Neue Gehaltserhöhung fix: Mehr als 300 Euro mehr pro Monat - doch viele zahlen drauf
Ab Mai erhalten viele Beschäftigte in Deutschland mehr Gehalt. Über 300 Euro sind monatlich möglich. Doch viele erhalten aufgrund gestiegener Sozialabgaben dadurch weniger Netto. Alle Details findet man hier auf Finanz.de.
Für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bringt der Mai 2026 eine tarifliche Gehaltserhöhung von 2,8 Prozent. Zusammen mit dem bereits umgesetzten Plus von 3,0 Prozent im April 2025 ergibt sich über die Laufzeit von 27 Monaten ein nomineller Anstieg von knapp sechs Prozent. Das berichten mehrere Medien, darunter etwa der Münchner Merkur.
Doch ob dieses Mehr an Brutto auch tatsächlich im Geldbeutel ankommt, hängt stark von der individuellen Gehaltsstufe, Steuerklasse und Beitragsbelastung ab – und bei vielen wird das zusätzliche Geld durch gestiegene Sozialabgaben weitgehend aufgezehrt.
Netto-Verlust durch höhere Sozialabgaben
Konkret zeigt sich das am Beispiel eines Angestellten der Entgeltgruppe 11, Stufe 4: Sein Monatsbrutto Gehalt steigt von 5.151,01 Euro (2024) auf 5.454,10 Euro im Jahr 2026. Das entspricht einem Plus von gut 300 Euro im Monat – auf dem Papier. Doch höhere Beiträge zur Krankenversicherung (durch den auf 2,9 Prozent gestiegenen Zusatzbeitrag), zur Pflege- und Rentenversicherung sowie angehobene Beitragsbemessungsgrenzen bedeuten auch höhere Abzüge.
Ab einem Bruttogehalt von etwa 5.500 Euro sinkt laut einer Analyse der DATEV das monatliche Netto teils sogar wieder leicht. Bei Spitzengehältern ab 9.000 Euro summiert sich das aufs Jahr gesehen zu einem Minus von mehr als 400 Euro – trotz Gehaltserhöhung. Finanz.de hat berichtet.
Viele Beschäftigte heuer betroffen
Das Problem trifft dabei nicht nur Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Durch die Anpassungen der Sozialabgaben und Bemessungsgrenzen sind alle Arbeitnehmer mit höheren Einkommen betroffen. Was also als Lohnerhöhung verkauft wird, kann sich realistisch betrachtet als Nullsummenspiel oder sogar als Verlust erweisen.
Trotzdem enthält der neue Tarifvertrag auch Verbesserungen abseits des Entgelts. Eine wichtige Neuerung ist die freiwillige Möglichkeit zur Arbeitszeiterhöhung auf bis zu 42 Stunden pro Woche – mit Zuschlägen: 25 Prozent pro Zusatzstunde in den unteren, 10 Prozent in den oberen Entgeltgruppen. Zudem wird die Jahressonderzahlung aufgestockt. Ein weiteres neues Element ist die Möglichkeit, einen Teil dieser Sonderzahlung in bis zu drei freie Tage umzuwandeln – sogenannte „Tauschtage“.
Der Tarifabschluss ist das Ergebnis eines Schlichtungsverfahrens, nachdem sich Gewerkschaften und kommunale Arbeitgeberverbände zunächst nicht einigen konnten. Für Beschäftigte bedeutet das Ergebnis immerhin eine gewisse Planbarkeit und neue Optionen – auch wenn die finanzielle Realität nach Abzügen für viele ernüchternd ausfallen dürfte.

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