Euro-Wechselkurs - Notenbank weist den Franken in die Schranken


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von Eugen Zentner

Eintrag vom: 08.09.2011

Schweizer Notenbank begrenzt Euro-Franken-Kurs

Seit vielen Monaten gewinnt der Schweizer Franken gegenüber dem Euro immer mehr an Wert, sodass manche Experten für die Zukunft sogar schon ein Umtauschverhältnis von 1:1 vorhergesagt haben. Der große Nachteil dieses festen Schweizer Franken bekommt allerdings die Schweizer Wirtschaft zu spüren, denn Produkte aus der Schweiz sind für Käufer aus den Euro-Staaten inzwischen sehr teuer geworden, sodass der Export rückläufig ist.

Aufgrund der Stärke des Schweizer Franken und der damit verbundenen Probleme der Schweizer Wirtschaft hat die Schweizer Notenbank nun reagiert, und einen Mindestkurs des Schweizer Franken gegenüber dem Euro festgelegt. Diese Maßnahme der Schweizer Notenbank fand ohne zwar die Einbindung der Europäischen Zentralbank statt, wird aber von nicht wenigen Experten als dringend notwendig angesehen. Denn schon jetzt ist festzustellen, dass die Schweiz zum Beispiel wegen des starken Frankens einen deutlichen Rückgang an Touristen aus den Euro-Staaten zu verzeichnen hatte. Der von der Schweizer Notenbank anvisierte Mindestwechselkurs des Franken zum Euro wurde auf 1,20 Franken festgelegt. Konkret bedeutet das, dass der Kurs zukünftig nicht mehr unter 1,20 Franken je Euro fallen kann, das „vorher gesagte“ Wertverhältnis von 1:1 ist daher nicht mehr möglich. Zudem will die Schweizer Notenbank diesen festgelegten Mindestkurs am Markt auch mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln durchsetzen, zum Beispiel mit einem massiven Kauf des Euros.

Schweizer Wirtschaft in Gefahr

Durch die derzeitige Überbewertung des Schweizer Frankens besteht nach Ansicht der Schweizer Notenbank eine massive Gefahr für die Schweizer Wirtschaft, die sogar zu einer Deflation führen könnte. Die Analysten sind sich weitestgehend einig darüber, dass die Schweizer Notenbank auch im Stande sein wird, diesen festgelegten Mindestkurs in der Praxis zu „erreichen“. Insofern wird davon ausgegangen, dass der Schweizer Franken sich in der näheren Zukunft um den Kurs von 1,20 Franken herum einpendeln wird. Zudem war dieser Schritt schon längere Zeit diskutiert und zum Teil auch erwartet worden, zumal die Schweizer Notenbank schon mehrmals am Devisenmarkt tätig war, um einen weiteren Kursanstieg der Schweizer Währung zumindest etwas aufzuhalten. Ferner hatten die Zentralbank im August den Leitzinssatz nahezu auf Null gesenkt, sodass viel neues Geld in den Umlauf gebracht werden konnte. Auch das ist natürlich eine Maßnahme gewesen, die etwas zu einem Kursrückgang des Franken beitragen sollte, die aber nicht besonders erfolgreich war.

 

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