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Angst vor Altersarmut


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von Johann Martin

Eintrag vom: 21.10.2011

Private Vorsorge wird immer stärker unterlassen

Immer mehr Menschen in Deutschland haben Angst um ihre Zukunft. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hat ergeben, dass etwa 50 Prozent der 1771 Befragten Angst haben, im Alter nicht genügend finanzielle Mittel zu haben. Gleichzeitig werde aber immer weniger für die private Vorsorge getan. Die Zurückhaltung beläuft sich darauf, dass mittlerweile lediglich 188 € im Monat für die private Altersvorsorge aufgewendet wird. Im Jahr zuvor waren es noch 200 € im Monat. Grund für die zunehmende Zukunftsangst seien die immer häufiger auftretenden Krisen. Vor 2008, als die Finanzkrise ausbrach, waren es noch 65 Prozent der Befragten, die sich um die eigene Vorsorge kümmern wollten. Nun sind es deutlich weniger. Besonders betroffen von diesem Trend sind Personen unter 30. Den Umfragen zu Folge ließen die Bemühungen um ein Auskommen im Alter in dieser Gruppe stark nach.

Zweifel am Sinn der Vorsorge

Es zeigt sich somit, dass zwischen den Erwartungen der deutschen Bevölkerung und deren Bemühungen ein starker Widerspruch besteht. Für die mangelnden Vorsorgeanstrengungen gibt es jedoch Gründe. Einer besteht darin, dass die deutschen Bürger am Sinn der Vorsorge zweifeln. Sie haben Angst, dass die Inflation die Ersparnisse aufbrauchen könnte. Damit würden ihre Sparversuche zunichte gemacht werden. Das hat den Umfragen zu Folge jeder dritte deutsche Bürger als Grund angegeben. Rund 30 Prozent der Befragten fürchtet, dass die von der deutschen Regierung für Zahlungshilfen aufgewendeten Gelder später für Rentenauszahlungen fehlen würden. Waren es im Jahr 2009 noch 52 Prozent, für die die staatliche Rente als sicher galt, so sind es mittlerweile 46 Prozent. Misstrauen herrscht aber auch gegenüber der privaten Vorsorge. Noch im Vorjahr hielten 28 % der Befragten diese für unsicher. In diesem Jahr ist die Zahl der Skeptischen auf 35 % gestiegen.

Gold bietet die größte Sicherheit

Gold ist noch das einzige Mittel, mit dem die Bürger glauben, für das Alter vorsorgen zu können. Laut Studie sind es in diesem Jahr 35 Prozent, die Gold für eine besonders sichere Form der privaten Altersvorsorge halten. Vergleicht man die Zahlen mit denen im Jahr 2009, so ist ein Anstieg um vier Prozent zu beobachten. Jeder achte, der geneigt ist, eigenständig für die Altersvorsorge etwas zu machen, greift zum Gold. Damit steigt das Edelmetall in der Beliebtheit der Bürger und übertrifft sogar die staatlich geförderte Riester-Rente. Besonders geschätzt werde am Gold, dass es auf lange Sicht seinen Wert halten könne. Diese Eigenschaft hält insbesondere Michael Meyer, Privatkundenvorstand der Postbank, für den stichhaltigsten Grund, dass der Andrang auf Gold zugenommen hat. Für Misstrauen in der Bevölkerung sorgen hingegen Aktien und Fonds. Diese Anlageformen gelten in höchstem Maße als unberechenbar.

 

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