Drei mögliche Szenarien für Italien
Eintrag vom: 09.11.2011
Nach dem Rücktritt von Berlusconi wird es erst richtig hitzig und die Geschwindigkeit der Umsetzung von Reformen muss drastisch erhöht werden. Denn der Markt wartet nicht auf Entscheidungen, er regiert sofort: Die Kurse fallen weiter, die Renditen italienischer Staatsanleihen explodieren. Zehnjährige Anleihen stehen bei 7,43 Prozent und übersprangen damit erstmals die sieben Prozent Marke.
Drei mögliche Szenarien sind denkbar
1) Am wahrscheinlichsten ist eine auf Berlusconis alter Koalition geführte Koalition mit der Lega Nord. Diese Koalition unterstützt alle Sparforderungen seitens des ESFS und der Zentralbank. Um auch nur ansatzweise das Vertrauen der Märkte zurück zu gewinnen, müssen sie deutlich bessere Arbeit leisten, um wirklich eine Verbesserung zu erreichen.
2) Eine Koalition der Zentrumspartei würde eine Regierung bilden, die Reformen aufgeschlossener gegenübersteht. Wachstum und eine stabilere Politik wäre möglich. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist geringer als bei Variante eins. Ein solches Szenario bewirkt einen schnellen Fall der Risikoaufschläge. Schätzungen zufolge um bis zu 100 Basispunkte.
3) Das „worst case“ Szenario sind Neuwahlen frühestens im Januar 2012 - nach Berlusconis endgültigem Rücktritt. Das würde die Sparmaßnahmen blockieren und weiter Vertrauen abbauen. Davon ist im Moment aber nicht auszugehen.
Die Panik in den Märkten ist momentan enorm und die Höchstkurse in den Italienischen Staatsanleihen werden wahrscheinlich nicht weiter übertroffen.



