Preissturz bei Konsolen und Handhelds: Das Spiel beginnt!


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von Mia Kirschner

Eintrag vom: 31.08.2011

Preissturz bei Konsolen und Handhelds: Das Spiel beginnt!

Sollten Sie im Begriff stehen, eine neue Sony PS3 zu erwerben, betrachten Sie sich als um 50 Euro reicher.

Sony eröffnete vor kurzem, dass es einen Preissturz bei seinen Spielkonsolen geben wird. Der Preis für das Einstiegsmodell mit 160-Gigabyte-Festplatte verringert sich von 299€ auf 249€ und ist im deutschen Handel bereits für 230€ zu haben. Die High-End-Klasse mit doppelter Speicherkapazität soll statt 349€ nur noch 299€ kosten, wird jedoch bei einzelnen Händlern bereits für ebenfalls 230€ angeboten. Die neue Preisregelung gilt bereits sowohl in Japan als auch in den Vereinigten Staaten und Europa. Auch eine neue, noch günstigere Version der PlayStationPortable wurde angekündigt.

Erinnern Sie sich noch an die Einführung der PS3 vor fünf Jahren? Das 60-Gigabyte-Modell kostete die eingefleischten Gamer kolossale 599 US-Dollar. Durch die begrenzte Verfügbarkeit mussten verzweifelte Weihnachtseinkäufer sogar noch mehr zahlen, wenn sie eines der begehrten Objekte bei eBay oder ähnlichen Wiederverkäufern zu ergattern versuchten.

Machen Sie da nicht mit.

Wenn uns in ein paar Monaten wieder die Zeit der Weihnachsteinkäufe heimsucht, werden fünf Videospielkonsolen und Handheld-Systeme um Ihr hart verdientes Geld wetteifern. Hier stellen wir die drei vor, die Sie jetzt schon besorgen können – und die beiden, mit denen Sie noch etwas warten sollten.

Sony PS3

Beginnen wir direkt mit der frisch heruntergesetzten Konsole von Sony. Neben der Handvoll von Spielen, die für die PS3 exklusiv sind, besteht der größte Unterschied zwischen dem Sony-System und der Xbox 360 von Microsoft bzw. Nintendos Wii darin, dass die PS3 auch als Abspielgerät für Blu-ray funktioniert. Sich Filme von verschwenderisch üppiger Ästhetik auf optischen Datenträgern anzuschauen mag in Anbetracht der zunehmenden Popularität des Film-Streamens antiquiert wirken, aber die PS3 hat auch für diejenigen, die eine beeindruckende Graphik beim Spielen zu schätzen wissen, einige leckere Extras auf Lager.

Die PS3 hat sich in der letzten Zeit nicht so gut verkauft wie die Wii oder die Xbox 360; hohe Preise und der peinliche Hackerskandal um Sony im letzten Frühjahr haben da ein Übriges zu beigetragen. Indes hat sich Sony große Mühe gegeben, die Sicherheit zu verbessern und die Opfer zu entschädigen. Der Preisnachlass von 50 Euro ist das Sahnehäubchen.

Unser Urteil: Kaufen.

Xbox 360

Microsofts Kisten-Konsole war in letzter Zeit der Verkaufsschlager in diesem Produktsegment. Die überraschende Beliebtheit seiner Kinect-Bewegungssteuerung hat die Gamer von der Couch geholt, während die Xbox Live den Goldstandard des Netzwerk-Spielens darstellt. Die Xbox ist in zwei Basis-Konfigurationen erhältlich. Das Einstiegsmodell verfügt jedoch nur über einen schnell verbrauchten Vier-Gigabyte-Speicher und kostet in Deutschland durchschnittlich genauso viel wie die potentere Version mit einer Speicherkapazität von üppigen 250 Gigabyte. Diese wird z.B. bei amazon für 185 Euro angeboten, zuvor lag der Preis bei rund 250 Euro. Für denselben Preis bekommt man auch die speicherschwache Version inklusive der Bewegungssteuerung Kinect, die im Einzelkauf mit rund 150 Euro zu Buche schlägt.

Es besteht die Möglichkeit, dass Microsoft auf Sonys Preisnachlässe reagiert, aber das ist nicht notwendig für den Konsolen-Marktführer. Wenn es passiert, dann in den nächsten Wochen und auf jeden Fall vor dem Anlaufen des Weihnachtsshoppings im November.

Unser Urteil: Kaufen – aber wenn Sie es aushalten, warten Sie noch ein bis zwei Monate, um zu sehen, ob Microsoft die Preise nicht doch noch runterschraubt.

Nintendo Wii

Trotz des neckischen Namens und neuartigen bewegungsbezogenen Controllers hatte Nintendo in während der letzten Quartale finanziell ganz schön zu kämpfen. Seine ureigenen, starken Charaktere wie Super Mario, Zelda und Donkey Kong sind einfach nicht mehr so eine Riesenattraktion wie noch vor ein paar Jahren.

Nintendo hat den Preis für die Wii bereits im März von 249 auf 149 US-Dollar gesenkt; in Europa ist das Gerät für knapp 140 Euro zu haben. Das liegt weit unter dem Originalpreis, könnte jedoch noch nicht ausreichend sein. Das Unternehmen kündigte bereits die Einführung einer neuen Konsole im nächsten Jahr an. Die Wii ist daher für Gamer jetzt schon so was wie eine lebende Leiche. Alle, die beim Einkaufen nicht nur auf den Preis achten, sollten sich also nicht zu sehr vom Status der Wii als der derzeit billigsten Spielkonsole verführen lassen: Behalten Sie im Hinterkopf, dass diese Konsole wahrscheinlich nächstens Jahr um diese Zeit schon obsolet geworden ist (und falls nicht, wird der Preis noch weiter fallen).

Unser Urteil: Nicht kaufen.

Nintendo 3DS

Obwohl Nintendos 3D Handheld im März zu einem Preis von 249 US-Dollar auf den Markt kam und dem Unternehmen Absatzrekorde beschert hat, kostet es seit dem 12.August nur noch 169,99 US-Dollar. In Deutschland liegt der Preis zwischen 199 Euro und 219 Euro.

Das Leben ist hart für die Handheld-Konsolen. Ihre Spiele sind viel simpler als die von hochwertigen Konsolen bereitgehaltenen Erlebnisse; und der Erfolg von Apples iPod touch mit Zugang zum eigenen Ökosystem AppStore macht es so gut wie unnötig, ein weiteres Spielgerät mit sich herum zu tragen.

Der 3DS ist kein Champion, aber es ist auch kein Blindgänger. Seine Fähigkeit, Videos zu streamen und auch ohne 3D-Brille eine vielschichtige Optik zu erzeugen, ist eine erhebliche Weiterentwicklung gegenüber den früheren DS-Verkörperungen. Auch in Europa wird der Nintendo 3DS im Rahmen der »globalen Preissenkungs-Initiative« billiger. Man rechnet mit einem empfohlenen Verkaufspreis ab Mitte August von 130-150 Euro.

Unser Urteil: Kaufen – aber nur, wenn Ihr Bedürfnis nach technischen Spielereien nicht eher durch einen iPod touch zu befriedigen ist.

Sony Vita

Nintendos überraschend fallende Preise dürften in Sonys Vorstandetage Panik ausgelöst haben. Der Vita – Sonys neuer Handheld - sollte eigentlich in genau dem Preisniveau von 250 Euro auf den Markt kommen, das Nintendo jetzt aufgibt. Ein Modell mit integriertem 3G-Mobilfunkmodul sollte rund 300 Euro kosten. Damit wird es jetzt vielleicht nichts mehr.

Es ist kein Zufall, dass Sony erkennen ließ, dass es die Markteinführung des Vita nach Nintendos geschicktem Schachzug nun verzögert. Der Vita wird noch in diesem Jahr auf Sonys heimischen Markt Japan losgelassen, doch der Verkauf auf den anderen Kontinenten wurde auf Anfang 2012 verschoben.

Noch will Sony auch nach der Preissenkung Nintendos für das Konkurrenzprodukt 3DS von dieser Preisgestaltung nicht abrücken. Egal wie verführerisch es für Erstanwender sein mag, es will sicher niemand ein Vermögen dafür ausgeben, noch in diesem Jahr zu Weihnachten einen Vita aus Japan zu erstehen. Womöglich hat sogar im nächsten Jahr niemand Lust, den etwas angemesseneren Preis von 250 Euro zu bezahlen.

Sony muss unweigerlich Nintendos Preissenkung angreifen, egal wann der Vita den amerikanischen und europäischen Markt erreicht.

Unser Urteil: Nicht kaufen.

 

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