Yahoo sucht noch den richtigen Weg


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von Fabian Biastoch

Eintrag vom: 20.11.2011

In den Zeiten von Facebook und Co. sind E-Mails nicht mehr der Weg der modernen Kommunikation. Als Yahoo 1995 damit begann, läuteten sie ein Zeitalter ein, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wer hätte damals schon gedacht, dass das Internet so in die Gesellschaft integriert wird.

Es ist so gekommen und Yahoo hat davon profitiert. Doch jedes Hoch ändert sich irgendwann in ein Tief, so auch bei dem Internetunternehmen. Heute geht man online und loggt sich bei Facebook oder studivz ein, nicht mehr einfach in den E-Mail Account. Gerade die Jugendlichen nutzen die Kommunikationswege in den Social Media viel mehr als die klassischen E-Mails.

Die Führung bei Yahoo setzt noch immer auf E-Mails als Streckenpferd. Natürlich haben sie auch die aktuellen Nachrichten, doch das Produkt um Kunden zu gewinnen, ist der E-Mail Verkehr. Einen Account zu haben und gleichzeitig die aktuellen Nachrichten des Tages lesen, das ist die Strategie der Kalifornier. Immer mehr Menschen möchten das aber nicht mehr so nutzen, wie es vor ein paar Jahren noch Gang und Gebe war.

Das Unternehmen hat viel Geld durch die Werbung gesammelt, die geschaltet wird, wenn man die Seite aufruft. Es ist nicht unangenehm viel, doch aber ausreichend. Gibt man zum Beispiel „Island“ bei Yahoo in die Internetsuche ein, erscheinen Reisetipps und Werbung über Island. Das gleiche Wort bei Google gesucht, zeigt keinerlei Werbung. Sicher anschaulicher, aber nicht um Welten besser. Egal, Yahoo muss einen neuen Weg finden, Kunden zu gewinnen. Auch die nächsten Generationen werden eher Facebook und Co. nutzen als E-Mails.

Schaut man sich den Plan der Zukunft an, den die Manager bei Yahoo haben, sollte man denken, sie scherzen. Eine neue App für das iPhone bzw. das iPad soll das Ruder herumreißen. „Livestand“ ist eine Software, die es dem Nutzer ermöglicht, ein personalisiertes Magazin zu bestellen. Die Entwickler haben jedoch nicht bedacht, dass diese App überflüssig ist. Die Drittanbieter, die das Magazin mit Inhalten füllen sollen, werden eher eigene Apps entwickeln oder ihre Homepages für das iPad oder iPhone optimieren, als diese Yahoo-Entwicklung zu nutzen.

Im Hause Yahoo gibt es eine Option

Aber allen überflüssigen Neuentwicklungen zum Trotze, hat Yahoo bereits die Pflastersteine für den Weg in die Zukunft. Sie haben die wohl beste App, die man während des Fernsehens nutzen kann. Im Unterschied zu „Livestand“ ist „IntoNow“, so der Name der Zukunftssoftware, nicht überflüssig. Laut Statistiken nutzen viele Zuschauer während des Fernsehens ein anderes Medium. In den meisten Fällen ist dies das Internet. Würde man nun eine Software haben, die erkennt, was im TV läuft und dazu Informationen sucht, wäre man ganz vorn an der Spitze. Genau so eine hat Yahoo bereits!

„IntoNow“ muss nur weiterentwickelt werden. Eine bessere Vernetzung mit den sozialen Netzwerken und eine bessere Filterung von Informationen sind noch notwendig. Es müssen Slideshows, Videos und Artikel erscheinen. Zum Beispiel in den Werbepausen können Videos oder Fotostecken eingeblendet werden.

Aber auch die Mitteilungssucht der Konsumenten muss gestillt werden. In der App sollte direkt ein Zugang zu den sozialen Netzwerken möglich sein. Die Kunden müssen lesen, was andere Menschen gerade schauen, denn dann fühlen sie sich als Teil einer großen globalen Bewegung. Sie müssen alles in die Welt hinaustragen, per Twitter, Facebook und Co.

Ein absolutes Highlight wäre eine Kompatibilität mit Siri und einem Infrarot-Dongle. Damit hätten sie die Möglichkeit für einen sprachgesteuerten Fernseher auf dem Markt, noch bevor es Apple hat!

Es liegt an Yahoo allein. Seit August sind sie ohne offiziellen CEO, diese Stelle sollte schnell besetzt werden. Sie müssen das neue Projekt „IntoNow“ bzw. dessen Weiterentwicklung in Angriff nehmen. Doch das allein reicht nicht aus. Eine ordentliche Marketingstrategie, in der die neue Software klar mit Yahoo identifiziert wird, ist wichtig. Schaffen sie all dies, können sie mit dieser App der Vorreiter für diese Technik werden, sogar noch vor Apple! Diese Chance müssen sie nutzen.

 

 

 

 

 

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