Kommentar zu Die Kolumne – Dann fragt mal das Volk von Andreas Gehrmann


am 19.08.2012 – 92 mal gelesen.

Lieber Herr Fricke,
natürlich hätte über die Einführung des Euro abgestimmt werden müssen. Ich bin sicher, die Mehrheit hätte sich dafür entschieden – ich ebenfalls.
Was hat sich aber seitdem geändert?
1. Alle Verträge wurden gebrochen:
- 3%-Kriterium
- 60%-Kriterium
- das vereinbarte Inflationsziel von 2% – UND NICHT NUR IM EU-DURCHSCHNITT!
- Intervention der EZB, dass heißt Käufe von Staatsanleihen
- etc., siehe ESFS und ESM, für mich sind diese Systeme das Krönungswerk einer so gigantischen Umverteilung von unten nach oben, wie es sie noch nie gegeben hat!
2. Man hat seit Ausbruch der Finanzkrise das Marktprinzip außer Kraft gesetzt – die Schulden der Banken wurden und werden auch weiterhin sozialisiert. Die Bevölkerungen müssen im Gegenzug für die Verschuldung der Staaten in Folge der Bankenrettungen eine Sparorgie nach der anderen abfeiern, was die Schulden nur weiter erhöht und die Krise verschärft.
3. Man hat immer noch nicht begriffen, dass die Hanelsungleichgewichte maßgeblich für die Euro-Krise verantwortlich sind. Siehe oben: 2%-Inflationsziel. Daran hat sich außer Frankreich kein Land gehalten.
FAZIT: Warum sollte ein normal denkender Mensch DIESEM Europa der Finanz- und Wirtschaftsoligarchie seinen Segen geben und gegen die eigenen Interessen handeln? Die arbeitenden Bevölkerungen haben das Nachsehen, während die Kapitalkonzentration immer schneller voranschreitet.
Uns wurde ein Europa der MENSCHEN versprochen, mehr Demokratie, mehr Wohlstand für alle. Was ist davon übrig? NIX!!
Jetzt, wo das Kind endgültig in den Brunnen gefallen ist, schwadroniert man über die Abstimmung … Was soll das bringen, wenn die eigentlichen Ursachen der gesamten Krise nicht angegangen werden: Die Regulierung der Finanzmärkte, d.h. Trennbankensystem UND Transaktionssteuer, Beseitigung der Handelsungleichgewichte, indem z.B. Deutschland zwingend das Lohnniveau erhöhen muss. D.h. es muss sofort ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden. Wir brauchen dringend ein stärkeres Binnenwachstum. Sie alle werden sehen, das wir mit unserer Fixierung auf den Export die Krise nur verschlimmern, weil wir die Ungleichgewichte verstärken, statt zu beginnen, diese endlich abzubauen.
Letztlich ist der einzige stabile Anker einer Volkswirtschaft der Binnenmarkt. Das sehen wir gerade in den Südstaaten, in denen durch die absurde Austeritätspolitik der Binnenmarkt abgewürgt wird – mit fatalen Konsequenzen. Das werden wir in D. ebenfalls schon sehr bald sehr schmerzlich feststellen!!!!
DIESES EUROPA KANN NIEMAND WOLLEN! So einfach ist das!

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