Das 1. Fiskalhalbjahr verlief für Südzucker (ISIN DE0007297004) absolut glänzend. Europas größter Zuckerproduzent konnte in den seit März laufenden ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres den Gewinn auf 483 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Der Umsatz legte um mehr als 17% auf 3,9 Mrd. Euro zu. Dabei halfen auch günstige Wechselkurse. Dass der Gewinn deutlich überproportional anstieg, war relativ konstanten Kosten zu verdanken, so dass der Mehrumsatz direkt auf den Gewinn durchschlug.
Im Bereich Zucker läuft alles nach Plan. Auf dem Weltmarkt kann Südzucker weiterhin steigende Preise durchsetzen. Im europäischen Binnenmarkt bleibt es bei einer Preisstabilität. So sieht sich Südzucker auch auf bestem Weg, deutlicher als bislang veranschlagt in dem laufenden Geschäftsjahr zu wachsen. Bislang war man von einem moderaten Umsatzwachstum auf mehr als 7 Mrd. Euro ausgegangen. Nun sollen es bis zu 7,5 Mrd. Euro werden.
Beim operativen Gewinn rechnet Südzucker mit einem Zuwachs um 20% auf mehr als 900 Mio. Euro. Das sind satte 100 Mio. Euro mehr als bislang prognostiziert. Dabei dürfte nicht nur das robuste Zuckergeschäft eine Rolle spielen, sondern auch die Tochter Cropenergies, die Biosprit produziert. Sie hat ebenfalls ein erstklassiges Halbjahresergebnis vorgelegt und rechnet insgesamt mit einem Rekordjahr.
Einzig bei Fruchtsäften und Fruchtzubereitungen stottert der Wachstumsmotor. Aufgrund höherer Rohstoffkosten ging der Ertrag um rund ein Fünftel zurück. Zudem rechnet Südzucker nicht damit, dass hier eine schnelle Besserung eintritt, da vor allem in Europa eine klare Nachfrageflaute herrscht. Immerhin läuft das Geschäft mit Fruchtzubereitungen in Amerika und Asien ganz gut, was vor allem der österreichischen Beteiligung Agrana zugute kommt.
Wir halten es dabei nicht für ausgeschlossen, dass sich Südzucker auf absehbare Zeit etwas mit dem eigenen Fruchtsaftgeschäft überlegt. Naheliegend wäre ein Verkauf an Agrana, die offensichtlich besser mit diesem Thema umgehen können. Aber offizielle Planungen sind noch nicht bekannt.
Die Börse fliegt aber sowieso vor allem auf die Kombination Zucker/Biosprit. So lange diese Story läuft und starke Umsatz- und Gewinnzuwächse bringt, dürfte auch die Aktie zu den Favoriten im Markt gehören. Zumal die Aktie mit einem geschätzten KGV von 10,5 für das laufende Fiskaljahr keineswegs überbewertet ist, im Gegenteil.
Deshalb sehen wir auch im Aktienkurs noch nicht das Ende erreicht. Aktuell geht es zwar erst einmal darum, den alten Jahreshöchstkurs bei 28,94 Euro zu knacken. Doch rechnen wir fest damit, dass dies gelingt und dann neue Käufe nach sich zieht. Deshalb empfehlen wir auch, das aktuelle Momentum für einen Einstieg zu nutzen. Abgesichert wird mit einem Stopp-Loss bei 25,70 Euro.
Jetzt kostenlos lesen.
Sie möchten es etwas komfortabler? Dann registrieren Sie sich für den kostenfreien Bezug unseres alpha nebenwerte. Direkt nach Erscheinen wird Ihnen dann die aktuelle Ausgabe übersandt.
Nutzen Sie unsere Erfahrung und lesen Sie unseren wöchentlich erscheinenden Spezialbrief für Nebenwerte aus dem deutschsprachigen Raum. Der Bezug erfolgt per eMail.


