Mindestlohn in 2026: Hier gibt es sogar deutlich mehr als 13,90 Euro pro Stunde
Der Mindestlohn für 2026 ist bereits fixiert. In vielen Branchen gibt es jedoch sogar deutlich mehr als 13,90 Euro pro Stunde für ArbeitnehmerInnen. Alle Details dazu findet man hier auf Finanz.de.
Ab dem 01. Januar 2026 steigt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland auf 13,90 Euro brutto pro Stunde. Doch in vielen Branchen verdienen Beschäftigte schon jetzt mehr – dank spezieller Branchenmindestlöhne, die über Tarifverträge vereinbart und für allgemeinverbindlich erklärt wurden. Sie sollen Lohndumping verhindern, Fachkräfte sichern und faire Arbeitsbedingungen fördern, wie die Plattform buerger-geld.org berichtet.
Diese Branchen zahlen deutlich über dem Mindestlohn
Gebäudereinigung
- Innen- und Unterhaltsreinigung: 15,00 Euro/Stunde ab 2026
- Glas- und Fassadenreinigung: 18,40 Euro/Stunde ab 2026
Die Reinigung zählt zu den wichtigsten Niedriglohnbranchen, hat aber seit Jahren verbindliche Mindestlöhne, die deutlich über der gesetzlichen Untergrenze liegen.
Pflege
- Pflegehilfskräfte mit 1-jähriger Ausbildung: 17,35 Euro/Stunde
Abhängig vom Ausbildungsstand steigen die Mindestlöhne im Pflegesektor deutlich über das gesetzliche Niveau. Der Mangel an Pflegepersonal verstärkt diesen Trend.
Elektrohandwerk
- Qualifizierte Facharbeiter erhalten ab 2026 durchweg höhere Stundenlöhne. Genaue Werte variieren je nach Region und Qualifikation, liegen aber oberhalb von 14 Euro.
Weiterbildung
- Pädagogische Mitarbeiter mit Zusatzqualifikationen (z. B. Bachelor): 20,86 Euro/Stunde
Dieser Bereich profitiert besonders stark von den allgemeinverbindlichen Tarifverträgen. Die Löhne liegen teils über dem 1,5-Fachen des gesetzlichen Mindestlohns.
Dachdeckerhandwerk
- Mindestlöhne liegen über der gesetzlichen Grenze, besonders bei Gesell:innen mit Qualifikation. Auch für ungelernte Kräfte gelten höhere Tarifwerte.
Schornsteinfeger
- Tariflicher Mindestlohn: 14,50 Euro/Stunde (Stand 2025, weitere Anhebung zu erwarten)
Zeitarbeit/Leiharbeit
- Je nach Branche, Einsatzbereich und Qualifikation gelten eigene Mindestlöhne. Diese liegen in vielen Fällen über dem gesetzlichen Mindestlohn, vor allem bei Einsätzen in tarifgebundenen Unternehmen.
Warum liegen viele Branchen über dem gesetzlichen Mindestlohn?
- Fachkräftemangel: Höhere Löhne sind notwendig, um Personal zu gewinnen und zu halten – besonders in belastenden oder qualifizierten Berufen.
- Gewerkschaftlicher Einfluss: Branchen mit starker Tarifbindung setzen über Verhandlungen Mindeststandards durch.
- Tarifverträge: Diese regeln nicht nur Löhne, sondern auch Urlaubsansprüche, Arbeitszeiten und Sonderzahlungen – weit über gesetzliche Mindeststandards hinaus.
- Verhinderung von Lohndumping: Durch allgemeinverbindliche Branchenmindestlöhne wird unterboten in preissensiblen Branchen (z. B. Reinigung, Bau) unterbunden.
Fazit
Wer 2026 nur nach dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlt wird, ist in vielen Branchen unter Wert verkauft. Besonders in tarifgebundenen Betrieben gelten deutlich bessere Lohnstandards. Beschäftigte sollten prüfen, ob ein Branchenmindestlohn gilt – denn ein Anspruch besteht dann automatisch. Bei Unterschreitungen drohen Arbeitgebern Nachzahlungen und Sanktionen.

Mehr Informationen: Mindestlohn

