Günstige Kredite und Umschuldung


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von Andre Westkamp

Eintrag vom: 16.02.2012

Unter einer Umschuldung versteht man allgemein eine Restrukturierung bestehender Verbindlichkeiten mit dem Ziel, den Schuldner zu entlasten und die Schuldtragfähigkeit wieder herzustellen. Im privaten Bereich erfolgt dies häufig durch die Ablösung teurer Kredite durch Darlehen mit günstigeren Zinsen, längerer Laufzeit oder beidem. Klassische „teure“ Kredite sind im privaten Bereich vor allem Dispositionskredite, Verbindlichkeiten aus geduldeten Überziehungen oder Kreditkartenschulden. Hierbei fallen üblicherweise hohe Zinsen von über 15 Prozent p.a. an, was zu einer erheblichen Zinslast führt, die der Schuldner zu tragen hat. Finanzkäufe, wie sie mittlerweile von vielen Einzelhändlern auch für vergleichsweise kleine Anschaffungen (Fernseher, Mobiltelephon) angeboten werden, stellen überdies oft eine weitere Quelle von teuren Krediten dar, die abgelöst werden können. Zur Ablösung dieser teuren Verbindlichkeiten eignet sich z.B. ein regulärer Konsumentenkredit. Vor allem durch geringere Zinsen, aber auch durch längere Laufzeiten, lässt sich damit die monatliche Zinslast für den Schuldner oftmals erheblich reduzieren. Mit der Laufzeitverlängerung kann zwar unter Umständen eine Erhöhung der gesamten Zinslast einhergehen, dennoch sinken die monatlichen Zinszahlungen und der Schuldner profitiert von wesentlich erhöhter Liquidität. Zu beachten sind bei einer Kündigung von bestehenden Krediten die entsprechenden Kündigungsfristen. Kredite mit variablem Zinssatz können in Deutschland innerhalb einer Frist von drei Monaten gekündigt werden – bei Darlehen mit fester Verzinsung ist dies komplexer. Solche Kredite können ohne weitere Konsequenzen sechs Monate vor Ende der Zinsbindung gekündigt werden. Kündigt man allerdings eher, wird in den meisten Fällen eine sog. Vorfälligkeitsentschädigung fällig. In diesem Falle gilt es abzuwägen, ob die Zinseinsparungen durch günstigere Kredite die Vorfälligkeitsentschädigung aufwiegen. Ist dies nicht der Fall, sollte der Kredit nicht abgelöst werden. Neben einer Verringerung der Lasten durch Zins- und Tilgungsdienst für den Schuldner kann eine Umschuldung einen weiteren positiven Effekt haben: die Schaffung von mehr Übersichtlichkeit. Dies ist dann der Fall, wenn durch einen günstigen Kredit gleich mehrere andere Verbindlichkeiten abgelöst werden. Dadurch fallen für den Schuldner nur noch eine monatliche Rate und ein Zinssatz an, wodurch dieser einen besseren Überblick über seine privaten Finanzen bekommt. Nicht zuletzt kann durch eine Verringerung der Lasten unter Umständen auch die Kreditwürdigkeit des Schuldners wieder hergestellt werden.

 

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