Zuckerberg spricht offen von IPO - Facebook-Mitarbeiter werden verrückt


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von Jan Gärtner

Eintrag vom: 23.11.2011

Unter Facebook-Mitarbeitern geht momentan das Gerücht um, daß der Börsengang des Social-Media-Unternehmens unmittelbar bevorstehe. Aus einer nicht benannten, dem Unternehmen nahestehenden Quelle hieß es, daß das S-1-Filing (Formular S-1 muß bei der SEC eingereicht werden, um eine Aktiengesellschaft nach amerikanischem Recht zu registrieren) vielleicht noch kommenden Monat kommen werde. Zuckerberg selber habe wiederholt gesagt, daß der Börsengang komme.

Sicher ist, daß Facebook in naher Zukunft ohnehin seine Zahlen offenlegen muß. Nach amerikanischem Recht ist dies verpflichtend, wenn ein Unternehmen mehr als 500 Anteilseigner hat - diese Grenze hat Facebook bereits überschritten und wird im April 2012 entsprechend seine Unternehmensdaten der Öffentlichkeit zugänglich machen müssen. Das beinhaltet nicht zwingend auch den Börsengang, böte sich aber an.

Ob der Börsengang aber tatsächlich noch 2011 kommen wird, ist fraglich. Bevor das Formular S-1 nämlich eingereicht werden kann, bedarf es einer Investmentbank, die als Underwriter fungiert. Bisher hat Facebook aber noch mit keiner Bank einen entsprechenden Deal abgeschlossen.

Für Facebooks Mitarbeiter, die vor drei oder vier Jahren zum Unternehmen gefunden haben, ist das ständige Hin und Her um die IPO die reinste Folter. Damals starteten sie bei einem der vielversprechendsten Start-ups des Landes mit einem Wert von vielleicht ein paar Milliarden Dollar. Viele Mitarbeiter bekamen damals Aktien-Optionen oder RSUs (Restricted Stock Units, d.h. Anteile, die nicht veräußert werden dürfen, bevor nicht gewisse Konditionen erfüllt sind). Die Tragik besteht nun darin, daß der Unternehmenswert in einer Art und Weise in die Höhe schnellte, die kaum jemand erwartet hatte. Auch wenn die Optionen der Mitarbeiter im Wert explodierten - viel tun konnten sie damit nicht, da die Optionen nicht liquidierbar waren. Der Wert der Anteile war damit nur theoretischer Natur.

Mitarbeiter, die vor Herbst 2007 zum Unternehmen bekamen, erhielten noch konventionelle Optionen, die in echte Anteile umgewandelt werden konnten. Diese jedoch durften am Sekundärmarkt nur bei Verlassen des Unternehmens verkauft werden. Halter von RSUs hingegen können diese erst dann liquidieren, wenn das Unternehmen an der Börse gelistet ist.

Die wahre Folter bestand vor allem darin, daß Zuckerberg lange Zeit sehr wenig vom Börsengang hielt und daraus auch keinen Hehl machte. Theoretischen Reichtum zu besitzen, diesen aber nicht einlösen zu können, muß für viele Facebook-Mitarbeiter hartes Brot gewesen sein - doch wie es aussieht, hat die Folter bald ein Ende.

 

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