Wie man in fünf einfachen Schritten, der Glücklichste auf dem Planeten wird


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von Mia Kirschner

Eintrag vom: 14.11.2011

Glaubt man James Altucher, dann ist es ziemlich einfach, zum glücklichsten Menschen auf dem Planeten zu werden. Altucher hielt sich schon im zarten Alter von sechs Jahren für einen Glückspilz. Sein Vater sah das allerdings etwas anders. Ob er denn auch Glück in der Liebe habe? Liebe? Für den Sechsjährigen war das, was er damals unter Liebe verstand das widerlichste auf der Welt. In einem besseren Viertel oder gleich auf einem anderen Planeten zu leben, das verband er als Kind mit dem Begriff Liebe.

Der kleine James wurde älter. Auf der Glücksskala von 0 bis 10 erreichte er irgendwann eine 7 bis 8. Gar nicht übel für einen, dessen Glück lange gegen Null tendierte. Die Zeiten, wo das Pech bei ihm Stammgast war, schienen jedenfalls vorbei zu sein. Aber wie kam es zu der wundersamen Wandlung zum James im Glück? Er hatte drei simple Ziele vor Augen:

Ich will glücklich sein!

Ich möchte alles, was mich unzufrieden macht, aus meinem Leben verbannen.

Ich will jeden Tag möglichst ohne Ärger über die Runden kommen.

Waren die Ziele zu hoch gesteckt? Mindestens zehn Mal in seinem Leben hatte er das Gefühl, dass er seine Ziele niemals erreichen würde. Dann gab es wieder Momente, da glaubte er zu spüren, an einem Scheideweg zu stehen. Nur gab es leider keinen Wegweiser. Was war also der richtige Weg? Er fand ihn nicht und wurde in seinem Bestreben, glücklich zu sein, immer wieder zurückgeworfen. Bis er kapierte, dass es fünf Dinge waren, die ihn nach jeder Niederlage auf die Beine brachten. Nun galt es nur noch, die besagten fünf theoretischen Erkenntnisse bewusst in die Praxis umzusetzen.

Trimm Dich

Die erste Erkenntnis lässt sich mit „In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist“ umschreiben. Frühsport ist angesagt. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Denn bekanntlich fängt der frühe Vogel den Wurm. Altuchers Tipp: Zwischen 4 und 5 Uhr aufstehen. Täglich! Danach folgt irgendeine sportliche Betätigung, die durchaus schweißtreibend sein darf. Eine halbe Stunde sollte das frühmorgendliche Fitnessprogramm schon dauern. Gesundheit ist der erste Schritt in Richtung Glück. Wer so früh aus den Federn kommt, steht es nur durch, wenn er auch mit den Hühnern schlafen geht. Spätestens um 21 Uhr sollte das Licht aus und die Augen zugehen, um gesunde 8 Stunden zu schlafen. Dementsprechend ist auch das Abendessen auf 17 Uhr 30 vorzuverlegen.

Egoismus

Die zweite Einsicht zum dauerhaften Glück betrifft die emotionale Ebene. Niemand ist heilig, niemand unantastbar. Ein Mensch, der zum Hemmschuh wird auf der Glücksleiter, von dem muss man sich trennen. Dazu gehört Eigenliebe und eine gesunde Portion Egoismus. Wenn das Flugzeug in Turbulenzen gerät, setzt ja auch jeder erst seine Sauerstoffmaske auf. Klar, Familie und Freunde sind wichtig und werden geliebt. Man gibt sich alle Mühe, für sie da zu sein, ihnen zu helfen. Aber Menschen, die einen mit ihrer negativen Ausstrahlung runterziehen, müssen gemieden werden. So viel Eigennutz ist notwendig. Und niemand muss sich dafür erklären. Mit jeder überflüssigen Erklärung legt man sich selbst trocken.

Ehrlichkeit, auch wenn es schmerzt

Ein andere wichtige Regel lautet: Ehrlichkeit. In einer Welt, in der niemand mehr ehrlich ist, macht Aufrichtigkeit Spaß. Altucher rät, es erst einmal einen Tag lang zu versuchen, ohne dabei verletzend zu werden. Ehrlichkeit zu sich selbst und anderen vermeidet letztendlich, Dinge zu tun, die man eigentlich nicht will. Ist es nicht ein besonderes Glücksgefühl, wenn in der Zukunft lästige Pflichtveranstaltungen aus ehrlicher Überzeugung abgesagt werden?

Halte Deine Gehirnzellen fit

Der vierte Schritt in eine glücksbeseelte Zukunft ist das geistige Training. James im Glück gibt den Rat, seine Ideen aufzuschreiben. Bis unter Umständen der Kopf schmerzt. Aber auf diese Weise gesellt sich zu einem Geistesblitz der nächste, auf den folgt noch eine Idee. Ein Brainstorming, das zum Selbstläufer wird. Der Kopf lässt sich auf vielfältige Weise trainieren. Kreuzworträtsel und Sudoku sind relativ einfache Übungen. Eine echte Herausforderung wäre dagegen, die Hausordnung ins Chinesische zu übertragen. Man kann nicht früh genug damit beginnen, seine Lebenserinnerungen zu Papier zu bringen. Der „Ideen-Muskel“ will ebenso täglich trainiert werden wie die anderen Bizeps. Etwa 3 bis 6 Monate intensives Training braucht es, bis der „Ideen-Muskel“ aufgebaut ist. Er verkümmert sehr schnell, wenn er danach wieder vernachlässigt wird.

Eine Art Meditation

Der fünfte Schritt für ein glückliches Leben gehört der Spiritualität. Wobei das Wort nicht mit Gott oder Religion gleichgesetzt werden sollte. Altucher weiß auch nicht genau, was es bedeutet. Jedenfalls beinhaltet es zu beten. Es spielt keine Rolle, ob zu einem Gott, zu einem verstorbenen Menschen gebetet oder ob die Sonne angebetet wird. Hauptsache man tut es jeden Tag für einen Augenblick. Auch die Meditation kann jeder in seinen Tagesablauf einbauen. Nicht länger als eine Minute, denn danach wird es einfach nur langweilig. Die einfachste Art zu meditieren ist: auf einem Stuhl sitzen, dabei den Rücken gerade halten und sich beim Atmen beobachten. Dankbarkeit, die Kunst des Vergebens und das Lesen spiritueller Texte sind ebenfalls Wegweiser zum Glück.

Werden die fünf Schritte befolgt, zeigt sich schon nach einem Monat eine Veränderung der persönlichen Glücksbefindlichkeit. Das Glück lässt sich fühlen. Die Menschen schenken einem öfters ein Lächeln. Drei Monate später beginnen die Ideen zu fließen. Zusätzlich stellt sich der Drang ein, sie auch auszuführen. Nach weiteren drei Monaten sind auch die Menschen in der nächsten Umgebung von den Einfällen überzeugt und helfen bei der Umsetzung. Nach einem Jahr läuft alles wie am Schnürchen. Mehr Glück, mehr Gesundheit und mehr Geld sind der Lohn für die Mühen. Wer sich allerdings auf seinen Lorbeeren ausruht, merkt bald, wie alles wieder auseinanderbricht. Immerhin hat er die Gewissheit: wer die fünf Schritte konsequent angeht, gelangt tatsächlich ans Ziel.

Nachzulesen im englischen Original Aber nicht wundern, dort sind es vier Regeln.

 

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