Vereinskonto

Ein Vereinskonto ist ein Girokonto, das speziell auf die Bedürfnisse und Anforderungen von Vereinen in Deutschland ausgelegt ist. Es wird dazu verwendet, um beispielsweise Mitgliedsbeiträge, Spenden oder sonstige Transaktionen des Vereins abzuwickeln. Wichtig ist dabei, dass nicht alle Banken derartige Konten anbieten.

Ein Vereinskonto ist ein spezielles Girokonto zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs eines Vereins. Dieses Konto wird vom eingetragenen Verein, einer juristischen Person, gehalten und in der Regel vom Schatzmeister oder Kassenwart verwaltet. Die Nutzung eines solchen Kontos trägt zur Transparenz und Flexibilität in der finanziellen Abwicklung der Vereinsgeschäfte bei.

Vereinskonteo eröffnen

Für die Eröffnung eines Vereinskontos ist die Anwesenheit der Personen erforderlich, die laut Satzung als Vertreter des Vereins festgelegt sind. Eine Alternative besteht darin, dass ein Vertreter, der die Legitimation aller bevollmächtigten Personen hat, persönlich zur Bank geht oder das Konto online eröffnet.

Bei der Kontoeröffnung werden alle verfügungsberechtigten Personen auf dem Antrag vermerkt. Außerdem wird entschieden, ob der Verein ein Einzelverfügungskonto oder ein gemeinschaftliches Verfügungskonto bevorzugt - also ein UND- oder ein ODER-Konto. In der Regel verwenden Vereine ein sogenanntes UND-Konto.

Diese Unterlagen sind für die Kontoeröffnung erforderlich:

  • Beglaubigter Auszug aus dem Vereinsregister
  • Protokoll der letzten Sitzung inklusive Namen der aktuellen Vereinsvertreter oder Protokoll der Gründungsversammlung
  • Personalausweis der Bevollmächtigten

Bei einer Online-Kontoeröffnung erfolgt die Legitimation meist per VideoIdent-Verfahren. Nach erfolgreicher Eröffnung des Vereinsgirokontos kann dieses sofort genutzt werden. Die zugehörigen Karten werden in der Regel innerhalb weniger Tage per Post zugestellt.

Konto bei einer Filialbank

Bankkonten für Vereine sind traditionell eine Spezialität von Volksbanken und Sparkassen. Der Grund dafür liegt in der historischen Praxis, dass Mitgliedsbeiträge, etwa für Sport- oder Schützenvereine, früher oft bar durch den Kassenwart bei den Mitgliedern zu Hause eingesammelt und dann zur lokalen Bank gebracht wurden. In der Regel sind diese Vereinskonten nicht kostenlos und es können Gebühren anfallen, wie Kontoführungsgebühren und Kosten für Überweisungen.

Diese Konten sind grundsätzlich als Geschäftskonten zu verstehen und nicht als Gemeinschaftskonten. Untersuchungen zeigen, dass bei Regionalbanken wie Sparkasse oder Volksbank unter Umständen günstigere Konditionen für Vereine verfügbar sind, insbesondere wenn der Verein seinen lokalen Mehrwert und seinen gemeinnützigen Zweck betont. Solche spezifischen Details können in Gesprächen mit dem Kundenberater der Bank geklärt werden.

Ein wesentlicher Vorteil von Filialbanken ist die Möglichkeit, Mitgliedsbeiträge oder Spenden direkt am Bankschalter einzuzahlen. Zusätzlich ist das Onlinebanking der jeweiligen Bank verfügbar. Allerdings bieten nicht alle Filialbanken Vereinskonten an.

Online-Konto bei einer Direktbank

Vereine, deren Mitglieder hauptsächlich Beiträge und Spenden überweisen und sämtliche Transaktionen online durchführen, können bei Direktbanken eine passende Option für ein Vereinskonto finden. Diese Online-Banken bieten oft niedrigere oder gar keine Kontoführungsgebühren. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht jede Internetbank die Führung eines Vereinskontos ermöglicht. Selbst wenn die Allgemeinen Geschäftsbedingungen das Führen eines Kontos für Vereine nicht explizit ausschließen und alle Rechtsformen für ein Geschäftskonto erlauben, kann es in der Praxis zu Ablehnungen kommen.

Es empfiehlt sich daher, sich auf Banken zu fokussieren, die aktiv mit einem speziellen Angebot für Vereinskonten werben.

Stand: 11.12.2023, um 12:30 Uhr
Autor: Daniel Herndler
Chef-Redakteur | Finanzen, Steuern, Wirtschaft, Arbeitnehmer
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