Deutliche Gehaltserhöhung fix - Diese Beschäftigten erhalten bis 2028 fast 6,0 % mehr
Nun ist es fix: Rund 925.000 Tarifbeschäftigte in Deutschland erhalten in mehreren Stufen deutliche Gehaltserhöhungen. Wer wie viel bekommt, findet man hier auf Finanz.de in einer Übersicht und Tabelle.
Nach langen Verhandlungen steht der neue Tarifabschluss für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder – mit Ausnahme von Hessen. Für rund 925.000 Tarifbeschäftigte bringt er in mehreren Stufen spürbare Gehaltssteigerungen. Straßenwärter, Justizangestellte, Beschäftigte an Hochschulen oder in Landeskliniken profitieren von einem Abschluss, der über 27 Monate läuft.
Zum 01. April 2026 steigen die Entgelte zunächst um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro. Es folgt eine weitere Erhöhung um 2,0 Prozent zum 01. März 2027 und schließlich ein Plus von 1,0 Prozent zum 01. Januar 2028. Addiert ergibt das nominell 5,8 Prozent. Weil jede Stufe auf das bereits erhöhte Gehalt aufgeschlagen wird, liegt der rechnerische Gesamteffekt bei rund 5,86 Prozent, wie die BILD berichtet.
Verdi hatte ursprünglich sieben Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Am Ende steht nun ein geringeres Plus bei längerer Laufzeit. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder beziffert die Mehrkosten auf rund 535 Millionen Euro pro Prozentpunkt – hochgerechnet also gut 3,1 Milliarden Euro jährlich. Verdi geht von höheren Kosten aus und kalkuliert mit etwa 3,86 Milliarden Euro pro Jahr. Üblicherweise wird der Abschluss auf die rund 2,2 Millionen Landesbeamten und Versorgungsempfänger übertragen. Damit könnten die jährlichen Gesamtkosten rechnerisch zwischen sieben und neun Milliarden Euro liegen.
So entwickeln sich die Grundgehälter im TV-L (Beispiel: Stufe 3)
Ausgangspunkt sind die Tabellenwerte Anfang 2025. Die folgenden Beträge zeigen die Entwicklung bis Januar 2028, wenn alle drei Stufen umgesetzt sind, wie die BILD-Zeitung berichtet.
| Entgeltgruppe | Grundgehalt 02/2025 | Ab 04/2026 (+2,8 %) | Ab 03/2027 (+2,0 %) | Ab 01/2028 (+1,0 %) |
| E 5 | 3.050 € | 3.136 € | 3.199 € | 3.231 € |
| E 6 | 3.200 € | 3.290 € | 3.356 € | 3.390 € |
| E 8 | 3.450 € | 3.547 € | 3.618 € | 3.654 € |
| E 9a | 3.750 € | 3.855 € | 3.932 € | 3.972 € |
| E 10 | 4.150 € | 4.266 € | 4.351 € | 4.394 € |
| E 11 | 4.600 € | 4.729 € | 4.824 € | 4.872 € |
| E 12 | 5.000 € | 5.140 € | 5.243 € | 5.296 € |
| E 13 | 5.300 € | 5.448 € | 5.557 € | 5.612 € |
| E 14 | 5.800 € | 5.962 € | 6.081 € | 6.142 € |
| E 15 | 6.300 € | 6.476 € | 6.606 € | 6.672 € |
Die Mindeststeigerung von 100 Euro wirkt sich vor allem in unteren Entgeltgruppen stärker aus, da dort die 2,8-Prozent-Erhöhung teilweise unter dieser Schwelle liegen würde.
Beamte profitieren voraussichtlich ebenfalls
In der Praxis werden Tarifabschlüsse der Länder regelmäßig auf die Beamten übertragen. Am Beispiel Nordrhein-Westfalen würde das Grundgehalt von Berufsanfängern entsprechend steigen – ohne Familienzuschläge oder Sonderzahlungen.
| Besoldungsgruppe | Grundgehalt 2025 | Ab 2028 nach 5,86 % |
| A 6 | 2.800 € | 2.964 € |
| A 9 | 3.200 € | 3.387 € |
| A 11 | 3.700 € | 3.917 € |
| A 13 | 4.600 € | 4.869 € |
| A 15 | 5.800 € | 6.140 € |
Die tatsächliche Umsetzung hängt vom jeweiligen Landesgesetzgeber ab, gilt aber als wahrscheinlich.
Fazit
Der neue Abschluss bringt ein moderates, gestuftes Gehaltsplus über mehr als zwei Jahre. Für Beschäftigte bedeutet das real ein spürbares, aber kein außergewöhnliches Einkommenswachstum. Angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten wird entscheidend sein, wie sich Inflation und Sozialabgaben in den kommenden Jahren entwickeln.

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