PRIVATE KRANKENVERSICHERUNG

Der Plocker

Systemunterschied zur gesetzlichen Versicherung


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von Eugen Zentner

Eintrag vom: 07.09.2011

So verlockend ein Wechsel von der GKV in die PKV sein mag - es ist immer besser, beide Formen zunächst genau zu studieren. Zu berücksichtigen sind vor allem die Systemunterschiede, durch die beide Versicherungsarten für den einen vorteilhaft, für den anderen hingegen von Nachteil sein können. Für die gesetzliche Krankenversicherung ist zum Bespiel wesentlich, dass sie auf dem Solidaritätsprinzip basiert. Das bedeutet, dass einkommensschwache Versicherte von starken finanziert werden. Gleiches gilt für Kranke, deren Kosten von den gesunden Versicherten mitfinanziert werden. In der privaten Krankenversicherung beruht das System hingegen auf dem Individualprinzip. Das heißt, dass die Versicherungsunternehmen mit ihren Kunden jeweils individuelle Verträge abschließen. Jeder Versicherte zahlt pauschale Beiträge, die ins Verhältnis zu dessen gesundheitlicher Verfassung gesetzt werden. Verschlechtert sich diese, dann ist mit einem Anwachsen der Beitragshöhe zu rechnen. Zum anderen ist das Alter ein weiterer wichtiger Faktor, der auf die Höhe der Beiträge Einfluss nimmt. Gerade das wird in der gesetzlichen Krankenversicherung vermieden. Die Beitragshöhe wird hier lediglich nach dem Bruttoeinkommen bemessen, während Alter und Gesundheitszustand keine Rolle spielen. Für jüngere Menschen kann sich daher der Wechsel in die PKV lohnen, doch für ältere Versicherte bringt er langfristig eher Nachteile mit sich.

Ob ein Wechsel in die PKV lukrativ ist, hängt auch von den eigenen Familienverhältnissen ab. Denn die gesetzliche Krankenversicherung macht es möglich, sowohl Ehepartner als auch Kinder in der Familienversicherung gemeinsam zu versichern. Der Vorteil besteht hier darin, dass für die Mitversicherten keine Beiträge zu zahlen sind. Getan werden kann das aber nur, wenn diese keiner beitragspflichtigen Beschäftigung nachgehen. In der gleichen Situation müsste ein Familienvater mit einer privaten Krankenversicherung größere finanzielle Lasten auf sich nehmen. Denn die PKV kennt die Familienversicherung nicht, sodass für jedes Familienmitglied eigenständige Verträge abgeschlossen werden müssten. Mit jeder weiteren Krankenversicherung entstehen aber jeweils neue Beitragspflichten. Während also Familienväter in solchen Fällen mit einer GKV besser bedient sind, haben Singles in der PKV bessere Möglichkeiten. Das trifft auch für einen Selbständigen zu, dessen Ehefrau einem Beruf nachgeht. Da sie pflichtversichert ist, wird eine Mitversicherung oder eine eigenständige PKV nicht notwendig.

 

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