„Hallo, äh...“ – Wie man sich besser an den Namen seines Gegenübers erinnert


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von Jan Gärtner

Eintrag vom: 21.09.2011

Vergessen Sie Ihr schlechtes Gedächtnis – mit diesen Tipps bauen Sie Schritt für Schritt eine gewinnbringende persönliche Beziehung zu Ihren Geschäftspartnern auf.

Sie befinden sich bei einer Zusammenkunft von Geschäftsleuten und wurden gerade jemandem namens Martin vorgestellt. Martin könnte ein sehr nützlicher Kontakt für Sie und Ihr Unternehmen sein – wenn Sie die richtigen Schritte machen. Also, wie maximiert man den Nutzen seiner Kontakte? Grob zusammengefasst: - Sich jemandes Namen zu merken vergrößert Ihre Chancen beträchtlich, eine persönliche Verbindung zu ihm herzustellen - Die Mittel dazu sind Wiederholung und Visualisierung

Zunächst einmal: Seien Sie sich des Egoismus Ihres Gegenübers bewusst. Die Ichbezogenheit eines jeden Menschen ist der zugänglichste Ansatzpunkt für Ihre Offensive. Das Lieblingsthema der meisten Menschen ist nun mal ihre eigene Person, und ihr Name verkörpert diese Person in der Öffentlichkeit. Daher könnte man behaupten (einige tun es auch), dass für die Meisten der eigene Name der süßeste und wichtigste Laut in jeder Sprache ist. Und das können Sie nutzen: Indem Sie sich den Namen Ihres Gegenübers und einige ihn betreffende Informationen merken, können Sie leicht eine persönliche und geschäftliche Beziehung zu ihm aufbauen. Und so klappt’s:

Schritt 1: Wiederholen Sie den Namen

Wenn Sie gerade jemanden kennen gelernt haben, dessen Namen Sie sich merken möchten, ist der erste Schritt die sofortige Wiederholung (ähnlich wie beim Vokabellernen). Da Sie gerade vorgestellt wurden, sagen Sie etwas wie „Schön, Sie kennen zu lernen, Martin“. Diese einfache Maßnahme verhindert das bekannte „Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus“-Phänomen.

Schritt 2: Stellen Sie eine Frage, in der Sie den Namen benutzen

Versuchen Sie relativ bald nach der Vorstellung den Namen Martin ein zweites Mal zu wiederholen, am besten in einer Frage: „Also, Martin, was führt Sie hierher?“, oder „Sagen Sie, Martin, woher kennen Sie denn eigentlich den Günther?“

Schritt 3: Überlegen Sie sich eine Assoziation

Der nächste einfache Schritt ist, zwischen dem Namen Martin und einer Sache, die bereits fest in Ihrem Kopf verankert ist, eine assoziative Verbindung herzustellen. Das kann jemand desselben Namens sein, den Sie kennen, oder auch etwas wie „Martinsgans“ (falls er seine Frau dabei hat), oder, wenn Sie nicht gerade AA-Mitglied sind, ein schöner kalter Martini. Eine solche Verbindung verleiht dem Namen mehr Bedeutung und erhöht damit Ihre Chancen, ihn zu erinnern.

Schritt 4: Nutzen Sie Ihr visuelles Gedächtnis

Ziehen Sie Vorteile aus der enormen Macht der Bildlichkeit. Sie haben wahrscheinlich auch schon mal die Erfahrung gemacht, dass Sie jemanden sehen, den Sie vor Jahren mal irgendwo getroffen haben, und Sie erkennen ihn wieder und wissen, dass Sie ihn kennen, aber sein Name will Ihnen partout nicht einfallen. Das liegt daran, dass Sie ihn über sein Gesicht identifizieren, welches Sie mit Ihren eigenen Augen gesehen haben; seinen Namen aber haben Sie nicht gesehen. Um einen Namen zu sehen, müssen Sie ein Bild vor Ihrem inneren Auge visualisieren, das den Namen in irgendeiner Form repräsentiert. Die Assoziation, die Sie in Schritt 3 hergestellt haben, kann Ihnen dabei helfen.

Schritt 5: Verbinden Sie das visuelle Zeichen mit einem hervorstechenden optischen Merkmal der Person

Als Nächstes nehmen Sie das Bild, das Sie sich gemacht haben, und verbinden es mit einem Merkmal Ihres Gegenübers, das Ihnen beim ersten Blick auffällt. Ist Martin (oder seine Frau) zum Beispiel sonnen- oder noch besser solariumgebräunt, fällt es nicht schwer, eine Verbindung zur gebratenen Gans herzustellen (erst recht, wenn es kalt ist). Oder ist er sehr dünn und gerade? Dann ist er der Zahnstocher im Martiniglas; wenn er einen Bauch hat, ist das die Olive, usf. Ernsthaft, das ist die Technik, mit der zum Beispiel Motivationstrainer, die regelmäßig vor Auditorien von mehreren hundert Leuten sprechen, sich die Namen ihrer Zuhörer merken. Natürlich braucht man ein wenig Übung, bis man sie so beherrscht, dass man sich gleichzeitig auch noch unterhalten kann. Nebenbei können Sie sich mit solch vergnüglichen Gedanken aber auch vom langweiligen Teil des Gesprächs abkoppeln und gleichzeitig eine freundliche Miene behalten – nur verpassen Sie dabei nicht die für Sie wichtige persönliche Information. Und lassen Sie sich nicht zu sehr mitreißen, damit nicht ein Freud’scher Versprecher den Kontakt gleich wieder zunichte macht.

Schritt 6: Merken Sie sich mehr als den Namen

Wenn Martin gerne Golf spielt und aus Hamburg kommt, stellen Sie sich vor, wie er mit einem Golfschläger die Olive aus dem Martiniglas schlägt, während er einen Hamburger im Mund hat. Versuchen Sie, aus einigen persönlichen Informationen eine Art Ein-Satz-Geschichte zu basteln. Der Schlüssel ist, sich diese Geschichte auch wirklich bildlich vorzustellen und sie mit Hilfe Ihrer Imagination so anschaulich wie möglich zu machen. Mit ein wenig Übung dauert das nur wenige Sekunden.

Schritt 7: Revision Wenn Sie alle Schritte vollzogen haben, sollte Sie das in die Lage versetzen, noch am selben Abend vor dem Schlafengehen zumindest ein grobes Bild von Martin vor Augen zu haben. Nun können Sie sich anhand seines hervorstechendsten Merkmals noch einmal alles, was Sie sich dazu haben einfallen lassen, in Erinnerung rufen. Sie können die Bilder auch im Nachhinein noch etwas ausschmücken, um sie noch besser in Ihrem Gedächtnis zu verankern.

Schritt 8: Fahren Sie die Ernte ein

Wenn Sie die oben beschriebenen Maßnahmen angewendet haben, können Sie Martin beim nächsten Treffen mit Namen ansprechen, sich nach dem Wetter oder dem Stand der Gentrifizierung in Hamburg erkundigen und ihn nach seinem Golfspiel fragen. Er wird dadurch das Gefühl einer persönlichen Verbindung zu ihnen haben und sich geschmeichelt fühlen – und wie jeder weiß, hilft der Aufbau eines persönlichen Verhältnisses bei der Etablierung einer geschäftlichen Beziehung.

Und jetzt gehen Sie raus und wickeln Sie Ihre Mitmenschen um den Finger!

 

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