Bücher gegen Stress! 7 Non Business Bücher, von denen Sie aber trotzdem etwas lernen können


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von Mia Kirschner

Eintrag vom: 01.09.2011

In Stresssituationen kann es im Gehirn drunter und drüber gehen. Während eine gewisse Stress-Menge noch förderlich für den Lernprozess sein mag, kommt es bei starkem Stress sogar zu tödlichen Folgen für die Nervenzellen im Gehirn, wie jetzt ein Forscherteam der Rosalind Franklin University herausfand. Und jeder kennt wohl den panikartigen Zustand, in dem man sich in Momenten völliger Überforderung befindet: Nichts geht mehr. Man kann wohl davon ausgehen, dass Dinge wie Überleben in der Wildnis nicht denen gelingen, die die beste Ausrüstung haben und trainiert sind, sondern denjenigen, die in Lage sind, ihre Geistes- und Gemütsverfassung zu kontrollieren und sich nicht von alles beherrschenden Emotionen wie Panik überfluten zu lassen.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen Bücher vorstellen, die helfen können, wenn das Gehirn in stressigen Situationen Streiche spielt, und Wege aufzeigen, damit umzugehen und sich nicht zu Fehlentscheidungen hinreißen zu lassen. Sie können dadurch nicht nur zu einem besseren Investor werden, sondern allgemein lernen, auch in anderen Lebensbereichen klügere Entscheidungen zu treffen.

1. Wie das Denken im Kopf entsteht von Steven Pinker

Für diejenigen unter uns, die keinen Doktortitel haben, ist dieses Buch (das fast den Pulitzer-Preis gewonnen hätte) eine wertvolle Lektüre über den Fortschritt der Neurowissenschaft. Der kanadisch-amerikanische Kognitionswissenschaftler Pinker vertritt die Auffassung, dass sich geistige Prozesse am besten verstehen lassen, wenn man sie als zum Teil evolutionstheoretisch und zum Teil computerprogrammartig betrachtet. Illustriert werden seine Ausführungen durch haarsträubende, aber wahre Geschichten von Abenteurern und Kalamitäten, aus denen einige tot, andere lebendig herauskommen. Er macht deutlich, wie unser Geist uns zur Wahrnehmung befähigt und nutzt zur Beleuchtung die ganze Bandbreite vom Stoizismus bis zur Neurowissenschaft. Indem wir verstehen, wie unser Gehirn funktioniert, können wir auch verstehen lernen, wie Entscheidungsprozesse ablaufen – was uns letztlich erlaubt, Mängel zu erkennen und auszubessern. 1998 im Droemer Knaur Verlag

2. Zahlenblind. Mathematisches Analphabetentum und seine Konsequenzen von John Allen Paulos

John Allen Paulos erfand den Ausdruck „mathematischer Analphabetismus“ bzw. „innumeracy“ (= die Unfähigkeit, zu rechnen), um ein endemisches Defizit unserer Gesellschaft zu beschreiben, nämlich ein mangelndes Zahlenverständnis. Damit ist nicht nur schwaches Kopfrechnen gemeint, sondern vielmehr die mangelnde Fähigkeit zur Visualisierung der Bedeutung von Zahlen. Er vertritt die These, dass es für jedes Feld menschlicher Betätigung inklusive der Sprache unabdinglich ist, eine Vorstellung von Zahlen und Mengen zu haben. Beim Investment geht es ohne Frage um Zahlen; daher sollte man –ebenso wie man erst französische Vokabeln lernt und dann versucht, L’Etranger zu lesen- sicherstellen, dass man die Feinheiten des numerischen Lexikons versteht, ehe man in den Markt einsteigt.

3. Jeder ist anders: Das Rätsel der Individualität von Judith Rich Harris

Woher kommt unsere Persönlichkeit? Die US-amerikanische Psychologin, Autorin einiger Lehrbücher über Entwicklungspsychologie, bietet hier ihre persönliche Theorie an, nach der wir ein Funktion in einem System sind, bestehend aus Beziehungen, Sozialisation und Status. Zwischen Verhaltensgenetik, Erziehungs- und Umwelttheorien bietet dieses Buch Inspiration und Herausforderung für alle, die sich fragen, warum sie so sind, wie sie sind. München: Deutsche Verlags-Anstalt 2007

4. Das egoistische Gen von Richard Dawkins

Dawkins’ Theorie des egoistischen Gens weist die gängige Evolutionstheorie nicht zurück, sondern basiert auf ihr. Er wirft einen neuen Blick auf die natürliche Selektion und vertritt die These, dass eine über Egoismus definierte Welt nicht notwendigerweise eine ist, in der erbitterter Wettstreit, Betrug und Ausbeutung vorherrschen, sondern dass es auch eine Welt des Altruismus und Fortschritts sein kann. Geschrieben für ein breites Publikum, bietet dieses Buch Einblick in die Kräfte, die unsere Welt formen – und das schließt Investoren mit Sicherheit ein. Spektrum Akademischer Verlag 1994

5. Drive: Was Sie wirklich motiviert von Daniel Pink

Das gängige Verständnis dessen, was uns motiviert, ist falsch – dies ist die These des Motivationstrainers und Autors einiger provokanter Bestseller. Pink entlarvt in Drive, ausgehend von einer Mischung aus Psychologie, Ökonomie und soziologischer sowie verhaltenwissenschaftlicher Forschung, die Logik des Motivationsreizes „Lass den Esel hinter der Möhre herlaufen“ und befindet, dass wir, sobald grundlegende Bedürfnisse ins Spiel kommen, hauptsächlich durch den Willen zu Selbstbesimmung, Entfaltung und Erschaffung sowie die Aussicht auf Meisterschaft motiviert werden. Ob Sie Ihre eigene Motivation hinterfragen oder versuchen wollen, jemand anderes zu motivieren – dieses Buch ist ein must-read. Ecowin Verlag 2010

6. Alphabet des Lebens. Die Geschichte des menschlichen Genoms von Matt Ridley

Mit der Einsicht in den Bauplan des menschlichen Genoms entstehen tausend neue Fragen – und Matt Ridley geht direkt auf die interessantesten ein: Welchen Einfluss hat unsere DNA auf so verschiedene und umstrittene Dinge wie Intelligenz, Sex und Krebs? Ridley schreibt nicht für Wissenschaftler und präsentiert auch keine neuen Ergebnisse; er wirft einen genauen Blick auf die heute verfügbaren Hinweise und stellt Verbindungen her. München: Claassen 2000

7. Die Psychologie des Überzeugens. Ein Lehrbuch für alle, die ihren Mitmenschen und sich selbst auf die Schliche kommen wollen von Robert B. Cialdini

Was bringt eine Person dazu, zum Anliegen einer anderen „Ja“ zu sagen? Dieses Buch wirft einen gut recherchierten Blick auf funktionierende Strategien und unterteilt sie in sechs Kategorien psychologischer Einflussnahme auf unser Verhalten. Unverzichtbar für jeden, der ein überzeugendes Argument vorbringen will (was so ziemlich alle einschließt), bietet es außerdem einen enormen Vorteil für den, der von etwas überzeugt werden soll: Durchschauen Sie die Manöver, die man gegen Sie führt. Huber 2010

 

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