnen.
Einmalige Nachzahlung vorgesehen
Neben der dauerhaften Rentenerhöhung sieht die Reform auch eine rückwirkende Ausgleichszahlung vor. Diese soll nach den bisherigen Planungen das Jahr 2027 betreffen und zusammen mit der Umsetzung der Reform ausgezahlt werden.
Wie hoch die Nachzahlung im Einzelfall ausfällt, hängt von der persönlichen Rentensituation und der Anzahl der berücksichtigungsfähigen Kinder ab. In vielen Fällen kann sich daraus ein Betrag von mehreren hundert Euro ergeben.
Spürbarer finanzieller Vorteil für viele Familien
Vor allem Eltern mit mehreren vor 1992 geborenen Kindern könnten langfristig deutlich von der Reform profitieren. Die zusätzlichen Rentenpunkte erhöhen die monatlichen Bezüge dauerhaft und summieren sich über die gesamte Rentenbezugsdauer zu einem erheblichen finanziellen Plus.
Die geplante Anpassung gilt als weiterer Schritt zur Angleichung der Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung. Sollte die Reform wie vorgesehen umgesetzt werden, erhalten Millionen Bestandsrentner ab 2028 höhere Rentenzahlungen und zusätzlich eine einmalige Nachzahlung, ohne selbst tätig werden zu müssen.

Mehr Informationen: Rente

