Jeden Tag was neues
Eintrag vom: 30.11.2011
In den Zeiten einer Krise gibt es jeden Tag etwas neues, oft nichts positives zu berichten. So auch heute: zum einen hat die Ratingagentur Standard&Poor’s verschiedene Großbanken in ihrer Bonität herabgestuft, darunter die „Big Six“ in den USA. Aber das ist nicht alles.
Täglich wird die Entwicklung in Frankreich mit Sorgen beobachtet. Droht eine baldige Senkung der Kreditwürdigkeit von französischen Instituten oder nicht? Werden die italienischen Zinsen weiter steigen? Als ob man nicht genug Sorgen hätte, kommen nun neue hinzu:
- Die Frankfurter Eurohüter teilten gestern mit, dass sie den Banken nicht so viel Geld abnehmen konnten, wie für die Neutralisierung von Anleihekäufen am Sekundärmarkt eigentlich geplant war. Die EZB hatte zur Neutralisierung der Anleihekäufe bei Banken insgesamt 203,5 Mrd. Euro zusammen tragen wollen, bekam von den Instituten nun aber nur 194,2 Mrd. Euro. Die Überschussliquidität liegt aber bei 203,5 Mrd, also isnd noch 9 Mrd. Euro mehr auf dem Markt, als eigentlich sein sollten. Die Notenbank zieht die aus ihren Anleihekäufen resultierende Überschussliquidität ab, um möglichen Inflationsgefahren vorzubeugen, dies hat sie bisher nicht geschafft. Sie hat somit eine höhere Geldmenge nicht verhindern können.
- Durch diesen Vorgang ist aber auch eine Hoffnung verbunden, dass es einen Kurswechsel geben könnte. Aus den Fehlern der EZB könnte eine Stärke werden.
- In Investorenkreisen wird darüber gerätselt, ob der Europäische Stabilitätsfund wirklich soviel trägt bzw. ob es wirklich Erhöhungen in versprochener Höhe geben wird. Es wird gemunkelt, dass er nur um „wenige“ Milliarden Euro erhöht werden soll. Damit ist nur ein Teil der „Big Bazooka“, von der gesprochen wurde, erfüllt.
- Die deutschen Anleihen wanken auch immer mehr. Gestern stiegen die Renditen bis auch über 2%. Ein weiteres Anzeichen für eine gefährliche Entwicklung in der Eurozone.
Gestern haben die Finanzminister der Euroländer eine Ausdehnung des EFSF beschlossen. Er solle um das Dreifache, wenn nötig sogar um das Fünffache, ansteigen. Somit wären 750 Milliarden Euro bzw. bei einer Verfünffachung 1,5 Billionen Euro im Fonds. Auch private Anleger sollen davon profitieren. Deren Ausfallrisiko solle in Höhe von 20 bis 30 Prozent teilweise übernommen werden. Damit sollen Anleihen der kriselnden Länder attraktiver für private Investoren werden. Raum für Spekulationen bleibt jedoch, denn mehr Details waren nicht bekannt geworden.



