Buffett schlägt wieder zu

Eintrag vom: 01.12.2011
An diesem Mittwoch sorgte der bekannte Großinvestor Warren Buffet wieder einmal für Aufregung, nachdem er öffentlich über seine Berkshire Hathaway Inc. ankündigte die Tageszeitung seiner Heimatstadt, die Omaha World-Herald übernehmen zu wollen, sowie weitere sechs Tages- und Wochenzeitungen in Nebraska.
Warren Edward Buffet wurde am 30. August 1930 in Omaha (Nebraska) geboren und ist wahrscheinlich der legendärste amerikanische Großinvestor. Aktuell wird sein Privatvermögen auf 50 Milliarden US Dollar (Forbes 2011) geschätzt. Damit ist er der drittreichste Mensch weltweit. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway Inc. hat Buffet im Jahre 1955 gegründet. Nach wie vor befindet sich der Hauptsitz in Omaha. Derzeit beschäftigt die Gesellschaft weltweit 260.000 Mitarbeiter, bei einem Jahresumsatz von 137 Mrd. US Dollar. Davon sind geschätzte 12,97 Mrd. US Dollar Gewinn.
Finanzielle Einzelheiten zu dieser Transaktion, die bereits im Dezember abgeschlossen werden soll, wurden bislang kaum bekannt gegeben. Der Kaufpreis soll neusten Äußerungen allerdings bei über 150 Millionen US Dollar liegen für den Omaha-World-Herold liegen.
Die Omaha World-Herold ist das Flagschiff in Nebraska und eine der am best gerührtesten Zeitungen in Amerika mit einer durchschnittlichen Auflage von 135.282 Exemplaren pro Tag. Die Zeitung befindet sich in den Top 10 des Landes.
Zusätzlich zur Omaha World-Herold sollen weitere sechs wichtige Tages- und Wochenzeitungen in Nebraska erworben werden. Dazu gehört auch ein Direktmarketing Unternehmen, dass in Omaha, Chicago, Atlanta, Dallas und Los Angeles tätig ist.
Überraschend ist dabei nicht, dass es sich bei dieser Übernahme um solide Kandidaten handelt, mit stabilen Gewinnen und stetig steigenden Umsatzzahlen.
Buffet sagte in seiner kurzen öffentlichen Erklärung: "... er freue sich bereits auf eine Zusammenarbeit mit Terry Kroeger“, dem CEO von Omaha World-Herold. Dabei bekräftigte Buffet in seiner Erklärung ausdrücklich, dass die redaktionelle Unabhängigkeit der einzelnen Zeitungen gewahrt bleiben soll.
Kroeger betonte in diesem Zusammenhang, dass es für den Omaha-World-Herold eine einmalige Gelegenheit sei, den langfristigen Kapitalbedarf für weitere Expansionen und Vorhaben durch die Übernahme zu festigen und auszubauen.
Buffet besitzt über seine Berkshire Hathaway Inc. bereits die Buffalo-News und hohe Anteile an der Washington Post.
Die jetzige Übernahme erstaunt Kenner doch ein wenig, erst kürzlich hat Buffet sich wenig optimistisch zur Zeitungsbranche geäußert. Dabei hieß es sogar:“ Zeitungen sind nur solange als Werbeträger bedeutend, solange diese wesentlich für Leser seien, dieses habe sich jedoch geändert“.
Nach dieser aufsehenerregenden Übernahme scheint sich die Meinung von Buffet grundlegend geändert zu haben. So soll der Übernahmebetrag bereits in bar zur Verfügung stehen, einzig die 275 Omaha World-Herold Aktionäre müssen der Übernahme noch zustimmen. Die Abstimmung soll, laut Angaben der Unternehmen, bereits am 20. Dezember dieses Jahres erfolgen. Auch die anderen Akquisition der Nebraska Tages- und Wochenzeitschriften sollen in einer Gesamthöhe von 50 Millionen US Dollar im Dezember erfolgen.
Die bekannte Professorin für Finanzen Donna Dudney an der Universität Nebraska in Lincoln erklärte, dass ein solcher Kauf generell betriebswirtschaftlich Sinn mache. „Buffet suche dabei nach einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil“, so die Professorin.


