Wikileaks stoppt wegen Geldnot weitere Enthüllungen


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von Eugen Zentner

Eintrag vom: 25.10.2011

Blockierte Spendengelder

Die Finanzkrise hat nun auch die umstrittene Plattform Wikileaks erreicht. Wie gestern bekannt wurde, leidet die Whistleblower-Site unter akutem Geldmangel. Aus diesem Grund sieht sich die Enthüllungsplattform gezwungen, bis auf Weiteres auf die Veröffentlichung weiterer neuer Dokumente zu verzichten. Schuld an der Geldmisere seien diverse Geld- sowie Kreditkarteninstitute, die eine Zusammenarbeit mit Wikileaks verweigerten. Institute wie Visa, MasterCard, Pay Pal, Western Union oder die Bank of Amerika blockierten Aussagen zu Folge die Spendengelder. Der Umfang der geblockten Geldströme sei gewaltig und belaufe sich auf ca. 95 Prozent. Das geht jedenfalls aus der speziell für Spenden eingerichtete Seite hervor. Wer an Wikileaks spenden möchte, der muss das Geld nun direkt überweisen. Das sei für die Plattform aber mehr als kompliziert und erschwere die Arbeit. Wikileaks-Chef Julian Assange zeigte sich beunruhigt und sagte, dass der Enthüllungsplattform bei weiterem Ausbleiben der Zusammenarbeit die Einstellung drohe.

Kosten für Wikileaks

Wikileaks ist auf neue Finanzströme angewiesen. Wie hoch die Summen ausfallen sollten, wurde von den Verantwortlichen nicht genannt. Enthüllt wurden jedoch die Kosten, welche die Plattform tragen muss. Demnach würden in Etwa 48.000 Euro wöchentlich benötigt. Allein 20, wie es heißt, „sichere, anonyme Telefone“ müssten finanziert werden, die Kosten in Höhe von 5000 Dollar verursachten. Auch der Rechtsbeistand erfordere Geld. Hierfür werden die Kosten auf 1,2 Millionen Dollar geschätzt. 500.000 Dollar würden für die IT-Infrastruktur und Recherchen benötigt, damit wichtige Veröffentlichungen realisiert werden könnten. Die gleiche Geldsumme fiele für die Bezahlung des eigenen Personals an. Produktionen verbrauchten hingegen 400.000 Dollar. Bezahlt werden müssten aber auch Sicherheitsmaßnahmen sowie Kampagnen, die Kosten in Höhe von 300.000 Dollar verursachten.

Finanzprobleme seit Botschaftsdepeschen

Die Misere von Wikileaks begann so richtig mit der Enthüllung von insgesamt mehr als 250.000 US-Botschafts-Depeschen. Viele Journalisten waren der Meinung, dass bei Enthüllungen solcher Art sowohl Informationen als auch Zuträger geschützt werden müssten. Assange ließ sich von den ihm vorgetragenen Argumenten nur schwer überzeugen und ging auf Kritik nicht ein. Das führte zum Streit mit mehreren bekannten Zeitungen. Auch Bank- und Kreditkarteninstitute sagten sich seit diesem Zeitpunkt von Wikileaks los. Der Plattform wurden daraufhin bei den jeweiligen Instituten Konten eingefroren. Mehrere begründeten ihre Entscheidung damit, dass Wikileaks gegen die Nutzungsbedingungen verstoße. In der Tat sorgte Wikileaks’ Ansatz seit seiner Gründung vor vier Jahren immer wieder für Kontroversen. Die User-Welt schien polarisiert zu sein. Alles zu veröffentlichen, was Wikileaks in die Hände fällt, schien den meisten nicht die richtige Vorgehensweise zu sein. Seit der Veröffentlichung der US-Botschafts-Depeschen wurden schließlich sogar die Sympathisanten abtrünnig. Sichtbar wird das an den Spendengeldern. Wurden im Jahr 2010 noch 100.000 Euro gespendet, so belaufen sich die Spendensummen in diesem Jahr auf lediglich 6.000 bis 7.000 Euro.

 

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