Paris - Nach vier starken Tagen haben Europas Börsen zum Wochenabschluss Gewinnmitnahmen verzeichnet. Der zuletzt in der Spitze um gut vier Prozent gekletterte EuroStoxx 50 büsste bis zum Mittag 0,56 Prozent ein auf 2.559,88 Punkte. In Paris gab der Cac 40 0,39 Prozent ab auf 3.521,50 Punkten und für den britischen FTSE 100 ging es um 0,11 Prozent nach unten auf 5.910,44 Zähler.
Unter Druck stand vor allem der Bankensektor, im EuroStoxx angeführt von der Deutschen Bank mit minus 2,81 Prozent. Die Ratingagentur Moody’s beurteilt insbesondere die Lage der deutschen Banken weiter skeptisch. Der Ausblick für das deutsche Bankensystem bleibe negativ, hiess es. Die ohnehin schon schwachen Erträge dürften angesichts des harten Wettbewerbs und der niedrigen Zinsen in den nächsten 12 bis 18 Monaten weiter schrumpfen. Hinzu komme die sich eintrübende Konjunktur. Am Vorabend hatten sich die 27 EU-Staaten bei ihrem Gipfeltreffen auf einen Kompromiss zur Bankenaufsicht geeinigt.
Mit etwas Abstand folgten die Versicherer. Hier standen ING im Fokus, die 1,19 Prozent verloren. Der niederländische Finanzkonzern verkauft sein Versicherungsgeschäft in Hongkong, Thailand und Macau für 2,14 Milliarden US-Dollar an die Beteiligungsgesellschaft Pacific Century Group. Dieser Schritt soll einen Reingewinn von rund einer Milliarde Euro einbringen. Der Verkauf weiterer asiatischer Versicherungs- und Vermögensverwaltungsaktivitäten sei noch in der Schwebe. Gefragt waren vor allem Autotitel . Von den zunächst ebenfalls festeren Einzelhändlern fielen am Mittag nur noch die Papiere der Supermarktkette Carrefour mit einem Kurssprung von 6,66 Prozent auf. Die Franzosen haben ihr Kolumbien-Geschäft für zwei Milliarden Euro an die chilenische Gruppe Cencosud verkauft und konzentrieren sich damit weiter auf Märkte, in denen der Konzern eine starke Position innehat oder anstrebt. Tech-Werte bewegten sich trotz des schwächeren Quartalsberichts von Microsoft mit dem Markt (awp/mc/ps/cs)

