Grundsicherung ab Juli 2026 - Wann die nächste Erhöhung kommen soll
Ab Juli wird die neue Grundsicherung das bisherige Bürgergeld ersetzen. Nach zuletzt zwei Nullrunden hoffen viele bereits jetzt auf eine Erhöhung der Regelsätze. Wann diese kommen soll und wovon das abhängt, findet man hier auf Finanz.de.
Seit 2025 warten Millionen Leistungsbezieher vergeblich auf eine Erhöhung der Regelsätze. Nachdem die Leistungen sowohl 2025 als auch 2026 unverändert geblieben sind, richtet sich der Blick nun auf das Jahr 2027. Ob es dann mehr Geld gibt, ist derzeit allerdings noch offen.
Mit der Einführung der neuen Grundsicherung zum 1. Juli 2026 wurde zwar das Bürgergeld abgelöst, an der Höhe der Leistungen änderte sich zunächst jedoch nichts. Die Regelsätze bleiben vorerst auf dem Niveau der Vorjahre. Dennoch könnte sich das 2027 ändern, denn die Leistungen werden weiterhin regelmäßig überprüft und neu berechnet.
Warum es 2025 und 2026 keine Erhöhung gab
Die deutlichen Anhebungen der Jahre 2023 und 2024 waren vor allem eine Reaktion auf die hohe Inflation und die stark gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten. Danach flachte die Preisentwicklung wieder ab.
Nach den gesetzlichen Berechnungen hätte der Regelsatz für Alleinstehende 2026 sogar unter dem bisherigen Niveau gelegen. Eine Kürzung wurde jedoch durch die sogenannte Besitzschutzregelung verhindert. Diese schreibt vor, dass die Leistungen nicht sinken dürfen, selbst wenn die Berechnung einen niedrigeren Wert ergeben würde. Deshalb blieb es bei den bisherigen Beträgen.
So hoch sind die Regelsätze aktuell
Auch nach der Umstellung auf die Grundsicherung gelten zunächst die bisherigen Leistungssätze weiter. Alleinstehende erhalten weiterhin 563 Euro monatlich. Für Paare sind es jeweils 506 Euro pro Person. Kinder und Jugendliche erhalten je nach Alter niedrigere Regelsätze.
Zusätzlich können Kosten für Unterkunft und Heizung übernommen werden, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Auch Mehrbedarfe, etwa bei Krankheit, Schwangerschaft oder Behinderung, bleiben möglich.
Wie die Höhe der Grundsicherung berechnet wird
Die Regelsätze werden nicht politisch festgelegt, sondern nach einem gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren berechnet.
Dabei fließen zwei Faktoren in die Berechnung ein:
- die Entwicklung der Verbraucherpreise und
- die Entwicklung der Nettolöhne und Nettogehälter.
Der verwendete Mischindex besteht zu 70 Prozent aus der Preisentwicklung und zu 30 Prozent aus der Lohnentwicklung. Steigen Preise und Löhne deutlich, erhöht sich in der Regel auch der Regelsatz. Fallen die Werte schwächer aus, kann die Erhöhung geringer ausfallen oder ganz ausbleiben.
Kommt 2027 wieder mehr Geld?
Ob die Grundsicherung 2027 steigt, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Inflation und der Löhne im Jahr 2026 ab. Eine endgültige Entscheidung wird voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres 2026 feststehen.
Interessant ist dabei ein Hinweis des Bundesarbeitsministeriums. Die bisherige Berechnungsmethode soll voraussichtlich letztmalig angewendet werden. Damit könnte sich das Verfahren zur Ermittlung der Regelbedarfe künftig verändern. Ob dies zu höheren oder niedrigeren Leistungen führt, ist bislang nicht absehbar.
Was sich bei der neuen Grundsicherung bereits geändert hat
Während die Höhe der Regelsätze für 2027 noch unklar ist, stehen andere Änderungen bereits fest. Mit der neuen Grundsicherung wurden mehrere Regelungen verschärft.
So sollen Arbeitsuchende künftig schneller in Beschäftigung vermittelt werden. Gleichzeitig wurden die Mitwirkungspflichten ausgeweitet. Wer Termine versäumt oder zumutbare Arbeitsangebote ablehnt, muss häufiger mit Kürzungen rechnen.
Auch bei Vermögen und Wohnkosten gelten strengere Vorgaben als zuletzt beim Bürgergeld. Die bisherige Karenzzeit für Unterkunftskosten wurde weitgehend abgeschafft und die Vermögensfreibeträge wurden reduziert.
Noch keine Entscheidung über eine Erhöhung
Für Millionen Leistungsbezieher bleibt damit vorerst nur das Warten. Ob die Grundsicherung 2027 steigt, wird erst die nächste gesetzliche Neuberechnung zeigen. Ausschlaggebend werden vor allem die Entwicklung der Verbraucherpreise, die Lohnsteigerungen und mögliche Änderungen bei der Berechnungsmethode sein.
Fest steht bislang lediglich: Die Regelsätze wurden für 2025 und 2026 eingefroren. Ob 2027 wieder ein Plus folgt, ist derzeit noch nicht entschieden.

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