Postbank-Angestellte streiken
Eintrag vom: 01.12.2011
Rund 3500 Angestellte der Postbank haben sich nach Gewerkschaftsangaben am Donnerstag an bundesweiten Warnstreiks beteiligt. Für Kunden sei es dadurch zu Verzögerungen bei Überweisungen und bei Anrufen in Callcentern gekommen, sagte ein Verdi-Sprecher.
Die Schalter in den Filialen seien aber normal geöffnet gewesen. Nach Angaben der Postbank gab es auch keine Probleme, wenn Kunden an Automaten Geld abheben wollten. Die Postbank-Beschäftigten protestieren gegen eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Zuge der Übernahme durch die Deutsche Bank.
"Die Bargeldversorgung der Kunden ist sichergestellt", sagte Postbank-Sprecher Joachim Strunk. "Wartezeiten in Callcentern und Verzögerungen bei Papierüberweisungen können wir aber nicht vollständig ausschließen." Regelmäßige Zahlungen wie Gehälter und Renten seien bereits Ende November abgewickelt worden und nicht betroffen.
Bei einer zentralen Kundgebung in Dortmund zogen rund 500 Demonstranten mit Fahnen und Trillerpfeifen durch die Innenstadt. Auf Plakaten forderten sie unter anderem "Keine Absenkung der Gehälter". Laut Verdi will die Postbank einige Bereiche zu schlechteren Arbeitsbedingungen in neue Gesellschaften ausgliedern. Vorgesehen seien unter anderem längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub und niedrigere Gehälter, so dass den Mitarbeitern zusammengenommen Einbußen von bis zu 30 Prozent drohten.
Zu den mehrtägigen Warnstreiks sind nach Angaben von Verdi die Beschäftigten der elf Postbank-Standorte mit sogenanntem Backoffice-Bereich aufgerufen, wo die Aufträge der Kunden ausgeführt werden. Sollten die Arbeitgeber nicht einlenken, könne es zu einem späteren Zeitpunkt auch in einigen der 850 großen Filialen, den sogenannten Finanzcentern, zu Solidaritätsaktionen kommen.
Für diesen Freitag hat Verdi erneut zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Zu einer Kundgebung in Köln wird Verdi-Chef Frank Bsirske erwartet. Die sechste Runde der Tarifverhandlungen ist am 5. und 6. Dezember im hessischen Bad Nauheim geplant.
(dpa)



