Der wahre Grund, warum Berlin die EZB als Retterin nicht will
Eintrag vom: 27.11.2011
Die Europäische Zentralbank soll Geld drucken und damit Anleihen von Krisenländern kaufen. So soll es, sehr vereinfacht gesagt, geschehen. Doch Berlin und die Bundeskanzlerin sind dagegen. Verständlich, haben die Deutschen doch schlechte Erfahrungen im Gelddrucken gemacht. Man erinnere sich nur an die Weimarer Republik.
Ein anderer offizieller Grund ist der, den Bundesbankpräsident Jens Weidmann vertritt. Er geht nicht von einer Eurokrise, sondern von verschiedenen Krisen in einigen Euroländern aus. Auch hier müsste somit die EZB nicht einspringen.
Der wahre Grund ist ein anderer
Erinnern sie sich noch, was Gerhard Schröder und die SPD der schwarz-gelben Koalition mit auf den Weg gab? Die SPD wurde dafür gescholten und abgestraft.
Es war die Agenda 2010. Was hat diese Agenda mit der Eurokrise zu tun? An sich nicht so sehr viel, nur dass sie eine Art Vertrag mit den Arbeitern geschlossen hat. In dieser Vereinbarung hieß es, die Arbeiter verzichten auf stärkere Lohnerhöhungen und die Regierung hält im Gegenzug die Arbeitslosenquote niedrig. Damit, war beiden Seiten mehr oder weniger geholfen.
Dies ist auch geschehen. Die Arbeiter in Deutschland haben in den letzten Jahren am wenigsten im europäischen Vergleich verdient. Aber, auch die Arbeitslosenzahl ist entsprechend gedrückt wurden. Dies ist sehr bemerkenswert, da in anderen Ländern Europas genau dies nicht passiert ist. Der Lohn ist genauso wie die Arbeitslosenquote gestiegen. Im Nachhinein, also ein guter Deal für die deutschen Arbeiter.
Nun kommt aber die Eurokrise ins Spiel. Sollte die EZB wirklich mehr Geld drucken, um die Anleihen aufzukaufen, steigt die Angst vor eine Inflation. Dies würde wirtschaftliche Probleme in Deutschland auslösen und wohl auch zu erhöhter Arbeitslosigkeit führen. Auf Grund einer drohenden Inflation wäre das Geld ja bereits wertlos. Damit hätte Merkel dieses Abkommen verletzt, welche ihr die SPD mit auf den Weg gab.
Eines darf jedoch nicht vergessen werden. Auch wenn die EZB einschreitet und Geld druckt, heißt es nicht automatisch, dass eine Inflation oder gar Hyperinflation entsteht. Die Federal Reserve, die Notenbank der USA, hat dies bewiesen. Als es 2008 kritisch wurde, hat sie auch Geld gedruckt. Die Inflationsrate blieb jedoch verhältnismäßig gering.
Quelle: Businessinsider



