8 Tage, den Euro zu retten
Eintrag vom: 01.12.2011
Die europäischen Finanzminister geraten aufgrund der Eurokrise immer mehr unter Druck. Sie benötigen dringend einen Konsens, um angemessen auf die angespannte Situation in den Krisenländern Griechenland, Spanien und Italien reagieren zu können. Vorher kann die Europäische Zentralbank nicht tätig werden und auch den Verantwortlichen des Internationalen Währungsfonds sind die Hände gebunden.
Alle Augen sind nun auf Brüssel gerichtet, wo am 9. Dezember erneut die europäischen Regierungsvertreter zusammenkommen werden, um endlich eine Lösung für die immer größer werdenden Schulden einzelner Euroländer zu finden.
Laut EU-Kommissar Olli Rehn sei nun eine kritische Phase erreicht worden. Innerhalb der nächsten acht Tage müsse gehandelt werden. Doch auch der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager glaubt nicht an einen befriedigenden, unkomplizierten Weg aus der Krise. Mehr als die Hälfte der anvisierten Summe sei nicht einzufordern, so de Jager.
Immerhin konnten sich die Minister einigen, dass potentielle Investoren, welche sich für den Kauf von Eurobonds entscheiden dahingehend geschützt werden, dass sie notfalls bis zu 30 Prozent ihres Kapitals zurückerstattet bekämen. Finanziert werden sollen diese Beträge mit Hilfe des Eurorettungsschirms.
Auch wenn einige Politiker in diesem Beschluss einen großen Fortschritt sehen, so darf doch angezweifelt werden, ob dieses Vorgehen ausreichend ist. Besonders einige Staaten, die eine eigene Währung haben, haben Angst um ihre Wirtschaft. Gleichzeitig erhöht sich der Druck auf die Krisenländer, ihre Sparanstrengungen noch zu vergrößern.
Nach Ansicht vieler Experten sei es zudem unabdingbar, dass die 17 Eurostaaten konkrete Aussagen zur Koordination ihrer Geldgeschäfte tätigten und vor allen, dass gemeinsame wirtschaftliche Ansätze gefunden werden müssten. Diese Transparenz sei dringend notwendig, kein Staat könne sich in diesen Zeiten einen wie auch immer gearteten wirtschaftlichen Egoismus leisten.
Wenn alle Länder sich disziplinieren würden, so heißt es weiter, so könne die Europäische Zentralbank Zugeständnisse im Hinblick auf die Staatsanleihen machen. Zurzeit hält sich die Bank noch zurück, weil sie befürchtet, die einzelnen Länder hätten sich zu sehr in ihre eigenen finanziellen Probleme verstrickt. Viele Länder, unter anderem Polen, fordern eine entschlossene Intervention der europäischen Zentralbank. Schließlich sei diese verantwortlich dafür, die Stabilität innerhalb der Euro-Zone zu bewahren.
Eine Auflösung der Eurozone, verursacht durch das Ausscheiden Griechenlands, ist nach wie vor ein denkbares Szenario, welches aber weltweite wirtschaftliche Krisen auslösen würde, vor allem, wenn die Länder zu ihrer Ursprungswährung zurückkehren müssten. Das hätte aller Wahrscheinlichkeit nach eine schwerwiegende Rezession zur Folge, die alle Nationen nachhaltig schwächen würde. Einige Experten glauben, diese Schreckensvision könne die Verantwortlichen des internationalen Währungsfonds zum Handeln bewegen, doch sicher ist das nicht. Wie auch immer die nächsten Schritte aussehen werden, Italiens Staatsschulde belaufen sich auf mittlerweile 1,2 Billionen US-Dollar, die 390 Milliarden US-Dollar, welche höchstens bereit gestellt werden könnten, wirken im Vergleich dazu wie ein tropfen auf dem heißen Stein.
Am Mittwoch Abend schließlich konnte die Börse einen deutlichen Kursanstieg verzeichnen. Nachdem sich die Europäische Zentralbank gemeinsam mit den Zentralbanken der Länder USA, Kanada, der Schweiz, Japan und Großbrittanien auf gemeinsame Schritte zur Intervention geeinigt hatte. Diese unerwartete Aktion sollte die internationalen Finanzsysteme stabilisieren und ihnen zu neuer Liquidität verhelfen. Zusätzlich soll es Absprachen bezüglich niedrigerer Zinssätze gegeben haben. Diese Abkommen sind mindestens gültig bis zum Februar 2013.



