Gehälter im Vergleich - So hoch liegt jetzt das Durchschnittsgehalt in Deutschland
Die Gehälter steigen auch in Deutschland jährlich an. Das zeigt u.a. die Entwicklung des Durchschnittsgehalts über die letzten Jahre. Wie hoch es aktuell ausfällt und wie ein Vergleich mit anderen Ländern aussieht, findet man hier auf Finanz.de.
Das mittlere Brutto Gehalt für Vollzeitbeschäftigte in Deutschland lag 2023 laut Statistischem Bundesamt bei 4.323 Euro im Monat – also rund 51.876 Euro jährlich. Doch diese Zahl allein sagt wenig über die tatsächlichen Einkommensverhältnisse aus. Denn: Knapp zwei Drittel der Beschäftigten verdienen weniger. Das zeigt, dass der Medianwert – also das mittlere Einkommen – für viele eine realistischere Orientierung darstellt als der Durchschnitt, der durch hohe Gehälter einzelner Berufsgruppen stark verzerrt wird. Das berichtet u.a. der Münchner Merkur.
Eine alternative Datenquelle liefert Kununu, wo auf Basis von über 4,4 Millionen Nutzerdaten ein durchschnittliches Jahresgehalt von 52.833 Euro (rund 4.400 Euro monatlich) ermittelt wurde. Die Abweichung zu den amtlichen Zahlen erklärt sich unter anderem durch andere Branchenmischungen und freiwillige Selbstauskünfte. Wer wissen will, wie das eigene Gehalt einzuordnen ist, sollte daher immer Beruf, Region, Qualifikation und Wochenarbeitszeit mitberücksichtigen.
Warum der Median aussagekräftiger ist
Beim Median verdient die eine Hälfte der Arbeitnehmer mehr, die andere weniger – ohne Verzerrung durch Spitzengehälter. Für die private Finanzplanung, etwa bei Miete oder Krediten, bietet der Median deshalb einen besseren Bezugspunkt. Gerade Beschäftigte mit durchschnittlichen oder niedrigen Einkommen erkennen darin eher ihre Realität als in Durchschnittswerten.
Deutschland im DACH-Vergleich
Im Vergleich mit Österreich und der Schweiz liegt Deutschland beim Bruttogehalt im Mittelfeld. Während in Österreich im Schnitt etwa 50.200 Euro gezahlt werden, liegt Deutschland knapp darüber. In der Schweiz sind es hingegen umgerechnet rund 88.100 Euro – allerdings bei deutlich höheren Lebenshaltungskosten. Interessant: Die Gehaltszufriedenheit ist in Österreich am höchsten (62 %), in Deutschland liegt sie bei knapp 55 %, in der Schweiz am niedrigsten (51 %).
Branchen machen den Unterschied
Die Gehaltsspanne zwischen Branchen ist enorm. An der Spitze stehen Versicherungen mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von rund 62.440 Euro, gefolgt von Banken und der Energiewirtschaft. Ebenfalls gut zahlen IT, Pharma, Chemie, Beratung und Maschinenbau. Klassische Industrie und Telekommunikation liegen im soliden Mittelfeld. Schlusslicht ist die öffentliche Verwaltung mit durchschnittlich 51.267 Euro – trotz ihrer vermeintlich stabilen Arbeitsbedingungen.
Fazit
Die oft genannte 4.300-Euro-Grenze ist keine Garantie für finanziellen Komfort – je nach Lebenssituation, Wohnort und Branche kann sie zu viel oder zu wenig sein. Für Beschäftigte lohnt sich ein genauer Blick auf Medianwerte, Branchenvergleiche und regionale Unterschiede, um das eigene Einkommen realistisch einzuordnen – und gegebenenfalls gezielt zu optimieren.

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