Google will bei Yahoo einsteigen
Eintrag vom: 24.10.2011
Yahoos Gewinne fallen kontinuierlich
Um den Internet-Dienstleister Yahoo ist es schlecht bestellt. Das Unternehmen verliert kontinuierlich an Wert. Im dritten Quartal musste das Unternehmen einen Gewinnrückgang von 26 Prozent hinnehmen. Der Nettoumsatz schrumpfte um 5 Prozent auf 1,072 Milliarden Dollar. Zudem sucht Yahoo weiterhin einen neuen Chief Executive Officer, nachdem Carol Bartz im September entlassen worden war. Zudem gelingt es dem Internet-Pionier nicht, neue Märkte zu erschließen, die einen Profit versprechen. Die einzige Stabilität bietet die Beteiligung an Alibaba, der chinesischen Online-Handelsplattform. Es ist auch zu bemerken, dass es durchaus noch eine enorme Nutzerbasis gibt. Rund 700 Millionen User im Monat nutzen Yahoo und nehmen dessen Dienste in Anspruch. Dazu gehören vor allem das News, E-Mails als auch Webcam-Chats. Selbst die Yahoo-Suchmaschine kann noch immer User für sich gewinnen, auch wenn der größte Teil der Nutzer in den USA seinen Sitz hat. Gleichwohl reicht das nicht aus, um die Gewinne wieder zum Wachsen zu bringen. Aus diesem Grund überlegt die Unternehmensleitung, Teile des Unternehmens zum Kauf anzubieten.
Microsoft geht in Offensive
Berichten einiger US-Medien zu Folge hat sich Microsoft in Startposition gebracht und möchte schon bald bei Yahoo einzusteigen. Den Plan, Yahoo zu kaufen, hegt Microsoft mit zwei anderen Großinvestoren. Das derzeitige Angebot liegt bei 20 Milliarden Dollar. Welch großen Wertverlust Yahoo erlitten hat, sieht man an dem Angebot von Microsoft im Jahr 2008. Damals lag die Summe noch bei mehr als 40 Milliarden Dollar. Dieses Angebot scheiterte jedoch an dem damaligen Yahoo-Chef Jerry Yang, der für seine Ablehnung herbe Kritik einstecken musste. Heute stehen die Chancen auf einen Teilerwerb des Internet-Pioniers sehr gut. Und tatsächlich könnte Microsoft eine große Hilfe sein, weil es weitere Nutzer anziehen würde.
Google will dagegenhalten
Doch nicht nur Microsoft hat Interesse an Yahoo, sondern der gemeinsame Erzrivale Google. US-Medien zu Folge habe Google bereits mit einigen Finanzinvestoren gesprochen, um Yahoo in finanzieller Hinsicht zu unterstützen. Sinn und Zweck dieser Rettungsaktion sei jedoch nicht der Kauf von Yahoo. Viel mehr gehe es Google darum, den Einstieg Microsofts zu verhindern. Denn das würde für den Suchmaschinen-Giganten bedeuten, dass für ihn dadurch eine starke Konkurrenz entstünde. Vor allem das Geschäft mit Display-Werbung würde durch Microsofts Einstieg bei Yahoo für Google eine große Gefahr darstellen. Da aber Google aus kartellrechtlichen Gründen Yahoo nicht kaufen kann, muss es zu anderen Mitteln greifen, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Laut Berichten des Wall Street Journals arbeitet Google mit zwei Investoren zusammen, die für den Kauf von Yahoo zuständig sein sollen. Finanziert wird das ganze von Google selbst. Der Suchmaschinen-Riese stellte den beiden Investoren günstige Kredite in Aussicht, wenn sich diese für einen Einstieg bei Yahoo entscheiden. Das Angebot ist überaus lukrativ und besser, als es von Banken zu erwarten ist. Aus diesem Grund kann es durchaus dazu kommen, dass Google in dieser Schlammschlacht als Sieger aus dem Ring geht.



